Die Ilm
- Geschichte, Wissenswertes und Aktuelles von der Ilm
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|06.06.2013
Geschichte, Wissenswertes und Aktuelles von der Ilm

Die Ilm entspringt in den Höhen des Thüringer Waldes und entsteht durch den Zusammenfluss von Lengwitz und Taubach unterhalb der Ortschaft Stützerbach. Wenige Meter  darunter kommt noch der Freibach hinzu. Die Lengwitz wird von der Wasserwirtschaft meist als Quellbach der Ilm angesehen, aber die einheimische Bevölkerung bevorzugt den Taubach. Seine Quelle ist am Finsterberg als Ilmquelle ausgeschildert. Die Quelle des Freibaches befindet sich unterhalb der Schmücke, die der Lengwitz unterhalb des Ortes Allzunah.
Der Fluß schlängelt sich, weitgehend unreguliert, gegen Norden, überwiegend durch Mittelgebirgs- landschaft (erst im Unterlauf durch die Tiefebene), durchschneidet die Goethe- und Schillerstadt Weimar (EU-Kulturstadt 1999), um schließlich bei Bad Sulza in die Saale zu münden.

Die Ilm hat eine lange fischereiliche- und fliegenfischereiliche Tradition, auch der bekannte Engländer und Autor John Horrocks fischte hier bereits und schrieb hier sein Buch (im Raum Weimar). Der Fluß weist eine durchschnittliche Breite von 8 bis 12 Metern auf, fließt oftmals durch Kalkgestein (deshalb günstiger PH-Wert und nahrungsreich) und hat (jetzt wieder) eine recht ordentliche Wassergüte (eine  2+). Die Beschaffenheit des Flußgrundes ist überwiegend kiesig, teils sandig und felsig. Es gibt Kolke von über 2 Metern Tiefe. Im Sommer befindet sich der Fluß fast vollständig unter dem schattigen  Blätterdach der Uferbäume, Wasserpflanzen gibt es wenig. In den letzten Jahren ist eine zunehmende Wasserknappheit zu beobachten, welche sich leider nicht nur über die Sommermonate erstreckt und die den Fischbeständen, im Zusammenhang mit anderen Faktoren, nicht besonders förderlich ist.

Der aktuelle Fischbestand der Ilm setzt sich aus Äschen, Bachforellen, Elritzen, Gründlingn, Schmerlen, Koppen, Flußbarschen, Plötzen, Rotfedern, Döbeln, Aalen, Regenbogenforellen, ferner Bachsaiblingen und vereinzelten ausgerissenen Karpfen und (zum Glück sehr selten...) - Hechten zusammen.

Historie: Die Ilm hatte zu DDR-Zeiten (wie die meisten anderen Flüsse auch) ein schweres Dasein: Durch ein anliegendes Chemiewerk (Wasch- und Reinigungsmittelproduktion) wurden in regelmäßigen Abständen schwere Fischsterben ausgelöst, die sich über 30 Kilometer und mehr hinzogen. Durch eine Papierfabrik im Mittellauf und deren Abraumhalde gelangte nahezu täglich Zelluloseschlamm in den Fluß, welcher durch Zusetzung des Sediments die Kleintierwelt so stark schädigte, daß die Artenzahl auf ein Minimum reduziert wurde, außerdem sorgte der Schlamm für eine ständige unappetitlich graue Färbung des Wassers. Sich selbst reproduzierende Fischbestände waren aufgrund der genannten Bedingungen ein Fremdwort. Hinzu kamen noch die nicht unerheblichen Haushaltsabwässer, denn kommunale Kläranlagen gab es nur in seltenen Einzelfällen. 
Bachforellen gab es noch bis Ende der 70er Jahre in der Ilm, durch die Wasserverschmutzung und das Fehlen von Zuchtanstalten und Brutmaterial, also ausbleibenden Besatz "starb" die Bachforelle jedoch aus und "Leitfisch" wurde die Regenbogenforelle. Die einst zahlreichen Äschen verschwanden noch früher aus der Ilm. Die Besatzmaßnahmen erfolgten damals staatlich organisiert, die Regenbogenforellen stammten aus Betonrinnenanlagen und aus nicht abgenommenen Exportlieferungen. Dementsprechend sahen die Fische aus: verkrüppelte oder ganz fehlende Brustflossen, verkürzte Kiemendeckel usw.. Die anliegenden Vereine hatten aufgrund des staatlichen Reglements überwiegend keine Möglichkeit zur Mitsprache, bzw. Koordinierung des Besatzes.
Mit der Wende kam der Niedergang der Ostwirtschaft und somit trat durch den Wegfall der erwähnten Betriebe (mit allen negativen Auswirkungen für die Menschen, Arbeitsplätze etc.) und der Bau von Kläranlagen zwangsläufig eine starke Verbesserung der Wasserqualität ein. Nach jahrelanger Unklarheit, bezüglich der Anpachtung von Flußstrecken, konnte der Ilmtal-Fliegenfischer Verein neben anderen Vereinen im Ilmtal 1993 Gewässer-Strecken der Ilm pachten und unter günstigen Voraussetzungen mit dem grundsätzlichen Neuaufbau des Fischbestandes im Fluß beginnen. Bis 1998 konnte der Verein als unbestritten aktivster Verein im Ilmtal hervorragende Erfolge verzeichnen. Von den Äschen, welche sich prächtig selbst vermehrten, waren alle Jahrgänge reichlich vorhanden und die Bachforellen (bis in Größen über 60 cm vorhanden) zeigten jeden Herbst ausgeprägte Laichaktivitäten. Von deren Laich kam leider oft nicht viel durch, da im Herbst-Winter-Frühjahr regelmäßige Hochwasser zur Zerstreuung und Versandung der Laichbänke führten. Der alljährliche Besatz mit genetisch einwandfreien Bachforellen wird daher jedes Jahr aus eigens dazu angepachteten Nebenbächen gewährleistet.

Katastrophen der Neuzeit: Bis beim einem schrecklichen (und bis heute ungesühnten) Fischsterben in Juni 1998 die Arbeit all dieser Jahre zerstört wurde! 05.-08.06.1998: Furchtbare Tage! Das zweitgrößte Fischsterben der thüringischen "Neuzeit" fand bei sommerlichem Niedrigstwasser statt, so daß die Giftstoffe sich langsam und tödlich entfalten konnten. Durch die Einleitung hochgiftiger, verbotener Substanzen (Hauptwirkstoff Endosulfan, ein Bestandteil verbotener Pflanzenschutzmittel) wurde das Leben im Fluß auf einer Länge von mindestens 30 Kilometern ausgelöscht, bzw. schwerst geschädigt. Einige Tonnen (!!!) verendeter Fische wurden von Feuerwehren und anliegenden Vereinen geborgen, wahrend das Sterben noch weiterging. Lesen Sie die einschlägigen Pressemeldungen und sehen Sie die erschütternden Bilder: Thüringer Tageszeitungen am 08.06.1998 | Thüringer Tageszeitungen am 09. und 10.06.1998 | Thüringer Tageszeitungen am 13., 18., 25 und 29.06.1998 | Thüringer Tageszeitungen am 26.08., 03.09.1998 und VANT-Info).

Das Leben geht weiter: Die Ilm bewies in den Folgejahren jedoch, dass sich die Natur nicht unterkriegen lässt. Durch mehrere kräftige Hochwasser bereits im Herbst 1998 wurde der Flußgrund gründlich "gefegt", so daß wir davon ausgehen konnten, daß die Gifte, welche sich eventuell noch im Sediment befanden, weitgehend herausgespült wurden. Daneben musste natürlich auch davon ausgegangen werden, daß überlebende Kleintiere und Pflanzen die Gifte weiterhin über die Nahrungskette abgeben können. Das Hauptgift "Endosulfan" mit seiner kurzen Halbwertszeit von 3 Tagen war nach kurzer Zeit kaum noch nachweisbar. Aber leider waren auch weitere, bedeutend schädlicher wirkende Stoffe im Spiel, wenn auch in geringen Dosen. 
Begünstigt durch die Hochwasser wurden u.a. neue Nährtierchen eingeschwemmt, die vorhandene Kleinstfauna hatte sich einigermaßen stabilisiert, so daß der Ilmtal-Fliegenfischer Verein im September und November einen Erstbesatz mit "Rote-Liste-Kleinfischen" durchführen und Dezember die ersten 1-3 jährigen Bachforellen (aus eigenem Aufzuchtbach) besetzen konnte. Im Frühjahr 1999 wurde mit dem ersten Teil eines auf drei Jahre ausgearbeiteten Wiederbesiedlungs-Besatzplanes begonnen. 
Der in der Presse und im Internet veröffentlichte Spendenaufruf brachte nur den geringen Betrag von 3700,--DM ein, das Geld wurde für den Erstbesatz mit "Rote-Liste-Kleinfischen" und in geringen Maße für Äschen verwendet. Die Spender stammen fast ausschließlich aus der hiesigen Region, was bedeutet, daß die zusätzliche Veröffentlichung im Internet, in der Zeitschrift "Fliegenfischen" und in HRH's "Petri News" bis heute nur einen einzigen Mitfischer zu einer Spende bewegen konnte! Diesem jedoch sei besonders herzlich gedankt, sowie auch den anderen Spendern aus der Region und dem Landratsamt Weimarer-Land, welches den Löwenanteil an der Summe trug. Ein Dankeschön an dieser Stelle auch an die deutsche Äschengesellschaft, die als Erste uneigennutzige Hilfe anbot. 

1999 - 2000: Die hohe Selbstreinigungskraft des Flusses ist fast sprichwörtlich. Die Besatzaktionen haben gegriffen, die "neuen" Bachforellen beteiligten sich schon im Herbst 1999 rege am Laichgeschäft (leider umsonst, denn anschließend kam wieder einmal ein sandig/lehmiges Hochwasser) und die Äschen haben sich auch bereits wieder vermehrt, so das wir insgesamt von einem guten Fischbestand sprechen können. Nur die alten und schweren Fische fehlen - diese Fische müssen erst wieder nachwachsen, das benötigt seine Zeit. Auch die Nahrungsgrundlage ist wieder als brauchbar, jedoch nicht als gut zu bewerten. Traurig stimmt die schleppende Ermittlung der Staatsanwaltschaft, welche immer noch andauert! 
Und der gerichtliche Prozeß verschleppt sich nun bereits ins dritte Jahr! Ein Dankeschön auch an die Thüringer Landesregierung: Auf die nach dem Schaden in Krisensitzungen unter der Hand versprochene großzügige finanzielle Unterstützung für Besatz und Neuaufbau warten wir heute noch! Nachdem das Jahr 2000 nun fast vorüber ist, müssen wir leider resümieren, dass unsere Einschätzung der Lage an der Ilm wohl doch etwas zu optimistisch war. Sonderbarer Weise sind die noch vorhandenen guten Äschen ab 40cm nicht mehr auffindbar und der Ernährungszustand der sonst sehr zahlreich vorhandenen Äschen ist als sehr schlecht einzuschätzen. Die Lage wurde begünstigt durch fehlende Hochwasser im ganzen Jahr 2000! Seit Frühsommer herrschen extreme Niedrigwasserzustände, bei den zahlreichen Gewittern dieses Jahr stieg der Wasserpegel kaum der Rede wert an, aber eine starke Trübung und Verschlammung setzte ein. Infolge dieser Verkettung starben wohl ganze Jahrgänge an Wasserinsekten. Begünstigt wird dieser Zustand u.a. durch eine rücksichtslose Landwirtschaft, es
wird halt direkt bis in den Fluß hinein gepflügt, von Uferschutzstreifen wurde wahrscheinlich bei manchen Landwirten noch nie etwas vernommen. 
Im Fall Fischsterben 1998 gab es kurz Grund zur Freude: Der erste klagende Verein hatte im Gerichtsprozeß gegen die Agrargenossenschaft vom Grundsatz her ein positives Urteil erwirkt, in den Folgeverhandlungen sollte es nun nur noch über die Höhe der Entschädigung gehen. Vor wenigen Tagen erreichte uns nun die Nachricht, daß Berufung eingelegt wurde, so kann sich der Prozeß nun über weitere Jahre hinziehen ! 
Trotz der sich jedes Jahr verschärfenden Niedrigwassersituation an der Ilm, steht nun eine reaktivierte Kleinwasserkraftanlage mitten in unserer Strecke kurz vor der Fertigstellung, die dem Hauptfluß auf etwa 1000 Meter das Wasser entziehen wird. Es wurde mehrfach Widerspruch bei der Genehmigungsbehörde eingelegt, wir erstatteten mehrfach Anzeigen wegen Verstößen gegen bestehende Umweltvorschriften und und und... . Weder der Widerspruch wird endlich beschieden, noch gibt es nennenswerte Reaktionen der Behörden auf unsere Anzeigen. Ein sehr unbefiedigender Zustand! Kein Mensch weiß, wie die Anlage sich wirtschaftlich rentieren soll - gerade auch im Hinblick auf die bedenklichen Niedrigwasserstände in den letzten Jahren - aber sie wird erst einmal genehmigt! Wenn die Anlage tatsächlich in Betrieb geht, sollte der Betreiber aus NRW auf jeden Fall wissen: Wir werden täglich vor Ort sein kontrollieren!

2001: Ähnlich wie in den letzten Jahren haben wir über die langen Sommermonate zu wenig Wasser im Fluß. Die Nährtierwelt entwickelt sich nur schleppend, dementprechend unbefriedigend ist der Ernährungszustand der Fische. Das hält jedoch die Äschen nicht davon ab, sich gnadenlos zu vermehren. Die Folge ist ein Äschenüberbestand an jungen und sehr schlanken Fischen. Bachforellen machen sich rar. Die oben angesprochene Wasserkraftanlage ist im Februar in Betrieb gegangen und verhindert die Durchgängigkeit des Flusses, sowie entzieht dem Fluß an einer der ursprünglich schönsten Stellen das Wasser auf gut 1000 Meter. Die Behörde hat endlich einen Widerspruchsbescheid erlassen - im Sinne der Natur mit deutlicher Erhöhung der Restwassermengen. Damit kann der Betreiber natürlich nicht leben und reicht Klage beim Verwaltungsgericht ein. Trotz zahlreicher Eingaben läßt sich die Behörde nicht dazu bewegen, die Vollziehung ihres Bescheides zu umzusetzen, was nicht nur uns absolut unverständlich ist. Wir scheinen uns in einem rechtsfreien Raum zu befinden und alle warten auf das Ergebnis des Verwaltungsstreits, der sich wie bekannt über Jahre hinziehen kann. Schade für die Ilm! 

Auch im Fall Fischsterben 1998 gibt es Neues: im Berufungsprozeß erging ein weiteres für die Angler positives Urteil. Nun wird es weitere Prozesse über die Höhe des Schadenersatzes geben. Geld ist bisher noch keines geflossen... 

Am 06.09. gelangten vom Gelände des Gelenkwellenwerkes in Stadtilm/Thüringen 15000 Liter (!!!) ölhaltige Bohremulsion in die Ilm und verwandelten den Fluß in einen weißen Fluß. Tote Fische wurden kaum gefunden, jedoch sind Schädigungen, zumindest an der Kleintierwelt, logisch. Verschärft wurde  die Lage durch Niedrigwasser (nachzulesen + Bilder in der "Problem-Zone", Beitrag Nr.49). Im Winter tauchten wieder Kormorane am Unterlauf auf! 

2002: Zunächst sorgen Naturgewalten zu Jahresbeginn für eine Verbesserung der Situation an der Ilm: Ein ungewöhnlich schwerer Eisgang im Januar und nachfolgend mehrere schwere Hochwasser im zeitigen Frühjahr führen zu nachhaltigen Schäden in der Landschaft - nicht zuletzt auch mit Beschädigungen an den noch wasserkraftfreien Stauwehren in Kranichfeld und Tannroda. Am schlimmsten erwischt es unser Sorgenkind "WKA Martinswerk" in München b. Bad Berka - das alte Wehr bricht auf ca. 7 Meter Breite komplett durch, somit hat sich die Energieerzeugung an dieser Stelle erstmal erledigt. Hier unsere Pressemeldung dazu, die in der "Thüringer Allgemeine" erschien: 
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MÜNCHNER WEHR GEBROCHEN: EINE NEUE CHANCE FÜR DIE ILM | BAD BERKA (IFFV). Die Natur scheint in der Lage zu sein, die ihr von Menschenhand zugefügten Wunden selbst zu heilen: Ausserordentlich kräftiger Eisgang und seit mehreren Wochen stark erhöhter Wasserstand können einem altersschwachen Wehr ganz schön zu schaffen machen – oder es komplett brechen lassen. So geschehen in der Nacht vom 1.-2. März 2002 am "Münchner Wehr" zwischen Tannroda und Bad Berka. Den Passanten bot sich am Samstag Morgen ein völlig neues Bild. Dort, wo die Ilm bisher durch das Wehr nahezu zum Stillstand gebracht wurde, klafft nun ein sechs bis sieben Meter breites Loch, links und rechts sind nur noch hohlgespülte Fragmente des Wehres übrig und nun ist eine Rausche entstanden, die jedem Mittelgebirgsbach zur Ehre gereichen würde.  Ob der im Zuge der WKA Martinswerk komplett erneuerte Schieber am Turbinengraben mit zum Einbruch beigetragen hat - dort konnte bis vor einem Jahr das Wasser bei ansteigendem Pegel abfließen und damit das betagte Bauwerk entlasten - sei dahin gestellt. Entscheidend ist letztlich, dass sich hier die Natur selber geholfen hat und die Ilm nun wieder auf einer Länge von fast 10 km wieder ungehindert fließen kann. Und mehr noch: Das erst vor kurzem beschlossene und von allen politischen Fraktionen getragene Wanderfischprogramm hat zwar zum Ziel, die vorhandenen Gewässerverbauungen fischdurchgängig umzugestalten, aber die dafür erforderlichen finanziellen Mittel müssen erst noch bereit gestellt werden. Dies dürfte jedoch bei der angespannten Haushaltssituation äußerst kompliziert sein. So hat der Bruch des Wehres letztlich zwei positive Nebeneffekte: Zum einen hat sich die Vitalität des Flusses erheblich verbessert und zum anderen bleiben dem Thüringer Finanzhaushalt nicht unerhebliche Ausgaben erspart. Vielleicht sollte einmal geprüft werden, ob nicht aus dieser Situation heraus ein Modellprojekt im Rahmen des Wanderfischprogramms, quasi zum "Nulltarif", entwickelt werden kann. Ein Wiederaufbau erscheint unter den gegeben Umständen wenig sinnvoll, da den dafür notwendigen erheblichen Aufwendungen nahezu kein wasserwirtschaftlicher Nutzen entgegen steht.  Und nach den harten Schlägen, die die Ilm in den letzten Jahren durch Verunreinigungen und Trockenlegungen hinnehmen musste, hat der Fluß nun auch einmal etwas Positives verdient. Wir sollten der Natur diese Chance lassen, die sie sich selber gegeben hat und den Fluß nun so belassen, wie er ist. 
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Bilder zum Eisgang, zum Hochwasser und zum Wehrbruch gibt es übrigens in der Chronik des IFFV (HIER KLICKEN). Leider haben wir die Sache zunächst viel zu euphorisch betrachtet, denn schon wieder herrscht Unvernunft an allen Ecken: Da schreit ein Herr vom zuständigen Amt lauthals nach Wehrneubau, da durch den fehlenden Staudruck des Wehrstaus die Standsicherheit der benachbarten Bundesstrasse gefährdet wäre. Lächerlich - als der Wehrstau jahrelang abgelassen war, hat "kein Hahn danach gekräht"... Unterdessen bereitet der Betreiber der Wasserkraftanlage ganz offiziell die Wiedererrichtung des Wehres vor...

Wasserstandsprobleme gibt es bis in den Juli hinein nicht - fast eine Ausnahmesituation nach dem Sommerwassermangel der letzten Jahre - so gibt es bis dahin auch nur wenige Tage, an denen Fliegenfischen überhaupt möglich ist. Der Flußgrund sieht durch den langanhaltend hohen Wasserstand und der guten Wasserqualität hervorragend aus und der Nährtierwelt gefällt das - sie erholt sich zusehends. Hauptsächlich Eintagsfliegenlarven in allen "Jahrgängen" sind üppig vorhanden, gefolgt von Köcherfliegen. Die früher sehr zahlreich vorhandenen Bachflohkrebse (Hauptnahrung) machen sich leider weiterhin sehr rar. Der Ernährungszustand der Äschen und Bachforellen ist wesentlich besser als in den vergangenen Jahren. Es gibt wieder große Elritzen-Schwärme... Im Juli fängt Vereinskollege Frank Tauber eine riesige Bachforelle (69 cm | 6 kg), wie sie bis dahin an der Ilm noch nicht gesehen wurde... (Hier klicken für Details). 

2003: Eine der schlimmsten Saison's - nicht nur für Thüringer Gewässer. Bereits im Mai haben wir Niedrigstwasserstände in der Ilm und der Flußgrund ist veralgt. Über den Sommer verschlimmert sich die Situation drastisch: ganze Abschnitte der Ilm trocknen völlig aus - zum Glück jedoch nicht in den Fischereistrecken unseres Vereins! Unser Verein stellt dennoch jegliche Fischerei für mehrere Monate ein. Im Herbst verbessert sich die Situatiuon. Wir können uns an einer sehr schönen Äschenfischerei erfreuen. Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse in diesem Jahr.

2004: Eine Fischerei ist bis Ende Mai nicht möglich, sehr zum Ärger der Gäste des 2.Thüringer Fliegenfischer-Forum's am 08.Mai, von denen einige auch ein wenig in der Ilm fischen wollten: Regen ab Anfang Mai, Mitte des Monats räumt ein kräftiges Hochwasser das Flußbett gründlich auf. Allgemein tun die kühle Witterung und die gute Wasserführung dem Fluß sehr gut: er sieht prächtig aus, wie seit Jahren nicht mehr. Wohlgenährte Äschen, Bach- und Regenbogenforellen tummeln sich im klaren Wasser. Im Juni können wir zahlreiche gelbe Steinfliegen beobachten und einige Maifliegen. Der Wasserstand macht uns über den ganzen Sommer keine Probleme, erst im September wird es etwas knapp. Die nun niedrigen Temparaturen sorgen jedoch ausgleichend. Im Herbst haben wir wiederum eine hervorragende Äschenfischerei.

2005: In diesem Jahr erleben wir eine gute Fischerei mit gemäßigten Wasserständen über die ganze Saison. Anfang Juni schwärmen zahlreiche Maifliegen. Neben guten Äschen- und Forellenfängen sorgen ein paar Bachforellen "Monster" von geschätzten "über 70 cm" für Aufsehen und halten den einen oder anderen Vereinskollegen zum Narren. Das (vorläufige) traurige Ende dieser Geschichte: Ende November finden wir eine riesige tote Bachforelle im Fluß (74 cm / ca. 4 Kilo), die vermutlich die Strapazen des Laichgeschäftes und des hohen Alters nicht überlebt hatte und mit hoher Wahrscheinlichkeit eines natürlichen Todes gestorben war. Der Fisch ist die längste, jemals in unserer Strecke registrierte Forelle - bis heute.
Ab Herbst haben wir wiederum eine hervorragende Äschensaison.

2006: Die positive Entwicklung der Ilm und seiner Bewohner setzt sich fort - es entwickelt sich ein intakter Fisch- und Nährtierbestand. Leider fallen im im strengen Winter Januar / Februar 2006 große Kormoran-Schwärme wie Heuschrecken erstmalig in dieser massiven Form über die Ilm und die meisten anderen Thüringer Fließgewässer bis in die Quellregionen hinauf her und verursachen verheerende Schäden an den Fischbeständen - besonders bei den genetisch einzigartigen Thüringer Äschenstämmen! (Hier klicken für Details).

2008 und später: In den nachfolgenden Jahren leisten die Vereine wieder große Aufbauarbeit, so das viele Gewässerabschmitte heute wieder einen guten Fischbestand aufweisen, besonders der Bestand an Bachforellen ist prima. Den Äschenbeständen geht es jedoch trotz der alljährlichen Bestands-Stützungsmaßnahmen sehr schlecht - und das liegt sicher nicht an "mangelnder Gewässerstruktur"! Ohne ein vernünftiges, europaweites Kormoran-Management ist eine Hege und Pflege "wie in alten Zeiten" nicht mehr zu gewährleisten, das gilt sicher für die meisten Flüsse in Deutschland.

Stand Oktober 2010: Äschenbestand bis auf wenige Exemplare ausgelöscht (dem Vogel des Jahres 2010 sei Dank !!!)


Weiterführende Links, Foto-Reports und Reiseberichte zur Ilm:

Der aktuelle Fotoreport! Herbstzeit im Ilmtal - Ein Festival der Farben | 33 herbstliche Fotos von Michael Müller (Oktober 2012)
Der aktuelle Fotoreport! Beim Äschenfischen an der Ilm im Oktober... 44 (Herbst)stimmungsvolle Fotos von Michael Müller (November 2011)
Der aktuelle Fotoreport! Maifliegenzeit an der Ilm in Thüringen | Ein Beitrag und Fotos von Michael Müller (Juni 2010)
Der aktuelle Fotoreport! Eiszeit - Frostige Kunstwerke an der Ilm in Thüringen | von Michael Müller (Januar 2010)
Der aktuelle Foto-Report! | Herbstliches Äschenfischen an Thüringer Bilderbuch-Revieren | von Michael Müller (November 2009)
Wurzeln am Fluss | Baum-Wurzeln und Forellen-Burgen an der Ilm in Thüringen | Ein herbstlicher Foto-Report von Michael Müller (Oktober 2009)
Mario Mende war zu Besuch bei den Ilmtal-Fliegenfischern in Bad Berka/Thüringen (Mai 2001)
zur Chronik des Ilmtal Fliegenfischer Verein e.V. Bad Berka (IFFV) (HIER KLICKEN)
(zum Gastkartenverzeichnis)

Die große Ilm - Fotogalerie:


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