Die Saale
 
Wissenswertes zum Fluß
 
Bildersammlung
 
| 28.10.2010
Wissenswertes zum Fluß
Steckbrief Saale:
Länge: 413 Kilometer
Lage: Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt
Quelle: in der Nähe von Zell/Bayern
Quellhöhe: 770 Meter über NN (Meter über Normalnull = Meeresspiegel)
Mündung: Barby (in Sachsen-Anhalt) in die Elbe
Mündungshöhe: 49,5 Meter über NN
Höhenunterschied: 679 Meter

Steckbrief Weiße Elster:
Länge: 257 Kilometer
Lage: Tschechien, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt
Quelle: As (Tschechien)
Quellhöhe: 724 Meter über NN (Meter über Normalnull = Meeresspiegel)
Mündung: Halle in die Saale
Mündungshöhe: 50 Meter über NN
Höhenunterschied: 80 Meter

Die Saale entspringt im Oberfränkischen, südlich von Hof, in der Nähe der Ortschaft Zell am Fuße des Waldsteingebirges. Dort wird sie "sächsische Saale" genannt. Anschließend fließt sie nach Norden durch die beiden größten Talsperren des Landes Thüringen (Bleiloch- und Hohenwartetalsperre), weiter durch die Städte Saalfeld, Rudolstadt, Jena, Bad Kösen, Naumburg, Weißenfels, Halle und Weitere, um anschließend in die Elbe zu münden. Auf ihrem Lauf nimmt sie viele für die Fliegenfischerei in Thüringen bedeutsame Salmonidenflüßchen auf, z.B. Wisenta, Loquitz, Schwarza, Orla, Ilm, Unstrut und Weitere.

Wissenswertes zur Bleiloch- und Hohenwartetalsperre
Im Abschnitt unterhalb des Ausgleichbecken Eichicht stromabwärts bis unterhalb Rudolstadt beträgt die Breite zwischen 20 und 30 Meter, die Wasserqualität beträgt im Schnitt Güteklasse 2+ und der Fluß beherbergt einen umfangreichen Pflanzenbewuchs (flutender Hahnenfuß), der im Sommer an vielen Stellen einen weißblühenen Teppich bildet und dem Fluß manchmal den optischen "Bilderbuchreiz" eines nordamerikanischen "Spring Creek" gibt. Der Flußgrund ist fein- bis grobkiesig, fast durchgehend bewatbar, durch die oberhalb Saalfeld gelegenen Talsperren mit Energiegewinnung und deren Wasserstandsregulierung herrscht allerdings ein oft schwankender Wasserpegel, auf den die Fische mit Ihrer Beißlaune empfindlich reagieren. Deshalb ist es wichtig, sich vor der Anreise über den jeweiligen Wasserstand zu informieren, da der Fluß dadurch auch gelegentlich für einen längeren Zeitraum völlig unbefischbar sein kann. Durch den (meistens) Grundablass der riesigen Talsperren ist die Wassertemperatur im erwähnten Bereich zu jeder Jahreszeit sehr niedrig. Allein dieser Tasache ist es zu verdanken, dass die Saale auf derart vielen Flusskilometern überhaupt Salmoniden beherbergt. Zudem ist sie relativ unanfällig gegen Wassereintrübung nach Regenfällen. Wenn an anderen thüringischen Salmonidenrevieren wegen Hoch- oder Niedrigwasser gar nichts mehr geht, ist die Saale oftmals noch befischbar. 
Die Saale besitzt einen geradezu unglaublichen Reichtum an Köcher- und Eintagsfliegen, an manchen Sommerabenden kann man phänomenale Schlüpfe erleben. Bis in die neunziger Jahre war der Fluß  d a s  Bachforellenrevier in Thüringen, es war ein sehr guter Bestand, auch an starken Fischen, vorhanden. Durch die sehr starke Befischung und fehlende Besatzjahrgänge ist der Bachforellenbestand dann jedoch zurückgegangen. Nach der "Wende" wurde erstmals massiv Äschenbesatz eingebracht, die Äschen fanden sehr günstige Bedingungen vor, hatten sich in kurzer Zeit enorm verbreitet und waren schnell in allen Größen vertreten. Durch den Nahrungsreichtum des Flusses haben gerade die Saale-Äschen eine massige Körperform, und mindestens ein Drittel mehr Gewicht als gleichlange Äschen aus anderen Thüringer Flüssen ist normal.
Auch unterhalb Rudolstadt in Richtung Jena, Camburg und weiter stromab sind Äschen und Forellen gut vertreten und die Fliegenfischerei auf Salmoniden somit gut möglich. Auch "Regenbogen-Überraschungen" kann man überall erleben. Hier wird die Wassergüte etwas schlechter und es kommen weitere Fischarten wie Hasel, Hecht, Barsch, Zander und diverse Weißfischarten hinzu - ein zusätzlicher Anreiz, es einmal mit der Fliege auf andere Fischarten zu versuchen. 
Besonders seit der Jahrtausendwende nehmen leider auch an der Saale Fischbestandsschädigungen durch starke Kormoraneinfälle zu. Diese Vögel werden natürlich auch und besonders wegen den großen Saale-Talsperren magisch angezogen. Nach massiven Kormoran-Einfällen in den Wintern nach 2000 kann davon ausgegangen werden, dass von den Talsperren an flußabwärts bis durch Jena hindurch und noch weiter flussabwärts der vorher prächtige Äschenbestand nahezu vollständig vernichtet wurde. Auch die anderen Fischarten wurden extremst ausgedünnt, selbst Kleinfischarten wie z.b. Ellritzen. Die Anliegervereine gleichen die Verluste notgedrungen alljährlich durch mehr oder weniger starke Besatzmaßnahmen mit Forellen aus. In den Folgejahren wurde auf diese Weise wieder ein, allerdings aus obengenannten Gründen sehr wechselhafter Fischbestand, "aufgebaut". Die Saale ist trotzdem immer noch eines der interessantesten, schönsten und größten Fliegenfischer-Reviere in Thüringen - und immer eine Reise wert - obwohl sie sich dem Neuling, welcher zum ersten mal an diesem Fluß fischt, oftmals nicht auf den ersten Blick offenbart.

Bericht: Saisonstart an der Saale (Mai/2005): (Hier Klicken)

Stand Oktober 2010: Äschenbestand ausgelöscht (dem Vogel des Jahres 2010 sei Dank !!!)
 


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