nachdem ich hier einige Wochen als Gast mitgelesen und so manche interessante Info bekommen habe, dachte ich, es wäre mal an der Zeit, sich anzumelden und an ein paar Diskussionen zu beteiligen. Wobei es von meiner Seite zunächst mal mehr Fragen als Antworten sein werden.
Aber zunächst ein paar Worte zu meiner Person. Mein Name ist Bernd, ich werde im Oktober 39, bin verheiratet und habe eine sehr süße Tochter von drei Monaten. Wie der Name schon sagt, bin ich in Bremen geboren und aufgewachsen. 1997 hat es mich für zwei Jahre nach Bonn verschlagen und seit Ende 99 wohne ich in Berlin. Zum Angeln bin ich, wie wohl manche hier, durch meinen Vater gekommen. Als ich 7 oder 8 Jahre alt war, hat er mich zum ersten Mal mitgenommen. Ich weiß noch genau, dass ich vor Aufregung nicht einschlafen konnte, wenn es am nächsten Morgen losging. Bei Sonnenaufgang waren wir dann am Wasser und schon damals faszinierte mich das Naturerlebnis mindestens genauso sehr, wie das Angeln selbst. Die Vereinsgewässer lagen in der Wesermarsch zwischen Bremen und Bremerhaven und waren hauptsächlich Deichbau-Baggerseen und Flutgräben. In den ersteren waren die Zielfische hauptsächlich Karpfen, in den letzteren Aale, die man damals noch an guten Tagen in größeren Mengen fangen konnte. Zum Karpfenfang hatte sich mein Vater damals, in der Prä-Boilie-Zeit, eine pfiffige Methode ersonnen. Er rührte sich einen Teig aus Pfanni-Knödeln und Vanillezucker an, formte daraus kleine Kugeln, setzte den Haken in die Mitte und ließ das ganze dann über Nacht in der Tiefkühltruhe einfrieren, so dass der Haken bombenfest saß und man diese steinharten Kugeln dann mal locker 50 m und mehr in den See pfeffern konnte, wo „die Großen“ waren. Auf dem Grund tauten sie dann langsam auf und dufteten verlockend. Allerdings war Anfüttern auf diese Distanz so gut wie unmöglich, so dass es jedes Mal ein Glücksspiel war, ob die Fische den Köder auch finden. So lernte ich früh Geduld und es war normal, als Schneider nach Hause zu gehen. Dafür entschädigten dann die Momente, wenn Karpfen zwischen 10 und 20 Pfund den Köder nahmen, was auch oft genug vorkam.
Jetzt bin ich aber doch etwas abgeschweift
Das Stammgewässer meines Schwiegervaters ist die Wiesent, wo ich als Gastangler mitfischen darf und schon einige grandiose Maifliegensaisons erleben durfte. Außerdem bin ich öfter im Urlaub in Österreich bei Kufstein, dort war ich allerdings erst einmal in Kössen am Weißenbach und habe noch einiges zu entdecken. Außerdem habe ich mich zweimal in Finnland in der Region Oulu versucht, allerdings relativ erfolglos, was Salmoniden angeht. Insgesamt komme ich viel zu selten zum Fliegenfischen, auch wenn es durchaus einige interessante Gewässer in der Region gibt, und gerade dieses Jahr bin ich fischereilich ziemlich auf Entzug, da meine Kleine direkt vor der Maifliegenzeit geboren wurde.
Gruß
Bernd






