Mal wieder: Tipps für Anfänger

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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di_mario
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Mal wieder: Tipps für Anfänger

Ungelesener Beitrag von di_mario »

Guten Abend zusammen!

Wie im Topic bereits zu erkennen ist, bin ich ein FliFi Anfänger.
Meinen Verein gehört ein größeres Fließgewässer, was sich auch gut zum Fliegenfischen eigenen soll (Fischbestand: Äschen, BaFo, Hecht, Aitel, etc.)

Nun war ich bereits an mehreren Stellen fischen und habe bis auf eine Stelle keine Fische gesehen.

Kurz zum Gewässer:
Mittelgroßer Fluß, teils verkrautet, mittstarke bis starke Strömung, Tiefe ganz unterschiedlich von Knöcheltief bis 3-4 Meter. Wasser meist recht Trüb. Insgesamt ist die Strecke sehr breit, teils gut zum Waten, teils garnicht möglich.

Eine Stelle, an der ich bereits öfters war, liegt in einer Kurve. Direkt hinter der Kurve wird es schnell tief und die Strömung wird ruhiger. Bis zur Mitte des Gewässers kann man gut Waten, danach nimmt die Strömung extrem zu. Bisher habe ich dort Fische vermutet, aber noch keine gesehen. Heute allerdings, habe ich das erste Mal eine Äsche (vllt. auch Bafo) beobachtet, wie sie immer wieder gesprungen ist. Ich habe intensiv die Stelle befischt, alle möglichen Fliegen versucht (Trocken, Nass, Nymphe, etc), und hatte natürlich keinen Biss :-)

Was kann ich tun, um endlich mal einen Fisch zum Beissen zu überreden? :)
Natürlich ist es immer schwer bis unmöglich, so über ein Forum genau sagen zu können was ich anders machen soll, aber ich wäre über jeden Tipp dankbar.

Vielen Dank und Liebe Grüße
Jules
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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Hi Jules,
Ich war vor ein paar Jahren in einer ähnlichen Situation wie du jetzt. Ich hatte aber das Glück, eine gute Stelle zu finden und innerhalb von drei Tagen und geschätzten 20 Aitel war ich nicht mehr zu bremsen.
Mich würde noch interessieren, hast du Probleme mit dem Fischen (Werfen, Technik, etc) oder hast du Probleme beim Fangen (Fische finden, Fliegen, etc)

Wenn ersteres dein Hauptproblem ist, würde ich mir ein Gewässer suchen, an dem du Fische anwerfen kannst, dann hast du Trainingseffekt+Fische als Erfolgserlebnis und natürlich als beste Bestätigung, dass du alles richtig gemacht hast. Und wenns Rotfedern am Baggerweiher sind.

Wenn du an deinem Gewässer Probleme hast, die Fische zu finden,
würde ich sie mit einer Nassfliege oder oder einem kleinen Streamer suchen. Mit einer braunen Nassfliege am 10er Haken kannste alle Fische in deinem Flüsslein fangen (auch wenns mitm Hecht eher für Fortgeschrittene ist :wink: )

Viele Grüße
Martin
Gründungsmitglied der Gesellschaft zum Schutz der Nassfliege n.e.V.
di_mario
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Ungelesener Beitrag von di_mario »

Hi Martin,

erst mal vielen Dank für die Tipps.
Ich habe einige Nassfliegen, die ich beim nächsten Mal verstärkt einsetzen werden.

Mit dem Werfen habe ich keine Probleme. Ich kann fast jede Stelle anwerfen, an der ich Fische vermute.

Es geht eher darum sie zu finden, bzw. wenn ich wenn ich sie gefunden habe sie zum Beissen zu überreden ;-)

Gerade die Äschen sollen ja laut diverse Forumbeiträge schwer zu fangen sein. Aber mir geht es darum, überhaupt mal irgend ein Erfolgserlebnis zu haben :-)

LG
Jules
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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

di_mario hat geschrieben:Mit dem Werfen habe ich keine Probleme. Ich kann fast jede Stelle anwerfen, an der ich Fische vermute.
Na das ist ja schon mal mehr, als mancher behauoten kann :oops:

Probiers einfach, ich habe bisher noch keine Äsche "absichtlich" gefangen, sondern immer nur per wet fly swing.

Viele Grüße
Martin
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Peter Pan
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Ungelesener Beitrag von Peter Pan »

Hallo Jules,

wenn Du sehr starke Strömungen in Deinem Gewässer hast, versuch sie zu meiden. Die wenigsten Fische stehen im vollen Strom. Am Rand sieht es besser aus und die Bachforellen stehen meist ganz am Ufer.
Nur keinen Frust, es wird schon klappen.

Petri und tight lines

Peter
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Frank.
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Re: Mal wieder, Tipps für Anfänger

Ungelesener Beitrag von Frank. »

di_mario hat geschrieben:Heute allerdings, habe ich das erste Mal eine Äsche (vllt. auch Bafo) beobachtet, wie sie immer wieder gesprungen ist.
Lieber Jules,

an eine Äsche glaube ich da eher nicht - oder meinst Du, dass der Fisch gestiegen ist? Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, springende Äschen gesehen zu haben (das heißt aber nicht, dass es das nicht gibt).

Mal ein paar Gegenfragen: Von wo aus hast du dich dem Fisch genähert? Von stromab, stromauf oder seitlich? Wie weit entfernt warst du beim Anwerfen? Und wo stand die Sonne (Fliegenfischerschatten auf dem Wasser können den Fischen sehr schnell die Beißlust nehmen)?
Solche Kleinigkeiten wie die genannten Dinge sind manchmal entscheidend - deshalb entschuldige, dass zunächst Fragen vor Antworten/Ratschlägen stehen.

Dein Frank
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di_mario
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Ungelesener Beitrag von di_mario »

Hi Frank,

ich bin mir wie gesagt nicht sicher, was es genau war. Die/der Fisch ist überhaupt nicht gestiegen, sondern nur gesprungen. Ich habe lange das Wasser beobachtet und keine Zeichen für steigende Fische gesehen, ausser die Sprünge :)

Ich habe versucht von hinten an den Fisch ranzukommen, was aber nicht möglich war (Ufer zugewachsen).
Somit konnte ich mich nur vorsichtig von der Seite nähern. Teilweise von vorne.
Die Sonne stand genau flussaufwärts, ein Schatten der Schnur wäre daher schon möglich gewesen, da ich seitlich geworfen habe. Aber kein Schatten von mir selbst, da ich nicht weit genug im Wasser stand um auf Distanz zu bleiben. Der Fisch ist auch während meines Werfens ein paar mal gesprungen. Direkt vor mir :)

@ Peter,
danke für den Tipp. Die Stelle war genau am Rande einer ruhigen Stelle.

LG
Jules
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hi Jules,

im Frühjahr sehe ich auch häufiger die Fische springen allerding so gut wie alles Forellen (@Frank: Äschen springen durchaus -> im Drill ;)...)

Meine Theorie ist dass diese versuchen die Egel los zu werden die meist noch an den Fischen kleben. Sobald das erste Hochwasser den Gewässergrund durchgespült hat sind die Fische meist egelfrei und springen nicht mehr.

Wenn ich mit der Theorie richtig liegs dann sprechen die Egel dafür dass das Wasser noch kalt ist und die Fische sehr tief stehen. Die Fressaktivitäten sind dann noch relativ eingeschränkt (z.B. am Mittag).

Du musst dann zur richtigen zeit dort sein und tendenziell am Grund fischen. Dies setzt neben der richtigen Fliege auch voraus dass Du die Fliege entsprechend weit vorlegst und die Schnur entsprechend führst dass die Nymphe absinken kann (auch eine stark beschwerte Nymphe braucht etwas Zeit zum sinken und je schneller das Wasser umso weiter musst Du "vorlegen"). Ein Bissanzeiger mag Dir helfen zu erkennen dass die Nymphe am Grund geführt wird (der "hoppelt" dann etwas) und hilft Dir auch bei der Bisserkennung.

In krautigen Bereichen kannste auch mal einen Bachflohkrebs versuchen - ansonsten würde ich eine beschwerte Nymphe nehmen schwarz mit etwas Glitzer (hift beides etwas den Fischen das Teil im trüben Wasser zu sehen).

LG und v.a. viel Erfolg

Markus
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Markus, da hast Du mir die Worte sozusagen von der Tastatur geklaubt - wenn die Fische so springen, lohnt es sich kaum, sie anzuwerfen.

Lieber Jules, da hast Du eigentlich sehr viel richtig gemacht. Wenn Du dir Markus' Ratschläge zu Herzen nimmst, dann klappt's auch mit den Fischen.

Die frühe Saison - gerade bei so kaltem Wetter/Wasser - ist wirklich nicht so einfach. Warte mal ab, bis ein paar warme Tage kommen; dann kommt auch Bewegung in die Fische.
Meine Fangergebnisse in diesem Jahr sind auch mehr als dürftig - so what? Das kommt schon noch.

Genieß die Tage an einem schönen Gewässer und schau den Fischen beim Springen zu! Über kurz oder lang fängst du sie auch.

Dein Frank
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Ungelesener Beitrag von di_mario »

Danke für Tipps Markus, die Theorie ist echt interessant. Nur leider kann ich in meiner ersten Saison als Flifi wenig dazu sagen ;)
Bissanzeiger habe ich noch keinen gekauft. Werde ich aber wohl demnächst machen. Ansonsten versuche ich einfach all die Tipps umzusetzen.

@ Frank,

Nicht falsch verstehen, nur weil ich keine Fische fange, heisst nicht das ich kein Spass habe. Im Gegenteil. Ich finde es sehr spannend und genieße jede Minute am Wasser. Ein Biss wäre natürlich dann die Krönung :-)
Es ginge mir nur darum, was ich optimieren kann, welche Fliegen, Techniken, etc. ich anwenden kann.

LG
Jules
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

di_mario hat geschrieben:Ich finde es sehr spannend und genieße jede Minute am Wasser. Ein Biss wäre natürlich dann die Krönung :-)
Das kann ich bestens verstehen, mein Lieber!

Und ich wünsche dir von Herzen, dass die "Krönung" bald kommt. Und ich bin mir sicher: Sie wird kommen.

Pssst ... Gaaanz geheimer Tipp für ein Gewässer, wie du es beschrieben hast, nur unter uns: Ist es bei euch gerade auch ein bisschen windig, wie bei uns?
Dann probiere es mal mit einer möglichst winzigen, ganz nackten Goldkopfnymphe, die du ganz dicht am Ufer fischst und mit einem richtig heftigen "Plopp" ins Wasser schmetterst.

Derzeit vermehren sich die verschiedensten Schneckenarten heftig, und schon ein leichter Wind reicht aus, um die Jungchen (von zwei, drei Millimetern Durchmesser) von den Gräsern am Ufer ins Wasser fallen zu lassen.

Forellen finden Babyschnecken absolut unwiderstehlich. Und eine nackte Goldkopfnymphe sieht einer Babyschnecke - finden erfahrungsgemäß die Forellen (und auch die Döbel) - sehr, sehr ähnlich.

Dein Frank
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Ungelesener Beitrag von di_mario »

Ja, hier ist es sehr windig zur Zeit.
Meinst Du mit ganz nackig sowas wie hier?
http://www.inselcrew.de/themes/kategori ... referid=37

Oder noch nackiger bzw. im Czech-Nymphing style? :D
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

di_mario hat geschrieben:Oder noch nackiger? :D
Äh - ja. Außer dem Goldkopf ist eigentlich nur der Haken wichtig ...

Na ja - ein paar gelbe oder schwarz/gelbe Wicklungen sind auch ganz hilfreich. Geh mal auf die Wiese und guck ins Gras - da wirst du gewiss genug von den kleinen Schnecken sehen!

Dein Frank
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Ungelesener Beitrag von di_mario »

Maggov hat geschrieben:Ein Bissanzeiger mag Dir helfen zu erkennen dass die Nymphe am Grund geführt wird (der "hoppelt" dann etwas) und hilft Dir auch bei der Bisserkennung.
Hi Markus,

von welchen Bissanzeiger sprichst Du? Knete, Hartschaum, Wolle?
Werde mir die Tage was passendes besorgen.

LG
Jules
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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Ich verwende eigentlich nur Polypropylenwolle. Ist aber eigentlich Eintellungssache. Wenn du viel mit Goldköpfen fischst, wären aber andere vielleicht eher angebracht, die mehr Tragkraft haben...
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