Steigverhalten von Nasen

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

elias myers
Beiträge: 18
Registriert: 20.07.2008, 12:34
Wohnort: PASSAU

Ungelesener Beitrag von elias myers »

hallo zusammen,

ich bin hier neu in eurem forum und finde es klasse, was für informativ tolle beiträge von euch reingesetzt worden sind!

in meinem hausgewässer, der ranna bei wegscheid, gibt es sie noch zu hunderten! und in grösse der 60er marke!!

ich habe mir heuer wieder die jahreskarte gekauft und seit dem versuche ich verzweifelt zumindest eine an den haken zu bekommen. alle versuche mit nymphen in sämtlichen variationen schlugen feht. sogar berkley´s maden und wurmimitationen oder die algen-fliege halfen nichts. :?

vor ein paar tagen habe ich diesen beitrag von einem anderen forum bekommen:

http://flyfishing-nation.blogspot.com/2 ... ultra.html

hat denn jemand von euch schon mal erfahrungen mit so einer feinen technik sammeln können?

ich finde die foto-stories schon sehr klasse!!!

mit der nymphe stromauf konnte ich noch nicht mal einen überlisten. die beschriebene idee von "bergischerfischer" gibt mir schon wieder anstoss, nicht zu verzweifeln und alles mögliche auszuprobieren! :lol:
ich nehme an, dass du die sinkschnur dann hoch wie beim nassfliegenfischen hälst und so so wenig wie möglich den fisch an wiederstand spüren lässt?! oder ist die nymphe dann so schwer, dass sie beim anhalten der schnur immer noch am oder in grundnähe liegt und du dann immer schnur nachfütterst?!

vielleich könnte ihr mal eure techniken und erfahrungen kurz schildern.

für eure beiträge möchte ich mich schon im vorfeld bedanken.

viele grüsse aus passau,

tobias
Benutzeravatar
salmosalar
Beiträge: 460
Registriert: 28.09.2006, 11:46
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von salmosalar »

Und täglich grüsst das Murmeltier!
Benutzeravatar
maggus
Beiträge: 282
Registriert: 26.10.2006, 16:56
Wohnort: München
Danksagung erhalten: 1 Mal

Ungelesener Beitrag von maggus »

Hallo Leute,

was mich beim Lesen dieses Threads brennend interessiert ist:

"Warum nehmen die Nasenbestände z.B. im Necker, an der Sieg, vielleicht sogar im Rhein etc. zu während sie in der Isar und überhaupt in Bayern am verschwinden ist?"

Ich gebe zu das ist keine Antwort auf die Frage auf was Nasen steigen... Wenn es jemanden ausser mir interessieren sollte würde ich mich über Kommentare freuen! :-)

Gruss Markus
Forstie
Moderator
Beiträge: 945
Registriert: 30.09.2006, 04:27
Wohnort: Mosbach, Baden
Hat sich bedankt: 108 Mal
Danksagung erhalten: 125 Mal

Ungelesener Beitrag von Forstie »

Hi Markus,

nun, ich kann nur die Spekulationen weitergeben, warum sie bei uns am Neckar wieder im Kommen sind.
Durch den Bau von immer mehr Kläranlagen wird das Wasser des Neckars immer sauberer. Das hat zur Folge, dass ein Anstieg der natürlichen Nahrung der Fische stattfindet. Wir vermuten, dass sich dadurch die Nasen und Barben wieder wohler fühlen, besser abwachsen, sich besser vermehren.

Es kommt uns hier allerdings auch so vor, als wirke sich das auf die Angelei eher negativ aus.
Es ist schwieriger geworden, Fische zu fangen. So hat z.B. das Anfüttern eines Angelplatzes nicht mehr den selben Effekt wie vor 10 Jahren. Es kommt uns so vor, als hätten die Fische solch ein Angebot an natürlicher Nahrung, dass sie auf unser Futter nur noch sporadisch zurückgreifen wollen.

Warum allerdings im Gegenzug in der Isar oder in Bayern die Nasenbestände zurückgehen, kann ich Dir leider nicht beantworten. Vielleicht meldet sich aber auch noch jemand, der wirklich eine Ahnung davon hat... :wink:

Grüße,


Martin
catch'em like you see'em
Olaf Kurth
Moderator
Beiträge: 3632
Registriert: 28.09.2006, 12:32
Wohnort: Klein-Montana
Hat sich bedankt: 362 Mal
Danksagung erhalten: 341 Mal

Ungelesener Beitrag von Olaf Kurth »

Moin Markus,

warum das so ist, könnten dir vielleicht Fischereibiologen detailliert erklären, neu ist diese Phänomen allerdings nicht. In den frühen 80er Jahren habe ich dabei geholfen, wie an der Großen Nister (Nebenfluss der Sieg) Nasen elektrisch oder mit Netzen abgefischt wurden und nach Süddeutschland "exportiert" wurden. Die Fischmenge (per kg) wurde damals im Gegenzug mit Bachforellen ausgeglichen!

Die Nasen bzw. Barbenbestände in der Äschenregion der Nister waren damals besonders stark, da es an Prädatoren fehlte und die Verhältnisse der Wasserchemie stimmten. Mit dem Aufkommen der Kormorane (ab 93/94) änderte sich das aber von Jahr zu Jahr.......... :cry:
Der Bestand wurde teilweise um 75 % reduziert, wie es aktuell aussieht, müsste ich erfragen.

Warum die Nasen und Barben an wenigen Sommertagen steigen und durchaus mit der Nassfliege im Oberflächenfilm zu fangen sind, hat einen einfachen Grund: An wenigen Tagen im Hochsommer schlüpfen offensichtlich kleinste Eintagsfliegen in solchen Massen und durchbrechen die Wasseroberfläche, dass die Fische nur kurz darunter schwimmen müssen und das "Buffet" genüsslich einschlürfen brauchen. Das ansonsten untypische Fressverhalten (oberständiges Rüsselmaul, bei Nasen schärfer nach unten abgewinkelt) bemerkst du wirklich nur an diesen speziellen Tagen, dann sind es allerdings Sternstunden für Fliegenfischer!!


Gruß, Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
Tom
Beiträge: 66
Registriert: 23.12.2007, 13:40
Wohnort: Dorfen

Ungelesener Beitrag von Tom »

Hallo Markus,

es gibt hinsichtlich der Nasen zahlreiche Verdachtsmomente, dass das mittlerweile verbotene Maisspritzmittel Antrazin für das Zusammenbrechen der Bestände verantwortlich war. Wo noch Restpopulationen vorhanden sind, ist eine deutliche Erholung in den vergangenen zwei, drei Jahren festzustellen. Ich habe vor zwei Jahren etwa 20 bis 30 Nasen an ihrem Laichplatz in meinem Hausbach gezählt, vergangenes Jahr waren es schon etwa 50 bis 60 und heuer mehr als 100.
Ich weiß nicht, warum in anderen Regionen die Nasenbestände nicht oder nur geringer eingebrochen sind. Vielleicht wird dort nicht so viel Mais angebaut. Bayern ist ja immer noch stark landwirtschaftlich geprägt.

Mit freundlichen Grüßen

Tom
Benutzeravatar
maggus
Beiträge: 282
Registriert: 26.10.2006, 16:56
Wohnort: München
Danksagung erhalten: 1 Mal

Ungelesener Beitrag von maggus »

Hallo Leute,

vielen Dank für die ersten Erklärungen zum Bestand von Nasen in Necker, Sie und Bayern...

Die Erzählungen von erfahrenen Fischern in München gehen allesamt in die Richtung dass früher Nasen auch in der Isar ein Massenfisch war.... D.h. in Zeiten zu denen das Wasser sicher dreckiger bzw. belasteter war als heute.... Auch die Renaturierungsmassnahmen müssten dazu führen dass es den Nasen heute besser gefällt als früher... Ok die biologische Durchgängigkeit ist mit den vorhandenen "Fischteppen" noch nicht befriedigend gelöst denke ich... Aber das dürfte zB am Neckar auch nicht besser sein...

Die Theorie mit dem Maisspritzmittel klingt interessant... Wer weiss schon wie sensibel bestimmte Fische auf chemische Belastungen reagieren? Hormone im Wasser oder hormonaktive Substanzen (ich glaube aus Weichmachern) sollen sich ja angeblich auf das Fortpflanzungsverhalten von Fischen und AMphibien auszuwirken....

Schade dass bei besserwerdender Wasserqualität manche Fische im Bestand gefährdet sind...

so long

Gruss Markus
Benutzeravatar
mikesch
Beiträge: 119
Registriert: 28.09.2006, 13:04
Wohnort: Chiemgau
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Ungelesener Beitrag von mikesch »

Das Maisspritzmittel schädigt nicht (oder doch, Brut) die Fische, sondern die Nährtiere!
Wenig Nährtiere -> wenig Fisch.
fishing isn't a sport, it's a passion.

Gruß Michael
Tom
Beiträge: 66
Registriert: 23.12.2007, 13:40
Wohnort: Dorfen

Ungelesener Beitrag von Tom »

Hallo Mikesch!

Ich gebe Dir recht, der Einfluss auf die Nährtiere ist erwiesen, mit der Brut weiß man es noch nicht so genau. Hautpsache, dieser jahrelange Freilandversuch ist nun endgültig abgebrochen worden. Vor etwa fünf Jahren wurde meines Wissens der Einsatz von Antrazin in der Landwirtschaft verboten, allerdings mit der Option, dass die Bauern noch zwei Jahre Restbestände aufbrauchen durften.
Seither hat zumindest in der Isen, wo ich fische, sowohl der Nährtier- als auch der Brutfischbestand gewaltig zugenommen. Plötzlich gibt es wieder Schmerlen, die Zahl der Nasen nimmt erheblich zu und eine fast schon ausgestorben geglaubte heimische Bachforellenart erholt sich zusehends.
Ich bin zuversichtlich, dass sich auch anderweitig die Bestände mittelfristig nun wieder erholen. Ich freu mich riesig über diese Entwicklung.

Schöne Grüße

Tom
Benutzeravatar
Simon B.
Beiträge: 454
Registriert: 28.09.2006, 11:21
Wohnort: Ingolstadt
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 9 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Simon B. »

Hallo,
bei uns in der Donau kommt die Nase noch in guten Stückzahlen vor, Tendenz steigend. Sie sind am Abend auch oft beim Buckeln zu beobachten. Leider weiß ich nicht was sie fressen.
Gruß Simon
PeterM.
Beiträge: 70
Registriert: 04.01.2007, 21:00
Wohnort: Kärnten
Danksagung erhalten: 9 Mal

Buckelnde Nasen.... Praxistips von Profis gefragt

Ungelesener Beitrag von PeterM. »

In der Drau beiße ich mir immer noch die Zähne an denen aus. Zufallsfänge auf alles mögliche (Streamer, Nymphe) gabs schon. Aber die großen Nasen die regelmäßig in ansehlicher Stückzahl buckeln............ich krieg sie nicht an den Haken.
Wer kennt den Schlüssel zum Erfolg = Fang.

Let my line be tight

Peter
Royal Coachman
Beiträge: 2885
Registriert: 28.09.2006, 20:06
Wohnort: Oberhausen in Obb.
Hat sich bedankt: 268 Mal
Danksagung erhalten: 479 Mal

Wissen verloren gegangen!

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Freunde !

Da ist anscheinend einiges an Wissen verloren gegangen.

Nasen sind sozial strukturiert, der vordere Teil des Pulks dreht die Steine um, der hintere Teil frißt!


Wenn man das nicht berücksichtigt, fängt man gar nichts, da man die Nymphe schon wieder aus dem Wasser nimmt oder zumindest anhebt!


mfg
Royal Coachman
Der immer auf Seiten der Fische steht!
PeterM.
Beiträge: 70
Registriert: 04.01.2007, 21:00
Wohnort: Kärnten
Danksagung erhalten: 9 Mal

Ungelesener Beitrag von PeterM. »

Wurde schon gefunden...... da bereits einmal erwähnt :lol: .
Mir gehts um den Code der buckelnden :smt076 Nasen zu knacken.:smt067

Peter
Antworten