Pinn hat geschrieben:.... Für mich geht es beim Fischen ganz bestimmt nicht primär um Nahrungserwerb, sondern vielmehr um Spaß und Freude an zielgerichteter Betätigung in der Natur. Ein Drill mit passendem Gerät und anschließender Landung des Fisches ist schon ein Erfolgserlebnis an sich! Sowas negiert den Alltagsstress, der unser Leben zu leicht vergiftet.
Ich freue mich aber auch darüber, wenn mir nach langem Üben eine Präsentation der Fliege gelingt, die ich vorher nicht beherrscht habe......
Sorry Kollegen,
ich gebe Hans uneingeschränkt Recht! Der Gesetzgeber gibt uns eindeutige Vorgaben für unser Handeln: Wir haben ein Aneignungsrecht an wildlebenden Kreaturen erworben, haben die nötige Sachkenntnis dafür nachgewiesen und deswegen lässt man uns ans Wasser.
"Vorsätzliches C&R", das "Fangerlebnis an und für sich", oder "Spaß und Freude an zielgerichteter Betätigung in der Natur" - all dies sind vor dem Gesetzgeber keine ausreichenden Gründe den Fischfang mit der Fliegenrute auszuüben. Wir dürfen (wie jeder Angler) in Deutschland den Fischfang nur deshalb ausüben, weil wir dem Nahrungserwerb nachgehen. Gefangene, maßige Fische dürfen wir töten und wir sollen sie sinnvoll verwerten (darunter ist i.A. der menschliche Verzehr zu verstehen).
Aber - aus hegerischen Gründen dürfen wir sehr wohl gute Laichfische zurücksetzen, eine Entnahmepflicht besteht hierfür nicht. Eine Argumentation aus der konkreten Situation heraus, hält jedem C&R-Vorwurf Stand (auch gegenüber den zuständigen Aufsichtsbehörden).
Aber ein Fliegenfischer, der auch den 50. Fisch gehakten, maßigen Fisch wieder zurücksetzt, kann Probleme bekommen (wenn sein Handeln über einen längeren Zeitraum beobachtet und dokumentiert wird). Wir wissen alle, dass es etliche bewirtschaftete Fließgewässer gibt, wo dies problemlos möglich ist. An keiner dieser Strecken finden wir in Deutschland ein C&R-Gebot; im Gegenteil, am Wasser muss sich jeder Fischer für sein Treiben verantworten. Und über die schrecklich glitschigen Fische müssen wir uns nicht ernsthaft unterhalten - dass sie einem öfter aus der Hand rutschen, das passiert eben.
Wenn wir z.B. Kollegen im Hochsommer treffen, die sich lange und ausgiebig an der erfolgreichen Fischerei in „Kinderstuben“ austoben und einen Drill nach dem anderen hinlegen, dann sollten wir ruhig unsere ach so eherne „Moralkeule“ rausholen und losdreschen!!!
Gruß, Olaf







