Hallo liebe Forumsgemeinde!
Ob der Huchen für den Kochtopf (oder für das Trophäenbrett) zu schade ist?
Ich denke solch eine pikante Frage ist nicht allgemeingültig zu beantworten. Einerseits gibt es durchaus noch Flüsse in denen dieser Salmonide in durchaus hoher Population vorkommt und keineswegs gefährdet ist....andererseits wird es aber auch durchaus Gewässer geben, wo der "Donaulachs" einmal stark vertreten war und heutzutage fast ausgestorben ist. So etwas kann in einem recht kurzen Zeitraum geschehen, aber ebenso wieder behoben werden wenn man entsprechende fischereiwirtschaftliche und gewässerbauliche Maßnahmen durchführt. Einige sehr fachkundige (Ex-)Mitglieder, wie zum Beispiel der viel gescholtene Leo M. haben diesbezüglich sicher schon einiges produktives zu diesem Thema in der Vergangenheit beigetragen.
Meiner Meinung nach ist die Entnahme eines Huchens egal zu welchem Zweck legitim sofern einige Bedingungen erfüllt sind:
1.) der Bestand in dem betreffenden Gewässer ist gesichert
2.) das zu entnehmende Tier ist kein wertvoller Stammfisch
3.) eine Gefährdung der Art in dem Gewässer ist nicht absehbar oder nicht gegeben
4.) Mindestmaße und Schonzeiten wurden berücksichtigt
5.) eine persönlich sinnvolle Verwertung ist gewährleistet
Wenn jemand an einem unvorbelasteten Gewässer die vorgenannten Punkte berücksichtigt, sehe ich keinerlei moralischen Bedenken oder keine ökologische Bedenklichkeit!
Erinnert euch doch einmal an die Äsche! Würde ich an manchen Orten einen Fischer übel beschimpfen und "die Nase lang ziehen", wenn ich ihn bei der Entnahme einer Äsche beobachte, so ist an anderen Orten die Entnahme aufgrund guter Umweltbedingungen und fehlendem Fraßdruck durch den Kormoran durchaus nicht verwerflich und damit legitim.
Solch eine Frage kann nur von Fall zu Fall, abhängig von den Gegebenheiten beantwortet werden!!!!
Guten Rutsch wünscht
Detlef
Huchen - für den Kochtopf zu schade?
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Hallo Detlef,
Ich glaube ich verstehe was du mit deinen fünf Empfehlungen meinst!
Aber du solltest dir einmal die Frage stellen, ob man diese Empfehlenden überhaupt noch auf unser „Dichtbesiedeltes Deutschland“ übertragen kann.
Ein par Auszüge aus dem Buch „Fische- Krebse- Muscheln“
Zitat, Gefährdungsursache Huchen: Die Hauptursachen liegen im Verlust natürlicher Lebensräume, fehlende oder nicht erreichbare Laichplätze, strukturarme, hart verbaute Gewässer sind oft die traurige Realität. Schwall- und Sunkbetrieb machen vielerorts schon eine erfolgreiche Entwicklung von Ei- und Larvalstadien unmöglich!!! !!!
Zitat, Gefährdungsursache Bachforelle: Viele Bachforellenbestände werden heute nur mehr durch Besatz aufrecht erhalten, dieser Umstand verleit dazu, die dramatische Situation mancher Populationen nicht richtig einzuschätzen. Natürlich reproduzierende Bestände ursprünglicher Bachforellen sind heute meist nur mehr in kleinen, fischereilich kaum bewirtschafteten Bächen zu finden. Aber auch der Eintrag toxischer Stoffe, wie z.B. Jauche aus der Landwirtschaft, löscht immer wieder ganze natürlich reproduzierende Bestände aus!!!(z.B. die Keimzahl im Wasser erhöht sich und die Eier verpilzen!)
Zitat, Gefährdungsursache Äsche: Noch vor 30 bis 40 Jahren war die Äsche ein „Massenfisch“. Die Hauptursachen liegen im Verlust der Lebensräume, unzählige Querbauwerke verhindern Nahrungs- und Laichwanderungen und führen zur genetischen Isolation ganzer Populationen!!( Zitat Ende.)
Wenn du dir ein ungefähres Bild einer Reproduzierfähigkeit der Salmoniden in deiner Region machen willst, besorge dir aktuelle Gewässergütekarten (Saprobie) deiner Region, die Gewässergüteklassen werden farblich dargestellt. (dunkelblau, Laichgewässer für Salmoniden)
Ich glaube dass der Huchen in der Vergangenheit auch im Nördlichen Donaueinzugsgebebiet weit verbreitet war. Sich aber die Lebensbedingungen verändert haben. Die kleine Eiszeit im 16. bis 19. Jahrhundert begünstigte sicher die Verbreitung des Huchens, in vielleicht z.B. Fichtelnaab, Haidenaab, Pfreimd, Schwarzach, Vils, Schwarze Laaber, Altmühl,… .
Aber überall wo die Kraft des Wassers genutzt wurde nahmen die Fischbestände schon vor Jahrhunderten ab!!!!
Fazit, ohne Fischbesatz und das Interesse von Anglern am Fisch, wären wahrscheinlich große Flussabschnitte nahezu Fischlehr !!!
PS In einen Thema wurde schon einmal über Querbauwerke und Rechen diskutiert und es wurde die Frage gestellt, „Wenn die Rechenbreite von den KWKA-Betreibern eingehalten wird“ (wer kontrolliert das überhaupt?)“ leider hat sich zu dieser Frage niemand geäußert!!
(Ob’s stimmt weiß ich leider nicht!!!)
Aber wen’s interessiert.
http://www.wdr.de/studio/siegen/radio/t ... eil4.jhtml
PPS Die Gute Nachricht, der erste Schritt ist getan und vernünftige Lösungen sind in Sicht!!! !!!
Gruß Christian S.
Ich glaube ich verstehe was du mit deinen fünf Empfehlungen meinst!
Aber du solltest dir einmal die Frage stellen, ob man diese Empfehlenden überhaupt noch auf unser „Dichtbesiedeltes Deutschland“ übertragen kann.
Ein par Auszüge aus dem Buch „Fische- Krebse- Muscheln“
Zitat, Gefährdungsursache Huchen: Die Hauptursachen liegen im Verlust natürlicher Lebensräume, fehlende oder nicht erreichbare Laichplätze, strukturarme, hart verbaute Gewässer sind oft die traurige Realität. Schwall- und Sunkbetrieb machen vielerorts schon eine erfolgreiche Entwicklung von Ei- und Larvalstadien unmöglich!!! !!!
Zitat, Gefährdungsursache Bachforelle: Viele Bachforellenbestände werden heute nur mehr durch Besatz aufrecht erhalten, dieser Umstand verleit dazu, die dramatische Situation mancher Populationen nicht richtig einzuschätzen. Natürlich reproduzierende Bestände ursprünglicher Bachforellen sind heute meist nur mehr in kleinen, fischereilich kaum bewirtschafteten Bächen zu finden. Aber auch der Eintrag toxischer Stoffe, wie z.B. Jauche aus der Landwirtschaft, löscht immer wieder ganze natürlich reproduzierende Bestände aus!!!(z.B. die Keimzahl im Wasser erhöht sich und die Eier verpilzen!)
Zitat, Gefährdungsursache Äsche: Noch vor 30 bis 40 Jahren war die Äsche ein „Massenfisch“. Die Hauptursachen liegen im Verlust der Lebensräume, unzählige Querbauwerke verhindern Nahrungs- und Laichwanderungen und führen zur genetischen Isolation ganzer Populationen!!( Zitat Ende.)
Wenn du dir ein ungefähres Bild einer Reproduzierfähigkeit der Salmoniden in deiner Region machen willst, besorge dir aktuelle Gewässergütekarten (Saprobie) deiner Region, die Gewässergüteklassen werden farblich dargestellt. (dunkelblau, Laichgewässer für Salmoniden)
Ich glaube dass der Huchen in der Vergangenheit auch im Nördlichen Donaueinzugsgebebiet weit verbreitet war. Sich aber die Lebensbedingungen verändert haben. Die kleine Eiszeit im 16. bis 19. Jahrhundert begünstigte sicher die Verbreitung des Huchens, in vielleicht z.B. Fichtelnaab, Haidenaab, Pfreimd, Schwarzach, Vils, Schwarze Laaber, Altmühl,… .
Aber überall wo die Kraft des Wassers genutzt wurde nahmen die Fischbestände schon vor Jahrhunderten ab!!!!
Fazit, ohne Fischbesatz und das Interesse von Anglern am Fisch, wären wahrscheinlich große Flussabschnitte nahezu Fischlehr !!!
PS In einen Thema wurde schon einmal über Querbauwerke und Rechen diskutiert und es wurde die Frage gestellt, „Wenn die Rechenbreite von den KWKA-Betreibern eingehalten wird“ (wer kontrolliert das überhaupt?)“ leider hat sich zu dieser Frage niemand geäußert!!
(Ob’s stimmt weiß ich leider nicht!!!)
Aber wen’s interessiert.
http://www.wdr.de/studio/siegen/radio/t ... eil4.jhtml
PPS Die Gute Nachricht, der erste Schritt ist getan und vernünftige Lösungen sind in Sicht!!! !!!
Gruß Christian S.
- Gammarus roeseli
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Hallo Robert,
optimistisch stimmt mich schon mal gar nichts!
Die gute Nachricht, einige die den „Link“ (Alles Öko oder was? Wasserkraft: Womit man Fische ausrottet) gelesen haben machen sich scheinbar doch Gedanken, und kommen von dem weit verbreiteten Trugschluss ab, Wasserkraft sei Umweltfreundlich.
Vielleicht informiert der eine oder andere seine Mitmenschen über die negativen Auswirkungen der Laufkraftwerke und Kleinwasserkraftanlagen.
Ich glaube umso mehr Menschen auch die negativen Seiten der Wasserkraft kennen, umso weniger werden Wasserkraftanlagen befürwortet und umso schneller wird nach Lösungen gesucht.
Aber zurzeit sieht es noch so aus „man sieht es nicht man hört es nicht“ und Umweltschutz hört an der Wasseroberfläche auf!!
PS: Versuche scheint es ja zu geben: http://www.iglahn.de/artenschutz/html/wasserkraft.html Ob die Fische wirklich in den Schöpftaschen bleiben???
Ob es wirklich stimmt das kein Leistungsverlust bei der Turbine entsteht???
Im Link, Alles Öko oder was? (Wasserkraft: Womit man Fische ausrottet.) stand das mit den Verlusten laut „Linneborn“ etwas anders!! ??
Gruß Christian S.
optimistisch stimmt mich schon mal gar nichts!
Die gute Nachricht, einige die den „Link“ (Alles Öko oder was? Wasserkraft: Womit man Fische ausrottet) gelesen haben machen sich scheinbar doch Gedanken, und kommen von dem weit verbreiteten Trugschluss ab, Wasserkraft sei Umweltfreundlich.
Vielleicht informiert der eine oder andere seine Mitmenschen über die negativen Auswirkungen der Laufkraftwerke und Kleinwasserkraftanlagen.
Ich glaube umso mehr Menschen auch die negativen Seiten der Wasserkraft kennen, umso weniger werden Wasserkraftanlagen befürwortet und umso schneller wird nach Lösungen gesucht.
Aber zurzeit sieht es noch so aus „man sieht es nicht man hört es nicht“ und Umweltschutz hört an der Wasseroberfläche auf!!
PS: Versuche scheint es ja zu geben: http://www.iglahn.de/artenschutz/html/wasserkraft.html Ob die Fische wirklich in den Schöpftaschen bleiben???
Ob es wirklich stimmt das kein Leistungsverlust bei der Turbine entsteht???
Im Link, Alles Öko oder was? (Wasserkraft: Womit man Fische ausrottet.) stand das mit den Verlusten laut „Linneborn“ etwas anders!! ??
Gruß Christian S.
-
Olaf Kurth
- Moderator
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- Registriert: 28.09.2006, 12:32
- Wohnort: Klein-Montana
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Hallo Christian,
durch die 2,5mm starken V4A-Drähte in Siebtechnik und das Rechenband mit der Maschenweite von 15 x 8 mm geht das Wasser wirklich ohne Druckverluste durch (lässt sich ausrechnen). Es entstehen keine Leistungsverluste für die Turbinen.
Soweit ich mich erinnere, entstanden die Häckselbilder 1994/95 an der Wasserkraftanlage in Diez und sorgten in den Medien für einigen Rummel. Damals musste unser Kollege Winfried Klein (Vorsitzender der IG-Lahn) seine Position auch vor Gericht verteidigen. In Hessen laufen derzeit Angler und Naturschützer Sturm, wenn (nach der Wahl) neue Wasserkraftwerke die Lahn und ihre Nebengewässer weiter zerstückeln sollten. Greenpeace plant derzeit z.B. eine große Wasserkraftanlage in Bremen-Hemelingen am Weserwehr und hat schon mal vorsorglich einen eigenen Anti-Wasserkraftbericht aus dem Netz genommen. Die ganze Geschichte kannst du hier unter Artenschutz nachlesen: www.fsv-oberlahn.de (den "Wasserkraft ist Tierquälerei-Aufkleber" sollte jeder am Auto haben!)
Gruß, Olaf
PS: Klasse Link über die Fischschäden aus dem WDR-Archiv
durch die 2,5mm starken V4A-Drähte in Siebtechnik und das Rechenband mit der Maschenweite von 15 x 8 mm geht das Wasser wirklich ohne Druckverluste durch (lässt sich ausrechnen). Es entstehen keine Leistungsverluste für die Turbinen.
Soweit ich mich erinnere, entstanden die Häckselbilder 1994/95 an der Wasserkraftanlage in Diez und sorgten in den Medien für einigen Rummel. Damals musste unser Kollege Winfried Klein (Vorsitzender der IG-Lahn) seine Position auch vor Gericht verteidigen. In Hessen laufen derzeit Angler und Naturschützer Sturm, wenn (nach der Wahl) neue Wasserkraftwerke die Lahn und ihre Nebengewässer weiter zerstückeln sollten. Greenpeace plant derzeit z.B. eine große Wasserkraftanlage in Bremen-Hemelingen am Weserwehr und hat schon mal vorsorglich einen eigenen Anti-Wasserkraftbericht aus dem Netz genommen. Die ganze Geschichte kannst du hier unter Artenschutz nachlesen: www.fsv-oberlahn.de (den "Wasserkraft ist Tierquälerei-Aufkleber" sollte jeder am Auto haben!)
Gruß, Olaf
PS: Klasse Link über die Fischschäden aus dem WDR-Archiv
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."






