AV Ilmtal-Fliegenfischer e.V. Bad Berka, Februar 2024, Presse/Jahresbericht: 
Ilmtal-Fliegenfischer: Rückblick auf das Jahr 2023
Januar: Der frostige Winter zaubert glitzernde Mini-Skulpturen in Bach & Fluss
Am winterlichen Fluss haben Sturm, Hochwasser und ... 
... Biber wieder ganze Arbeit bei der "Neugestaltung" des Flussbettes geleistet ... 
BAD BERKA (MM): Endlich wieder ein "normales" Vereinsjahr, in denen alle traditionellen Vereins- und Verbandsveranstaltungen wieder stattfinden und die Vereinskultur- und Geselligkeit nach den Corona Beschränkungen wieder aufleben konnten. Neben unserer üblichen Jahreshauptversammlung am Anfang des Jahres konnten wir uns auch wieder bei der großen Kinder- und Jugendveranstaltung des Dachverbandes LAVT quer durch alle Angelarten im Atrium der Erfurter Stadtwerke einbringen. Auch die große Frühjahrs-Müllsammelaktion gemeinsam mit Stadt Bad Berka, unser traditionelles "1.Mai-Essen im Grünen", sowie weitere Veranstaltungen wie z.B. die würdige Begehung unseres 30jährigen Vereinsjubiläums konnten nach Plan stattfinden. 
Am und im Gewässer waren zudem genug Arbeiten zu erledigen. Die 16 Mitglieder des Vereins leisteten 2023 an den beiden Pachtgewässern des Vereins Ilm und Schwarza wieder eine ordentliche Stundenzahl an ehrenamtlicher und gemeinnütziger Arbeit. Zu tun gab es auch 2023 wieder Einiges, z.B. Fischbesatzmaßnahmen sowie Gewässer-, Uferpflege- und Aufräumarbeiten - und leider immer und immer wieder: den Müll und Abfall -sprich diverse Hinterlassenschaften- von anderen Mitbürgern einsammeln!
Einige Eindrücke von der wie immer gut besuchten und bestens organisierten Kinder- und Jugendveranstaltung des Dachverbandes LAVT quer durch alle Angelarten im Atrium der Erfurter Stadtwerke im Februar. Hier: kurze Eröffnungsansprache, dann kann's losgehen ...
Der Fliegenbinden- und Filmbereich ist angesagt
Gelebtes Fliegenfischen :-)
Mit Hansi macht das Fliegenbinden immer Spaß :-)  ...
... mit Holger, Andreas und anderen natürlich auch ....
... und mit Stefan erst recht!
Fliegenwerfen will geübt sein, hier hilft der Olaf weiter
In der geräumigen Halle sind heute alle Angelarten vertreten
Und am Ende gibt es aus den ganzen kleinen Wettbewerben über den Tag auch Sachpreise und Pokale für die Kids zu Gewinnen!
Fliegenfischen ist bekanntlich viel mehr, als nur Fische fangen. Bereits bei seiner Gründung vor nun 30 Jahren hat sich der Verein den Aufbau und die Erhaltung eines für die Ilm arttypischen, heimischen Fischbestandes zur Hauptaufgabe gemacht. Hierzu gehören neben dem regelmäßigen Besatz von Ilm und Schwarza mit Bachforelleneiern und -Brut sowie mit Jung-Äschen und Kleinfischen anderer Arten auch diverse Pflege- und Aufräumarbeiten am Ufer und im Gewässer. Der Hegeauftrag kann heutzutage nur noch ansatzweise erfüllt werden, da Verschmutzung und Bauarbeiten im Gewässer, immer länger anhaltende Trockenperioden im Sommer, raubende Kormorantrupps im Winter und andere ungünstig wirkende Faktoren (die ständig zunehmen!) die Arbeit wieder zunichte machen.
Wie in jedem Jahr führte unser Verein gemeinsam mit der Stadt Bad Berka auch wieder einen Frühjahrsputz & Müllsammeleinsatz durch, der leider auch jedes Jahr NOTWENDIG ist! Die Lokalpresse berichtete auch, hier gehts zum vollständigen Artikel: https://www.tlz.de/regionen/weimar/article238001463/Weimarer-Land-Fruehjahrsputzer-in-Bad-Berka-sehen-viel-Schwarz.html

Wir starteten die 2023er Fliegenfischen Saison aufgrund des kühlen Aprils mit hohen Wasserständen einen Monat später als sonst, also erst am 1.Mai, bei immer noch recht hohem, kaltem Wasser ...
Es sind einige schöne Bachforellen im Fluss. Diese hier hat einen "Reiherstich" auf dem Kopf :-(
Traditionell begehen wir den 1.Mai gemeinsam mit unseren Lieben beim "Essen im Grünen", mit Angrillen direkt am Ilmufer, bei herrlichem Wetter...



Es ist nun überall schön grün und wild am Wasser ...
Ab Ende Mai erscheinen die Maifliegen und eine kurze spannende Zeit am Wasser beginnt...
... eine schöne Trockenfliegen-Fischerei, die auch immer mal wieder solche Kaliber zum Steigen brachte
In den Wintertagen der ersten Monate des Jahres 2023 wurde das Ilmtal wie in dieser Jahreszeit üblich von durchziehenden, hungrigen Kormoranen heimgesucht und die Fischbestände weiter geschädigt. Wenige dieser effizienten Fischjäger über einige Winterwochen auf täglicher Fischjagd im kleinen Fluss (wo sie normaler Weise nicht vorkommen sollten) reichen bereits aus, um den Fischbestand so schwerwiegend zu schädigen, dass eine natürliche Reproduktion kaum noch stattfinden kann. Gerade die inzwischen europaweit allein durch Kormorane von Aussterben bedrohte Äsche kann sich als Freiwasserfisch vor den permanenten Angriffen nicht verstecken und wird so eine leichte Beute. Wir können nur jedes Jahr erneut den Finger in die Wunde legen und dringend anmahnen, dass für dieses Problem endlich eine europaweit geregelte Lösung gefunden wird, ansonsten sehen wir im wahrsten Sinne des Wortes Schwarz für die Fischbestände. Nicht vergessen werden sollte an dieser Stelle, dass es ohne das stetige Bemühen von Vereinen wie unseren, welches viel Zeit und Geld kostet, heute wohl keine nennenswerten Fischbestände mehr in unseren Flüssen und Seen gäbe, auch nicht die "bedrohten bzw. gefährdeten Arten"!
Wildnis pur an der Ilm...

Seit wenigen Jahren hat sich noch ein weiterer effektiver Fischjäger "hinzugesellt": unsere Wildkamera-Auswertungen belegen das Vorkommen von Fischottern am Fluss (neben Mink und Nerz!). Auch diese Tiere waren jahrhundertelang aus thüringischen Gewässern verschwunden und tauchen plötzlich (ebenso wie die Biber) überall an unseren Flüssen auf. 

Ob uns das gefällt oder nicht: beide Arten sind streng geschützt und wir müssen uns mit der neuen Situation abfinden und die Hegemaßnahmen bzw. unser generelles zukünftiges Bewirtschaftungskonzept entsprechend anpassen. Das bedeutet aber auch einen weiteren stetigen und erheblichen Fischbestandsrückgang durch Otter, denn die geschickten Jäger bekommen jeden Fisch den sie wollen und wir werden die Tiere nicht mit zusätzlichen Besatzmaßnahmen am Platz halten! 

Und ob den Tierfreunden das gefällt oder nicht: beide Arten sind Schädlinge an unseren Gewässern: jeder gefällte Uferbaum ist ein Verlust und jeder gefressene Fisch (auch solche die auf der "Roten Liste" stehen) wie auch jede leer gefressene Gewässerstrecke ist ein Rückschlag im Artenschutz und für Gewässerbewirtschafter wie uns, die sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich um den Aufbau und Erhalt eines stabilen Fischbestandes bemühen

Im Übrigen haben unsere Untersuchungen an den Tümpeln, Gräben und Seitenarmen im Umfeld der Ilmufer ergeben, dass dort keinerlei Frösche und Kröten sowie deren Laichprodukte und Nachwuchs mehr vorhanden sind. Noch 2021 herrschte dort im Frühling Hochbetrieb! Bekanntlich fressen Otter auch sehr gerne Amphibien!

Schnappschuss der Wildkamera am Fluss
Ein lauer Sommerabend am Fluss, im letzten Licht der untergehenden Sonne
Und schon ist es wieder September... mit Gastfischer Martin am Wasser. Der Fluss ist nach Regenfällen etwas "angestaubt", aber es geht trotzdem etwas...
In den vergangenen Jahren hatte die sommerliche Wasserknappheit für die Ilm und ihre Bewohner oftmals negative Auswirkungen für die Fische wie auch Wassersekten und Kleintiere als deren Nahrungsgrundlage. Nachdem es das Ilmtal 2022 erneut hart getroffen hatte und die Trockenzeit mit 4 Monaten so lang und intensiv war, wie kaum jemals erlebt, kamen wir 2023 ohne lange Trockenperiode über den Sommer und hatten im Jahresverlauf meist gute Wasserstände. Ab November pegelten sich diese dann auf hohem bis sehr hohem Niveau ein, was auch jetzt im Februar, wo ich diese Zeilen schreibe, immer noch anhält. Es kann nur gut sein!
Im Herbst hatten wir eine kurze aber schöne Zeit, um nochmal auf Äsche zu gehen ...
... bevor der Wasserstand im Dauerregen ab November wieder stieg

Wer mit offenen Augen an der Ilm spazieren geht, vielleicht auch einmal abseits der Wege, dem sind die frischen und sehr häufig zu entdeckenden Baumfäll-Spuren der Biber sicher nicht entgangen. Wie auch immer sich diese Tiere so rasch an so vielen Flussbereichen ausbreiten konnten, sei einmal dahin gestellt: wir haben grundsätzlich nichts gegen sie, sind sie doch eine Bereicherung der Natur intakter Flusstäler. Warnend und wiederholt (da bisher völlig ohne jegliche Reaktion) müssen wir jedoch an die zuständigen Behörden appellieren: wenn Biber weiterhin und inzwischen fast flächendeckend am Gewässer eine größere Anzahl an Bäumen schädigen und fällen, die 20, 30 oder mehr Jahre zum Nachwachsen benötigen, ist (nicht nur) der Ufer- und Hochwasserschutz ernsthaft in Gefahr. Das kann so nicht gewünscht sein, oder? Augen zu und durch ist hier keine Lösung. Sehr gerne nehmen wir Vertreter der zuständigen Behörden mit ans Gewässer und zeigen ihnen die dokumentierten Biberschäden. Auch s.g. Baumschützer dürfen sich sehr gerne bei uns melden, denn nicht nur in Städten gibt es schutzbedürftige Bäume!
Leider bekommen die alten Uferbäume an der Ilm auch noch weitere Probleme: durch die zunehmenden sommerlichen, ausgedehnten Trockenperioden leiden sie sowieso schon erheblich unter der Hitze. Dazu kommt die fehlende Wasserversorgung und austrockende Uferkanten & Wurzeln. Also verlieren die Bäume, zusätzlich geschädigt von Pilzbefall ihren Halt, sie sterben ab und stürzen in den Fluss.
Einer der Höhepunkte des Vereinslebens 2023 war ganz sicher die Begehung unseres 30jährigen Vereinsjubiläums in geselliger Runde und gemeinsam mit unseren Lieben, auf deren Unterstützung wir all die Jahre zählen konnten!
Zwischen lecker Essen und Trinken lief unser Vereinsfilm, zusammengestellt aus Fotos und Filmen aus den vergangenen Jahrzehnten...
Hierbei kamen schöne, nachdenkliche, lustige und auch arbeitssame Erinnerungen wieder hoch ... 
Unser Dieter, möge er in Frieden ruhen
Gruppenfoto mit neuem Shirt :-) Leider fehlen einige ...
Mitglieder des Vereins nehmen interessierte Bürger auch gerne einmal mit ans Wasser und zeigen, worauf es beim Fliegenfischen ankommt. Wer Kontakt mit dem Verein aufnehmen möchte, erreicht ihn unter 036458-31003 (Herr Müller). 

Einen Auszug aus der Vereinschronik und eine riesige Sammlung an aktuellen Themen und Informationen über das Fliegenfischen finden Sie im Internet unter: fliegenfischer-forum.de

Allzeit Petri Heil wünscht Euch
Michael Müller, 1.Vorsitzender des IFFV
 
 
 

Gegen Ende des Jahres ging der Pegelstand der Ilm noch einmal sehr in die Höhe ....


... ein schlimmeres Hochwasser blieb zum Glück jedoch aus. Nach ein paar Stunden auf Straße und Wiesen sank der Pegel wieder.
Tipp: Ein empfehlenswerter Ilm-Fotoreport aus 2023:

Heimat Deutschland: 
An Ilm & Saale in Thüringen - Das Angeljahr 2023 im Ilmtal
150 stimmungsvolle Bilder von Michael Müller



Ein Beitrag von Michael Müller für www.fliegenfischer-forum.de - © Februar 2024. Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

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