Gerätebesprechung - Fliegenrollen:
HOTFLY VIPER #3/4
Für die Saison 2025 schickt Vollsortimenter 1000fliegen- Tackle gleich drei neue, sehr ansprechende HOTFLY Fliegenrollen ins Rennen, die den ohnehin schon gut bestückten HOTFLY Fliegenrollen- Pool wunderbar abrunden: LITECRAFT, VIPER und BEAST. Begonnen haben wir die Testreihe mit der Litecraft. Heute folgt als zweiter Test die VIPER.
Die Hotfly VIPER Fliegenrolle ist für all jene perfekt, die eine zuverlässige Large Arbor Rolle für die Forellen- und Äschenfischerei zu einem absolut fairen Preis möchten und denen hierbei auch die "Open Frame" Bauweise völlig ausreicht. Dennoch muss man bei der VIPER nicht auf coole Optik, moderne Technik, durchdachtes Design und präzise Fertigung bei geringem Gewicht verzichten. Auch eine sehr starke Scheibenbremse wurde dieser Rolle spendiert. Weitere Highlights der VIPER, welche aus einem Stück hochwertigem 6061-T6 Aluminium präzise CNC-gefräst wurde, sind neben dem offenen Rollenrahmen und der hübschen Orange/Black Farbkombi u.a. die schnelle Spulenwechsel-Möglichkeit, das leistungsstarke Carbon-Bremssystem mit fein dosierbarer, gleichmäßiger Bremskraft – auch bei hohen Belastungen, der extra große Bremsknopf für präzise Einstellung, ein dezentes Klickgeräusch beim Abziehen und die Large-Arbor-Spule für die schnelle Schnuraufnahme bei geringerem Memory-Effekt.
Verfügbare Modelle:
- Hotfly VIPER #3/4 (WF 4 + 50 m Backing (20 lbs), Preis: 169,00€)
- Hotfly VIPER #5/6 (WF 6 + 100 m backing (20 lbs), Preis: 179,00€)
- Ersatzspulen: ja, für 84,00€ bzw. 89,00€
Alle VIPER Rollen und E-Spulen kommen inkl. Karton und schwarzem Rollenbeutel.
Technische Daten (u.a. eigene Messungen, Testmodell #3/4):
Rollenart: Open Frame Großkernfliegenrolle, präzise CNC-gefertigt aus 6061-6 Aluminium
Schnellwechsel-Spule (mit arretierter Schraubkappe auf Spulenfront) 
Farbe: Schwarzer Rollenrahmen aus eloxiertem Aluminium + metallic-orangefarbene Spule
Gewicht: 132 Gramm, Spule allein: 52 Gramm
Rollendurchmesser: 83 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel/Bremsrad): 34 (70) mm
Spuleninnenbreite: 25 mm
Max. Spulentiefe (nutzbar): 16 (14) mm
Spulenkerndurchmesser: 51 mm
Schnuraufnahme bei einer ganzen Umdrehung mit voller Spule: 23 cm
Schnurfassung: WF4 + mindestens 50m 20lbs Backing
Bremse: fein einstellbares, gleichmäßig wirkendes Carbon-Bremssystem
Lieferumfang: im Karton, mit Rollenbeutel, Faltblatt mit Bauteileplan
Garantie: 2 Jahre
Seriennummer: nein 
Preise: (Stand Frühjahr 2026): siehe oben
Beschreibung und Praxistest: Gefertigt wird die Viper aus einem Block hochwertigen 6061T6 Aluminium, mittels hochpräziser CNC-Frästechnik. Dieses Verfahren garantiert exakte Passungen, saubere Übergänge und eine beeindruckend stabile Gehäusestruktur – bei gleichzeitig minimalem Gewicht.
Die reflexions-reduzierte Rollenoberfläche kommt in einer coolen Farbkombi: der schwarze Rollenrahmen aus eloxiertem Aluminium trägt die metallic-orangefarbene Spule. 
Wie oben schon erwähnt hat die VIPER eine offene Rahmenkonstruktion. Der Spulenboden und die Spulenseiten wurden maximal ventiliert, haben also ein weitgehend offenes Raster, was neben der Gewichtseinsparung für eine optimale Schnurbelüftung & Trocknung sorgt. Auch der Spulenkern ist bis auf drei feine Doppelspeichen im Turbinenrad-Design offen gehalten. Im Zentrum der bis auf eine eine V-förmige Anordnung zwei schmaler Stege ebenfalls offenen Gehäuserückseite befindet sich ein griffiger Bremseinstellknopf, der reichlich groß und gut zu bedienen ist und der hohlgefräst sowie für besseren Grip geriffelt wurde. Mit seiner leicht versenkten Bauweise bietet er Schnur und Vorfach nicht die Möglichkeit, ungewollt dort eingeklemmt zu werden. Die Spule läuft auf ihrem Achssystem sauber und rund im offenen Rollenrahmen. Die gehäuseseitige Platzausnutzung ist gut.
Am Gehäuse befinden sich seitlich zwei Stege: hinten ein breiterer Steg für den zweifach von außen angeschraubten Rollenfuß und vorne mittig ein schmaler Steg. Die Gefahr eines ungewollten Durchrutschens von Schnur oder Vorfach zwischen Rollenrahmen und Spule wird durch ein tiefes Hereingreifen der Stege in die Spulennut minimiert bzw. unterbunden.
Der Rollenfuß wurde recht nah am Rollenkörper positioniert und auf seiner Innenseite wurden die beiden Schraubenköpfe unter einer Metallplatte verborgen.
Auf der Spulenvorderseite finden wir mittig die Schraubkappe (mit Schlangenkopf-Logo) für den schnellen Spulenwechsel, die löblicher Weise nicht störend heraussteht, außerdem am Rand eine recht große, schwarze und griffig geformte Kunststoffkurbel, die präzise und ohne störendes Spiel arbeitet. Ein rundes Kontergewicht wurde auf der gegenüber liegenden Spulenseite angebracht. Kurbel und Kontergewicht wurden von Innen verschraubt. Die Schraubkappe bleibt auch im gelockerten Zustand arretiert, sie kann also nicht aus Versehen verloren gehen beim Spulenwechsel etc..
Unser Testmodell zeigt einen sehr sauberen und völlig vibrationsfreien Rundlauf, egal bei welchen Drehzahlen. Jegliches Spiel der Spule auf der Achse oder andere störende Toleranzen sind bei Null, alle Zwischenräume und Abstände wurden gering gehalten, störende scharfe Ecken und Kanten sind an der gesamten Rolle nicht zu Finden. Die am Rollenfuß gehaltene (Leer-)Rolle ist nahezu 100%ig ausbalanciert, jedoch mit einer leichten Neigung zur Kurbelseite hin.
Die HOTFLY VIPER arbeitet beim Schnureinholen völlig lautlos und widerstands-&klickerfrei, nur bei Schnurabzug ertönt ein dezenter Klicker. Die Rolle besitzt deshalb keine "Vorlaufhemmung". Beim Schnurabziehen wirkt die fein einstellbare Bremskraft. Im Inneren der Rolle befindet sich ein sehr starkes, fein einstellbares, gleichmäßig wirkendes Carbon-Scheibenbremssystem, deren Innenleben durch eine passgenau sitzende Abdeckung gut vor eindringenden Sand und Schmutz geschützt ist. In rd. 1 3/4 Komplettumdrehungen des griffigen und durch seine Form leicht bedienbaren Bremseinstellrades (28 mm Durchmesser) und 46 kleinen Klicks lässt sie sich fein von "Null" bis "extra stark" regulierbaren.
Unser Bremsen-Testwert (maximales Abzugsgewicht in Kilogramm bei vollständig geschlossener Bremse und gefüllter Spule) ergibt beim 3/4 Modell Werte bis um (bemerkenswerte!!) 5 kg, was enorm stark ist und für diese Rollenart und Schnurklasse(n) für die Praxis natürlich ein Vielfaches mehr ist, als jemals benötigt wird.
Die Bremse lässt sich in allen Einstellungen fein und zuverlässig regulieren und ermöglicht jederzeit ein ruckfreies Anlaufen der Spule. Das Bremseinstallrad wird zwischen seinen Min- und Max-Einstellungen rd. 1,7mm Richtung Gehäuse versenkt, was jedoch kein Problem darstellt.
Da es Innen und schon grundsätzlich leicht versenkt eingesetzt wurde, gibt es hier auch keinen Spalt fürs lästige Schnurfangen zwischen Rädchen und Gehäuse. Im Test waren weder im nassen Zustand, noch bei unseren Belastungstests irgendwelche Schwächen des Bremssystems festzustellen. Der breite, offen laufende Spulenrand ermöglicht zudem eine sanfte Handbremsung, falls jemand dies bevorzugt.
Das Abnehmen und Wechseln der Spule funktioniert bei der HOTFLY VIPER rasch und einfach: hier wird nur die Schraubkappe auf der Spulenvorderseite gelöst und schon lässt sich die Spule herausnehmen. Die Schraubkappe bleibt auch im gelockerten Zustand arretiert, sie kann also nicht aus Versehen verloren gehen. Die Schraubkappe steht in löblicher Weise nicht heraus (so kann man sich auch nicht z.B. beim Kurbeln mit den Fingern daran stoßen). Die Rolle ist von Links- auf Rechtshandbetrieb oder andersherum umbaubar (Lager umdrehen). Alle Anbauteile und Lager sind solide und aus Metall, lediglich beim Hauptlager wurde auf das in dieser Rollenpreisklasse vielfach eingesetzte und bewährte Kunststoff/Stahl Kombinationslager zurück gegriffen.
Die Großkern-Bauweise der VIPER ermöglicht ein rasches Abgeben und Einholen der Fliegenschnur unter weitgehend konstant bleibender Bremswirkung und reduziert in nützlicher Weise den Memory-Effekt. Das Schnurfassungsvermögen ist sehr gut. Im Test passten auf die #3/4 neben einer WF4F auch noch rund 80 Meter herkömmliches 20lbs Backing problemlos auf die Spule, dennoch waren noch Platzreserven vorhanden. Vom Größen- und Gewichtsverhältnis passt die Rolle sehr gut zu Fliegenruten der angegebenen Schnurklassen.
Fazit: Mit der Hotfly VIPER erhält man eine durchdacht konstruierte, leichte und formschöne Fliegenrolle mit verlässlicher Technik, präziser Verarbeitung, geringem Gewicht, gutem Handling, einem coolen Look -und nicht zuletzt- mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis! Die beiden Modellgrößen eignen sich perfekt für alle Arten des klassischen Fliegenfischens in den Schnurklassen von 2 bis 6. Von Anfang an verfügbare, bezahlbare Ersatzspulen erweitern den Spielraum zudem vorteilhaft.
Bezug: Exklusiv bei 1000fliegen.de


Testbericht und Fotos ©:www.fliegenfischer-forum.de - April 2026
Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

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