John Brown, Her Majesty`s beloved Friend and Servant
Verfasst: 09.02.2018, 16:58
Hallo Leute,
damit wir mal wieder auf etwas andere Gedanken kommen erzähle ich an dieser Stelle mal eine Geschichte.
Wenn jemand ähnliche Geschichten kennt, möge er sie mit uns teilen ...
John Brown wurde geboren am 8. Dezember 1826 in dem kleinen schottischen Ort Crathie nahe Balmoral
Castle. 1842 trat er als "Ponyjunge" in die Dienste des damaligen Besitzer des Castle. Der Ponyjunge war zuständig
für die Betreuung der Jagdponys, auf deren Rücken damals die erlegten Hirsche aus den Bergen getragen wurden.
Diese Position galt allgemein als Vorstufe zu einer Ausbildung als Ghillie, als Jagd- und Fischereigehilfe.
Im Jahre 1848 unternahm die junge Königin Viktoria mit ihrem Ehemann Albert von Sachsen-Coburg und Gotha
eine Reise in die Highlands. Sie mieteten das Balmoral Estate als Urlaubsdomizil. Beide verliebten sich sofort
in die schöne Gegend am River Dee, Albert sah Ähnlichkeiten mit seiner Thüringischen Heimat, sofort bemühten sie
sich um den Erwerb des Anwesens. Durch eine größere Erbschaft standen die nötigen Finanzmittel zur Verfügung
und 1851 ging Balmoral in das Privateigentum der Königsfamilie über.
Zu diesem Zeitpunkt hatte John Brown seine Ponyjungenzeit längst hinter sich gelassen und diente als Ghillie auf
Balmoral. Das Königspaar wurde aufmerksam auf den großen, gutaussehenden jungen Mann und bald wurde er der
bevorzugte Jagdbegleiter des Prinzen.
Die Königin unternahm gerne mehrtägige Kutschenausflüge und weil er so gut mit Pferden umgehen konnte wurde
John Brown auch bei diesen Unternehmungen bald unentbehrlich.
Auf diesen Reisen ging es wohl recht lustig zu, eines Tages notierte die Königin in ihrem Tagebuch: "Brown und der
andere Diener waren so betrunken, dass sie das Abendessen nicht mehr servieren konnten .."
Solche Eskapaden taten der Wertschätzung jedoch keinen Abbruch, John Brown wurde zum Head Stalker, dem Chef des
gesamten Jagd- und Fischereipersonals befördert.
Die Idylle endete abrupt als Prinz Albert im Dezember 1861 völlig unerwartet im Alter von 42 Jahren verstarb.
Die Königin war außer sich vor Schmerz und Trauer, sie erkärte Balmoral niemals wiedersehen zu wollen, alles
seien Erinnerungen an eine Zeit, die niemals wiederkäme.
Ihre nächsten Sommerferien verbrachte Victoria auf der Isle of Wight, wo sie mit Osborne House ebenfalls ein Landhaus besaß.
Im Jahr darauf reiste sie wieder zur Insel Wight, um dort einen einsamen Witwensommer zu verbringen.
Da beschloss ihre Tochter Viki, dass es so nicht weitergehen könne.
Sie schickte das Lieblingspony ihrer Mutter aus Balmoral, einen kleinen Wagen und als Kutscher John Brown zu einem
Überraschungsbesuch auf die Insel .
Diese Maßnahme war ein voller Erfolg, im nächsten Jahr reiste die Königin wieder nach Balmoral, beim "Ghillies Ball", dem
großen Fest zum Ende der Jagd- und Fischereisaison hatte sie früher mit Prinz Albert den Tanz eröffnet, jetzt tanzte sie mit John Brown.
John Brown war verantwortlich für das gesamte Jagd- und Fischereiwesen, die Gäste ihrer Majesttät waren allgemein zufrieden mit
seiner Arbeit, wiesen aber auch auf schlechte Eigenarten hin. Währen die Gäste noch am Frühstückstisch saßen, pflegte er schon
einmal die Lachsbeats durchzufischen. Er konnte sich ziemlich viel erlauben bei seiner oft als herrisch und jähzornig charakterisierten
Königin. Er betrat ihr Zimmer ohne anzuklopfen, sprach sie in der Öffentlichkeit mit "woman" an und kritisierte ihre Garderobenwahl
wenn sie ihm nicht gefiel.
Sein Glück endete, als die Königin beschloss, ihren Highlander ganz für sich haben zu wollen. Sie ernannte ihn zu ihrem persönlichen
Diener, damit er jederzeit zur Verfügung stehe erhielt er ein Schlafzimmer neben dem der Queen.
Vom Head Stalker zum Kammerdiener, das war schon eine grobe Degradierung, auch wenn es sicher nicht so gemeint war.
Die Königin überschüttete Brown mit Gunstbeweisen, schenkte ihm sogar ein schönes Haus auf Balmoral, falls er einmal heiraten
möchte oder für seine alten Tage.
John Brown aber musste Balmoral verlassen und sich dem höfischen Protokoll in London unterwerfen, was ihm tief zuwider war.
Darüber hinaus musste er eine Menge Häme und Spott ertragen.
Er diente weiter treu seiner Königin, sein Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch in dem Maße, in dem der Whiskykonsum
stieg.
John Brown verstarb am 27.März 1883 auf Windsor Castle. Er wurde auf dem alten Friedhof in Crathie begraben.
Gruß,
Heiner
damit wir mal wieder auf etwas andere Gedanken kommen erzähle ich an dieser Stelle mal eine Geschichte.
Wenn jemand ähnliche Geschichten kennt, möge er sie mit uns teilen ...
John Brown wurde geboren am 8. Dezember 1826 in dem kleinen schottischen Ort Crathie nahe Balmoral
Castle. 1842 trat er als "Ponyjunge" in die Dienste des damaligen Besitzer des Castle. Der Ponyjunge war zuständig
für die Betreuung der Jagdponys, auf deren Rücken damals die erlegten Hirsche aus den Bergen getragen wurden.
Diese Position galt allgemein als Vorstufe zu einer Ausbildung als Ghillie, als Jagd- und Fischereigehilfe.
Im Jahre 1848 unternahm die junge Königin Viktoria mit ihrem Ehemann Albert von Sachsen-Coburg und Gotha
eine Reise in die Highlands. Sie mieteten das Balmoral Estate als Urlaubsdomizil. Beide verliebten sich sofort
in die schöne Gegend am River Dee, Albert sah Ähnlichkeiten mit seiner Thüringischen Heimat, sofort bemühten sie
sich um den Erwerb des Anwesens. Durch eine größere Erbschaft standen die nötigen Finanzmittel zur Verfügung
und 1851 ging Balmoral in das Privateigentum der Königsfamilie über.
Zu diesem Zeitpunkt hatte John Brown seine Ponyjungenzeit längst hinter sich gelassen und diente als Ghillie auf
Balmoral. Das Königspaar wurde aufmerksam auf den großen, gutaussehenden jungen Mann und bald wurde er der
bevorzugte Jagdbegleiter des Prinzen.
Die Königin unternahm gerne mehrtägige Kutschenausflüge und weil er so gut mit Pferden umgehen konnte wurde
John Brown auch bei diesen Unternehmungen bald unentbehrlich.
Auf diesen Reisen ging es wohl recht lustig zu, eines Tages notierte die Königin in ihrem Tagebuch: "Brown und der
andere Diener waren so betrunken, dass sie das Abendessen nicht mehr servieren konnten .."
Solche Eskapaden taten der Wertschätzung jedoch keinen Abbruch, John Brown wurde zum Head Stalker, dem Chef des
gesamten Jagd- und Fischereipersonals befördert.
Die Idylle endete abrupt als Prinz Albert im Dezember 1861 völlig unerwartet im Alter von 42 Jahren verstarb.
Die Königin war außer sich vor Schmerz und Trauer, sie erkärte Balmoral niemals wiedersehen zu wollen, alles
seien Erinnerungen an eine Zeit, die niemals wiederkäme.
Ihre nächsten Sommerferien verbrachte Victoria auf der Isle of Wight, wo sie mit Osborne House ebenfalls ein Landhaus besaß.
Im Jahr darauf reiste sie wieder zur Insel Wight, um dort einen einsamen Witwensommer zu verbringen.
Da beschloss ihre Tochter Viki, dass es so nicht weitergehen könne.
Sie schickte das Lieblingspony ihrer Mutter aus Balmoral, einen kleinen Wagen und als Kutscher John Brown zu einem
Überraschungsbesuch auf die Insel .
Diese Maßnahme war ein voller Erfolg, im nächsten Jahr reiste die Königin wieder nach Balmoral, beim "Ghillies Ball", dem
großen Fest zum Ende der Jagd- und Fischereisaison hatte sie früher mit Prinz Albert den Tanz eröffnet, jetzt tanzte sie mit John Brown.
John Brown war verantwortlich für das gesamte Jagd- und Fischereiwesen, die Gäste ihrer Majesttät waren allgemein zufrieden mit
seiner Arbeit, wiesen aber auch auf schlechte Eigenarten hin. Währen die Gäste noch am Frühstückstisch saßen, pflegte er schon
einmal die Lachsbeats durchzufischen. Er konnte sich ziemlich viel erlauben bei seiner oft als herrisch und jähzornig charakterisierten
Königin. Er betrat ihr Zimmer ohne anzuklopfen, sprach sie in der Öffentlichkeit mit "woman" an und kritisierte ihre Garderobenwahl
wenn sie ihm nicht gefiel.
Sein Glück endete, als die Königin beschloss, ihren Highlander ganz für sich haben zu wollen. Sie ernannte ihn zu ihrem persönlichen
Diener, damit er jederzeit zur Verfügung stehe erhielt er ein Schlafzimmer neben dem der Queen.
Vom Head Stalker zum Kammerdiener, das war schon eine grobe Degradierung, auch wenn es sicher nicht so gemeint war.
Die Königin überschüttete Brown mit Gunstbeweisen, schenkte ihm sogar ein schönes Haus auf Balmoral, falls er einmal heiraten
möchte oder für seine alten Tage.
John Brown aber musste Balmoral verlassen und sich dem höfischen Protokoll in London unterwerfen, was ihm tief zuwider war.
Darüber hinaus musste er eine Menge Häme und Spott ertragen.
Er diente weiter treu seiner Königin, sein Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch in dem Maße, in dem der Whiskykonsum
stieg.
John Brown verstarb am 27.März 1883 auf Windsor Castle. Er wurde auf dem alten Friedhof in Crathie begraben.
Gruß,
Heiner
