Rutenfabrik - Insider gesucht

Alles rund um Stärken & Schwächen, Marken, Klassen, Aktionen u.s.w. der für unser Hobby unverzichtbaren "Gerten" und "Schnuraufwickler". Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, gute oder schlechte Erfahrungen zu bestimmten Gerätschaften mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...

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fishtrip

Rutenfabrik - Insider gesucht

Ungelesener Beitrag von fishtrip »

Hallo zusammen,

suche nen Insider, der sich mit den Rutenfabriken für die Fliegenfischerei auskennt. Meines Wissens nach kommen auch die Markenprodukte aus asiatischer Produktion. (Ich meine auch die A-Marken!)

Welche Seite listet auf wer, wo produzieren lässt?

Gruss
Paul
stefan grau

Ungelesener Beitrag von stefan grau »

Wieso willst Du das wissen? Solche Dinge werden mehr oder wniger streng gehütet und sind "Firmengeheimnisse", denn jeder möchte ja günstiger produzieren als die Mitbewerber. Zudem prahlen auch die Lieferanten weniger für wen sie produzieren, sonst müssen sie um ihre Aufträge bangen.

Eine Liste wo aufgelistet wird, wer für wen produziert kenne ich nicht, ich weiss persönlich auch nur einige wenige Hersteller, wie z.B. wer für Redington, Ron T. etc. produziert. Heute sind die meisten solchen Firmen in Korea, Taiwan und China.

Gruss

Stefan
fishtrip

Ungelesener Beitrag von fishtrip »

Original geschrieben von stefan grau
Wieso willst Du das wissen? Solche Dinge werden mehr oder wniger streng gehütet und sind "Firmengeheimnisse" ......

Hallo Stefan!

Im Zeitalter der Globalisierung interessieren mich solche "Firmengeheimnisse" schon sehr. Auf der einen Seite werden die Produktionskosten gedrückt und wenn ich mir dann die Kataloge der deutschen Anbieter anschaue kann ich keine Preisreduzierung feststellen. Also kommt doch schnell der Verdacht auf, dass es sich bei den hochgelobten Marken um eine sehr saubere Verarbeitung und eine gute Rohstoffwahl handelt. Der Rest ist Name. Die Technologie scheint ausgereizt zu sein. Die überragenden Vorteile sind oft als solche kaum nachvollziehbar erklärt. Wenn ich nun als Händler bei diesen Herstellern im Ausland anfrage wird mir mitgeteilt, dass die Exklusivimporteurverträge bereits vergeben sind und ich dort kaufen soll. Wenn ich das tue bleibt eine Mickymausmarge und ich muß zu Apothekenpreisen verkaufen. Lese ich andererseits hier im Forum die Kommentare, liegen die Käuferwünsche doch eher im preiswerten Bereich. Die Diskussionen drehen sich darüber, ob es sich bei den Angeboten der B, C und no-name Marken nicht vielleicht um zu Grenzkosten kalkulierte A-Qualität aus Überschußproduktion handelt und man nicht vielleicht ein Schnäppchen machen kann. Zu einer vernünftigen Marktaufbereitung aus eigener Kraft scheinen wir Deutschen nicht fähig zu sein. Was ein Marketing!

Das kann ich besser machen. Mir fehlen nur die Industriekenntnisse.

Deshalb frage ich! Wer hilft weiter?

Gruß
Paul
hauki
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Ungelesener Beitrag von hauki »

Original geschrieben von fishtrip
...
Auf der einen Seite werden die Produktionskosten gedrückt und wenn ich mir dann die Kataloge der deutschen Anbieter anschaue kann ich keine Preisreduzierung feststellen. Also kommt doch schnell der Verdacht auf, dass es sich bei den hochgelobten Marken um eine sehr saubere Verarbeitung und eine gute Rohstoffwahl handelt. Der Rest ist Name. Die Technologie scheint ausgereizt zu sein. Die überragenden Vorteile sind oft als solche kaum nachvollziehbar erklärt.
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Ergänzend zum Thema Marke (aus einem w&v-Interview mit Reinhard Springer):

Wieviel ist der Verbraucher bereit, für meine Marke mehr zu zahlen als für ein vergleichbares Produkt? Ein Spitzenbeispiel dafür ist Bacardi. Wenn Sie zu Toom gehen, da kostet Bacardi 18,99 Mark. Das mehr oder weniger gleiche Produkt, Montajo, steht direkt daneben und kostet 9,99 Mark. Das ist Markenstärke!


Natürlich findet sich das Thema analog bei Fliegenruten. Hardy, Sage, Orvis etc. sind von der Marke (und vom Preis) nur schwer mit Exori, Balzer, Ron Thompson zu vergleichen. Im weitesten Sinne handelt es sich aber mehr oder weniger um das gleiche Produkt (ich weiss, es gibt schon Unterschiede).

Viel Erfolg & Grüsse
/hauki
stefan grau

Ungelesener Beitrag von stefan grau »

@ fishtrip

okey, ich verstehe dich - kleiner tip, bei entsprechender (englischsprachiger) recherche im www wirst dufündig, es gibt mehrere listen von asiatischen herstellern die fliegenruten produzieren. ob du bei jenen allerdings ein schnäppchen machen kannst ist fraglich, denn die sind nicht am verkauf von einzelstücken, sondern am verkauf von ganzen serien interessiert, heisst ab ca. 100 stk. einzelschnäppchen gibts nur unter der hand oder via online-auktionen (nicht e-bay deutschland).

dass die preise für markengetackle bei k-faser hoch sind ist weniger des händlers schuld, und er hat übrigens heute fast die kleinste marge von allen beteiligten was du schon erfahren hast, zudem muss er immer mehr ganze serien einkaufen, um überhaupt eine marke anbieten zu können. die hohen preise würde ich persönlich nie dem fachhandel ankreiden. die hohen markenpreise kommen zum teil auch weil wir kunden die farbigen hochglanzkataloge so lieben, und die läppischen lebenslangen garantien (solange der hersteller lebt, siehe redington) mitbezahlen wollen, wir können die gerten ja zerbrechen und im preis ist die zweite inbegriffen.

andererseits schreien wir jährlich nach neuem getackle und die industrie produziert massen von neuheiten, verkauft davon vermutlich effektiv 40% und im preis ist das überlager schon einberechnet (ich kenne mehr als eine rutenfirma die den dachboden voll mit überproduktionen hat und diese nicht auf den markt schmeisst um das eigene preisgefüge nicht zu unterwandern). aber all dies ist teil unserer konsumgesellschaft und heutigen anglerwelt. sicher wird hier im forum eher das günstige preisgefüge gewünscht, aber mehr von angehenden anglern oder die mit bescheiderem büdget. daraf lässt ich nicht auf die gesamte käuferschaft schliessen, obschon in der brd "geiz ist geil" immer zu groteskeren formen hochläuft (fängt bei uns in der ch auch an), immer mehr leistung für kein geld.....nur beim eigenen lohn wollen wir nie abstriche machen, auch wenn wir oft für jene arbeiten, die gerade unter der preisdrückerei durch uns selber leiden - meine rein persönliche meinung.
gruss

stefan
Wolfram Schott

Ungelesener Beitrag von Wolfram Schott »

Hallo fishtrip, Stefan, u.A.

Ich habe 'mal in Norwegen eine Rechung gesehen (das war allerdings schon 1993). Sie lautete über 5000 Fliegenrutenblanks, nach Längen, Schnurklassen etc. assortiert, von 7' 6" bis 15', 2-, 3- und 4- teilig. Die Endsumme geteilt durch 5000 ergab einen durchschnittlichen Stückpreis von ca. 25 NOK, oder damals ca. DM 6, einschließlich Mehrwertsteuer. Es war ein Fernosthersteller, der diese 5000 blanks geliefert hatte. Sie wurden dann in Norwegen zu fertigen Ruten montiert, mit einem Namen versehen und verkauft.

Wolfram
fishtrip

Ungelesener Beitrag von fishtrip »

Stefan,
Wolfram,

Eure Beiträge gehen eigentlich in die Richtung, wie ich es mir gedacht habe.

Wäre es dann nicht auch konsequent das neue Thema: "Die Kriterien für die optimale Fliegenrute ihrer Klasse" aufzumachen. Ziel wäre, hier alle praktischen Erfahrungen zu sammeln und danach ein technisches Datenblatt aufzustellen.
Weitere Schritte könnten sein:
Vorstellung des konzipierten Produkts
Namensgebung (FF-Forumrute oder sowas)
Produktion mit Blank für 6,-
Vermarktung als "Made in Germany" zum Zielpreis EUR 149,-

hauki hätte sicher Bedenken wegen der Markenstärke, die könnte er aber selbst schaffen indem er das Produkt unterstützt.

Wäre im Ergebnis dieses Forum um die Rubrik "Fliegenruten" ärmer weil uns der Gesprächsstoff ausging oder würden sich dann die Ausländer hier einloggen?

Gruß
Paul
hauki
Beiträge: 180
Registriert: 02.01.2007, 16:45
Wohnort: München

Ungelesener Beitrag von hauki »

Paul,

Bedenken habe ich da keine. Ich wollte nur ergänzend auf die Gegebenheiten des Marktes hinweisen. Gerne bin ich bereit im Rahmen meiner Möglichkeiten (Kommunikation, Naming) etwas Unterstützung zu leisten.

Regards
Olaf
till hoffmann

Produktionsstätten in High-Tech-Ländern

Ungelesener Beitrag von till hoffmann »

Servus miteinander,

ein Branchenkenner hat mir mal folgende Informationen gegeben (in Klammer schreibe ich das, was ich mir dazudenken musste): In Deutschland gibt es noch einen Blankhersteller, und das ist Sportex. Dann gibt es in Italien einen kleinen (?), und in England (Hardy?? !!!). In den USA gibt es noch zwei größere Hersteller. Der Rest läuft in Fernost. RST kann auf jeden Fall Prototypenblanks herstellen, lässt aber (so wie ich verstanden habe) die Serienblanks woanders fertigen. (Wenns also echtes made in Germany ist kann das nur bei Sportex sein...)

Vielleicht habe ich was vergessen, aber das ist wohl die wesentliche Aussage.

Die Neuseeländer behaupten, dass sie die Blanks ihrer "Down under" und Kilwell-Ruten in NZ herstellen.

Klar ist auf jeden Fall, dass es deutlich weniger Hersteller als Marken gibt und dass die Produktion in Fernost keinesfalls prinzipiell einen Mangel darstellt.

Blank made in Germany wirft und fischt sich übrigens hervorragend zu sehr ordentlichem Preis wie ich seit einem zufälligen Probewerfen am Wasser finde.

Gruß

Till
TorstenHtr

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hi Paul,

Sehe ich das richtig, du möchtest direkt von Fernost importieren um eine höhere Gewinnspanne zu erzielen. Welch eine edle Motivation.
Meinst du nicht, der mikrige deutsche Markt wäre schon übersättigt?

Da kommen dann solche (*) Ruten raus, wie sie Heger unter eigenem Namen vertreibt.

Till, die Informationen deines "Insiders" sind nicht 100%ig korrekt, richtig ist aber schon das zumindestens die Europäischen Marken fast ausschliesslich in Fernost produzieren lassen.

Bis dann..
Torsten
Zuletzt geändert von TorstenHtr am 17.10.2005, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
StephanSchmidt

Ungelesener Beitrag von StephanSchmidt »

"Thomas & Thomas" stellt seine Blanks in den USA her.
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dgspec
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Ungelesener Beitrag von dgspec »

guten abend,
so jetzt muss ich auch mal meinen senf dazu geben. fact ist, dass die meisten bedeutenden kohlefaserproduzenten (so viele sinds wirklich nicht)bzw die prepeg hersteller (das sind die gewebten k-fasermatten) in asien ansässig sind (zb mitsubishi, toray etc) von diesen fasern gibt es unterschiedlichste qualitäten und preisgruppen je nach verwendeter faser (zb T-800 carbon etc). einige dieser prepegs werden in europa zu blanks verarbeiten (zb in uk harrisons, tri cast, century etc) die aktion einer rute wird nun durch das verwendete material bzw materialkomposition und dem taper des entsprechenden modells bestimmt. ordentlich verarbeitetes grundmaterial und entsprechende tapers und mandrells ergeben eben gute ruten. völlig unabhängig davon ob ein engländer, koreaner oder ami die prepegs auf die mandrells (stahlkerne auf die die fasermatten gewickelt werden) bringt. macht er das ordentlich und mit der nötigen sorgfalt gibts ein anständiges gerät. da ist mir aber prinzipiell der disziplinierte japaner fast lieber als ein engländer am montag, der am sonntag bis 5 im pub war oder krach mit der allerliebsten hatte :-). aml abgesehen vom "mark up" des jeweiligen "herstellers" basiert der preis einer rute eben entscheidend am verwendeten material und den produzierten stückzahlen und ganz besonders auch an den verwendeten fittings (ringe, kork, rollenhalter etc). die mometane nachfrage der industrie(damit meine ich nicht die angelgeräteindustrie) am weltmarkt an hochwertigen kohlefasern ist immens bzw fast höher als das angebot. DAS treibt die preise zusätzlich. Übrigends aufgrund der eher geringeren nachfrage und der fast gleichen art der herstellung kosten glasfaserprepegs ähnlich viel wie standard carbon prepegs.

diese angaben habe ich nicht aus den fingern gezaubert sonder werden mir von einer zuverlässigen quelle bei toray deutschland bestätigt.

gruss dirk
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dgspec
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Ungelesener Beitrag von dgspec »

....noch mal ich

übrigends kann man bei pacific bay , usa blanks als oem(dh unter eigenem namen) bekommen bzw auf wunsch "zurecht basteln lassen". es handelt sich dabei entweder um blanks made in usa oder nach amerikanischen qualitätsvorgaben in fernost produzierte. die preise sind sehr moderat im vergleich zur gebotenen qualität (ganz besonders beim aktuellen dollar kurs. also gutes gerät muss nicht teuer sein. pac bay blank um 30,--usd, fittings namhafter hersteller nochmals 30-40 usd und ein wenig handwerkliches geschick im wickeln und lackieren - fertig ist eine qualitätsrute unter 100 usd (ca 80 eur).
geht alles mit ein wenig gutem willen.

schönen abend noch.
dirk
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Harald aus LEV
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Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

>> die mometane nachfrage der industrie(damit meine ich nicht die angelgeräteindustrie) am weltmarkt an hochwertigen kohlefasern ist immens bzw fast höher als das angebot. <<

Das gleiche gilt für Kork
Harald
Fliegenfischen - Der natürliche Weg
Raguel

Ungelesener Beitrag von Raguel »

Hi,
schaut euch doch mal beispielsweise die Seiten der Bewegung "Made in USA" an. Dort findet ihr nur Sage als ausschliesslich amerikanischen Produzenten. Informationspolitik über Firmen ist bei unseren Nachbarn offener als bei uns (siehe Holland, Frankreich, skand. Länder ...). Ich glaube in Deutschland gibt es keine ähnlichen Bewegungen.
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