Blanks Begradigen!

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

Spliessè

Blanks Begradigen!

Ungelesener Beitrag von Spliessè »

Hallo Leute!
Wo wir schon einmal dabei sind!
Gibt es eine wirklich brauchbare Anleitung zum Begradigen kleinster "Welligkeiten" in Blanks, -vor dem Lackieren?
Einschlägige websites habe einigermaßen durch,- Bügeleisen , Heißluftfön , Gasherd, Ceramkochfeld usw, usw.
Was funktioniert denn nun wirklich außer Versuch und Irrtum?
Bin für alle Tips auf ewig dankbar!
Grüße Wolfhard
Harald Langer

Ungelesener Beitrag von Harald Langer »

Wolfhard,

was verstehst du denn unter kleinster "Welligkeiten", und woher kommen die? Schaut mir so aus, als ob du beim Zusammenbinden der Spleiße keine konstanten Bedingungen hast.

Ich würde an deiner Stelle, sofern das der Klebstoff mitmacht, den Heißluftföhn verwenden. Lass die begradigte Stelle aber gut abkühlern, bevor du dich an die nächste Stelle heranmachst. Erstens siehst du dann, ob die Rute in der Stellung verbleibt, in der du sie gerne haben möchtest. Wenn nicht, hat

a) die Temperatur nicht gestimmt (zu kalt)
b) das Material keine Reserven mehr (zu oft erwärmt)

Zweitens verhinderst du damit ein neuerliches Verbiegen der soeben begradigten Stelle. Wenn du nicht viel Erfahrung dabei hast, wird dir Versuch und Irrtum nicht wirklich erspart bleiben.

Ich würde dir aber empfehlen deinen Binder zu perfektionieren. Eine Rute ist immer so krumm wie der, der sie bindet. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Harald
Benutzeravatar
Karl
Beiträge: 976
Registriert: 28.09.2006, 12:23
Wohnort: Franken
Danksagung erhalten: 4 Mal

Ungelesener Beitrag von Karl »

Hallo Harald, hast du ne Bauanleitung von dem Binder wo der Blank frei in der Öffnung von dem Bindegerät liegt und nur durch die Spannung der Schnüre gehalten wird? Ich glaube so einen verwendest du. Soll genial sein das Teil, weil eben der Blank nicht auf irgendeiner Halterung rumrattelt.
Gruß Karl
Harald Langer

Ungelesener Beitrag von Harald Langer »

Hallo Karl,

wenn du möchtest, kann ich dir meine Zeichnungen dazu als *.pdf schicken.
Vielleicht kannst du damit ja was anfangen. Wenn ich wüsste wie es geht, könnte ich auch ein Bild ins Forum stellen.

Gib mir einfach Bescheid.


Harald
Benutzeravatar
Rolf Renell
Beiträge: 1605
Registriert: 29.09.2006, 13:32
Wohnort: Köln,Leverkusen/Berg.Land/Eifel/Irland
Hat sich bedankt: 31 Mal
Danksagung erhalten: 69 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Hallo Wolfhard ,
dein Blank war nach dem Leimen und binden -gerade -hast du selber gesehen,diev längere offene Standzeit ohne lackierung nimmt dies natürlich übel ,ist beiv meinem nicht anders,das ist der Hauptgrund ,die Wickelstation ist gut und bewährt,komfortablere gibts natürlich ,
beste Grüsse ,Rolf
-----------------------------------------------------
...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
Harald Langer

Ungelesener Beitrag von Harald Langer »

Servus Rolf,

verstehe ich dich richtig? Du meinst, dass sich ein gerader Blank, nur weil er längere Zeit nicht lackiert wurde, verzieht, sich wirft oder Wellen schlägt.

Warum sollte der das tun? Ich kenne dieses Phänomen nicht.

Harald
Benutzeravatar
Rolf Renell
Beiträge: 1605
Registriert: 29.09.2006, 13:32
Wohnort: Köln,Leverkusen/Berg.Land/Eifel/Irland
Hat sich bedankt: 31 Mal
Danksagung erhalten: 69 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Hallo Harald ,
kann ich dir bestimmt auch nicht sagen,Fakt ist Blank ist nach Austrocknen unter Wicklung und nach abnehmen der Wicklung gerade und nicht verzogern,d.h. auch sofort wenn er aus Wickelhalterung kommt,an der Wickelmethode liegt es nicht,da gibt es auch genügend div. Berichte bzw. Erfahrungen drüber.d.h. das Set oder Zug entsteht def. erst nach längerer Stand/Lagerungszeit ohne Lackierung,je nach Lagerung und Luftfeuchtigkeit ,aus diesem Grunde lackieren die meisten Bauer mittelbar nach der Leimphase.wenn du gehobelte sSleisse oder auch einen fertiggebauten Blank ohne Lackierung einmal auf einer Feinwaage wiegst ,das Ganze nach 2-3 wochen wiederholst wirst du eine Differenz im Gewicht bemerken,Feuchtigkeit wenn auch im geringen Mass im Blank durch (intrazelluläre & interzelluläre)Luftfeuchtigkeit.Hierüber gibts bzw. gabs von versch. Bauern Berichte und Versuche ,s. Planning Form #15 -May/Juni 92 z.B. wo dieses Phänomen beschrieben wird.Das gleiche taucht auch im als Beschichtungsproblem im Schreinereiwesen auf ,hier allerdings vermehrt durch versch. Dickenschichten z.B. bei Furnier oder Lackauftrag ,aber auch im Zusammenhang mit Lagerung ,Luftfeuchtigkeit.
vielleicht weiss noch jemand etwas hierzu,beste Grüsse ,Rolf
-----------------------------------------------------
...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
Harald Langer

Ungelesener Beitrag von Harald Langer »

Hallo Rolf,

das mit dem Gewichtszunahme nach längerer Lagerung ist mir bewußt. Dazu gibt es außerdem eine ausfühliche Dokumentation (Bambus unter dem Mikroskop) von Dr. Wolfram Schott und meiner Wenigkeit. Den kannst Du übrigens von meiner Homepage downloaden.

Ein Auszug daraus:

"Was bei Erhitzung ("härten") des Bambus passiert, sei kurz erläutert: Zunächst wird an den inneren Oberflächen der Zellen adsorptiv gebundenes Wasser entfernt (verdampft, wie bekannt, bei 100 °C). Weiterhin wird molekular gebundenes Wasser entfernt, wozu mehr Energie (=höhere Temperatur) notwendig ist. Durch die sehr guten thermischen Isolationseigenschaften der Cellulose - es ist ein schlechter Wärmeleiter - muss die Temperatur deutlich über 100 °C liegen, um auch im Inneren des Bambus die nötigen Temperaturen zu erreichen. Dieses führt logischerweise zu einem Gewichtsverlust von z.B. 8%. Es hat aber auch den erfreulichen Effekt, dass die einzelnen Fasern "dichter aneinander rücken" können. Auch wird die "schmierende" Wirkung des Wassers zwischen den einzelnen Fasern entfernt. Dies ist gleichbedeutend mit einer Erhöhung der Steifheit des Ganzen. Dieses "Wasseraustreiben" ist nur zum Teil reversibel. Ein Rehydrieren der Moleküle z.B. ist nicht möglich, auch wenn man den Bambus in Wasser legt. Ein Spleiß, der anfänglich z.B. 8% Feuchtigkeit hatte, und der nach erfolgter Hitzebehandlung wieder einer hohen (Luft)Feuchtigkeit ausgesetzt wird, nimmt z.B. nur 2% Wasser wieder auf; auch nach längerer Zeit. Die Erhitzung hat eine hydrophobisierende Wirkung. Es bleibt ein permanenter Nettogewichtsverlust (oder "Gewinn", je nach Anschauungsweise), von 6% oder rel. 75%."

Gegen die teilweise stattfindende Wasseraufnahme hilft dir aber auch Lackieren nicht. Auch Lacke lassen Luftfeuchtigkeit durch.

Dass sich dadurch der Blank der vorher gerade war wirft, halte ich für nicht wahrscheinlich. Zumindest konnte ich das bei meinen Ruten noch nie feststellen. Dafür waren immer mechanische oder handwerkliche Mängel verantwortlich.

Zur Zeit habe ich wieder zwei, vor knapp 4 Wochen, verleimte Blanks in meiner Werkstatt lagern. Die schauen noch genau so aus wie nach dem Entfernen des Klebstoffes.

Liebe Grüße

Harald
Benutzeravatar
Rolf Renell
Beiträge: 1605
Registriert: 29.09.2006, 13:32
Wohnort: Köln,Leverkusen/Berg.Land/Eifel/Irland
Hat sich bedankt: 31 Mal
Danksagung erhalten: 69 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Tja ,mag ein Phänomen sein ,wie gesagt ich weiss keine Antwort drauf,die Abhandlungen sind mir weitestgehernd bekannt ,auch durchlässigkeiten der lacke wenn auch gedämpft ,Fakt ist Blanks sind gerade nach Leimphase auch länger ,erst nach Orts - und Temperaturwechseln zu sehen,handwerkliche Mängel oder Techn. Unterschiede scheiden daher aus, im Übrigen wie bereits geschrieben die meisten Bauer in D. und Ö. lackieren möglichst nach Leimen und säubern.Bezeihe mich mal hier auf 3 der bekanntesten Bauer in Europa ,auch diese Sets sind dort bekannt,von daher scheiden angeführte Theorien aus.Tests mit blanks oder Spleisse welche gerichtet lagen und nicht standen etc. fielen z.Teil nicht so aus ,bzw. überhaupt keine Sets zu sehen ,was könnte es noch sein? ,oder kombination von mehreren Sachen?
Bei gleicxhbleibender Temperaturen in Werkräumen vielleicht nicht auffällig?!
Keine Ahnung ,beste Grüsse ,Rolf
-----------------------------------------------------
...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
Spliessè

Ungelesener Beitrag von Spliessè »

Hallo Leute!
Die Blanks sind gerade, ich spreche von kleinsten Ungenauigkeiten, die man nach Anwickeln der Ringe (Habe ich provisorisch mal gemacht!) eigentlich kaum noch sieht, in der Spitze ist eine Abweichung von ca. 1 mm auf 20 cm . Ich will es halt perfekt. Ich denke, das ganze läuft unter "overhang" oder?
Auf amerikanischen Websites habe ich gelesen, daß es eigentlich immer was zu "begradigen" gibt. Wir bleiben am Ball!
Danke für die Kommentare!
Grüße Wolfhard
PS. Auch bei neuen Ruten renommierter Hersteller habe ich gesehen, daß die Spitze eigentlich immer einen winzigen "Schlag" nach oben hat, wohl um einem "Set" vorzubeugen.
Harald Langer

Ungelesener Beitrag von Harald Langer »

Hallo Wolfhard,

wenn die fertige Rute einen akkuraten und sauberen Eindruck hinterläßt, hat der Rutenbauer alles richtig gemacht.

Liebe Grüße

Harald
Antworten