Sägen oder v.Hand spalten ??
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Sägen oder v.Hand spalten ??
Es ist ja schon viel darüber diskutiert worden, ob nun das Sägen des culms schlecht ist oder nicht und ob das Handspalten das einzig Wahre ist, ich habe mir aber trotzdem ein paar Gedanken dazu gemacht. Also es wird immer so dargestellt, daß beim Sägen massig Kraftfibern durchtrennt werden und die sind ja bekanntlich das Wichtige. Jetzt ist es aber so,daß eben diese Kraftfibern auch senkrecht verlaufen, d.h. wenn ich einen culm säge -und das mache ich natürlich auch in längsrichtung- kann ich eigentlich gar nicht so viele Fibern zerstören. So jetzt habe ich theoretisch meinen gesägten o. gespalten Rohspleiß und hoble ihn erst mal parallel mit 60° Phase, d.h. ich trage wieder Material ab und zwar nicht gleimäßig, weil ich will ja auf ein bestimmtes Rohmaß kommen, anschließend konisch hobeln mit Übermaß. Spätestens hier wird klar, daß es eigentlich wurscht war, ob vorher der Spleiß gesägt oder gespalten wurde, weil wir schon genug Material abgetragen haben. Eigentlich ist es doch wichtig, daß Kraftfibern durchgehend von unten bis in die Spitze erhalten bleiben und das erreichen wir wiederrum durch gleichmäßiges hobeln auf beiden Seiten (egal wie vorher der Spleiß bearbeitet wurde). Wenn ich natürlich einen beveler benutze ist das nicht mehr gewährleistet. Was ich meine man kann durch richtiges hobeln durchgehende Fibern behalten, egal, ob vorher maschinell oder manuell gespalten wurde. Habe ich richtig? Habe bei meiner jetzigen in Arbeit befindlichen auch mit Hand gespalten, werde aber mal bei der Nächsten die Bandsäge benutzen. Gruß Karl
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zuma
Hallo Karl
Ich glaube Du liegst richtig - aber nur wenn die Kraftfibern wirklich Schnurgerade verlaufen. Solche Culms sind aber selten, meistens laufen die Fibern Zickzack (v.a. bei den Internodien). Wenn Du von Hand spaltest, hast Du ja selten einen Bambusstreifen, welchen Du nicht noch gräden musst.. Die Kraftfibern werden in jedem Fall (ob Hobeln, Fräsen oder Sägen) durchtrennt. Im Idealfall sind es aber nur die äussersten Fibern, welche aufgrund der Taperform gekürzt werden. Die Bruchanfälligekeit einer Rute beginnt meist dort, wo Kraftfibern mitten im Blank neu beginnen.
Ich habe zu diesem Zweck zwei identische Ruten gebaut - eine gesägt und eine von Hand gespalten. Ich habe beide mutwillig zerbrochen und währenddem die von Hand gespaltene einen "Bilderbuchbruch" zeigt (langfasriges zerbersten) , ist die gesägte Rute knallhart wie ein Zündholz genau an der Stelle gebrochen, wo neue Fasern im Blank begonnen haben. Soweit meine Beobachtungen.
Herzliche Grüsse und gut Span
Kurt Zumbrunn
Ich glaube Du liegst richtig - aber nur wenn die Kraftfibern wirklich Schnurgerade verlaufen. Solche Culms sind aber selten, meistens laufen die Fibern Zickzack (v.a. bei den Internodien). Wenn Du von Hand spaltest, hast Du ja selten einen Bambusstreifen, welchen Du nicht noch gräden musst.. Die Kraftfibern werden in jedem Fall (ob Hobeln, Fräsen oder Sägen) durchtrennt. Im Idealfall sind es aber nur die äussersten Fibern, welche aufgrund der Taperform gekürzt werden. Die Bruchanfälligekeit einer Rute beginnt meist dort, wo Kraftfibern mitten im Blank neu beginnen.
Ich habe zu diesem Zweck zwei identische Ruten gebaut - eine gesägt und eine von Hand gespalten. Ich habe beide mutwillig zerbrochen und währenddem die von Hand gespaltene einen "Bilderbuchbruch" zeigt (langfasriges zerbersten) , ist die gesägte Rute knallhart wie ein Zündholz genau an der Stelle gebrochen, wo neue Fasern im Blank begonnen haben. Soweit meine Beobachtungen.
Herzliche Grüsse und gut Span
Kurt Zumbrunn
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stefan grau
...Karl du sprichst hier ein Thema an dass "Welten spaltet" (nicht nur Bambus
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Imer mehr US-Rutenbauer fräsen, und auch die Engländer tun es, genauso wie ihre Vorbilder, heisst die ehemaligen grossen Marken. Auch Orvis, Hardy, etc. tun es immer noch. Ich persönlich kann nach meinen Tests keinen nennenswerten Unterschied feststellen. die entsprechende englische Literatur, die zum teil sehr kritisch ist wie der "Milwards", kommt aufs selbe resultat und überlässt es der persönlichen Einstellung/Philosophie des Rutenbauers.
Apropos - ein Beveler hobelt genauso richtig oder falsch wie der Handhobel, richtig ist dass aber hier die letzten Zehntel fast immer von Hand abgenommen werden.
Beste Grüsse
Stefan
Imer mehr US-Rutenbauer fräsen, und auch die Engländer tun es, genauso wie ihre Vorbilder, heisst die ehemaligen grossen Marken. Auch Orvis, Hardy, etc. tun es immer noch. Ich persönlich kann nach meinen Tests keinen nennenswerten Unterschied feststellen. die entsprechende englische Literatur, die zum teil sehr kritisch ist wie der "Milwards", kommt aufs selbe resultat und überlässt es der persönlichen Einstellung/Philosophie des Rutenbauers.
Apropos - ein Beveler hobelt genauso richtig oder falsch wie der Handhobel, richtig ist dass aber hier die letzten Zehntel fast immer von Hand abgenommen werden.
Beste Grüsse
Stefan
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Harald Langer
Servus Karl,
theoretisch ist der gesägte Spleiß die zweitbeste Variante. In der Praxis sieht es aus meiner Sicht so aus, dass es im Handteil auch praktisch relativ egal ist. Speziell bei dünnen Spitzen wirst Du in Zukunft aber über durchgängige Kraftfibern dankbar sein.
Weniger wegen größerer Bruchanfälligkeit, sondern wegen besserem Rückstellvermögen und der Setvermeidung.
Meine Philosophie ist, wenn schon Gespließte, dann auch theoretisch die Beste.
Vor allem, da das Sägen eine kaum relevante Zeitersparnis mit sich bringt. Der wirkliche Zeitaufwand liegt sowieso beim anschließenden Begradigen.
Wenn Du unbedingt sägen möchtest, ein Tipp. Versuche es mit Kopiersägen über einen Punktanschlag. Dabei folgt die Säge den vorher gespließten Kraftfibern und Du erhältst Dir den Faserverlauf.
Beispiel: Spalte das Rohr in Teile die 3 Spleiße ergeben würden. Schlage dann eine Seite am Punktanschlag an und säge den ersten Spleiß. Wende den verbliebenen Spleiß und schlage wieder die gespließte Seite am Punktanschlag an und säge durch. Jetzt hast Du drei Spleiße die exakt am Faserverlauf gesägt wurden.
Das Begradigen sparst Du Dir dadurch aber nicht.
Liebe Grüße
Harald Langer
theoretisch ist der gesägte Spleiß die zweitbeste Variante. In der Praxis sieht es aus meiner Sicht so aus, dass es im Handteil auch praktisch relativ egal ist. Speziell bei dünnen Spitzen wirst Du in Zukunft aber über durchgängige Kraftfibern dankbar sein.
Weniger wegen größerer Bruchanfälligkeit, sondern wegen besserem Rückstellvermögen und der Setvermeidung.
Meine Philosophie ist, wenn schon Gespließte, dann auch theoretisch die Beste.
Vor allem, da das Sägen eine kaum relevante Zeitersparnis mit sich bringt. Der wirkliche Zeitaufwand liegt sowieso beim anschließenden Begradigen.
Wenn Du unbedingt sägen möchtest, ein Tipp. Versuche es mit Kopiersägen über einen Punktanschlag. Dabei folgt die Säge den vorher gespließten Kraftfibern und Du erhältst Dir den Faserverlauf.
Beispiel: Spalte das Rohr in Teile die 3 Spleiße ergeben würden. Schlage dann eine Seite am Punktanschlag an und säge den ersten Spleiß. Wende den verbliebenen Spleiß und schlage wieder die gespließte Seite am Punktanschlag an und säge durch. Jetzt hast Du drei Spleiße die exakt am Faserverlauf gesägt wurden.
Das Begradigen sparst Du Dir dadurch aber nicht.
Liebe Grüße
Harald Langer
Ich möchte euch anhand eines Beispiels kurz erklären, um was es mir geht. Ich brauche einen Rohspleiß mit 5mm und spalte einen culm per Hand. Das Werkzeug sucht sich seinen Weg entlang den Fibern und ich bekomme einen Spleiß der z.B. unten 6mm oben 10mm breit ist (sowas passiert ja oft in der Praxis). Jetzt hoble ich den Spleiß parallel runter auf meine 5mm mit 60° Phase, d.h. ich muß unten 1mm und oben 5mm abhobeln. Dabei zerschneide ich doch viele wichtige Kraftfibern, die ich eigentlich erhalten wollte und deshalb mit der Hand gespalten habe. Hätte ich jetzt gesägt, hätte ich das gleiche Resultat. Wäre ich allerdings in der Lage parallel zu spalten,was nicht immer gelingt, kann ich gleichmäßig auf beiden seiten runterhobeln. so gesehen ist es doch egal, ob ich handspalte oder säge. Ich will übrigens nicht unbedingt sägen, sondern meinen Spleiß so bearbeiten, daß möglichst viele Fibern erhalten bleiben und suche einen Weg, wie dies am Besten geschieht. Vielleicht bearbeite ich den ´krummen´ Spleiß auch falsch?
Gruß Karl
Gruß Karl
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Harald Langer
In Deinem letzten Satz ist die Antwort versteckt. Du bearbeitest den krummen Spleiß falsch - und zwar zu früh.
Mach Dir die Mühe und begradige den Spleiß vor dem Hobeln. Versuche zuerst einmal den Spleiß zwischen den Knoten gerade zu richten. Schau dabei einfach den Faserverlauf entlang und begradige so lange bis die Fasern in der Mitte des Spleißes gerade von einem Knoten zum anderen laufen. Ignoriere dabei den Verlauf der Außenkanten des Spleißes.
Wenn Du das getan hast, und der Spleiß angenommen zwei Knoten hätte, also aus drei Teilen besteht, wirst Du wahrscheinlich einen Z-förmigen Spleiß vor Dir haben, den Du jetzt an den Knoten komplett gerade richtest.
Erst jetzt beginnst Du parallel zu hobeln. Wende dabei den Spleiß öfter. Das Ergenbis wir Dich überzeugen.
Beim erwähnten Kopiersägen erhältst Du übrigens bereits fast parallele Spleiße. Lediglich der Mittlere wird etwas aus dem Ruder laufen.
Harald
Mach Dir die Mühe und begradige den Spleiß vor dem Hobeln. Versuche zuerst einmal den Spleiß zwischen den Knoten gerade zu richten. Schau dabei einfach den Faserverlauf entlang und begradige so lange bis die Fasern in der Mitte des Spleißes gerade von einem Knoten zum anderen laufen. Ignoriere dabei den Verlauf der Außenkanten des Spleißes.
Wenn Du das getan hast, und der Spleiß angenommen zwei Knoten hätte, also aus drei Teilen besteht, wirst Du wahrscheinlich einen Z-förmigen Spleiß vor Dir haben, den Du jetzt an den Knoten komplett gerade richtest.
Erst jetzt beginnst Du parallel zu hobeln. Wende dabei den Spleiß öfter. Das Ergenbis wir Dich überzeugen.
Beim erwähnten Kopiersägen erhältst Du übrigens bereits fast parallele Spleiße. Lediglich der Mittlere wird etwas aus dem Ruder laufen.
Harald
Hallo Harald ich begradige selbstverständlich vor dem Hobeln die Spleiße, habe ich bloß nicht erwähnt, deswegen habe ich aber immer noch das Problem mit dem nicht parallelen Spleiß. Wie erkennst du, daß die Fibern in der Mitte gerade verlaufen? Da ist doch die email Schicht darüber. Oder hobelst du deinen Spleiß unten (=innen) vorher ab? Aber wenigstens habe ich jetzt das Prinzip verstanden
Gruß Karl
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Harald Langer
Guten Morgen Karl,
Du kannst den Faserverlauf auch durch die Email Schicht sehen - gutes Licht voraus gesetzt. Wenn der Spleiß gut begradigt ist, stellt die parallele Ungenauigkeit kein Problem dar. Gleichmäßiges Abhobeln vorausgesetzt.
Du kannst es mit einem, auch schon bei Garrison beschriebenen Hilfsmittel, einer Anreißlehre versuchen. Damit kannst Du entlang der Bruchkante eine neue Bruchlinie in den Culm einritzen. Wenn Du dann von den Knoten weg spleißt, wirst Du fast immer einen annähernd parallelen Spleiß erhalten und einen Faserabriss in die falsche Richtung vermeiden.
Ich mache das so, weil’s schneller geht als das Kopiersägen und man am Bruchverhalten schon erkennen kann ob das Material irgendwo eine Schwachstelle zeigt. Übrigens der größte Vorteil der Handarbeit.
Mitten drin, statt nur dabei.
Harald
Du kannst den Faserverlauf auch durch die Email Schicht sehen - gutes Licht voraus gesetzt. Wenn der Spleiß gut begradigt ist, stellt die parallele Ungenauigkeit kein Problem dar. Gleichmäßiges Abhobeln vorausgesetzt.
Du kannst es mit einem, auch schon bei Garrison beschriebenen Hilfsmittel, einer Anreißlehre versuchen. Damit kannst Du entlang der Bruchkante eine neue Bruchlinie in den Culm einritzen. Wenn Du dann von den Knoten weg spleißt, wirst Du fast immer einen annähernd parallelen Spleiß erhalten und einen Faserabriss in die falsche Richtung vermeiden.
Ich mache das so, weil’s schneller geht als das Kopiersägen und man am Bruchverhalten schon erkennen kann ob das Material irgendwo eine Schwachstelle zeigt. Übrigens der größte Vorteil der Handarbeit.
Mitten drin, statt nur dabei.
Harald






