Hallo Wolfgang, hallo Thomas,
gespliesste hat geschrieben:Warum sollte eine DT die Fliege sauberer/feiner präsentieren als eine WF?Das hängt doch einzig und allein vom Front-Taper ab. Wie dieses gestaltet ist hat absolut nichts damit zu tun ob es eine DT oder WF ist.
Du setzt ja nicht nur das Front-Taper (meist 2-3m), sondern auch die Keule auf, dass heißt nach dem Front-Taper ist die Schnur deutlich dicker als eine DT. Je nach Ausprägung ist das mehr oder weniger Nachteilig.
Präsentiere mal in ruhigem Wasser eine Trockenfliege mit einer DT und einer WF, du wirst den Unterschied merken. Zumindest war es bei uns so im direkten Vergleich.
Gerade in ruhigen Bereichen fische ich fast ausschließlich stromauf oder schräg stromauf. Wenn du dann entsprechend vorhälst, setzt gerade das dicke Ende nahe bei den Fischen auf.
Das ist ein Unterschied ob auf den ersten 5-6m eine dicke Keule aufschlägt, oder ein Level Taper. Auf 9,13m sollte es sich ja eigentlich von dem Gewicht der Schnur wieder ausgleichen. (tut es heute meist nicht mehr).
CPE hat geschrieben:für "Deine" Art der Fischerei wähle ich dann lieber eine Langkeulenschnur mit 13- 15m Keulenlänge.Die verhält sich bis zum Keulenende wie eine DT und man kann die Fliege auch auf 20m ohne Schießenlassen kontrolliert ablegen. Die Rio Tournament WF hat eine Keule von 22,5m, auch das kann man außerhalb der Rute "halten" und ablegen, dann liegt man noch deutlich darüber. Aber dafür habe ich diese Schnur ja nicht, auch fische ich am Bach/ Fluß in Kl.4-5 meist auf 5- 15 m.
die Langkeulenschnüre kommen wie du schon sagst einer DT in der Praxis sehr nahe, aber wenn du dir das Tapering anschaust hat auch die RIO Tournament eine gewisse "Keule" die nach 10m nochmal verjüngt. Für Tournaments auf der Wiese ist das von Vorteil fürs Fischen hab ich da Zweifel.
Die weit entfernten Stellen liegen i.d.R. am gegenüberliegenden Ufer, da hast du die schnelle Strömung vor dir und dann mendest du genau mit dem verjüngten rear-body. Dicke Schnur mit dünner Schnur meden funktioniert nicht gut, das ist halt Physik.
Ich fische auch mit #4/#5 überwiegend auf 5-15m, auch an großen Flüssen. Da sehe ich die DT, wenn du im Werfen geübt bist, gerade in Bezug auf die sanfte Präsentation nicht im Nachteil. Dazu gibt es immer wieder Situationen in denen du den jeweiligen Arbeitsbereich einer WF verlässt und da ist eine DT ist nach meiner Erfahrung am Wasser einfach flexibler ... Dazu fische ich die DT immer eine Klasse tiefer als die jeweilige Rutenklasse, damit hat man auch bei Wind und viel Schnur in der Luft noch Aktionsreserven. Die Klassifizierungen von Rute und Schnur beziehen sich ja immer nur auf recht eng eingegrenzte Arbeitsbereiche.
Auf kurze Distanzen hast du natürlich eine zu "leichte" Schnur, aber wenn der Bewegungsablauf beim Wurf stimmt kann man (etwas übertrieben dargestellt) auch Spinnweben mit Besenstielen werfen. Andersrum geht nicht, egal wie gut du werfen kannst.
LG,
Olaf