Auftriebshilfe für Streamer

Zwei schier unerschöpfliche Themen. Achtung! Hier tauschen nicht nur die Profi-"Tüddeler" ihre Geheimtipps aus.

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Philzlaus
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Auftriebshilfe für Streamer

Ungelesener Beitrag von Philzlaus »

Hallo

Ich versuche den Hechten in einem recht tiefen See nachzustellen. Die Gewässertiefe wo die Hechte jetzt stehen sind 10+m also jenseits von gut und böse. Mit einer Sinkschnur komme ich jedoch am Grund wo auch die Hechte rumstehen. Jetzt war meine Idee eien Fliege zu binden die auftreibt sodass die Schnur absinken kann bis am Grund, die Fliege jedoch übers Kraut schwebt. Was kann man da nehmen?

lg
gruss
Philipp
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Hawk
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Re: Auftriebshilfe für Streamer

Ungelesener Beitrag von Hawk »

Gibt doch x Möglichkeiten ...
Foam, Popperköpfe,Dicke Rehhaarköpfe wie bei den Dahlberg Divern etc...
Gruß
Sven
Philzlaus
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Re: Auftriebshilfe für Streamer

Ungelesener Beitrag von Philzlaus »

Die Frage ist wie lange schwimmt so ein Rehhaarpopper/streamer wenn er ständig unter Wasser ist. Aber die Idee ist eigentlich super. So fern und doch so nah dieser Gedanke.
gruss
Philipp
Maggov
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Re: Auftriebshilfe für Streamer

Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Phillip,

Eine recht verbreitete Methode in den Staaten ist es mit der Sinktip die Diver zu fischen - ich habe das mal probiert und die Rehhaarköpfe haben die Fliege immer wieder nach oben geholt. Die Köpfe erzeugen einen guten Auftrieb und wenn er sehr schwer ist drücke ich ihn mit einem Geschirrtuch oder dem Hemd "trocken". Entscheidend ist die Vorfachlänge mit der balancierst Du den Streamer in der Höhe. Je tiefer er Fischen soll desto kürzer das Vorfach.

Interessant könnten auch die Styroporaugen von den Booby Fliegen sein wobei ich nicht weiß in welchen Grössen es die gibt. Einfach mal danach googeln.

LG

Markus
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
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Mario Malarczuk
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Re: Auftriebshilfe für Streamer

Ungelesener Beitrag von Mario Malarczuk »

Moin

Da würde ich aber komplett anders vorgehen und die Fliege 1 bis 2m über dem Boden führen. Die hungrigen Hechte holen sich die Fliege auf jeden Fall.
Du weiß wie lange es dauert bis die Schnur auf dem Boden ankommt, also fängst Du 2-3 Sekunden vorher an zu fischen.

Das Problem bei auftreibenden Fliegen in der Kombination ist vielfältig.

Zum Einen brauchst Du ordentlich Auftriebsmittel für eine Hechtfliege. Das ist lösbar!
Dann sinkt aber mit der schwimmenden Fliege die ganze Montage viiiieeeel langsamer ab. Bei einer zu fischenden Tiefe von 10m eine Ewigkeit, in der ich lieber fischen würde.

Wenn wirklich alles gut unten angekommen ist musst Du die Fliege ultra langsam führen, damit die Montage am Grund bleibt.
Der Zug auf der einen Seite und der Auftrieb der Fliege lupfen die Schnur doch schnell an.

Bißerkennung
Wenn die Schnur am Grund liegt und ein Hecht die Fliege nicht komplett rabiat nimmt, wirst Du nicht viel merken vom Biß.

Und zum Abschluß frage ich mich noch, über wie viele Meter Du so die Fliege effektiv am Grund fischen kannst?
Nehmen wir an Du wirfst 20m mit der Kombination. Beim Absinken verlierst Du schon die ersten Meter, da die Fliege durch den bloßen Schnurzug auf Dich zukommt. Beim Einholen der Fliege kommt der Zug von oben und wird die Schnur und Fliege schnell vom Grund abheben. Ich denke, dass Du vielleicht 5-7m abfischen wirst. Nicht sehr viel für den Aufwand.

Fischt Du vom Boot kommt noch die Drift hinzu und macht alles noch viel schwerer.

Ich würde versuchen in Grundnähe zu fischen und einfach Hechte fangen.

Gruß
Mario
Koch
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Re: Auftriebshilfe für Streamer

Ungelesener Beitrag von Koch »

Hi
Ich seh das genau wie Mario. Egal ob vom Ufer oder Boot -er hat die Problematik recht anschaulich geschildert.
Ich würde vllt sogar eine leicht beschwerte Fliege nehmen und in ca 8m Tiefe mit dem Strippen beginnen, so bleibt dieFliege mE am längsten in der fängigen Zone. Wichtig ist, dass die Fliege von den Hechten gut wahrgenommen werden kann. Bei so großer Tiefe herrschen ja ganz anderer Lichtverhältnisse -Farben wie Rot etc sind einfach nur dunkel. Gute Erfahrung habe ich hier mit schneeweißen Ködern gemacht -evtl mit etwas blau als Kontrast. Auch zu klein sollte der Streamer nicht sein -da voluminösere Fliegen schlechter sinken, empfehle ich daher eine Beschwerung, damit ein nach unten ausgebildeter Schnurbogen nicht entstehen kann. Dieser wäre wie bereits von Mario beschrieben fatal bei der Bisserkennung.
Und zur Bisserkennung...mein erster Strip ist immer ein gewaltiger, nicht selten bekommt man nämlich Bisse schon beim Absinken -schwer zu erkennen...
Mein größter Hecht (etwas über 120cm) hat die Fliege zB schon vor dem Einstrippen genommen!

An dieser Stelle vielen Dank an Mario für die tollen Hechtstreamer, der Hecht geht also auch bissl auf dein Konto :)

Grüße
Nico
Philzlaus
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Re: Auftriebshilfe für Streamer

Ungelesener Beitrag von Philzlaus »

Danke für eure Tips. Ich werde es nun so probieren wie ihr sagt. Leider beissen wir uns (sind zu zweit) die Zähne aus nur einen Hecht zu fangen. Mit Schleppködern fangen sie wie die wilden aber an der Fliege geht gar nix. Darum dachte ich an eine neue Taktik. Aber es macht schon Sinn was ihr schreibt. Vielleicht sinds auch nur die Falschen Fliegen. Hab Grundsätzlich alle Farben. Der See ist extrem klar. Bei guten Lichtverhältnissen kann man bis am Grund sehen vom Boot. Im Wasser selber sieht man sehr weit. Schnur hab ich eine Rio Lake welche Density Compensated ist damit sie nicht durchhängt. Weiters bin ich mir nicht 100% im klaren ob die Hechte das Vorfach bzw die Fliegenschnur nicht sehen. Ist ja immerhin eine komplet schwarze Schnur. Vorfach ist ca 150cm lang und besteht aus 0,60 für 60cm, 0,35 für nochmal 60cm und dann halt ca 30cm Flexonit.
gruss
Philipp
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Mario Malarczuk
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Re: Auftriebshilfe für Streamer

Ungelesener Beitrag von Mario Malarczuk »

Hallo

@Nico
Den Hecht hast Du schon selber gefangen, meine Fliege war zur richtigen Zeit am richtigen Ort!
Glückwunsch aber zu dem tollen Fang!

@Philzlaus
Im Sommer ist es einfach schwierig die Hechte im tiefen zu erwischen. Ich habe dies auch gerade wieder am Bodensee erlebt.
Die Schleppangler fangen mit Wobblern gut und mit der Fliege geht nicht viel. Dies liegt aber auch daran, dass wir immer nur sehr kleine Bereiche befischen können und dann die Fliege wieder senkrecht nach oben ziehen, währen ein Wobbler geschleppt kilometerweit durch den See gezogen werden kann in der perfekten Tiefe. Dann noch 2-4 Ruten ausgelegt und die Chancen sind gigantisch gegenüber der Fliegenrute.
Aber warte mal bis zum Herbst, wenn die Hechte wieder flacher stehen und wir haben unsere goldene Zeit!
Schnur und Vorfach sind gut von Dir gewählt. Daran liegt es auf keinen Fall!!!

Gruß
Mario
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