Nur kleine Fische steigen, obwohl Größere drinnen sind.

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Philzlaus
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Nur kleine Fische steigen, obwohl Größere drinnen sind.

Ungelesener Beitrag von Philzlaus »

Hallo

Ich war gestern, und auch davor schon einen Tag, an der Triesting bei Berndorf (Niederösterreich). Eigentlich ein echt super Gewässer von der Optik her und auch was man so an Fisch sieht. Man sieht zwar nicht massenhaft Fisch aber man sieht was. Es gibt ein paar beruhigte Stellen wo auch ab und an die Fische am steigen sind. Man fängt mit der Trockenen echt gut aber alles Miniforellen obwohl man auch grössere sieht. Mit der Nymphe fängt man deutlich grössere Fische. Woran kann das liegen das die grösseren nicht steigen. Ist halt echt nervig immer die kleinen zu Haken.

lg
gruss
Philipp
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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Morgen Phillip,
Das ist mir auch schon einige Male passiert, wenn auch in erster Linie mit Aitel. Ich bin aber nicht sicher, ob die Trockenen den Großen zu klein sind und damit den Aufwand nicht wert sind, oder ob sie den Braten riechen. Manchmal kann man sie noch mit einer gezogenen Irresistible locken. Oder auch mit kleinen Nymphen, bei denen sie eogentlich nur das Maul wieder zumachen müssen. Oder gleich mit Nassfliege ran. Eine fette Sparkle pupa ist da immer gut dabei!

Viele Grüße
Martin
Gründungsmitglied der Gesellschaft zum Schutz der Nassfliege n.e.V.
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gespliesste
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Ungelesener Beitrag von gespliesste »

Hallo Philipp,

das hat in erster Linie mit der Energiebilanz zu tun. Wenn der Aufwand für den Fisch höher ist als der Ertrag, lohnt es sich nicht zu steigen.
Damit eine grosse Forelle sich auf den weg an die Oberfläche macht, gibt es aus meiner Erafhrung drei wesentliche Gründe:

1. Da oben kommt ein dicker einzelner Brocken vorbei (Stichwort Hopper, Tschernobyl Ant, Maus oder sonstige Grossfliege)

2. Es ist ein Schlupf im Gange und die Forelle stellt sich unter der Oberfläche oder an einer seichten Stellen ein. Also mit wenig Aufwand kann die Forelle viele kleine Fliegen in kurzer Zeit erbeuten.

3. Reiz. Immer mehr Fliegenmuster sind in erster Linie Reizfliegen. Dazu kommt noch das man sie mit einer verführerischen Bewegung fischen sollte.
Ober, bestimmt schon mal beobachtet das die Forellen auf den Neon-Bissanzeiger Beissen.

Kleine Fische kann man fast immer zum steigen bewegen, da sie in der relation nicht viel Energie brauchen und dazu unerfahren sind. Für die Grossen muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und gut beobachten können.

Aber die meisten grossen Forellen kann man auch auf Trockene fangen. Wenn die Forellen zu tief stehen, als das man eine Nymphe mit ordentlicher Drift anbieten könnte und sie dazu schon alle Streamer auswendig kennen, so ist die beste Chance sie im letzten Licht bei einsetzendem Sedge-Schlupf in der Futterlinie des Pools auf Trockene zu fangen. Flüsse mit massenhaften Maifliegen- oder Steinfliegenschlüpfen sind natürlich auch gute Kandidaten. Aber selbst auf #24'er Trycos steigen kapitale Fischen.

Die Bilder hab ich vor zwei Wochen gemacht, man hat leider keinen Bezugspunkt, aber der Fisch hat über 80cm und ist wiederholt gestiegen.

Bild

LG,

Olaf
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sepp
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Steigende Fische

Ungelesener Beitrag von sepp »

Hallo zusammen
da möchte ich auch mal wieder meinen Senf dazu geben: In vielen größeren Gewässern besteht der Bestand an größeren Forellen aus Besatzfischen und die kennen noch keine Insekten, nur Pellets, und bis sie mehr Erfahrung sammeln können sind sie schon wieder verschwunden.
Beste Grüße
Sepp
Philzlaus
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Ungelesener Beitrag von Philzlaus »

Danke mal für euer Antworten. Die Fische schaun alle sehr natürlich aus. Zumindst die kleinen sind Wundschön gezeichnet und sehen ganz und gar nicht nach Besatzfischen aus. Auch die grösseren mit der Nymphe gefangenen. Ich werd einfach paar grosse Muster binden und beim nächsten mal Probieren. Ich hab auch ne sehr sehr grosse Äsche stehen sehen aber die hat sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Hab sicherlich 20 Muster ausprobiert aber ohne Erfolg. Sie stand aber auch etwas Tiefer ~75cm-1m.
gruss
Philipp
Siegfried.
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Ungelesener Beitrag von Siegfried. »

Hallo Olaf,
is mir völlig egal ob die Fische steigen oder nich, aber verrat mir mal in welchem Gewässer du welche über 80 cm :shock: einfach mal so fotogrfieren kannst. Genau dasselbe will ich auch :mrgreen:

@Phillip Ohne Spaß, meine Grenze für die Einschätzung groß liegt deutlich tiefer, aber auch für die gilt schon, trocken nur für ganz kurze Phasen und wenn es sich für sie lohnt. Nymphe dagegen wird auch zu Zeiten genommen, wo man mal so rumhängt, wenn die so vorbei getorkelt kommt, dass man sie richtig bequem mal eben einatmen kann. Sogar die Reaktion, wenn der Haken dann sitzt ist anders als bei der Trockenen, nämlich oft zuerst mal gar nicht da. Menschlich würde ich sagen irgend etwas zwischen ungläubig und ärgerlich und es dauert dann meist auch eine ganze Zeit bis man sich entschließt doch mal den Kampf aufzunehmen.

@sepp, du hast völlig recht für die Besatzviecher, ich fische aber auch an einem Wasser wo es daneben echt wilde Regenbogner gibt und die steigen deutlich öfter und bis zu größeren Größen als die ebenfalls wilden BF auf Trockene.

Siegfried
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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

Hi,
Forellen und Äschen ernähren sich zu 80-90% von Larven, welche bekanntermaßen grundnah vorkommen. wenn du jetzt ein nahrungsreiches Gewässer hast (wie z.B. bei uns ein Karstbach mit viel Bewuchs) gibt es für die Fische wenig Anlaß zu steigen, weil unten der Tisch reichlich gedeckt ist. Im schnell fließenden, nahrungsarmen Gebirgsbach bekommst du auch öfters ne größere an die Trockene, weil Nahrungsangebot gering und nicht allzu oft ein dicker Happen vorbeikommt. Entsprechender Befischungsdruck trägt natürlich auch dazu bei, daß ältere Fische vorsichtiger sind.
Gruß Karl
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webwood
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Ungelesener Beitrag von webwood »

In vielen größeren Gewässern besteht der Bestand an größeren Forellen aus Besatzfischen und die kennen noch keine Insekten, nur Pellets,
Servus Sepp,

hast Du grad Pelletfliegen in deinem Laden? :lol: an der Ammer geht grad gar nix, Ich schau dann schnell mal vorbei.

TL

Thomas
Angler sterben nie, die riechen nur so.
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gespliesste
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Ungelesener Beitrag von gespliesste »

Hallo,
Karl hat geschrieben:wenn du jetzt ein nahrungsreiches Gewässer hast (wie z.B. bei uns ein Karstbach mit viel Bewuchs) gibt es für die Fische wenig Anlaß zu steigen, weil unten der Tisch reichlich gedeckt ist.
du hast natürlich recht, das die Fische den überwiegenden Teil ihrer Nahrung unter der Oberfläche zu sich nehmen, aber auch oder gerade in sehr nahrungsreichen Gewässern steigen die Fische nach meiner Erfahrung zu gegebener Zeit.
All die vielen Nymphen schlüpfen ja irgendwann mal und es gibt kaum eine leichtere und verführerische Beute als massenhaft frisch geschlüpfte Insekten auf der Oberfläche. Selbst besetzte Forellen, die vorher nur Pellets zwischen den Kiemen hatten, haben das nach wenigen Tagen kapiert.

Die Flüsse mit den höchsten Nahrungsaufkommen wie z.B. die Gacka (Kroatien), Kreideflüsse in Südengland der Unec (Slowenien) oder Silver Creek (USA) haben alle spektakuläre Schlüpfe und damit Trockenfliegenfischerei zu bieten. Aber auch hier im Sauerland fängt man sehr gut mit der Trockenen.

Natürlich alles zu seiner Zeit. Trockenfliegenfischen heisst viel beobachten, sich sehr umsichtig am Fluss bewegen und öfter auch mal abwarten. Man muss rausfinden wann und wo die Fische im jeweiligen Flussabschnitt Oberflächennahrung zu sich nehmen.
Ich sitze gerne auch mal ein- zwei Stunden an einem vielversprechenden Pool und warte ab was passiert. Auf Verdacht alles abfischen bringt nur Unruhe und vergrämt die Fische.

Wenn man sofort in jeden Pool reinstiefelt und im Chech Nymphing Stil das Wasser umpflügt, wird auch kein guter Fisch mehr steigen. Steigenden Fischen darf man nach meiner Erfahrung niemals so nahe kommen wie Nymphenden. Auch wenn sie nicht sofort wegschwimmen, so stellen sie sich oft wie ein Brett an den Grund und stellen die Nahrungsaufnahme vorübergehend ein.

Ich denke aber das ganze ist vielen zu anstrengend, mit der Nymphe geht ja in den Gumpen fast immer und überall was. Ein Stück weit kann ich das auch verstehen, wenn man nicht so oft ans Wasser kommt will man auch was fangen und nicht erst mal am Ufer rumsitzen. Dazu muss man beim Nymphen i.d.R. nicht lange nach der richtigen Fliege suchen.

Aber wer sich die Mühe macht, wird mit einer für mich unvergleichlichen Fischerei belohnt. Wenn dann im Pool meist kurz vorm anderen Ufer ganz feine Stiege zu erkennen sind und nach einer gelungenen Drift die Imitation genau an der vorhergesagten Stelle langsam eingesogen wird und kurz danach das Wasser explodiert - na ja ihr wisst schon ... :-({|=


LG,

Olaf
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Ralf
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Ungelesener Beitrag von Ralf »

Moin Philipp,

Gegenfrage: Warum haben die Fische wohl ihre Größe erreicht?

Genau, weil sie viel Erfahrung haben, viele Fliegen schon gesehen haben und bei guten Sichtbedingungen i.d.R. den Braten riechen.

Ich muss zugeben, dass ich mich mit deutschen oder alpenländischen Flüssen nicht auskenne. Meine Erfahrungen beruhen nur auf vielen Lapplandurlauben. Doch gerade in Bezug auf Forellen sind diese recht eindeutig. Die besten Fische gingen meist bei trübem regnerischem Wetter oder in der Dämmerung auf die Fliege. Das sind in meinen Augen eher gute Bedingungen für größere Fische, die Konturen der Fliege sind dann nicht mehr so scharf und auch das Vorfach wird schlechter erkannt.

Und eines war bisher bei guten Sichtbedingungen ziemlich auffällig: richtige Trockenfliegen, die wirklich auf dem Wasser schwimmen, waren nicht so erfolgreich wie leicht eingesunkene Fliegen wie z.B. Emerger. Das gilt extrem (dort oben, wohl gemerkt) für Ameisenimitationen, wenn diese im Oberflächenfilm hängen, werden sie viel ruhiger, ja entspannter genommen, während hoch aufschwimmende Ameisen oft abgelehnt werden. Die Fische scheinen zu wissen, dass eine fast ertrunkene Ameise nicht mehr abheben wird, eine frisch gelandete aber jederzeit wegfliegen kann. Da lassen die Fische die eventuell vergebene Mühe bleiben. Ähnliches habe ich aber auch bei Sedge-Emergern (u.a. Superpuppa) festgestellt. Und Ausnahmen von dieser "Regel" gibt es natürlich auch. Eine sehr große gut gebundene Maifliege wie die Mohikan-Mayfly in 2-3cm Größe lockte schon so manchen steigfaulen Brocken an die Oberfläche, auch wenn gar keine Stiege zu sehen waren.

Versuch es mal abends oder bei schwüler gewittriger Luft, vielleicht mit einsetzendem Regen, das ist eher "Großfisch"-Wetter.

Grüße

Ralf
Angeln ist weit mehr als ein Hobby, es ist eine Lebensart.
Philzlaus
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Ungelesener Beitrag von Philzlaus »

Danke die vielen Beiträge... Ihr habt alle recht aber ihr müsst mich auch verstehen. Ich hab 1-2mal das Monat zeit zum fischen an einem mir leider noch völlig neuen Gewässer. Die Erfahrung wird bei mir erst kommen. Aber ich bin trotzdem sehr interessiert an dem wie, wann und wo. Aber mal schon, es wird ja schon noch werden.
gruss
Philipp
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