Große Regenbogenforelle

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

Moderatoren: Maggov, Forstie, Michael., Olaf Kurth

Anfängerhoch3
Beiträge: 62
Registriert: 08.01.2008, 14:14
Danksagung erhalten: 1 Mal

Große Regenbogenforelle

Ungelesener Beitrag von Anfängerhoch3 »

Hallo
Am Wochenende ist mir eine große Forelle ( ca. 60cm )
durch die Lappen gegangen. Gebissen hat Sie mitten
in der Strömung. Dachte zuerst an nen Hänger, dann nach kräftigen
ziehen hat Sie sich erstmal in Bewegung gesetzt Richtung Stromaufwärts.
Dann hat Sie einen Luftsprung gemacht,daß mir die Knie
gezittert haben. Dann ist Sie vollgas Stromab geschwommen.
Bis ca. 20 Meter von 100 Meter Backing herunterwaren,
bekam ich Panik und hab die Bremse etwas zugedreht.
Postwenden ist der Haken ausgeschlitzt.
Was meint Ihr , hätt ich die Bremse so lassen sollen und
hoffen, daß die Talfahrt irgendwann stopt oder hatt ich einfach
nur Pech.
Ahja, hinterhergehen war Aufgrund der Strömung nicht möglich.
LG Micha
Benutzeravatar
Mario Mende / Sachsen
Beiträge: 781
Registriert: 10.10.2006, 14:21
Wohnort: Leipziger Land
Hat sich bedankt: 2 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Mario Mende / Sachsen »

Hallo Micha,
vielleicht hat sie auch nur spitz gebissen gehabt und ist dadurch ausgeschlitzt.

Ich lasse Fische die in die Strömung gehen, nach Möglichkeit so lange wie möglich laufen, irgendwann steht die dann.

Die dicken Rainis sind wie Seeforellen, eine karpfenähnliche Flucht von 60m und dann kann man die "meist" ranbringen. 100m Backing reichen da normal aus.

Mach dir nix draus!!

Iss wie bei den Frauen: DIE man nicht bekommt, bleiben länger im Gedächtnis! :D :D
Vergräme den Kormoran, nicht den Fisch!

Mario
Anfängerhoch3
Beiträge: 62
Registriert: 08.01.2008, 14:14
Danksagung erhalten: 1 Mal

Ungelesener Beitrag von Anfängerhoch3 »

Ja, das ist gar nicht so leicht, da die Ruhe zubewaren. :)
Vorallem wenn dann Alles so schnell geht.
Und beim nächsten mal, werd ich die Forelle mal ziehen
lassen.
Ansonsten bin ich gar nicht so traurig, daß Sie mir abhanden
gekommen ist, da ich ja trozdem einen unvergesslichen Drill
bekommen habe.
Wie ist eigentlich die Rutenhaltung!? Hab mal gehört,Sie Rute
sollte soweit wie möglich hoch gehalten werden.
Ahja werd jetzt irggendwie am 10Meter vor Ende des Backings
eine Makierung anbringen. Damit ich weis, wann Schluss ist.
LG Micha
Benutzeravatar
Nymph-Tom
Beiträge: 286
Registriert: 09.04.2008, 12:29
Wohnort: Norwegen

Ungelesener Beitrag von Nymph-Tom »

Hallo,

ich habe die erfahrung gemacht dass man die Fische die man sehr weit laufen lässt, also durch Stomschnellen etc, leichter verliert. Ich hatte auch ab und zu mal Fische die man einfach nicht bremsen kann, vor allem mit leichtem equipment und dünnem Tippet.
Es ist meiner Meinung nach sehr schwierig einen 100m oder mehr entfernten Fisch durch Stromschnellen etc. wieden nach oben zu bekommen.

Deshalb ist meine Methode dem Fisch so gut wie möglich zu folgen. Dies ist je nach Gewässer natürlich nicht immer möglich oder schwierig und man kann auch ab und zu mal baden gehen aber das nehme ich in kauf wenn ich nen Fisch von 2 oder gar 3kg dran habe. Falls du ihn dann doch verlierst, sowas bleibt in Erinnerung.

In speziell einem Fluss wo ich mehrmals dieses Problem hatte, bin ich deshalb mit meiner Schnurstärke mit der Zeit immer höher gegangen und ich denka das zahlt sich aus.

Gruss,
Tom
Benutzeravatar
Cuchulainn
Beiträge: 371
Registriert: 04.02.2009, 20:14
Wohnort: An der Isar

Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Hi Tom,
Eine Frage, bei was für einer Tippetstärke bist du jetzt angekommen? Mich würds nur interessieren, weils mir genauso geht.

Viele Grüße
Martin
Gründungsmitglied der Gesellschaft zum Schutz der Nassfliege n.e.V.
Maggov
Moderator
Beiträge: 5549
Registriert: 28.09.2006, 14:21
Wohnort: München
Hat sich bedankt: 308 Mal
Danksagung erhalten: 401 Mal

Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo zusammen,

ich persönlich fische kein Tippet unter 2 Kg Tragkraft (der Durchmesser ist mir wurscht, ich schaue eher auf die Tragkraft).

Generell heißt es dass mit zunehmend auslaufender Leine und damit verbundenen niedrigeren Durchmesser der Spule (mit der verbleibenden Schnur) die Bremskraft zunimmt. Weiters hat die Schnur im Wasser einen Eigenwiderstand der zusätzlich auf Tippet und Haken drückt. Von daher ist es sinnvoll mit einer hohen Rutenhaltung möglichst viel Schnur aus dem Wasser zu heben.

Wenn man den Fisch zu hart rannimmt und der Haken ausschlitzt dann gibt es m.M. nach 3 Möglichkeiten:

1. der Haken biegt sich auf (offensichtlich wenn er aufgebogen bleibt, bei dünndrähtigen Trockenfliegenhaken (z.B. dem 103BL) biegt sich dieser auf und schnellt dann wieder zurück

2. Haken sitzt nicht gut (z.B. vorne oder in einer dünnen Hautpartie)

3. Der Fisch schlägt mit dem Schwanz in die Schnur (dies merkt man klar durch starke Rucke die durch die Rute gehen). In diesem Fall wurden m.M. nach 2 Fehler begangen, entweder man hält die Rute zu steil nach hinten und sie kann die Schläge nicht ausreichend abpuffern (bei Ruten mit Spitzenaktion noch extremer) oder man hat die Schnur exakt paralell zum Fisch geführt während dieser abzieht (hier hilft eine schräge Auslagerung der Rute).

Wenn Fische mit der Strömung fliehen und ich sie weder durch eine Seitwärtverlagerung (das hilft oft sehr) oder verstärkten Druck nicht halten kann dann gehe ich ebenfalls so gut wie möglich dem Fisch hinterher. V.a. um möglichst wenig Leine im Wasser zu haben und damit auch den Druck auf den Fisch über die Rute besser steuern zu können. Das Abwägen bei wieviel Schnur draussen und bei welchen Strömungsverhältnissen noch zusätzlicher Druck über BRemse oder Rute für das Tippet oder den Haken verträglich ist, bedarf serh viel Erfahrung.

Tarponfischer empfehlen die Rute zu senken wenn der Fisch springt - bei Forellen tue ich dies nicht da ein Tippet mit > 2 Kilo Tragkraft und eine entsprechende Rutenhaltung bei mir noch nicht zum Vorfachbruch geführt haben (T. sind ja auch etwas schwerer) und ich so den widerhakenlosen Haken über die Spannung im Maul sicherer halten kann.

LG

Markus
Benutzeravatar
Nymph-Tom
Beiträge: 286
Registriert: 09.04.2008, 12:29
Wohnort: Norwegen

Ungelesener Beitrag von Nymph-Tom »

Hallo Martin,

0,20 - 0,22

Tom
Benutzeravatar
Achim Stahl
Beiträge: 1872
Registriert: 07.04.2007, 12:48
Wohnort: Kiel, direkt an der Kyste
Hat sich bedankt: 175 Mal
Danksagung erhalten: 726 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Hallo Micha,

es gibt Situationen, da hat man "verspielt". Wenn ein Fisch in starker Strömung stromab schwimmt und man ihm nicht folgen kann, ist das so ein Fall. Es würde schon an ein Wunder grenzen, käme so ein Fisch wieder gegen die Strömung über 100 Meter zurück.

Kannst du dem Fisch nicht folgen, hilft nur, von vorn herein so viel Druck zu machen wie Tippet- und Hakenstärke gerade noch zulassen und zu versuchen, den Fisch irgendwie aus der stärksten Strömung rauszuhalten. Wenn er ausschlitzt, hat man Pech gehabt, dann hatte der Haken nicht richtig gefasst. Aber man hat zumindest alles versucht.

Ansonsten sehe ich es wie Tom: wo man große Fische vermutet, ist ein entsprechend starkes Tippet angebracht.


Viele Grüße!


Achim
Früher war mehr Lametta!
Benutzeravatar
greypanther
Beiträge: 1161
Registriert: 01.10.2007, 19:52
Wohnort: Märchenstadt
Hat sich bedankt: 12 Mal
Danksagung erhalten: 136 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von greypanther »

Hier noch ein kleiner Tipp zu dem Thema in die Runde.
Die Lösung in solchen "Problemfällen" bringt oft ein Trick, der aus der Lachsfischerei stammt: Schnur hinter dem Fisch herwerfen.
Will sagen, dass man bei einem großen Fisch, der stromab stürmt, nicht versuchen sollte, ihn mit aller Gewalt davon abzuhalten. Ein viel besseres Rezept ist da schon, so schnell als möglich einige Meter Schnur abzuziehen und im Rollwurf stromab in Richtung des Fisches zu werfen. Die Strömung nimmt diese dann mit und formt unterhalb des Fisches einen Schnurbauch. Das wiederum verändert die Zugrichtung im Maul des Fisches von stromauf nach stromab. Die natürliche Reaktion ist dann in den allermeisten Fällen, dass er entgegen dem Zug, d.h. wieder stromauf, schwimmt und brav wie ein Lamm an den eigenen Standort heran kommt.
So funktioniert es in der Theorie. In der Praxis braucht man für diesen Trick allerdings einen kühlen Kopf, stabile Knie und ein wenig Übung.
Gruß
Klaus


"Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen"
Platon (panta rhei)
Maggov
Moderator
Beiträge: 5549
Registriert: 28.09.2006, 14:21
Wohnort: München
Hat sich bedankt: 308 Mal
Danksagung erhalten: 401 Mal

Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Klaus,

den "Trick" kenne ich auch, das Problem ist meist jedoch, dass bei einem Durchstart der Forelle Du innerhalb von Sekundenbruchteilen einen Rollwurf von 20 Metern bräuchtest und die Gefahr besteht dass bei dieser Taktik die Leine durchhängt und sich der Fisch aushakt.

Ich habe gute Erfahrungen bei dem Brachialvorgehen (wie es Achim beschreibt) gemacht wenn man die Rute seitlich & stromabwärts ausgerichtet auslagert. Der seitliche Zug bringt den Fisch sehr aus der ursprünglichen Fahrtrichtung in das ruhigere Wasser am Rand (verschafft Zeit um zu folgen oder die Möglichkeit mehr Druck aus zu üben).
Schafft man es in den ersten Sekunden des Drills die Rute entsprechend zu verlagern so flüchtet der Fisch in den meisten Fällen auch stromauf (weil gegen den Zug)

LG

Markus
Benutzeravatar
greypanther
Beiträge: 1161
Registriert: 01.10.2007, 19:52
Wohnort: Märchenstadt
Hat sich bedankt: 12 Mal
Danksagung erhalten: 136 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von greypanther »

Ja, Markus, da ist was dran. Ich muss zugeben, diese Methode funktioniert am besten, wenn der Fisch nach dem ersten wilden Run mal kurz in der Strömung stehen bleibt und Luft zu holen und man so etwas Zeit gewinnt, das ganze "Manöver" durchzuführen.
Gruß
Klaus


"Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen"
Platon (panta rhei)
Anfängerhoch3
Beiträge: 62
Registriert: 08.01.2008, 14:14
Danksagung erhalten: 1 Mal

Ungelesener Beitrag von Anfängerhoch3 »

Noch ne Frage hab ich, wie macht Ihr es wenn der Fisch stromauf
schwimmt und dann kehrt macht. Dann heißt es ja so schnell wie
möglich Schnur einholen. Kurbelt Ihr dann wie blöd oder zieht Ihr
die Schnur mit der Hand ein, da es ja doch schneller geht.
LG
Benutzeravatar
Simon B.
Beiträge: 454
Registriert: 28.09.2006, 11:21
Wohnort: Ingolstadt
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 9 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Simon B. »

Anfängerhoch3 hat geschrieben:Noch ne Frage hab ich, wie macht Ihr es wenn der Fisch stromauf
schwimmt und dann kehrt macht. Dann heißt es ja so schnell wie
möglich Schnur einholen. Kurbelt Ihr dann wie blöd oder zieht Ihr
die Schnur mit der Hand ein, da es ja doch schneller geht.
LG
Hallo,
da ist eine Rolle mit Übersetzung sehr hilfreich.
Gruß Simon
Benutzeravatar
hechtmichel
Beiträge: 351
Registriert: 01.11.2006, 20:18
Wohnort: Hergatz
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von hechtmichel »

Servus Micha,
wenn der Fisch mir entgegenkommt dann hol ich die Schnur mit der Hand heran, weil es, wie due gesagt, schneller geht.
Danach klemm ich sie in die Rutenhand ein und rolle mit der anderen Hand die Schnur wieder auf.

TL Michi
Benutzeravatar
Joerg Giersbach
Beiträge: 1131
Registriert: 28.09.2006, 12:41
Wohnort: Hessen
Hat sich bedankt: 87 Mal
Danksagung erhalten: 104 Mal

Ungelesener Beitrag von Joerg Giersbach »

Hallo Micha!
Mach dir nix draus,ist mir auch schon passiert!
1 Woche später hatte ich sie dann!
Gruß Jörg
http://www.hostpix.de/show.php?img=2147 ... 5.jpg.html
-Das Leben ist zu kurz um nicht mit Bambus zu fischen-
Antworten