Schmelzwasser

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Mahlzeit!

Um eine nennenswerte Veränderung des pH-Wertes zu bewirken, braucht es eine Temperaturänderung von etwa 20 Grad. Am ehesten könnte ich mir eine Veränderung des pH-Wertes erklären durch die den hohen Anteils an Schmelzwasser, was indirekt ja Niederschlag ist, der sauer ist, aber null Kalk als Puffer beinhaltet. Bei der Schmelze werden große Mengen an Säure ins Gewässer einträgt. Bei einem plötzlichen Säuresturz (besonders in kalkarmen Gewässern) können Metallionen aus stabilen Verbindungen am Gewässerboden herausgelöst werden, z.B. Aluminium, Eisen, Kupfer, ....
Das ist es auch, was in den skandinavischen Gewässern die Fischsterben auslöst, ausser dem Umkippen der Gewässer.
Gründungsmitglied der Gesellschaft zum Schutz der Nassfliege n.e.V.
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hi Moreno,

ich habe im Frühjahr bei Gewässern die Schneewasser (soviele Gletscher haben wir in DE nicht) führen auch immer wieder mal Ausschläge an den Händen bekommen. Allerdings auch an Gewässern wo ich verstärkt in Kontakt mit Abrieb von Felsen zu Tun hatte. Ich denke dieser Ausschlag ist eine Reizung der Haut aufgrund des Steinstaubs. Bei mir hat Sonnencreme immer noch einen verstärkenden Effekt hervorgerufen (kratzen natürlich auch). Am Besten hat mir das Waschen mit Leitungswasser und Seife geholfen, danach sind die Reizungen so gut wie unmittelbar weg.

@Gebhard:

Schnee- und Gletscherwasser unterscheiden sich sicherlich - aber auch Schneewasser bringt Steinabrieb mit.

LG

Markus
Isoperla
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Ungelesener Beitrag von Isoperla »

Tom hat geschrieben:Hallo,
bin weder Biologe noch Chemiker, aber aus der Literatur weiß ich, dass unter sechs Grad Celsius Forellen kaum beißen und extrem träge sind.
Viele Grüße
Tom
Teilweise wahr aber beim Eisfischen beissen trotzdem die Forellen, so
unmöglich ist es nicht.
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momo
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Ungelesener Beitrag von momo »

Ciao a tutti

Da hat's ja ein paar ganz gute Überlegungen dabei. Danke euch allen für eure Beiträge. Insgeheim hatte ich auf fundierte Tatsachen gehofft, solche die wissenschaftlich untersucht worden sind. Offenbar gibt's das (noch) nicht. Sollte also mal ein FliFi ein Thema für seine Doktorarbeit brauchen: Hier werden Sie geholfen!

Liebi Grüess us de Schwiiz

Moreno
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Pfiffie
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Ungelesener Beitrag von Pfiffie »

Es ging ja nicht um den Temperaturabhängigen PH sondern um die Veränderung durch Schmelzwasser das durch Schmelzen des Schnees in den Fluss gelangt.

Ich war heute an einem Gewässer was noch gut unter 6 Grad kalt ist, trotzdem war die forelle recht Fit unterwegs. Lediglich ihre Standplätze sind nicht wie gewohnt im Flachen oder irgendwelchen pools, Gumpen ect.. Vielmehr fand ich sie dort wo kaum Strömung war (sofern sie diese möglichkeit haben)


Sicher ist die Forelle weitaus träger als bei 15 grad wassertemperatur, trotzdem denke ich das sie blitzshcnell zuschlägt wenn man bei guten verhältnissen (keine shcneeschmelze) ihr einen Happen präsentiert auch wenns unter 6 grad sind.
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Barramundi
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Ungelesener Beitrag von Barramundi »

Also, tut mir leid, dass so sagen zu müssen, aber wer behauptet, ein plötzlicher Temperatursturz spiele bei wechselwarmen Tieren (also auch Fischen) kaum eine Rolle, der hat, bei allem Respekt, leider von grundlegenden biologischen Prozessen nicht besonders viel Ahnung. DIES IST eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache. Natürlich können Aklimatisationsprozesse dazu führen, dass die Nahrungsaufnahme bei niedrigen Temperaturen wieder aufgenommen wird, aber eben nicht innerhalb weniger Stunden, da der Einschnitt in den Energiehaushalt doch sehr drastisch ist. Und es wird auf jeden Fall immer weniger Nahrung aufgenommen, da der Stoffwechsel langsamer läuft. Dass eine Forelle bei sechs Grad immer noch fit unterwegs ist, könnte daran liegen, dass diese zumindest in einigen Flüssen ein sehr niedrig liegendes Temperaturoptimum hat. ;-) Wenn allerdings innerhalb weniger Stunden (oder sogar Minuten) die Wassertemperatur um mehrere Grade sinkt, dann stellen auch diese Tiere die Nahrungsaufnahme vorübergehend ein. Und bei Schmelzwasser spielen neben der Temperatur ja auch noch andere Faktoren eine Rolle.

Gruß

Florian
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Pfiffie
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Ungelesener Beitrag von Pfiffie »

Hehe Barramundi :) ich schrieb eigentlich nix über einen Temperatursturtz, sondern nur über kalte Wassertemperaturen, denn ich frage mich gerade----->Sinkt denn bei Schneeschmelze die Wassertemperatur und wenn ja um wieviel Grad ? (ja schon wenns 1 grad runter geht macht sich einiges bemerkbar)

Aber eine Schneeschmelze ist durch warmes Wetter bedingt, ich glaube im moment nicht das da die Temperatur sinkt bei einen Wasser was eh schon 3-4 grad hat. Das friert dann beim schmelzen zu ?

Aber du hast recht, eine plötzliche Temperatursenkung hätte wahrscheinlich schon schlechtes Beissverhalten zur Folge. Ausser es geht von 24 auf 16grad, da glaube! ich gehts dann richtig ab :)




Grüße Maik
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Barramundi
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Ungelesener Beitrag von Barramundi »

Hallo Maik,

ich denke, ob es zum Temeperatursturz kommt, ist von mehreren Dingen abhängig. Vom Temperaturanstieg, der zur Schmelze führt. Vom Weg, den das Schmelzwasser bis zum und im Gewässer zurücklegt. Von der Temperatur des Gewässers usw.
Ich denke auch ein Temperatursturz von 24 auf 16 Grad, wird zunächst einmal eher Unwohlsein bei den Fischen auslösen, wenn er schnell erfolgt. Richtig ist aber, das 16 Grad deutlich näher am Temperaturoptimum der durchschnittlichen Forelle liegt, als 24 Grad ;-).
Schmelzwasser kann insofern einen erheblichen Absturz der Temperatur zur Folge haben, weil es eben bei kurz über Null Grad liegt. Wenn dieses in großen Mengen auf kurzen Wegen ins Gewässer gelangt, so ist der Temperaturabfall um einiges größer und schneller, als es durch die Lufttemperatur allein jemals möglich wäre, da Wasser eine sehr große Wärmekapazität hat.

Gruß

Florian
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Hmmm da ist was dran !

Wahrscheinlich ne Mischung aus allen vll ! Bin ja auch kein Biologe :)
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