Theoretische Frage
Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.
Theoretische Frage
Hallo zusammen,
ich befasse mich jetzt seit einiger Zeit mit dem Bau einer gespliessten.
Bisher habe ich allerdings nur ein paar "Probestückchen" aus Bambus gehobelt und geleimt um mich mit den Techniken vertraut zu machen.
Nun werden die einzelnen Streifen vor dem verleimen ja begradigt. Hier ist mir folgendes eingefallen:
Beim Bau laminierter Sportbögen (meist Bambus auf einem druckresistenten Holz) wird oft ein sogenannter Perry-Reflex eingebaut. D.h. beide Laminate werden entgegen der eigentlichen Biegerichtung des Bogens gespannt und so verleimt. Dadurch hat der fertige Bogen ungespannt einen Reflex. Wirkende Kräfte werden sozusagen ins Bogeninnere verlagert. Der Zugwiderstand erhöht sich und die Gefahr, dass der Bogen "Set" (eine permanente Biegung in Zugrichtung) bekommt reduziert sich drastisch.
Was wäre denn, wenn man die Tonkinstreifen vor dem Verleimen in "Bogenform" brächte, also eine gleiche Biegung aller Streifen.? Die Streifen würden sich (unverleimt) also an den Enden berühren und in der Mitte voneinander abstehen (Ich hoffe das ist verständlich).
Als Resultat stelle ich mir einen steiferen Blank vor. Man könnte die Materialdicke also entsprechend reduzieren. Ausserdem sollte die fertige Rute besser gerade bleiben.
Wie seht Ihr das?
Gruss
Stefan
ich befasse mich jetzt seit einiger Zeit mit dem Bau einer gespliessten.
Bisher habe ich allerdings nur ein paar "Probestückchen" aus Bambus gehobelt und geleimt um mich mit den Techniken vertraut zu machen.
Nun werden die einzelnen Streifen vor dem verleimen ja begradigt. Hier ist mir folgendes eingefallen:
Beim Bau laminierter Sportbögen (meist Bambus auf einem druckresistenten Holz) wird oft ein sogenannter Perry-Reflex eingebaut. D.h. beide Laminate werden entgegen der eigentlichen Biegerichtung des Bogens gespannt und so verleimt. Dadurch hat der fertige Bogen ungespannt einen Reflex. Wirkende Kräfte werden sozusagen ins Bogeninnere verlagert. Der Zugwiderstand erhöht sich und die Gefahr, dass der Bogen "Set" (eine permanente Biegung in Zugrichtung) bekommt reduziert sich drastisch.
Was wäre denn, wenn man die Tonkinstreifen vor dem Verleimen in "Bogenform" brächte, also eine gleiche Biegung aller Streifen.? Die Streifen würden sich (unverleimt) also an den Enden berühren und in der Mitte voneinander abstehen (Ich hoffe das ist verständlich).
Als Resultat stelle ich mir einen steiferen Blank vor. Man könnte die Materialdicke also entsprechend reduzieren. Ausserdem sollte die fertige Rute besser gerade bleiben.
Wie seht Ihr das?
Gruss
Stefan
- Grasfischer
- Beiträge: 337
- Registriert: 10.03.2009, 12:55
- Wohnort: BW
Hallo Stefan,
interessante Theorie, die wohl auch beim Bogenbau funktioniert. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würdest Du die Spleisse wie eine Art Banane in Form bringen. D.h. die Enden berühren sich und in der Mitte stehen sie von einander ab? Würde dann aber vermutlich die Kräfte bei einem Sechseck jeweils die gegenüberliegende Spleisse wieder aufheben, oder.
Was andere Rutenbauer auch machen, ist den Blank beim verkleben verdreht aufzubauen. Auch dieses erhöht die Steifigkeit.
Denke allerdings egal was man macht, wenn Dauerhaft eine Rute gefischt wird und beim Drill sie nicht ab und zu mal gedreht wird, kommt immer ein Set vor. Bei länger bzw. wärmer gebackenen später bei anderen früher. Ist aber auch nicht so schlimm, weil man zum Glück beim Werkstoff Bambus ihn immerwieder gerichtet bekommt.
Viele Grüße, Friedrich
P.S. Vielleicht kann man sich ja mal persönlich unterhalten, komme aus Herbrechtingen
interessante Theorie, die wohl auch beim Bogenbau funktioniert. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würdest Du die Spleisse wie eine Art Banane in Form bringen. D.h. die Enden berühren sich und in der Mitte stehen sie von einander ab? Würde dann aber vermutlich die Kräfte bei einem Sechseck jeweils die gegenüberliegende Spleisse wieder aufheben, oder.
Was andere Rutenbauer auch machen, ist den Blank beim verkleben verdreht aufzubauen. Auch dieses erhöht die Steifigkeit.
Denke allerdings egal was man macht, wenn Dauerhaft eine Rute gefischt wird und beim Drill sie nicht ab und zu mal gedreht wird, kommt immer ein Set vor. Bei länger bzw. wärmer gebackenen später bei anderen früher. Ist aber auch nicht so schlimm, weil man zum Glück beim Werkstoff Bambus ihn immerwieder gerichtet bekommt.
Viele Grüße, Friedrich
P.S. Vielleicht kann man sich ja mal persönlich unterhalten, komme aus Herbrechtingen
- Grasfischer
- Beiträge: 337
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Hallo,
jetzt wo Du es gerade erwähnt hast Peter, muß ich Dir Recht geben. Die Verformung beim Endhobeln kann ich auch bestätigen. Allerdings nur bei den Spitzenteil-Spleissen. Ob das jetzt von Vorteil ist oder auch nicht, oder auch ganz egal ist kann ich nicht beurteilen
.
Wie gesagt mit dem dauerhaft fischen meine ich auch keine Rute aus Deiner Vitrine
. Sondern wirklich Stöcke die zum fischen da sind und zwar die ganze Saison mehrmals die Woche einige stramme und stürmische Fische an den Haken bringen. Da empfehle ich wirklich die Rute ab und zu mal beim Drill um 180° zu drehen um einem Set entgegen zu wirken.
Gruß, Friedrich
jetzt wo Du es gerade erwähnt hast Peter, muß ich Dir Recht geben. Die Verformung beim Endhobeln kann ich auch bestätigen. Allerdings nur bei den Spitzenteil-Spleissen. Ob das jetzt von Vorteil ist oder auch nicht, oder auch ganz egal ist kann ich nicht beurteilen
Wie gesagt mit dem dauerhaft fischen meine ich auch keine Rute aus Deiner Vitrine
Gruß, Friedrich
[quote="Peter S."]...denn die Spleisse nehmen beim
Endhobeln automatisch genau die Form an, die Du beschrieben
hast. Du wirst das noch merken, wenn Du die erste Rute
baust.
...quote]
Genau da (beim Hobeln) ist mir auch dieser Gedanke gekommen.
Nur dachte ich bisher, die Spleisse werden vor dem Verkleben gerade gerichtet.
Gruss
Stefan
Endhobeln automatisch genau die Form an, die Du beschrieben
hast. Du wirst das noch merken, wenn Du die erste Rute
baust.
...quote]
Genau da (beim Hobeln) ist mir auch dieser Gedanke gekommen.
Nur dachte ich bisher, die Spleisse werden vor dem Verkleben gerade gerichtet.
Gruss
Stefan






