Fliegenruten mit ungeschliffener Oberfläche

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MichaelS
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Fliegenruten mit ungeschliffener Oberfläche

Ungelesener Beitrag von MichaelS »

Hallo Forum,

ich habe eine Frage zu Fliegenruten mit ungeschliffenen Blanks. Früher gab es die mal von Orvis bzw. bei HRH in Zürich, sie scheinen jetzt aber ausgelaufen zu sein bzw. auszulaufen. Das Argument für ungeschliffene Blanks ist wohl, daß sie stabiler sein sollen, da die Fasern durchs Schleifen nicht unterbrochen werden. Dagegen spricht anscheinend nur die Optik.
Eure Meinung dazu würde mich interessieren.

Viele Grüße

Michael
Eckat

Ungelesener Beitrag von Eckat »

Tach ersma

Ich hab' leider auch nur Informationen aus zweiter hand,sozusagen....

Ich habe vor einiger Zeit irgendwo gelesen das durch das Nichtschleifen
der Blank bei gleichem Gewicht eine höhere festigkeit hat,wegen
der bereits erwähnten nicht unterbrochenen Fasern.
Auch stand dort das die Schnur nicht so stark am Blank klebt,weil
sie ja nicht in voller Länge mit dem Blank Kontakt hat,sondern nur an
den einzelnen hervorstehenden Fasern.
Dadurch soll die Schnur auch besser durch die Ringe schießen/gleiten.
Ich finde die Optik/Haptik auch nicht schlecht,finde ich schöner als hochglänzende und womöglich noch grelle Farben....
Ich sach nur Schlaufe gelbe Linie :wink:

Gruß Eckat
el-forello
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Hallo Michael,
ich fische eine dieser HRH-Ruten und kann sie nur empfehlen bzw. würde ich sie sofort wieder kaufen.

Gruß
Peter
... der mit dem Weib fischt !
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dgspec
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Ungelesener Beitrag von dgspec »

Moin,

..na ganz ist das nicht so - unser lieber hrh liegt ja öfters mal mit seinen Meinungen quer. die geriffelte oberfläche ist teil des fertigungsprozesses und hat nichts aber auch garnichts mit beschädigung von fasern zu tun. bei der herstellung wird eine speziell zugeschnittene kohlefasermatte (sogenannter pre peg ) straff um einen stahlkern (der bestimmt das taper der fertigen rute) gewickelt bzw gebügelt. damit dieser prepeg seine gewicklete form behält wird nun diese gewickelte matte mit einer speziellen folie (ähnlich cellophan) straff umwickelt. dieser rohling geht jetzt in einen speziellen ofen und wird "gebacken" - spezielle harze , die vorher dem prepeg bereits beigegebn wurden verflüssigen sich und verbinden so dauerhaft die kohle oder sonstwas fasern. dieses harz tritt auch aus dem blank aus. wickelt man nach dem abkühlen nun das celloband ab hat das ausgetretene harz eben diese "spuren" auf dem blank hinterlassen. es wird also lediglich überflüssiges harz vom blank abgeschliffen - die fasern sind nicht betroffen. selbst wenn das schleifen von carbon fasern erfolgt bedeutet das keinen einbruch in der leistung- wenn ja gäbs keine eingeschliffenen spitzen, zapfen etc. das abschleifen ist lediglich ein kosmetischer vorgang. ungeschliffene blanks müssten daher etwas preiswerter sein, da ja min. ein verarbeitungsprozess unterbleibt. ich selber mag ungeschliffene blanks wegen der optik. der effekt des "nicht kleben bleibens der schnur" ist gering und imho vernachlässigbar. so- macht euch keine sorgen - auch die geschliffenen blanks sind nicht weniger stabil - alles andere könnt ihr unter "urban legends" ablegen.

gruss dirk
ich mag ananas
MichaelS
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Ungelesener Beitrag von MichaelS »

Hallo zusammen,

zunächst mal vielen Dank für Eure Beitrage zu meinem Anliegen.

@Dirk
Vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung über das Entstehen der Riffelung, das erklärt denke ich die Situation.

Grund meiner Umfrage ist allerdings auch ein kleines Erlebnis. Ich hatte mir vor Jahren eine 6'6"-Rute aus einem HRH-Blank für die Bäche, die ich im Schwarzwald befische, gebaut. Die Bäche sind ziemlich verwachsen und Hänger im hinteren und seitlichen Blattwerk sind bei mir keine Seltenheit. Wenn die Fliege im Blatt hing, habe ich sie einfach mit einem Ruck versucht freizurupfen, hing sie im Ast, wurde es halt komplizierter bis evtl zum Verlust der Fliege. Eines schönen Tages habe ich die Rute leider im Handteil unrettbar zerstört und ein neues Handteil bekam ich nicht mehr.
Ich habe mir dann eine neue Rute gekauft und zwar die einzige, die ich in Klasse 5 mit 6'6" gefunden habe. Beim zweiten Fischen im Bach hatte ich wieder einen Hänger im Baum. Ein kurzer Ruck - ein Knall - und das Spitzenteil war buchstäblich atomisiert. Nur ein kleines Stück mit dem Spitzenring hing noch an der Fliege, vom Rest habe ich kein Stück mehr gefunden. Der Händler hat mir anstandslos das Spitzenteil ersetzt, aber ich habe offen gestanden kein richtiges Vertrauen in die Rute. Vielleicht sollte man Hänger gar nicht mit der Rute freirupfen???
Oder habe ich eine schlechte Rute erwischt?
Die Rute ist sehr zierlich im Vergleich mit der riffeligen HRH-Rute. Deshalb hatte ich die Vermutung, daß an der HRH-Version was dran ist. Deine Argumente, Dirk, sind aber nicht von der Hand zu weisen.

Viele Grüße

Michael
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Heinz
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Hallo Michael,

ich weiss zwar, dass da und dort empfohlen wird, Hänger mittels rollwurfartiger Technik zu lösen, halte aber nichts davon. Sollte es mir bei einem Wurf passieren im Gras gegnüber zu landen (kommt auch bei mir gelegentlich vor), dann versuche ich es , wenn es wirklich im Gras ist mittels O pickup-aber nicht bei einer Gespließten und nur sehr, sehr vorsichtig. Sonst lasse ich es lieber, drehe mich um, stelle die Rute ab, und ziehe an der Flugschnur. Manchmal löst sich der Hänger, manchmal auch nicht-kostet gelegentlich eine Fliege, aber besser eine Fliege als ein Teil einer Rute (ich unterlasse das selbst bei meinen Sages, wo der Bruch durch Garantie auch in diesem Fall abgedeckt wäre).

Grüsse
Heinz
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hshl
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Hallo Michael,
ich fische einige der älteren HRH Ruten von Orvis. Sie sind mir immer treue und zuverlässige Begleiter ! Und sie brauchen den Vergleich mit den neuen Rutenserien überhaupt nicht zu scheuen.
Ungeschliffene Ruten alleine sind noch kein Garant für Robustheit. Erst im zusammenhand mit nieder bzw. mittlerer Modulation der Kolefaser i.V.m. nicht zu geringer Wandstärke können Ruten mehr ab. Die HRH- Ruten der alten Serie habe das vereint, weshalb Sie erst bei 'ner zuschlagenden Autotür nachgeben müssen...

Grüße, Tobias
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