Striper in Europa????

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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strongbow
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Striper in Europa????

Ungelesener Beitrag von strongbow »

Ein amerikanischer Kollege, dem ich meine hiesigen Salzwasserfliegenexperimente berichtet habe, fragte an, wie es hier mit der Striper-Fischerei aussehe. Ich mußte verständnislos mit den Schultern zucken.

Er ist sich aber ganz sicher, dass es (erfolgreiche!) Versuche gegeben hat, Striper in *good old Europe* heimisch zu machen. Bei der manischen Lust gerade der Briten an der Faunenverfälscbung würde er mich eher wundern, wenn derartige Versuche unterblieben wären (habe z. B. gerade im River Nore/Irland auf Hasel gefischt, die dort seit einigen Jahren in rekordverdächtigen Größen und Mengen vorkommen. Ein echter Tipp für die Freunde des Besonderen. Ursprünglich heimisch waren diese Viecher da natürlich nicht...Ebenso wenig wie alle Salmoniden, die man heute in Neuseeland fangen kann, von den Brownies bis zum Chinnook! :roll: ).

Wie auch immer, mit dem Erfolg scheint es aber gehapert zu haben, oder weiss hier jemand von Stripern in Europa? Gerade die Ostsee müßte für die Burschen ja theoretisch fast ideal sein, nur praktisch geworden ist das ja wohl noch nicht?

zweifelnd
Strongbow
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Ebenfalls zweifelnd ...

Laut der sehr aktuellen FishBase ist der Striper wohl nur in der Türkei eingeführt worden, siehe
http://www.fishbase.org/Country/Country ... =saxatilis
mit einer Liste der weltweiten Vorkommen.

Herzlich, Frank
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hares ear
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Ungelesener Beitrag von hares ear »

Hallo Zusammen,
von der Biologie her ist der in Europa heimische Wolfsbarsch wohl der erste Anwärter auf die Plätze im Ökosystem, die an der amerikanischen Ostküste von den Stripern besetzt werden.
Ich finde Faunenverfälschungen grundsätzlich keine glückliche Geschichte.
Es gibt jedoch im Spreewald in einer grossen Fischfarm einen Bestand an hybrid bass (unfruchtbare Kreuzung zwischen Striper und white bass), die dort zur Vermarktung gross gezogen werden. Die Besatzfische stammen aus Israel. Über die könnte man vielleicht (weil unfrucht und damit kontollierbar) nachdenken,
TL
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

"Über die könnte man vielleicht (weil unfrucht und damit kontollierbar) nachdenken"

Ich denke nicht, daß das ein ratsames Verfahren wäre! Es gibt wahrscheinlich kaum einen Genetiker, der seine Hand dafür ins Feuer legen würde, daß triploide Hybriden-Stämme wirklich langfristig unfruchtbar bleiben - daraus resultiert ja auch die strike Gesetzgebung im Umgang mit gentechnisch manipulierten Salmoniden, wie sie seit Jahren praktiziert wird. Besonders in den USA ist das ein heißes Thema, namentlich im Hinblick auf transgene Lachse.
Die Natur findet nun einmal aus fast jedem Dilemma einen Ausweg. Chaostheoretiker haben eine Unzahl einschlägiger Modelle entwickelt; am Ende entziehen solche Stämme sich regelmäßig jeder Kontrolle.

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Ungelesener Beitrag von hares ear »

Hallo Frank,
interessante Position. Gilt diese Wiedererlangung der Fortpflanzungsfähigkeit Deines Wissens nach auch für den Tigerfisch??
TL
Florian
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strongbow
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Ungelesener Beitrag von strongbow »

hares ear hat geschrieben:Hallo Zusammen,
von der Biologie her ist der in Europa heimische Wolfsbarsch wohl der erste Anwärter auf die Plätze im Ökosystem, die an der amerikanischen Ostküste von den Stripern besetzt werden.
Ich finde Faunenverfälschungen grundsätzlich keine glückliche Geschichte.
...Florian
He, ich wollte hier nicht der Faunenverfälschung das Wort reden. Aber wenn ich so darüber nachdenke:

Von der heimischen Mole auf 30pfündige Barsche mit der Fliege fischen zu können, DAS hätte schon was.. 8) :wink:
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hares ear
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Ungelesener Beitrag von hares ear »

Hi Strongbow,
die Wolfsbarsche sind auf dem Weg nach Norden. Wenn die globale Erwärmung ein bischen anhält, könnte es ja was werden. Also Jungs lasst uns menr CO2 produzieren, damit die Fische grösser werden und das Meer näher kommt,
TL
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AStar
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Ungelesener Beitrag von AStar »

hares ear hat geschrieben:Hallo Frank,
interessante Position. Gilt diese Wiedererlangung der Fortpflanzungsfähigkeit Deines Wissens nach auch für den Tigerfisch??
TL
Florian
hallo,

bei tigerfischen ist die flächendichte wahrscheinlich zu gering(auf jeden fall um einiges geringer als bei eingesetzen fischen) als das sich eine genmutation im sinne von triploid zu diploid durchsetzen würde!

ausserdem würden nach jahren der kreuzung mit den normalen fischen wieder die normalen fische rauskommen! weil,
TG=tigerfisch, NF=normal fisch, FF=folgefisch,
100%tigerfisch
>>1.kreuzung(TF+NF)=50%tigerfisch
>>2.kreuzung(FF+NF)=25%tigerfisch
>>3.kreuzung(FF+NF)=12,5%tigerfisch
>>usw...........

ich hoff ich erzähl hier keinen müll, schreib am freitag nämlich eine klasur zu genetik und da sollte ich dann was wissen!

gruss alex
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Red Tag
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Ungelesener Beitrag von Red Tag »

Hallo Alex!
Nach meinem Verständnis passt an deiner Rechnung etwas nicht.
Wie soll sich ein nicht fortpflanzungsfähiges Individuum mit einem anderen kreuzen?
Auch die Prozentangabe der Gene halte ich für "gewagt". Meines Wissens gibt es dominante und rezesive Gene. Ich bin natürlich auch kein Genetiker. Meine Erinnerungen an den Bio-Unterricht (gelbe und grüne Bohnen) gehen dahin, dass sich besimmte Eigenschaften in die 2. Folgegeneration zu 100% vererben können. Nur der prozentuale Anteil (Anzahl Individuen mit dieser Eigenschaft) beträgt x%. Es kommt dabei wohl eher auf die Kombination der Gene (dominante und rezesive) an.
(Für genauere Infos siehe unter Wikipedia: Mendelsche Regeln)
Wenn ich jetzt falsch liege, dann klär mich auf.
Viel Erfolg bei der Klausur.
Gruß Rob
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Ebenfalls: Viel Erfolg bei der Klausur!
Auch ich habe in Sachen Genetik nicht so schrecklich viel Fachwissen, habe aber in diesem Jahr sehr intensiv mit einigen amerikanischen Genetikern zusammengearbeitet, an einem interdisziplinären Projekt. Gerade im Hinblick auf die transgenen Lachse habe ich sie nach ihrer Meinung gefragt. Niemand, aber auch niemand könne garantieren, sagen sie, wie sich derartige Populationen langfristig entwickeln. Das basiert auf den Paradigmen der Chaostheorie und u.a. der Heisenbergschen Unschärferelation, auch die Theorie vom Trojaner-Gene spielt eine Rolle.
Erklären müßte das jemand anders - ich kann's ganz und gar nicht. Was ich aber tue: den Fachleuten glauben. Und die raten dringendst von einer Auswilderung genetisch veränderter Tiere ab.
Wer sich einarbeiten möchte, der möge einfach mit den Suchworten "Salmon" und "transgenic" googlen - dazu gibt es eine Vielzahl einschlägiger Studien, Gesetze, Vorlagen ...

Herzlich, Frank
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hares ear hat geschrieben:Hi Strongbow,
die Wolfsbarsche sind auf dem Weg nach Norden. Wenn die globale Erwärmung ein bischen anhält, könnte es ja was werden. Florian
Die sind bereits angekommen. Allerdings kratzen sie bei uns mit Mühe an der Dreipfundmarke. Da sind Striper schon andere Kaliber!!

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AStar
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Red Tag hat geschrieben:Hallo Alex!
Nach meinem Verständnis passt an deiner Rechnung etwas nicht.
Wie soll sich ein nicht fortpflanzungsfähiges Individuum mit einem anderen kreuzen?
Auch die Prozentangabe der Gene halte ich für "gewagt". Meines Wissens gibt es dominante und rezesive Gene. ....
moin moin,

tigerfische sind nicht fortpflanzungsfähig weil sie triploide(3stränge statt nur 2) chromosomen haben!
also das mit kreuzen ist so gemeint, wenn es einen diploiden tigerfisch geben würde, dann wäre er ja ein einzeltier, müsste sich also mit einem anderen tier zu fortpflanzung kreuzen!
die prozentangaben sind nicht nur gewagt sondern mit absicht auf ganze zahlen gebastelt das es sich schön anschauen lässt!

mir ist eine andere idee gekommen, wenn sich aus einem abgespaltenen haploiden(einfacher strang, oder ich irre mich da.........), weiblichen strang ein muttertier entwickelt. könnte es, falls lebensfähig, haploide nachkommen über parthogenetik bekommen! ist mal eine gewagte these, aber bei der skorpionszucht haben wir uns schon über solche sachverhalte gedanken gemacht......und sind zum tollen schluss gekommen"es gibt nix was es nicht gibt"
ich weis jetzt nicht ob es parthogenetische fischarten gibt, aber falls doch...

sind nur meine etwas verwursteteln gedanke!

danke fürs glück wünschen, ich kann es gebrauchen!

gruss alex
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Wolfgang Hinderjock
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Ungelesener Beitrag von Wolfgang Hinderjock »

Jibbets es und zwar beim Giebel(Carassius auratus) gibt es derartige Stämme.
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AStar
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Ungelesener Beitrag von AStar »

naja das die sich mit einem tigerfisch verpaaren ist doch sehr fragwürdig!

aber sag niemal nie!

gruss alex
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

"ich weis jetzt nicht ob es parthogenetische fischarten gibt, aber falls doch..."

Hat vor kurzer Zeit Schlagzeilen gemacht: Auch der Hammerhai ist fähig zur Parthogenese:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/415/115300/

Herzlich, Frank
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