Hallo und guten Morgen
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man keinen von uns speziell motiveren müsste, solche Vereinsarbeiten zu machen. Ist es doch effektiv eine sehr beeindruckende Tätigkeit - nicht nur der Fische wegen, denn es ist auch ein ganz besonderes Erlebnis, in stockdunkler Nacht, teils bis zu den Brustwarzen in der Strömung zu stehen. Wenn man dann im Scheinwerferlicht einen "Silberbarren" in einem Pool stehen sieht, dann klopft das Herz ganz schön.
Voraussetzung für einen erfolgreichen Fang ist das gute Zusammenspiel der ganzen Gruppe! Beim doch beachtlichen Gefahrenpotential ist es wichtig, dass sich jeder auf jeden verlassen kann. Man hilft sich wo man kann.
Wie in den Bildern kurz beschrieben, muss zuerst ein Fisch gesichtet werden, was bei der Grösse dieser Tiere eine relativ einfache Aufgabe ist.
Voraussetzung ist natürlich auch der Wasserstand der Aare, welcher nicht zu hoch sein darf. In diesem Teilbereich ist die Aare noch ein Gebirgsbach mittlerer Grösse, hat aber Pools welche bis zu 3 m tief sind und unterspülte Felsen.
Nachdem ein Fisch gesichtet wurde, riegeln die Netzträger den Pool im Auslauf ab. Nun kommt der Einsatz des "Sprengers". Dieser nähert sich dem durch Lampen geblendeten Fisch von vorne mit einem kleineren Kescher. Es ist möglich, dass der Sprenger den Fisch mit dem Kescher gleich erwischt - meistens jedoch entwischt die Forelle mit einem gewaltigen Antritt nach hinten und versucht aus dem Pool zu fliehen. Wenn es sich nun um eine wirklich Grosse handelt, stellt man sehr schnell fest, welchem Netzträger sie ins Netz brauste. Es ist beeindruckend wie leicht 100kg Gebirgsmensch durch den Aufprall den Stand verlieren kann - natürlich spielt die Strömung auch mit.
In gewissen Fällen, wo der Kescher beim Sprenger nicht ausreicht, wird die lange Holzstange gebraucht, um z.B. einen Fisch unter einem Felsen hervor zu jagen.
Da sich das beste Laichfanggebiet in einer rund 30 m tiefen Schlucht befindet, ist der Transport der grossen Fische ein Problem. Es gibt keinen Platz, wo man mit dem VW-Bus direkt ans Wasser fahren kann. Das Fahrzeug wartet auf einem Parkplatz an der Grimselpassstrasse, welcher sich eben 30 m oberhalb von uns Laichfischfängern befindet. Sämtliche Fische welche bis hierher gefangen wurden, befinden sich in den mitgebrachten Jutesäcken, gut verschnürt, und werden im Wasser hinter sich her gezogen. Nun kommt der Transport zum Bus auf dem Parkplatz oben. Dazu haben wir eine Seilbahn eingerichtet, welche die Distanz in 5 Sekunden überwinden kann. Da jedoch der Ankerplatz in der Schlucht etwas vom Wasser weg ist, muss auch unten in der Schlucht alles reibungslos funktionieren. Die Fische werden in den Jutesäcken im daneben liegenden Pool "zwischengelagert", währenddem wir eine Menschenkette vom Pool bis zum Ankerplatz der Seilbahn bilden. Sobald der erste Fisch aus dem Wasser gehoben wird, geht alles sehr schnell. Der Fisch wird mittels der Menschenkette weitergereicht, an der Seilbahn angehängt und schon rauscht er 30 Meter hoch zum Bus.
Wir als Laichfischfänger habens da etwas schwieriger, denn wir können nicht die Seilbahn benützen und machen uns anschliessend auf den Abstiegsweg durch die stockfinstere Schlucht, mit klettern, Bach queren usw.
Aber ......Ihr wisst ja ........eben Abenteuer pur!!!!
Herzliche Grüsse
Kurt
Ach ja @Ralf: Füttern ist schon gut - aber schade um die 30er Bachis
