Fliegenwerfen aufzeichnen

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

Werner48

Fliegenwerfen aufzeichnen

Ungelesener Beitrag von Werner48 »

Hallo,
ist irgendjemand unter euch, der sich bereits mit dem Aufzeichnen von Würfen Lehrsequenzen oder dergl. befasst hat ?

Da ich solches tue bzw. ein gut Teil davon fertig habe, aber noch nach "Perfektion" strebe, würde ich mich gerne mit anderen darüber austauschen.
Tom Kin

Ungelesener Beitrag von Tom Kin »

Hallo Werner,
meinst Du Video? Wie stellst Du Dir den Austausch vor? Was ist dein Perfektionslevel, Dein Anspruch?

Tom
Werner48

Ungelesener Beitrag von Werner48 »

Hallo Tom,

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meinst Du Video? Wie stellst Du Dir den Austausch vor? Was ist dein Perfektionslevel, Dein Anspruch? 
DVD oder Video meine ich. Den Austausch stelle ich mir als Kommunikation über PN bzw. private Mailanschrift vor.

Mein/unser Anspruch ist, die entsprechenden Würfe bzw. Teilwürfe so gut zu drehen, dass ein "Lernender" die Bewegungen und den Leinen- Rutenweg in allen Einzelheiten sehen kann, sodass er eine exakte Bewegungsvorstellung entwickeln kann, mit deren Hilfe er zu üben vermag.

Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört, weil das von vielen Faktoren abhängig ist : dem Aufnahmestandort, den Lichtverhältnissen, dem Hintergrund, der Leinenfarbe und, und und...

Vor allem bezüglich dieser Punkte würde ich gern von den Erfahrungen anderer lesen und natürlich meine/unsere weitergeben.
FlyfisherNRW
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Ungelesener Beitrag von FlyfisherNRW »

Also Quasi so:

Mein Video:
http://video.google.de/videoplay?docid= ... 0384571842

Info's:
Elfenbeinfarbige Schnur,
5#Rute/Schnur
Dunkler Hintergrund,
Ausnahmezeitpunkt: 16:30 Uhr
Wetter: Bewölkt,

Erklärung:
Aufnahme einer Wurffrequenz vom Überkopfwurf

Fehler:
Diese Fehler wurden schon heraus analysiert:
Der Switchcast ist nicht gut gelungen und noch Übungsbedürftigt!
Und es liegt (fast)kein Stopp beim Vorschwung vor.

Falls anderen noch mehr Fehler aufallen sollten,wäre ich dankbar dafür,wenn sie mir genannt würden.
Sodass ich meinen Wurfstil,den ich mir mit Hilfe von Lektüren selber beigebracht habe optimieren kann.
Danke schonmal im Vorraus für Eure Hilfe
TL Roman
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Forstie
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Ungelesener Beitrag von Forstie »

Hallo Roman,

nur ein kleiner Kommentar zu Deinem Switchcast:

Ich denke, das "D", welches hinter Deinem Rücken entstehen sollte, müßte noch etwas größer sein. Außerdem verstand ich laut Lektüre den Switchcast eher so: Die Schnur durch senkrechtes Anheben der Rute zu Dir leicht vom Wasser abheben, und direkt im Anschluß die Rute aus der Senkrechten vor Dir mit einem halbkreisförmigen Schwung nach rechts unten bis rechts schräg hinter Dir führen. (Hoffe man versteht das...)

Wenn das dann richtig klappt, dann müsste die Schnur in einem "D" rechts hinter Dir so vorbeifliegen, daß gerade das Vorfach und noch ein stück Flugschnur schräg rechts vor Dir auf dem Wasser/der Wiese aufsetzen.
Dann der Vorschwung.
Dieser Wurf auf dem Video sieht mir da eher wie ein klassischer Rollwurf aus.

Was ich aus meiner Erfahrung heraus aber sagen kann ist, daß der Switchcast auf der Wiese garnicht funktioniert.
Grund: Dir fehlt da die Adhäsion des Wassers, welche Du benötigst, um Deine Rute mit dem zum Schluß aufliegenden Stück Schnur+Vorfach aufzuladen und die Schnur dann schießen zu lassen.
Wenn ich das auf der Wiese versucht habe, dann peitschte die Schnur beim Vorschwung immer nur so Kreisförmig neben mir in die Luft und verhungerte dann.

Deinen Wurfstil an sich finde ich sauber. Ich wäre ehrlich gesagt froh wenn ich so schön und sauber mit 'nem Doppelzug werfen könnte... :lol:

So denn,

Gruß Martin
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Michael St.
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Ungelesener Beitrag von Michael St. »

Hallo Roman,

der "Switch" bei dir ist tatsächlich eher ein Rollwurf.

Achte beim switchen mal darauf, die Schnur mit leicht seitlich gehaltener Rute auf dich ZUGLEITEN zu lassen. Den Vorschwung führst du aber mit "normaler" Rutenstellung durch. Mit Zugleiten meine ich eine relativ flüssige, zügige Bewegung, heißt richtig abrupten Stop. Der Übergang vom Zugleiten, leichten touchieren der Wasseroberfläche, bis hin zum Vorschwung ist recht flüssig (es sei denn, du formst ein Riesen-D hinter dir für sehr große Distanzen, da braucht's ein bisschen).
Mit Übung kannst du mit dem Switch fast soweit werfen wie Überkopf, vorausgesetzt, das Gerät passt.

Hoffe, ich hab dich nicht allzu sehr verwirrt, würde gerne mal ein Video machen, hab aber leider keine Möglichkeit.


TL
Michael
Hans.
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Ungelesener Beitrag von Hans. »

Hallo Werner,

um Würfe mit der Fliegenrute zu filmen oder zu fotografieren braucht es einen dunklen Hintergrund, vielleicht einen Wald, schon im Schatten, während der Werfer mit Rute und Schnur davor noch in der Helligkeit steht. Die Rute sollte sehr hell sein (so entstand seinerzeit die Farbgebung der Loop Yellow Line), oder zebramäßig mit heller Folie beklebt sein. Eine helle Schnur versteht sich von selbst.

Es gibt dafür ja Vorbilder, hier nur zwei Beispiele:
Die Fotos in Mell Kriegers Buch "Die Quintessenz des Fliegenwerferns" sind so fotografiert. Falls Du das Buch nicht hast, kannst Du unter www.springforelle.de eines der Fotos anschauen, das es gerade als Poster zu kaufen gibt. Das Foto kannst Du ja mal allein nach den Lichtverhältnissen analysieren, es ist absolut perfekt!
In Michael Mauris Film "Joy of Flycasting" siehst Du Michael mit "Zebrarute" vor einem gigantischen, sehr häßlichen Wehr. Aber dieser Hintergrund ist eben dunkelgrau und man kann die Würfe perfekt anschauen. Überhaupt zeigt dieser Film sehr schön den ergebnisorientierten Umgang mit Licht und Schatten.

Ich denke, Du kannst hier von den Profis viel lernen. Was sich so locker anschauen läßt, ist das Ergebnis harter Arbeit: Zielsetzung, Locality, Regie, Kamera, Schnitt, Darsteller, usw., -Zufälle gibt es da nicht.

Ich wünsche viel Spaß und viel Erfolg!!
Grüße
Hans
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FlyfisherNRW
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Ungelesener Beitrag von FlyfisherNRW »

Hallo zusammen,
danke für die Aussagen/Anmerkungen,ich werde den Switchcast einfach weiter üben und dann klappts :wink: :wink:
@
forstochs,
schön das sich meine These bestätigt,dass der switchcast auf der Wiese schwerer auszuführen lässt,als im Wasser. :wink:
Ich dachte schon ich wäre der einzige der das denkt :lol: :wink: :roll:

bis dann,
TL Roman
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Daniel1983
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Ungelesener Beitrag von Daniel1983 »

Hey Light,

denn switch kannst du auf einer wiese gar nicht richtig üben... da die schnur vorm abschiessen kurz das was berühren muss, so zusagen als ankerpunkt um die Rute aufzuladen!

Mfg Daniel

p.s schöne idee mit dem video
TL Daniel
Werner48

Ungelesener Beitrag von Werner48 »

Hallo,
den Switchcast auf der Wiese richtig werfen ? Da kenne ich doch einige, die das perfekt können und mir gelingt er da auch ganz gut, aber das wäre ein anderes Thema, was man vieleicht an anderer Stelle noch einmal aufgreifen sollte.

@Hans

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Was sich so locker anschauen läßt, ist das Ergebnis harter Arbeit: Zielsetzung, Locality, Regie, Kamera, Schnitt, Darsteller, usw., -Zufälle gibt es da nicht.
Das ist wohl wahr. Die Beispiele, die du genannt hast, sind treffend : Der Fotograf in Mel Kriegers Buch hat sich ganz viel Zeit genommen und bewusst Schwarz-weiß-Aufnahmen gemacht. Michael Mauri hat mit dem Wehr, vor dem er seine Würfe demonstriert, den fast optimalen Hintergrund gefunden und die Idee mit der "Zebrarute" ist auch nicht schlecht.
Bei meinen/unseren Aufnahmen habe ich immer das Gefühl, dass man optisch Besseres hinbekäme, wenn man sich die Zeit dazu nehmen könnte, auf die richtigen Wetterverhältnisse zu warten.

Eigentlich müsste man Würfe unter stets gleichbleibenden Bedingungen in der Halle zeigen.

Die Aufnahmen, an denen ich als Werfender beteiligt waren, fanden aber unter dem Gesichtspunkt statt, dass man am Fischwasser zeigen sollte, wie man z.B. einen Bogen legt, und damit die Nähe zur Praxis da ist, sollte am besten dabei auch noch ein Fisch gefangen werden.

Wenn es nur darum geht Würfe als "Lehrbeispiel" zu zeigen, kann man natürlich -siehe Mauri- die Bedingungen standardisieren, was wir z.Teil auch getan haben.

Was haltet ihr- als Zuschauer- denn von einer Dreiteilung : 1. Die gesamte Wurfablauf von der Seite aufgenommen im Bild., 2. Zoom auf den Bewegungsablauf Rute-Arm Hand, 3. das Schlaufenbild beim Rückwärts- und Vorwärtswurf. ?

Oder sind Aufnahmen von schräg vorn und hinten hilfreich ?
FlyfisherNRW
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Ungelesener Beitrag von FlyfisherNRW »

Hallo Werner,
also ich finde eine Dreiteilung besser,da man dort jedes "detail" des Wurfes erkennt und somit einen besseren Überblick hat.

Wie bei meinem Video versucht :roll: :wink: ,könnte man ja vllt. den Wurfablauf verlangsamen und dokumentieren,so könnte man auch die "schöne" Uhr in das Bild einbringen,da ich finde,dass der wurfablauf,wenn man ihn sich als Uhr vorstellt(bei 1 Uhr stopp,bei 11 uhr Stopp ect.) einfacher zu verstehen ist!
So war es zumindest bei mir als Anfänger!
Tl Roman
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Ungelesener Beitrag von Daniel1983 »

aber wie soll sich die rute aufladen, glaub nicht das auf einer trockenen wiese die schnur kleben bleibt oder?!

Mfg Daniel
TL Daniel
fliegenfeger
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Ungelesener Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Werner,

interessantes Thema, über das ich mir auch schon einige Zeit Gedanken mache. Neben dem Erstellen von Lehrvideos, kann man mit Videoanalyse auch eigene Wurffehler gut erkennen und entsprechend korrigieren. (der Blick auf die eigenen Wurfkünste ist machmal sehr ernüchternd). Neben Helligkeit, Kontraste usw. erscheinen mir folgende Punkte wichtig:
-Perspektive : von der Seite und von vorn (eventuell mit 2 Kameras)
-Wurflänge: 10m hat eine andere Bewegungsdynamik wie 30m Wurf
-Die Dreiteilung Gesamtwurf,Rutenhand,Schnurhand und Schlaufenbild finde ich auch sinnvoll.
Habt ihr bei euerem Wurfmeeting auch Aufnahmen gemacht?

MfG Armin
Werner48

Ungelesener Beitrag von Werner48 »

Hallo Armin,

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und von vorn 
genau damit habe ich so meine Probleme, weil diese Aufnahmen dem Betrachter ( selbst wenn die europäische Spitzenklasse wirft ) den Eindruck einer "planlos" durch die Luft "mäandrierenden" Leine vermitteln, was sie in Wirklichkeit auch tut, denn die in der Seitenaufnahme wunderbar gestreckte Leine hat in horizontaler Richtung etliche "Beulen", was man wiederum nur von vorn oder hinten sieht.

Ich weiß nicht, was du mit "Wurfmeeting" meinst.

Hallo Daniel,

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aber wie soll sich die rute aufladen, glaub nicht das auf einer trockenen wiese die schnur kleben bleibt oder?! 
Die Rute lädt sich vor allem durch das Gewicht des nach hinten strebenden Loops auf. Der Wasser-/ Wiesenkontakt ist vor allem dazu da, ein wild "umherschleuderndes" Vorfach zu unterbinden und eine gleichmäßigere Aufladung zu erreichen.
Man kann einen "Switchcast" auch werfen, ohne dass das Vorfach die Wasseroberfläche berührt, vor allem mit einer schweren Nymohe an der Spitze.
Forstie
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Ungelesener Beitrag von Forstie »

Sorry Werner,

ich will zwar nicht aus diesem Thread einen Wurftechnik-Thread machen, aber Deine Aussage
Man kann einen "Switchcast" auch werfen, ohne dass das Vorfach die Wasseroberfläche berührt...
nehme ich Dir nicht ab.

Entweder führst Du dann den Switchcast als einen etwas anderen Gebetsroither aus, oder es ist kein Switchcast.
Fühle Dich bitte nicht persönlich angegriffen, ich kann mir aber in keinster Weise vorstellen, wie man einen Switchcast ohne die nötige Adhäsion des Wassers werfen können sollte. (Zumindest wenn er nicht verhungern soll)

Vielleicht kannst Du mir ja mit einem Video das Gegenteil beweisen, dann nehme ich meinen Unglauben gerne zurück.

Bis dahin nichts für Ungut,

Grüße,

Martin
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