Alles rund um Stärken & Schwächen, Marken, Klassen, Aktionen u.s.w. der für unser Hobby unverzichtbaren "Gerten" und "Schnuraufwickler". Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, gute oder schlechte Erfahrungen zu bestimmten Gerätschaften mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...
mich würde mal eure Meinung/Erfahrungen interessieren: Vergleich Gespließte contra moderne Kohlefaserruten im Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit (hier insbesondere die werferischen Eigenschaften).
Bis vor einigen Monaten war meine Meinung gegenüber gespließten Ruten mit Skepsis behaftet. Als ich beim Fliegenfischer-Forums-Treffen eine 13-fach Gespließte von Kurt Zumbrunn geworfen hatte, war ich einfach fasziniert und musste meine Meinung gegenüber gespließten Ruten in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit komplett revidieren.
Da ich am liebsten und meist an kleinen Bächen mit eher leichten Schnurklassen fische (0er bis 2er Ruten), entschied ich mich, mir eine 2er Gespließte in 6 ft bauen zu lassen. Vor etwa 2 Wochen kam das Rütchen an. Nach ausgiebigen Tests muss ich sagen, sie steht den modernen Kohlefaserruten, die für das gleiche Einsatzgebiet gebaut werden in nichts nach. Selbst das Gewicht ist nur unwesentlich schwerer.
Mich würde einfach mal eure Meinung interessieren.
Gruß Matthias
PS: Bin zwar noch absoluter Neuling auf dem Gebiet mit Gespließten; dies wird sich bestimmt jedoch bald ändern
Hallo!
Entscheidend bei so leichten Ruten ist das Tempern der Rohspleisse und die erzielbare Stärke, ein vernünftiges Bambusrohr als Ausgangsprodukt vorausgesetzt. Erst dannkommt da Taper. Werfen können fast alle, aber das heisst noch gar nichts.
Bewährungsprobe schon bestanden?
Schon mal ne 35er Rebo an einer Klasse 2 gedrillt ? Da trennt sich dann bei Gespliessten die Spreu vom Weizen. Was nutzt das Werfen, wenn man bis zum Abhaken das Tier halbtot drillen muss.
Grüße Wolfhard
natürlich hast du Recht, jedoch ist die Rute auch nur für kleine Bäche vorgesehen, d.h. in der Regel Fischgrößen zwischen 25-30 cm, in absoluten Ausnahmefällen muss sie sich natürlich auch bei größeren Forellen durchsetzten können.
Deine oben erwähnte Bewährungsprobe wurde bedingt durch die Bachforellenschonzeit nicht an den für sie vorgesehenen Bächen durchgeführt sondern am Forellensee. Hier hat sie auch bei sehr großen Forellen Rückrad bewiesen. Durch ihre parabolische Aktion hat sie dort auch sehr große Regenbogenforellen die weit über der 35er Marke lagen problemlos ausgefedert. Gerade auch in diesem Punkt fand ich war sie meinen Vergleichs 2er Kohlefaserruten weitaus überlegen.
Nachteil ist natürlich, dass du die Rute vor dem Kauf meist nicht Probewerfen kannst. D.h. du musst ganz genau wissen, was du für eine Aktion haben willst. Desweiteren muss natürlich auch der Rutenbauer in der Lage sein, deine Vorstellungen umzusetzten, wobei ich stark annehme, dass es oft schon am ersten Punkt hapert.
Da ich seit einiger Zeit zu Ruten mit mittlerer parabolischer Aktion neige (nicht jedermanns Sache), habe ich mir diese natürlich bauen lassen und ein in meinen Augen perfektes Ergebnis erhalten. Da ich annehme, dass viele hier eher zu schnelleren und steiferen Tapern neigen, ist natürlich die Frage die ich dir nicht beantworten kann in wie weit sich dies in Form von einer 2er Gespließten realisieren lässt.
ob eine 2er Rute wirklich sein muss, egal ob Kohlefaser oder Bambus, möchte ich nicht beurteilen wollen. Es würde mich vorab jedoch interessieren ob Du Deine Rute in 13-fach gespleißter Ausführung, oder in konventioneller 6-fach gespleißter Ausführung hast bauen lassen.
Die Angst, dass Du Ruten vorab nicht testen kannst, oder Deine Vorstellungen nicht umgesetzt bekommst, musst Du aber nur bei Rutenbauamateuren haben. Wenn jemand eine Steuer- oder UID Nummer hat, kannst davon ausgehen, dass er es ernst meint.
Aus meiner Sicht solltest Du nicht versuchen eine Gespließte mit einer Kohlefaserrute zu vergleichen. Dazu sind die Materialien einfach zu unterschiedlich. Was nicht heißt, dass man nicht auch eine schnelle Gespließte bauen kann.
Der Vorteil der Gespließten liegt sicher im Drill und der Geschmeidigkeit beim Wurf. Weitwurfmaschinen sind sie sicher nicht – egal wie viele Spleiße sie hat. Dazu möchte ich aber anmerken, dass Leute wie Erhard Loidl oder Harald Winter mit meinen Ruten, unabhängig von Aktion und Schnurklasse, weiter werfen als ich mit einer Kohlefaserrute.
Im Handling (Gewicht, Anmutung) ist aus meiner Sicht die Gespließte bis zur Schnurklasse 5/6 und einer Lange bis zu 8 Fuß die feinere Wahl. Bei stärkeren Ruten würde ich eine Kohlefaserrute mit geschmeidiger Aktion bevorzugen. Mein Glück, müsste ich mir doch tatsächlich eine Rute kaufen, dass das in Österreich nicht wirklich nötig ist.
Zu Wolfhard:
Sorry für die Korrektur, aber die Reihenfolge muss lauten:
A) ein perfektes Taper
B) perfekter Bambus
C) perfekte Verarbeitung
Eine 2er ist natürlich nur unter gewissen Voraussetzungen (z.B. Windstille) ein ideales Gerät.
Was ich aber herausstellen möchte sind die Drilleigenschaften sowie das Setzen des Hakens, hier haben Gespließte doch massive Vorteile gegenüber Kohlefaserruten.
Hallo!
Welche Drilleigenschaften sind hier eigentlich gemeint?
Bei einer Rebo gegen die Strömung, z.B. auch in einem kleinen Bach schon, die schon erheblich sein kann, halte ich diese nicht für vorteilhaft. (Siehe ersten Beitrag!) Da nützt auch das schönste Wurftaper nix mehr.
Dass dieser Beitrag ausgerechnet von Dir kommt nimmt mich doch Wunder, die Gespließte hat Durch ihre Trägheit gerade stromab riesige Vorteile, besonders das Losschütteln des Haken wird verhindert, im Gegensatz zur Kohlefaser, die durch ihre Schnelligkeit dagegenschlägt.
ich glaube, Wolfhard meint, dass eine #2 für den Drill einer halbwegs gerade gewachsenen Forelle, im Sinne eines zügig zu Ende zu bringenden Drills, grundsätzlich unterdimensioniert ist. Wolfhard - sag wenn ich mich irre.
Ich empfinde das auch so.
Über eine Antwort von Matthias betreffend seiner Rute würde ich mich nach wie vor freuen.
Hallo Royal Coachman!
Ich fürchte, wir reden hier alle leider aneinander vorbei, na, ja es gibt Schlimmeres. Ich denke weniger an die Hakensicherheit als an das Anlanden des Fisches, da sind mir schon 3er z.T. zu schwach. Das ist doch weder was für die Rute, noch für den Fisch. Das sind zumindest meine Erfahrungen, wenn es Fische um die 30 betrifft.
Die Frage stellt sich für mich eher, ob nicht eine Bachrute anders aussehen sollte, also ein Taper so zu wählen, daß man auch mit wenig Schnur draussen noch gut werfen kann und nicht immer schwächer geht. Das kann dann auch eine 4er oder 5er sein.
Die lange "Salza" von Brunner ist z.B. so ein Typ, natürlich keine Bachrute, aber von dem Verhalten her. Ich hoffe, jetzt sind wir wieder etwas näher dran.
Auch gibt es Taper, die quasi in der Spitze noch eine kaum spürbare Verstärkung aufweisen, um da mehr Masse reinzukriegen. Grüße Wolfhard
PS.
Hallo Harald!
Wir haben uns überschnitten, habe ich gerad erst gelesen, ja das meine ich!
Endlich versteht mich einer!:)
Rein von den Materialeigenschaften ist Bambus immer Kohlefaser unterlegen; Bambus hat ein Elastizitätsmodul von 6.4 [x1000 psi], jedoch aktuelles Kohlefasermaterial jenseits von 55 [x1000 psi]. Das bedeutet das du immer eine bessere Rute bei gleicher Steifigkeit und Länge bauen kannst; die leichter ist und einen kleineren Durchmesser besitzt. Wenn man Kohlefaser mit Bambus vergleicht, muss man schon Ruten von gleicher Länge und Steifigkeit herranziehen.
Gerade die Elastizität ist die Schwäche der Kohlefaser, mit einer Kohlefaserrute kann ich einen "negativen" Anhieb setzen, schau Dir mal an, was beim Hakensetzen die Spitze macht. Die geht zuerst mal in die andere Richtung um dann hochzuschnellen, dazu das Rütteln, wir haben da mal Versuche gemacht an einem meiner Bäche, das Verhältnis von Kohlefaser zu Gespließter war bei stromab mit der Nassfliege 3 zu 10 für die Gespließte .
Was die Anlandung betrifft, so bleibt doch ein 2er Gerät immer ein 2er Gerät, ob Kohlefaser oder Bambus, da ist kein Unterschied. Weiters hängt das Anlanden von der Vorfachstärke ab und vom Können des Fischers soweit eine Anlandung überhaupt durch die örtlichen Gegebenheiten überhaupt möglich ist.
Du meinst die Taper von B., habe solche Tapers schon in München geworfen, die sind dann in der Realität eine Klasse höher. B. verwendet auch viel stärkere Handteile als die anderen Bauer.