Verletzungen und Release

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dr_d
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Verletzungen und Release

Ungelesener Beitrag von dr_d »

Moin, moin!

Bei welchen Verletzungen und Anzeichen stellt ihr die Weichen Richtung Küche?

Selektive Entnahme ist, so denke ich, fast Konsens. Aber es gibt ja immer wieder Erlebnisse, wo man nicht anhand von Art und Größe entscheiden kann. Ich hatte jetzt beim "Fremdgehen" mit Wobbler einen Hecht, der den zweiten Drilling im Auge hatte. Obwohl ich den gerne wieder im Gewässer gesehen hätte, habe ich mich da für Hechtklößchen entschieden...

schönen gruß
dr_d
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Volker Furrer
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Ungelesener Beitrag von Volker Furrer »

Hallo dr_d,
ich denke die Frage ist so einfach nicht zu beantworten.
Die Entscheidung zurücksetzen oder entnehmen/erlösen stellt sich immer wieder in so unterschiedlicher Art und Weise.

Ich hatte vor nicht langer Zeit so einen Fall. Eine schöne Forelle, sauber mit der Fliege gehakt, und eigentlich sollte es kein Problem sein.
Aber der Fisch hatte mehrere tiefe, teilweise noch offenen, Verletzungen an der Unterseite, und bei genauer Betrachtung fiel auch auf, dass der Kopf in Relation zum Körper viel zu groß war.
Ich habe dann die Forelle mitgenommen da es mir so schien, als ob sie schon lange nicht mehr in der Lage war genug Nahrung auf zu nehmen, zudem auch die Verletzungen nicht unerheblich waren.

Dies, als Beispiel, nur eine von unzähligen, möglichen Situationen in denen wir entscheiden müssen was für das Tier das beste ist.
Petri Heil

Volker
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Volker Furrer
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Ungelesener Beitrag von Volker Furrer »

Hallo,
danke für die nützliche und von Fachwissen geprägte Information.

Jetzt hoffe ich nur, dass die Parasiten in der Pfanne gestorben sind, sonst wird auch mein Kopf bald überdimensional groß und dann kommt garantiert so einer wie du, der die Ursache kennt, und schuppst ist mein Lebensberechtigungsschein abgelaufen.
Petri Heil

Volker
stefan grau

Ungelesener Beitrag von stefan grau »

>>ein überproprtional großer kopf ist immer ein hinweis auf einen entweder überalterten oder mit endoparasiten (z. B. kratzern) befallenen fisch - der zum schutz des bestandes immer entnommen werden sollte, egal ob äußerliche verletzungen erkennbar sind oder nicht.<<

ein überproportionierter kopf, kann aber auch ein anzeichen von unterernährung sein oder v. vergangenem laichstress sein, zumndest bei uns in alpinen bächen und flüssen, die schon ab 16.03 offen sind (ja, viel zu früh...), das laichgeschäft und die noch arme nahrung können auch zu solch einem kopf führen, weil der körper dann proportional zu klein zum körper (langestreckt und dünn) ist - dann heisst es für mich eigentlich releasen, erst recht wenn der fisch das schonmass noch nicht erreicht. nach der hochwassersituation vom august, dürften wir in einigen solchen alpinen gewässern vermehrt solche fische im frühling 06 antreffen.

@gesamter thread

entnehmen würde ich;

jeder fisch der aufgrund einer angelverletzung blutet, egal wie und wo, wenn ich das tier schon verletze, werfe ich es als "dank" nicht ins wasser zurück. allerdings fördert dies der gesetzgeber in meiner heimat ch nicht, wenn der fisch untermassig ist muss ich ihn freilassen, was aber stumpfsinn ist. meine forderung wäre jeden blutenden fisch zu entnehmen, egal welches mass.
ich habe privat einen kleinen bergsee (reiner put & take ohne ablaichmöglichkeit), dieses jahr hatten wir nicht so schöne besatzfische, haben wir welche geangelt (verkümmerte flossen), haben wir sie mit bestem gewissen entommen. ist nicht repräsentativ, zumal es ja ein put & take geässer ist wo c&r biologisch überhaupt keinen sinn macht, denn es gibt ja nichts abzulaichen. allerdings lassen wir den fischen möglichst ein langes, geruhsames (tönt jetzt zynisch) leben. der see ist gut sichtig und zu kleine fische werden schon gar nicht erst angeworfen, wo immer möglich nur die die ein grösseres mass verfügen, die landen dann zuletzt in der pfanne, ohne schlechtes gewissen.

beste Grüsse

Stefan
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