AFTMA-Klassen

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Pinn
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AFTMA-Klassen

Ungelesener Beitrag von Pinn »

Hallo allerseits!

Ich habe eine feine Lieblingsrute, ein relativ leichter Selbstbau aus qualitativ gutem Material und bestens verwendbar für Schnüre Aftma 5. Der Vorbesitzer hatte das Teil auch privat erworben und irgendwas von Loomis-Blank des Vor-Vorbesitzers in Erinnerung. Die Rute ist nicht beschriftet, aber das stört mich nicht. Jedenfalls ist das Teil professionell zusammengbaut und gut verarbeitet bis hin in die Bindungen und Lackierungen der einzelnen Rutenringe.

Weil die alte Schnur von Cortex nach drei Jahren Nutzungsdauer mit viel Trockenübungen auf Rasen und Pflaster erhebliche Verschleißerscheinungen hatte, besorgte ich mir eine neue Fliegenschnur der Klasse 5, auch WF und Floating, aber von einer anderen Firma.

Mit der neuen Schnur kam ich nur mit erheblicher Kraftanstrengung klar. Die war nicht schlecht, aber offensichtlich viel zu schwer für meine Rute. Abwiegen der ersten 9m mit einer elektronischen Briefwaage ergaben 9g für die alte und 13g für die neue Fliegenschnur.

Weniger als 9g bei den ersten 9,15m einer sog. 5er Keulenschnur (WF) würde ich ja akzeptieren, weil die dickere Schnur in ihrer Gesamtlänge von 10 - 12m dann ungefähr das auf die Rute abstimmte optimale Wurfgewicht hätte, bezogen auf Würfe mit vorhergehendem Rückschwung in genau dieser Länge.

Aber mehr Schnurgewicht als der angegebenen Aftma-Klasse entsprechend für die ersten 9,15m finde ich äußerst ärgerlich, weil Marken-Fliegenschnüre nicht gerade billig sind. Ich erwarte für mein Geld die Ware mit den Eigenschaften, mit denen sie ausgezeichnet ist. Und Aftma 5 sind nunmal 9g auf den ersten 9,15m und keine 13g!

Habe nur ich da ein Problem?

Tight Lines, Werner
Pinn
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Ungelesener Beitrag von Pinn »

Gemeint war nicht Cortex, sondern Cortland, sorry!

Ich versuche mal, mich kürzer zu fassen: Sind Euch auch schon Differenzen zwischen der angegebenen Schnurklasse und dem tatsächlichem Gewicht der Fliegenschnur aufgefallen?

Gruß, Werner
Pinn
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Ungelesener Beitrag von Pinn »

Hallo Ingo,

zu kurze Beiträge führen manchmal auch zu Mißverständnissen.

Die Cortland-Schnur war nämlich die gute Schnur. Heute habe ich deshalb wieder eine Schnur von Cortland gekauft: 444 Floating Rocket Taper WF 5 F. Heute nachmittag nach dem Aufspulen habe ich sofort Trockenübungen (im Regen) mit der neuen Schnur auf der Wiese gemacht. Da passen Rute und Schnur und mein Wurfgefühl einfach zusammen - alles stimmt. 12m im Vor- und Rückschwung funktionieren wie von selbst, ohne Kraftanstrengung.

Am Sonntag teste ich meine Gerätekonfiguration inklusive der neuen Fliegenschnur an einem kleinem Fluß im Sauerland. Ich denke, das wird angelerlebnismäßig wieder mal ein persönliches Highlight für mich, sofern ich die richtigen Fliegen dabeihabe und einsetze. Alles andere paßt sowieso *grins*

Gruß, Werner
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Friedemann
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Ungelesener Beitrag von Friedemann »

Hi,
da sich die Schnurklasse nch dem Gewicht der ersten 9,15 m ( hoffentlich
ist das richtig ) richtet muss es doch eine Tabelle geben wo auch die
Toleranzen der einzelnen Klassen aufgeführt sind.
In einem alten Heft von "Fly Only" aus den 80er Jahren war mal eine
Tabelle die klar machte dass eine Schnur z.B. der Klasse 6 bei einem
Hersteller eine 5er sein konnte und bei einem anderen eine 7er, je nach
dem wie der Hersteller die Toleranzen auslegte.
Die Firma Scierra gibt jetzt neben den ATMA Klasse auch ein Wurfgewicht
in Gramm an.
Gruß aus Hessen
Friedemann
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Edgar
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Ungelesener Beitrag von Edgar »

Hallo Friedemann,

schau mal hier.

http://www.fliegenfischer-forum.de/aftma.htm

Gruß Edgar
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Friedemann
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Ungelesener Beitrag von Friedemann »

Danke Edgar,
wenn man bei dem Link noch auf den "Zurück" Button klickt, erklärt
das sehr schön was die meisten durch Fehlkäufe von Schnüren recht
teuer bezahlt haben.
Gruß aus Hessen
Friedemann
Beispiel: vor 2 Jahren habe ich auf den Treffen von Rolf Renell eine Exori
Rute mit einer Cortland 555 geworfen. Da passte alles zusammen.
Die gleiche Schnur auf meiner Vision ( gleiche Länge und Klasse )
passt von meinem "Wurfgefühl" her überhaupt nicht so gut.
Es ist zwar nicht schlecht aber da fehlt "ein kleines Bischen" und ich
weis nicht ob es am Taper der Schnur oder am Gewicht liegt.
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Rolf Renell
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Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Hallo Friedemann,
leider ist das oftmals so,deshalb ist die kombination von Stock & Schnur so wichtig,hast du mal irgendwo etwas geworfen was für Dich optimal passt,sei es ein Stock von Fa.XYunbekannt für 40,-€ -notiere dir Rute und Schnur=Kombination,so kann dir passieren das du für kleines Geld eine super funktionierende Ausrüstung hast,und darauf kommts an,
beste Grüsse,Rolf
-----------------------------------------------------
...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
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Ungelesener Beitrag von Pinn »

Original geschrieben von Ingo Dege

Die Toleranzen entstehen bei der Fertigung in unterschiedlichen "Klimaverhältnissen". Es kann aslo durchaus sein, dass auch eine gute Leine mal nicht genau dem Gewicht entspricht.
Hallo Ingo,

ich verstehe nicht, was Du mit Klimaverhältnissen meinst. Fertigung in Fernost versus Nordeuropa?

Gruß, Werner (Pinn)
TorstenHtr

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hallo Ingo,

Das ist doch Unsinn, klar gibt es unterschiedliche Produktionsbedingungen bei den einzelnen Herstellern. Aber das hat doch keinen Einfluss auf das Gewicht der Schnur, denn der Hersteller muss seine Anlagen so einstellen das das richtige Gewicht dabei herraus kommt.
Also eine Frage der Qualitätskontrolle.

Vom AFTMA Komitee wurden ganz klar Tolleranzgrenzen für die Varianz des Gewichtes definiert, was auch eingehalten werden muss. Ein seriöser Hersteller wird sich auch daran halten.
Wozu gibt es denn sonst diese Definition?

Es gibt einige schwarze Schafe die sich nicht daran halten und einfach das Gewicht mutwillig erhöhen, vermutlich um dem unerfahrenen Käufer zu suggerieren, dass er eine tolle Schnur gekauft hat weil sie ja so viel besser die Rute läd und besser schiesst ..
So z.B. eine Firma die Produkte mit dem Namen Ai* und Sc* vertreibt.

Bis dann..
Torsten
TorstenHtr

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hallo Ingo,

Das Einstellen der Anlage auf Grund der klimatischen Verhältnisse gehört auch zur Qualitätskontrolle :-) Solange die Schnur im Tolleranzfeld bleibt ist es auch OK, ansonsten dürfen sie (theoretisch) nicht die Qualitätskontrolle passieren können. Die Schnüre die ich von 3M und Shakespeare gemessen habe incl. der Norris Schnüre (Shakespeare Produktion) waren exakt im Tolleranzbereich.

Einer von den Engländern hat mir mal geschrieben das seine sinkende Ai* Schnur 3 Klassen über dem Label gewogen hat (!!). Eine von den oben genannten Firmen gibt sogar offen zu auf ihrer Homepage dass sie gegen den AFTMA Standart verstossen. Ein bekannter Instruktor wurde von denen verklagt und darf den Namen nicht mehr erwähnen ..

Weicht die Schnur stark von den Vorgaben ab wäre es ein ganz klarer Umtauschgrund für mich.

Bis dann..
Torsten
gue

Ungelesener Beitrag von gue »

@Ingo:
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Sei so nett und nimm deine Werbung raus, denn sonst haben wir hier wieder eine Diskussion
Pinn
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Ungelesener Beitrag von Pinn »

Original geschrieben von TorstenHtr

Eine von den oben genannten Firmen gibt sogar offen zu auf ihrer Homepage dass sie gegen den AFTMA Standart verstossen. Ein bekannter Instruktor wurde von denen verklagt und darf den Namen nicht mehr erwähnen ..

Weicht die Schnur stark von den Vorgaben ab wäre es ein ganz klarer Umtauschgrund für mich.

Bis dann..
Torsten
Hi Torsten,

ich denke, die Aussagen auf der Hompage einer Firma darf man informationshalber bedenkenlos wiederholen bzw. zitieren, ohne sich damit rechtlich aufs Glatteis zu begeben. Man nennt in der Regel auch den URL dabei. Wenn ein Instruktor in dem Zusammenhang verklagt wurde, hat er vielleicht mit seinem Kommentar etwas überzogen, keine Ahnung. Weißt Du mehr?

Deine Infos habe ich übrigens aufmerksam registriert, danke! ;)

Frage an alle: Gibt es eigentlich Vergleiche verschiedener Fliegenschnüre dazu, wie genau die Schnurgewichte der angegebenen AFTMA-Klassen eingehalten werden?

Was auf der Verpackung steht, sollte auch drin sein. Falls bewußt von der AFTMA-Norm abgewichen wird, erwarte ich einen deutlichen Hinweis, am besten mit Begründung. Andernfalls ist bei krassen Abweichungen (mehr als die Toleranz) tatsächlich ein Umtauschgrund gegeben.

Ich habe mal eine sog. 5er Schnur erworben, deren erste 9m 13g wogen, also AFTMA 7+. Leider war das während eines Urlaubs in Schweden. Nachgewogen habe ich erst nach dem Urlaub, weil mir aufgefallen war, daß die Keule verhältnismäßig dick war und mir mit der leichten Rute nur kurze Würfe einigermaßen gelangen. Leider war ein Umtausch da nicht mehr möglich. Also habe ich das unter "Lehrgeld" abgehakt. Später kam noch eine 7-8er Rute dazu, da paßte die Schnur dann wieder. *g*

Aber Abweichungen über die Toleranz hinaus nach oben um eine Schnurklasse oder mehr sind mir auch später häufiger aufgefallen, bei Schnüren im mittleren bis gehobenen Preissegment (so ab 60 Euro). Ich finde das ärgerlich, weil m.E. nichts einfacher ist, als eine Fliegenschnur korrekt einer Aftmaklasse zuzuordnen, selbst wenn der Produktionsprozeß klimatischen und sonstigen Unwägbarkeiten unterworfen ist. Dazu bedarf es im Prinzip nur einer elektronischen Wiegevorrichtung für 9,15m Schnur, deren Teilung 1/10g oder 1grain ist (Stichwort Endkontrolle). AFTMA-Genauigkeit im Rahmen der Toleranzen erwarte ich einfach, egal ob ich 40 oder 80 Euro für eine Fliegenschnur ausgebe. Für regelmäßige Ausreißer im Gewicht nach oben fehlt mir das Verständnis. Die werde ich in Zukunft meiden.

Die Klassifizierung von Fliegenschnüren ist dank definierter AFTMA-Klassen kinderleicht und absolut eindeutig! Schwieriger wird es m.E. bei der AFTMA-Klassifizierung von Fliegenruten. Aber das wäre ein neues Thema.

Gruß, Werner
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Friedemann
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Ungelesener Beitrag von Friedemann »

Hi,
bei der Einteilung in AFTMA Klassen geht man doch von den ersten
9,15 m aus.
Wie sieht es eigentlich mit Schnüren aus die einen längeren Body haben?
Werden da auch nur die ersten 9,15 m gewogen oder wird das
umgerechnet? Dann gibt es doch noch die Schussköpfe mit einer fest
verbundenen Runningline ( z.B Scierra EDP ) die auch länger sind.
Ich hatte auch z.B. mal eine 7er Steelhead - Taper mit einem sehr langen
Rear-Taper die für meine 8er Rute eindeutig zu schwer war.
Also, ich kann allein nach den AFTMA Klassen keine Schnur mehr einer
Rute zuordnen.
Gruß aus Hessen
Friedemann
Zuletzt geändert von Friedemann am 09.08.2005, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
TorstenHtr

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hi Ingo,

Nun, jede Schnur braucht nicht gemessen werden, aber es müssen Stichproben gezogen werden, mit deren Hilfe man auf die Grundgesamtheit schliessen kann. (Stichwort: Intervallschätzung/Vertrauensintervall)
Das muss jede Firma in der Industrie tun, z.B. kann ein Zulieferer aus der Automobilbranche sich nicht auf klimatische Bedingungen berufen, sondern es werden ganz klare Tolleranzgrenzen definiert die auch eingehalten werden müssen.
Und 10% Tolleranz ist ein ziemlich breiter Bereich ..

Um ganz konkret zu werden: (Zitat von Scierra.com)

"The EDP is not confined by the AFTMA system, but has been developed with serious consideration to rod load [..]"

Was blanker Unsinn ist, normalerweise wählt man zuerst die Schnur für die Anwendung und dann die Rute. Auch weil es keine eindeutige Definition für einen Rutenstandard gibt.

Friedemann, das stimmt und ist eine Lücke in der Definition des AFTMA Standards, aber wenigstens dieser sollte für die ersten 9.15m eingehalten werden. Die Länge der Keule bekommt man dann aus Datenblättern (z.B. bei 3M/Scientific Anglers auf der Homepage).

Werner, glaube er hat sich schon sehr negativ über genannte Firma geäußert. Man hat eine Vereinbarung getroffen das er den Firmennamen komplett von seiner Homepage löschen muss.

Bis dann..
Torsten
Fyggi

Ungelesener Beitrag von Fyggi »

Friedemann
Also, ich kann allein nach den AFTMA Klassen keine Schnur mehr einer Rute zuordnen



Hallo Friedemann, dann sind wir ja schon Zwei......


Die Einteilung der Gewichtsklassen von Fliegenschnüren nach AFTMA entstammt aus den Ursprüngen des Fliegenfischens und war lediglich für DT gedacht, die es in den Anfängen gab und auch nur bei denen macht es Sinn.

Für die heutigen zig Keulenformen der WF-Schnüre ist es reine Kaffesatzleserei, wenn ich aus den ersten 9,15 Metern auf das Gesamtgewicht der jeweiligen Keule kommen möchte. Da nutzen mir auch die Informationen der Hersteller nichts, wie lang die Keule nach den ersten 9,15 Metern noch ist.

Und das Gesamtgewicht der Keule ist ja nun mal das "Wurfgewicht" einer Fliegenrute, oder irre ich?

Und das die Hersteller das Gewicht einer Schnur der "AFTMA Klasse 7" so unterschiedlich händeln, zeigt doch auch hier, dass nichts wirklich Sinn macht außer das , natürlich ehrliche, angegebene Gesamtgewicht der Keule. Auch ist es auf diese Weise einfacher zu überprüfen.

Diese Ehrlichkeit vorausgesetzt muss dann nur noch der Faktor -Fliegenrute- gem. dem angegebenen wurfgewicht optimiert werden.

Und das es keine einheitliche Definition für eine Fliegenrute gäbe wäre mir neu, auf meinen Ruten stehen ganz deutlich AFTMA-Klassen!

Wenn ich dann eine Schnur mit dem Keulengewicht von 17 Gramm kaufe, weiß ich dass sie zu meiner Rute mit dem entsprechenden Wurfgewicht paßt.

Die Abkehr von der alten Einteilung in AFTMA-Klassen mag einigen Puristen so nicht gefallen, aber es soll ja auch Fliegenbinder geben, die binden heutzutage sogar schon mit Bindematerialien aus Kunststoffen Fliegen..............(kleiner Scherz.....)



Nichts für ungut und verbleibend mit freundlichen Grüssen aus dem verregneten Niedersachsen


Mark


P.S.: Sollte ich völlig falsch liegen, so mag mir doch bitte jemand den Sinn erklären, das ich lediglich das Gewicht der ersten 9,15 Meter meiner wie auch immer langen Fliegenschnur gesagt bekomme und das dann AFTMA oder wie auch immer nennt!!!
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