Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich? Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, oder gute oder schlechte Erfahrungen mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...
Original geschrieben von Werner der Verlage/ bzw. des Verlages, mit dem ich zusammenarbeite,
Moin Werner,
wenn Du den entsprechenden Einfluss hast, würde ich es interessant finden, wenn
Das große Buch vom Fliegenbinden
von Klaus von Bredow
Müller Rüschlikon
wieder aufgelegt würde.
Ich habe das Buch glücklicherweise, aber es dürfte von größtem Interesse für Fliegenbinder sein
und ist in meinen Augen DAS deutschsprachige Bindestandardwerk.
hast Recht. Ich habe das Buch auch. Allerdings ist es etwas schwerfällig zu lesen. Die meisten interessieren sich heute eher an schönen bunten Hochglanzbildchen und kurzen, knackigen Bildbeschreibungen. Eine Erklärung der Unterschieden einer guten und einer mittleren oder schlechten Hechel mag da zwar interessant sein. Aber man will schnell Erfolge sehen, kauft sich eine Whiting Balg und legt los. Schade!
Gruß Harald
Mit diesem Buch ... Das große Buch vom Fliegenbinden ... habe ich auch meine ersten Bindeschritte unternommen. Als Basisbuch durchaus empfehlenswert. Eine angepasste Neuauflage würde sich sicherlich verkaufen, zumal das Buch ja schon fast als DIE "Fliegenbinde-Bibel" bekannt ist.
Hallo alle,
ich freue mich über die doch recht fundierten Meinungsäußerungen in diesem Thread, muss aber doch einiges "geraderücken".
1. Mir ist klar, dass das keine "Umfrage" ist ( Roland ), die sichere Ergebnisse bringt. Und die Einflussmöglichkeiten bei Verlagen ( Dirk ) habe ich auch nicht.
"Das große Buch vom Fliegenbinden" habe ich auch und damit gelernt, es ist schön, aber nicht mehr zeitgemäß, deshalb würde ein Verlag eine Neuauflage nicht machen, weil er- von wenigen Liebhabern abgesehen- keine Käufer dafür findet.
2. Wenn sich der Buchmarkt nach meinen Neigungen richtete, würde ich sofort die Anregungen von Heiner und Harald aufgreifen, ein auf die deutschsprachigen Verhältnisse abgestimmtes Buch mit Unterhaltungsliteratur für Fliegenfischer oder die von Harald skizzierte Mischung anzustreben/zu machen.
aber
Etwas Ähnliches wie die von Harald vorgeschlagene Mischung hat der Kosmos Verlag mit dem Buch von Hebeisen versucht und ist damit gescheitert, weil bemängelt wurde, dass das Buch weder ein richtiges Sachbuch noch ein richtiges Unterhaltungsbuch sei.
Unterhaltungsliteratur allein für Fliegenfischer wird es aus folgenden Gründen kaum geben :
Allein beim Kosmos Verlag ( der führende in den Marktsegmenten Angeln und Jagd ) gibt es mehr als fünf Unterhaltungsbände für Jäger.
Es gibt aber nur ca. 250000 Jäger.
Es gibt ca. 5 Millionen Angler
In der gesamten Branche gibt es nur vier neuere Unterhaltungsbücher für Angler. In der Regel sind dies wie bei den Jägern Auflagen von 2500 Büchern.
Von den insgesamt 10000 Büchern sind vielleicht die Hälfte verkauft.
Ergo besitzen von 1000 Anglern nur einer ein entsprechendes Buch.
Daraus lassen sich nun folgende Schlüsse ziehen, (was die Verlage auch tun.)
- Angler, die offenbar schon Mühe mit dem "Studium" der Bildzeitung haben, sind mit anspruchsvollerer Unterhaltungsliteratur überfordert, also bringt man ein Buch auf der ebene Anglerklamauk mit Kalauerfaktor und bunten Bildchen heraus. Das verkauft sich aber auch nicht, weil die "andere Sorte" Angler sich davon nicht angesprochen fühlt.
Seid ehrlich, wie viele- auch in diesem Forum- können sich nicht mehr in ein Buch "versenken" und lesen nur das, was möglichst knapp der Informationsübermittlung dient.
- Wenn die 5 Millionen Angler insgesamt so schwache/ unwillige/ desinteressierte Leser sind, dass sich die wenigen Bücher bei diesem riesigen Kundenkreis kaum absetzen lassen, wird es kein Verlag riskieren, bei nur 30000 Fliegenfischern ein spezielles Unterhaltungsbuch für diesen "Kundenkreis" zu machen.
An der Qualität der Bücher kann es nicht liegen. Ich habe die auf dem Markt befindlichen mit der Jagdliteratur verglichen und bei mindestens dreien davon eine gleich hohe, teilweise. höhere "literarische Qualität" gefunden.
Um den Hintergrund meiner Nachfrage noch einmal zu beleuchten :
Wenn ich dem/ einem Verlag ein Buch oder eine Idee dazu anbiete, läuft das folgendermaßen.
- ich überlege mir, was ich gern machen möchte
- ich überlege mir, ob ich das auch kann
- ich versuche herauszufinden, ob das auch ankommt, ( was ich in diesem Thread tue)weil ich- so pathetisch das klingen mag- nicht ausschließlich zur Selbstbestätigung schreibe, sondern gerne etwas Sinnvolles mitteilen möchte.
- dann stelle ich dem entsprechenden Lektor mein Konzept vor und an dieser Stelle muss ich schon überzeugen, dass die Idee wirklich Marktchancen hat. Wenn ich mich dabei auf ein Meinungsbild aus der Szene stützen kann, ist das von Vorteil.
- als nächstes muss der Lektor- wenn ich ihn überzeugt habe- die Programm leitung überzeugen. ( Die interessiert sich ausschließlich für Absatzchancen, egal was in dem Buch steht.)
- wenn die überzeugt ist, muss die Gesamtleitung überzeugt werden, die interessiert....siehe oben-
- wenn dann alles geklappt hat, geht die Arbeit los und im besten Fall kommt etwas heraus, was mir Spaß macht, was der Verlag zufriedenstellend absetzen kann und von dem die "Gilde" sagt, dass sei ganz gut gelungen und vielleicht doch nicht so überflüssig.
Aber die ganze Geschichte funktioniert nur, wenn die Angler/Fliegenfischer als Informationsgeber und natürlich Käufer mitspielen. Aber ich denke, man sollte das auch als Chance begreifen, seine Bedürfnisse einzubringen. Allerdings ist kein Verlag zu überzeugen , wenn jeder- wie sich hier abzeichnet- etwas anderes will. Etwas für alle Sinnvolles kann man machen und durchsetzen, wenn klare mehrheitliche Präferenzen vorhanden sind.
Ich bedanke mich für eure Hinweise ( auch wenn sich kein realisierbarer Trend ableiten lässt.)
Gruß Werner
Zuletzt geändert von Werner am 30.11.2004, 23:18, insgesamt 1-mal geändert.
An der Qualität der Bücher kann es nicht liegen. Ich habe die auf dem Markt befindlichen mit der Jagdliteratur verglichen und bei mindestens dreien davon eine gleich hohe, teilweise. höhere "literarische Qualität" gefunden.
Kannst Du die von Dir gemeinten Bücher an dieser Stelle nennen? Dafür wäre ich Dir sehr dankbar.
Hallo Werner ,schön ,mein Lieblingsthema neben dem Fischen;-),ich bin absoluter Bücherfreak,schon immer gewesen in allen Gebieten die mich interessieren,im Thema Fliegenfischerliteratur liegt der Bestand bei ca. 400 Büchern,davon weit mehr als die Hälfte aus englischsprachigem Raum bzw. alte engl. Literatur.hier fühle ich mich aufgehoben ,kann verstehen und nachvollziehen sämtliche Entwicklungen im Thema Fliegenfischen.Hier können einem Augen geöffnet werden und man versteht eher den Spruch "simplyfy your life".Ich habe keine Lust mehr drittklassige tausende Male wiederholte eingefärbte Technikromane in Buch oder Katalogform zu lesen,das was es zu existenzieller substanz zu schreiben gibt ist geschrieben und zwar gut,auch in Deutsch.Der Punkt kommt in dem Moment wo sich Mensch oder Fischer weiter ernsthaft mit einer Materie ,Fragen etc. auseinadersetzen möchte.Das kostet Kraft ,Zeit und Arbeit mit sich selbst.Grundsätzlich behaupte ich kühn das es keine "fehlende" Literatur gibt,das Meiste ist gesagt und kann nachgelesen werden.Grundsätzlich wird zu wenig und vorallem zu oberflächlich gelesen ,ausnahmen bestätigen die Regel und dies freut mich immer weider.diese Oberflächlichkeiten setzen sich natüprlich auch in journalen etc. fort,herlfen im Kern nicht weiter.Den Antarktisbericht oder Feuerland zum 3. Mal auch wenns schön war...ich weiss nicht,ich für mich jedenfalls nicht mehr.Mit Sicherheit lassen sich in versch. Themen im Fliegenfischen Titel und Bücher festmachen die man gelesen haben sollte,das wäre Grundlage.Ich persönlich fände Bücher nett und lesenswert behandeln sie z.B. eigene Erlebnisse ,Berichte in einer offenen Form in der man die Unsicherheit und Fragestellungen des Autors förmlich riechen kann,sich selber nicht in den vordergrund zu stellen sondern die Sache,das wärs.Ob Romanform oder aufgezählte Einzelgeschehen ,das kann zu bestimmten Themen sein.Letztes Buch was ich hierzu gelesen habe und klasse war ist z.B. "Saltwater Flyfishing" von Paul Morgan&freinds(cochy -bondhu-books)
viele Fachautoren aber auch unbekanntere Namen veröffentlichen Ihr Denken ,ihre Erlebnisse ,ihre Technik in einer angenehmen lesbaren Form,so etwasc gefällt mir und sticht aus dem Allerlei heraus...denke ich zumindest ,beste Grüsse ,Rolf
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...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
@ Roland
das sind m.E. "Kleine Philosophie der Passionen Angeln" von Kunzmann,
"Angebissen" von Bailey und ( unbescheiden ) "Von Fischern und Fischen" von meiner Wenigkeit. ( ich weiß gar nicht, ob es statthaft ist, letzteres zu erwähnen. )
Wer Bücher möchte, die Bilder enthalten, kommt an dem schönen Buch von Atkinson "Lachs und Forelle" nicht vorbei und wer mehr der volkstümlichen Unterhaltung zuneigt, braucht "Und Petrus drückt ein Auge zu" von Claus Beese.
@ Rolf
Ich persönlich fände Bücher nett und lesenswert behandeln sie z.B. eigene Erlebnisse ,Berichte in einer offenen Form in der man die Unsicherheit und Fragestellungen des Autors förmlich riechen kann,sich selber nicht in den vordergrund zu stellen sondern die Sache,das wärs
Dann hoffe ich, dass ich dir Samstag eine kleine Freude machen kann und deinen Geschmack treffe.
Gruß Werner
Zuletzt geändert von Werner am 30.11.2004, 23:26, insgesamt 1-mal geändert.
Entschuldige meinen ersten Beitrag, ich habe erst jetzt begriffen worum es Dir geht.
Die Sache hängt doch meiner Meinung nach am Autor, findet sich jemand der fischereiliche Erzählungen spannend und informativ darstellen kann, wird die Sache sicher ein Erfolg. Da sind wir aber schon bei der Hauptschwierigkeit , ein Ritz hatte als Freund Ernest Hemingway, der mit seinem "alten Mann und das Meer" in die Weltliteratur eingegangen ist. Beim Lesen des "Erlebten Fliegenfischens" kann ich mich nie ganz des Eindrucks erwehren, daß Ernest seinem Freund über die Schulter geschaut hat, zumindest bei den Erlebnisberichten und besonders bei der Beschreibung seiner Weggefährten. Die Aufbereitung eines Erlebnisses ist nicht so einfach , da braucht es schon einen Schriftsteller und dies ist der Grund warum man diese Abschnitte bei Ritz immer wieder lesen kann .
Meiner Meinung ist dies auch der Grund für den Mißerfolg derzeit auf dem Markt befindlicher Fischereiliteratur. Wenig Kompetenz und minimale literarische Fähigkeiten sind einfach der Garant für Mißerfolg .
ich hab auch einiges an Büchern über das Fischen herumstehen. Was im deutschem Sprachgebrauch an Literatur meiner Meinung nach noch fehlt, ist alles was das Thema der Gewässerbewirtschaftung, Erhaltung und Pflege zu tun hat. Im englichen wird hier der Begriff "River-Keeper" verwendet. Vom Paray Verlag geht das Werk "die Pflege der Fischbestände und Gewässer zwar in die Richtung, was mir aber fehlt so ein "Ritz" über die Gewässerbewirtschaftung.
Roland
man muss einfach reden, und kompliziert denken - nicht umgekehrt
@ Royal Coachman,
vorweg, also ich finde das albern, dass ich dich mit dem Namen einer Fliege anreden muss, gibt es da keine andere Möglichkeit ?
Meiner Meinung ist dies auch der Grund für den Mißerfolg derzeit auf dem Markt befindlicher Fischereiliteratur. Wenig Kompetenz und minimale literarische Fähigkeiten sind einfach der Garant für Mißerfolg .
Die Kompetenz ist schon da, aber als Autor macht man immer eine Gratwanderung zwischen den eigenen Möglichkeiten und der Lesefähigkeit seiner Klientel. Die ist, wie ich schon oben erwähnte, bei vielen Anglern eher dürftig.
Wenn mich z. b. ( wie geschehen) jemand fragt, ob alle Geschichten in Buch xy so kompliziert seien wie das Vorwort ( bloß weil da Hermann Hesse und Hemingway erwähnt werden, die doch niemand kenne) und ob auch Bilder darin stünden, dann ist nicht der Mangel literarischer Kompetenz ein Grund für den Misserfolg, sondern das Vorhandensein derselben.
Du hast in deinem ersten Beitrag schon richtig bemerkt, dass ein Niveauverfall stattfindet. Aber man könnte schon ein Buch darüber schreiben , welche "Verrenkungen" teilweise nötig sind, um den eigenen literarischen Anspruch einigermaßen aufrecht erhalten zu können und dabei gleichzeitig noch eine möglichst breite Leserschaft anzusprechen.
Sieh dir das Leseverhalten der Anglerschaft in Beziehung zum Leseverhalten der Jägerschaft an, was ich weiter oben dargestellt habe. Letztlich geht es für einen Verlag um die Frage . Spreche ich mit dem Buch die vielen "Bildzeitungsleser" an oder die wenigen, die "Der alte Mann und das Meer" gelesen haben.
Ein Autor befindet sich zwischen diesen beiden Polaritäten, und er fühlt sich, so er denn literarische Kompetenz besitzt, höchst unwohl in dieser Situation.
Daß Autoren diese Verrenkungen machen, ist mir schon klar, aber dieser Umstand führt doch zu einem schwachen oder reißerrischen Produkt.
Der Vergleich mit der Jagd ist schwierig, da die Fischerei einfach vielschichtiger ist, allein von der Vielfalt des zu erlegenden " Wildes ".
Es gibt aber immer tolle Bücher, die sich durchsetzen als Beispiel möchte das Büchlein von Ossadnik zur Fliegenbestimmung nennen. Der Erfolg dieses kleinen Buches zeigt, daß Kompetenz und eine vernünftige Marktstrategie zum Erfolg führen. Besonders die beiden Erscheinungsformen
-einerseits Leder numeriert und signiert und andererseits Ringausgabe für's Wasser- haben zum Erfolg beigetragen. Ein Autor sollte sich nicht von der Kompetenz seiner vermuteten Leserschaft beeinflussen lassen.
Zu Abschluß erlaube ich mir zu bemerken, daß dieses Problem seit Jahrhunderten besteht , die Erstausgaben waren meistens kleine unscheinbare Büchlein, die Zweitausgaben dann prächtig, da der Erfolg sich eingestellt hatte . Sogar Halford und West mußten ihre Erstbücher im Eigenverlag herausbringen und erst nach dem großen Erfolg wurden größere
Serien aufgelegt . In Deutschland gilt das z.B für Bischoff's " Anleitung zur Angelfischerei ", doch gerade diese excellent ausgestatteten Bücher sind übriggeblieben und erzielen auch heute nach über einem Jahrhundert bei Versteigerungen Höchstpreise.
>>Der Vergleich mit der Jagd ist schwierig, da die Fischerei einfach vielschichtiger ist, allein von der Vielfalt des zu erlegenden " Wildes ". <<
Das glaube ich nicht. Mein Vater ist seit fast 40 Jahren passionierter Jäger. In meiner Jugend habe ich ihn oft begleitet. Was von einem verantwortungsvollen Jäger (kein Schiesser) geleistet wird und welches Wissen er haben muß, um verantwortungsvoll mit dem Wild und der Natur umzugehen, steht der Vielschichtigkeit beim Angeln in nichts nach. Bedenke eines, wir Angler haben bis zuletzt die Möglichkeit, den gefangenen Fisch in allen Einzelheiten zu betrachten, bevor wir ihn abschlagen. Das hat ein Jäger nicht. Er spricht sein Wild i.d. R. aus der Entfernung an und muß sich meist in Sekunden entscheiden, ob er den Schuß absetzt oder nicht. Ist der Schuß gefallen, sind im wahrsten Sinne des Wortes alle Messen gelesen. Wenn ich dagegen sehe, wie oft mein Vater im Revier unterwegs ist, ohne überhaupt einmal das Gewehr von der Schulter zu nehmen, einfach nur um zu beobachten und nach dem rechten zu sehen, ganz abgesehen, von seinen sonstigen Hegemaßnahmen. Im Gegenteil, ich finde, daß das Jagen abwechslungsreicher ist. Lese nur ´mal den "Blase", das Standardwerk zur Jägerprüfung (jedenfalls vor 30 Jahren).
Zu dem von Werner angesprochenen Niveau des Leseverhaltens: Schau Dir ´mal die Jagdzeitschriften an. Wenn Du diese mit unseren Angelzeitschriften vergleichst, wirst Du Unterschiede feststellen.
Aber trotzdem habe ich mich vor 35 Jahren zum Angeln entschieden, aber das ist eine andere Geschichte...
>>Etwas Ähnliches wie die von Harald vorgeschlagene Mischung hat der Kosmos Verlag mit dem Buch von Hebeisen versucht und ist damit gescheitert, weil bemängelt wurde, dass das Buch weder ein richtiges Sachbuch noch ein richtiges Unterhaltungsbuch sei.<<
Das Hebeisenbuch ist mit keinem anderen zu vergleichen. Als ich es gelesen habe, wußte ich anfangs nicht, ist es Lehrbuch, eine Buch mit Erzählungen oder ein Bilderbuch. Gerade dieses Buch glänzt mit sehr wenig Text im Vergleich zu seiner Seitenanzahl und Größe. Dafür ist aber jedes Wort gut überlegt und wer das Buch gründlich liest, kann einiges daraus lernen. Wer es aber, wie Rolf und Du treffen bemerkt habt, den Text nur oberflächlich überfliegt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er das Buch nicht versteht.
Das dieses Buch kein Verkaufserfolg war, war zu befürchten. Dies lag vielleicht auch an dem recht hohen Einstandspreis. Ich glaube, es wurde anfangs so um die 100,- DM dafür gezahlt. Das dürfte für viele zu teuer gewesen sein, auch wenn die Aquarellen wirklich gut sind.
Auf der anderen Seite denke ich, daß gerade dieses Buch aufgrund seiner Einzigartigkeit ein echtes Sammlerstück werden wird, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Das Buch, das ich angeführt habe, geht einen anderen Weg. Hier wird erzählt. Es werden Erlebnisse und Anekdoten weitergegeben und nebenbei (oder hauptsächlich?) wird Wissen vermittelt. Durch die Erzählweise ist das Buch absolut kein trockenes Lehrbuch, sondern die Erzählung wird als Vehikel benutzt, mit dem das Wissen transportiert wird.
>>Der Vergleich mit der Jagd ist schwierig, da die Fischerei einfach vielschichtiger ist, allein von der Vielfalt des zu erlegenden " Wildes ". <<
Das glaube ich nicht. Mein Vater ist seit fast 40 Jahren passionierter Jäger. In meiner Jugend habe ich ihn oft begleitet. Was von einem verantwortungsvollen Jäger (kein Schiesser) geleistet wird und welches Wissen er haben muß, um verantwortungsvoll mit dem Wild und der Natur umzugehen, steht der Vielschichtigkeit beim Angeln in nichts nach. Bedenke eines, wir Angler haben bis zuletzt die Möglichkeit, den gefangenen Fisch in allen Einzelheiten zu betrachten, bevor wir ihn abschlagen. Das hat ein Jäger nicht. Er spricht sein Wild i.d. R. aus der Entfernung an und muß sich meist in Sekunden entscheiden, ob er den Schuß absetzt oder nicht. Ist der Schuß gefallen, sind im wahrsten Sinne des Wortes alle Messen gelesen. Wenn ich dagegen sehe, wie oft mein Vater im Revier unterwegs ist, ohne überhaupt einmal das Gewehr von der Schulter zu nehmen, einfach nur um zu beobachten und nach dem rechten zu sehen, ganz abgesehen, von seinen sonstigen Hegemaßnahmen. Im Gegenteil, ich finde, daß das Jagen abwechslungsreicher ist. Lese nur ´mal den "Blase", das Standardwerk zur Jägerprüfung (jedenfalls vor 30 Jahren).
Zu dem von Werner angesprochenen Niveau des Leseverhaltens: Schau Dir ´mal die Jagdzeitschriften an. Wenn Du diese mit unseren Angelzeitschriften vergleichst, wirst Du Unterschiede feststellen.
Aber trotzdem habe ich mich vor 35 Jahren zum Angeln entschieden, aber das ist eine andere Geschichte...