Zugkraft bei Ringwicklung

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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fluefiske
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Ungelesener Beitrag von fluefiske »

Hallo Matthias!
Daß Du nur einmal lackierst,hätte ich Dir auch nicht zugetraut.Bin eben mit den ersten 2 Stunden fertig geworden.Jetzt kommt der gemütliche Teil.Es ist eine Zander- und leichte Karpfenrute.Du könntest ja mal anrufen zum Fachsimpeln.
0631-73702
Gruß Erich
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Dirk Janßen
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Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

Hallo Jungs,

zur Fadenspannung habe ich mich nicht geäußert, da ich nicht weiss, wie ich meine Fadenspannung beschreiben soll.
Zur Lackierung folgendes:
Offensichtlich baut ihr des öfteren mal die eine oder andere Rute. Also seid ihr auch handwerklich nicht ungeschickt. Warum baut ihr euch nicht mit einfachen Mitteln eine Lackierbank, auf der sich der Blank über Nacht drehen kann ? Gleichmäßiger könnt ihr es von Hand kaum hinbekommen.
Außerdem habt ihr dann auch was, was man einem befreundeten Auch-Rutenbauer ausleihen könnt.
Ich lackiere auch mit Flexcoat, kann aufgrund des drehenden Blanks fett auftragen, lasse das Flexcoat auch unter den Ringfuß kriechen und komme mit einer Lackierung immer aus.

Guggsu
Bild
links hätte ich vielleicht etwas gleichmäßiger arbeiten können, but who cares, it`s mine ;)

TL
Dirk
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fluefiske
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Ungelesener Beitrag von fluefiske »

Hallo Dirk
Du hast in allen Punkten recht.Mit einem sich drehenden Etwas wäre die Sache einfacher.Aber ich denke,mir fehlt der Platz dazu.Wenn ich eine 12' Rute lackiere,brauche ich schon die ganze Länge meines Hobbyraumes.Mit den Elektromotoren kenn ich mich auch nicht aus.Ausserdem nutze ich die Zeit,in der ich den Blank drehe,um die ganzen Angelkataloge durchzusehen.Und aus den hunderten von Ferienhäusern,die von Norwegen angeboten werden,muß ich auch noch 2 oder 3 aussuchen.
Aber der Hauptgrund ist folgender.Ich habe vor ca.7 Jahren meine erste Blinkerrute gebaut ,es war ein Hechtangelurlaub mit Gerry in Schweden.Danach folgten noch einige für den Eigenbedarf.In meinem Freundeskreis und Angelverein sprach sich mein neues Hobby langsam herum,und so fertigte ich noch eine und noch eine.Und jedesmal dachte ich,es wäre die letzte.Mittlerweile sind es ca.180.

Gruß Erich
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Dirk Janßen
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Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

180 !! Das iss'n Stück Holz. Da komm ich nicht mit. Umso weniger verstehe ich, dass die das alles manuell machst. Stell Dir vor, wie viele Angelkataloge Du lesen könntest, wenn Du beide Hände immer frei hättest :D

BTW Ich kenn mich mit Elektromotoren auch nicht aus, ich benutz sie einfach ;)

Gruß
Dirk
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Matthias

Ungelesener Beitrag von Matthias »

Hallo Dirk,

mit der Dreherei sehe ich es ähnlich wie Erich. Ich lackiere im Wohnzimmer, da habe ich den meisten Platz, das beste Licht und der Tisch die optimale Höhe. Das hat außerdem den Vorteil, daß ich beim drehen fernsehen kann und auch das Regal mit der FliFi-Literatur und den Katalogen greifbar ist, so wird es nicht langweilig ;-)

@Erich: Wenn ich die Rutenbauerei so professionell betreiben würde wie Du (ehrfürchtigen Respekt vor den 180 Ruten!!!), dann hätte ich bestimmt einen elektrischen Helfer. Bei mir sind es inzwischen nur noch 1-2 Ruten pro Jahr und ein paar Reparaturen, da lohnt das eher nicht. Ich klingel die Woche vielleicht mal durch, wenn ich etwas Zeit habe.

Viele Grüße aus Berlin, Matthias
Christian R.
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Ungelesener Beitrag von Christian R. »

Mal zu den Elektromotor : Getribemotor ist klar, wieviel Umdrehungen/min muß der den machen um ein gescheites Ergebniss zu erzielen ??
MfG Christian

Wenn angeln eine Religion ist nennt mich nicht Vater
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Dirk Janßen
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Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

Ideal sind m.E. 1 Umdrehung in 2 Sekunden, also 30 U/min. Ein Scheibenwischermotor vom Schrottplatz, über Batterieladegerät betrieben, kommt da schon einigermaßen hin. Ich habe mir dann noch eine "Riemenscheibe" aus Holz gedreht, mittig eine Innengewindestange geklebt und auf das Gewinde des Scheibenwischermotors gedreht. ACHTUNG: ein Scheibenwischermotor darf nur in die vorgesehene Richtung drehen, sonst sind die Kontakt-Kohlen ruckzuck weg (leidvolle eigene Erfahrung). Also + an + und - an - .
Die Riemenscheibe habe ich noch mit Klebstoff bestrichen und mit Sand bestreut, so dass sie sehr griffig geworden ist.
Auf die Rollenlager (aus Lego ;) ) lege ich nun die Rute so hin, dass der Korkgriff der Rute über der Riemenscheibe ist. Aus dickem Gummiband (Schlüpfergummi :) ) habe ich mir Ringe gemacht in verschiedenen Längen, in dem ich Stücken des Gummibands zu Ringen zusammengenäht habe. Funzt 1A.

Bei meiner 4-teiligen 15'' Rute hatte ich auch Längenprobleme. Ich habe die Rute in 2 Teilen lackiert, erst Griff und erstes Teil, dann 3. und Spitzenteil. Für das 3. Teil habe ich eine Achse gebastelt aus einem Vollglasrutenstück. Das kann im Durchmesser mit Malerkrepp angepasst werden und wird dann z.B. in das 3. Teil gesteckt. Das herausschauende Ende des Vollglasrutenstücks habe ich mit Kork versehen und kann nun auch Spitzenteile oder Teile von Ruten drehen lassen und lackieren.

Wenn einem die Drehrichtung des Blanks nicht gefällt, legt man die Ringe wie eine Acht.

Man muss darauf achten, dass an beiden Enden der zu lackierenden Rute ein Widerstand hingestellt wird, damit die Rute beim Drehen nicht vom Gestell herunterwandert.

Bild

TL
Dirk
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Gäddsax

Ungelesener Beitrag von Gäddsax »

Besser ist da noch eine regelbarer Elektromotor mit Getriebe (z.B. von Lego) und Trafo.
Mit dem kann man die Geschwindigkeit beliebig einstellen und auch noch vor- und rückwärts drehen (zum Wickeln).

Schade nur, dass sich die ganzen Profis bzgl. der Fadenspannung zurückhalten.
Verkaufen wollen sie im Forum, aber Tipps gibt es keine.

Grüße,
Max
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Dirk Janßen
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Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

Wie schon geschrieben: Beschreibe mir doch mal, wie ich praktikabel und nachvollziehbar die Schnurspannung feststellen soll., dann teil ich sie dir gerne mit ;).

Gruß
Dirk
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fluefiske
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Ungelesener Beitrag von fluefiske »

Hallo !
Seit meiner ersten Rute läuft der Faden durch 1-2-oder 3 Bücher,je nach Anzahl der Zierwicklungen.Jede Garnspule liegt in einer Tasse.Die Bücher liegen diagonal,sodaß der Faden immer an derselben Stelle austritt.Oben auf die Bücher kommt eine Halogenlampe,die ich auf ein Holzbrett geschraubt habe.Dann prüfe ich,ob die Fäden richtig durchlaufen.
Selten,daß ich korrigieren muß.Daß der Faden zu locker ist,habe ich noch nicht erlebt,und wenn er zu schwer geht,merkst du es gleich nach den ersten Wicklungen.Aber ein Problem war das noch nie.
Wenn die Fadenspannung zu hoch war,läßt sich der Ring etwas schwerer bewegen und umgekehrt.Das kannst du ja bei jedem Ring kontrollieren,bis du ein Gefühl für die Spannung hast.Aber keine Angst,durch die Dehnbarkeit des Garns hast du genug Spielraum. Ich kann dir leider keine nackten Zahlen über die Fadenspannung nennen,aber mit etwas Gefühl wird das schon.Viel Spaß beim Ringkampf.

Gruß Erich
Gäddsax

Ungelesener Beitrag von Gäddsax »

Original geschrieben von fluefiske
Hallo !
Seit meiner ersten Rute läuft der Faden durch 1-2-oder 3 Bücher,je nach Anzahl der Zierwicklungen.Jede Garnspule liegt in einer Tasse.Die Bücher liegen diagonal,sodaß der Faden immer an derselben Stelle austritt.Oben auf die Bücher kommt eine Halogenlampe,die ich auf ein Holzbrett geschraubt habe.Dann prüfe ich,ob die Fäden richtig durchlaufen.
Selten,daß ich korrigieren muß.Daß der Faden zu locker ist,habe ich noch nicht erlebt,und wenn er zu schwer geht,merkst du es gleich nach den ersten Wicklungen.Aber ein Problem war das noch nie.
Wenn die Fadenspannung zu hoch war,läßt sich der Ring etwas schwerer bewegen und umgekehrt.Das kannst du ja bei jedem Ring kontrollieren,bis du ein Gefühl für die Spannung hast.Aber keine Angst,durch die Dehnbarkeit des Garns hast du genug Spielraum. Ich kann dir leider keine nackten Zahlen über die Fadenspannung nennen,aber mit etwas Gefühl wird das schon.Viel Spaß beim Ringkampf.

Gruß Erich

Hallo Erich,

vielen Dank noch mal für deinen Beitrag!
Genau danach hatte ich gefragt.
Das hilft mir schon weiter.
Kannst du mir noch sagen, wie viele Seiten deine Telefonbücher ungefähr haben und wie schwer das Holzbrett und die Lampe sind?

Vielleicht könntest du ja auch alles mal kurz auf eine Küchenwaage legen, wenn du wieder mal Ringe anwickelst.

Danke und Gruß, Max
Gäddsax

Ungelesener Beitrag von Gäddsax »

Original geschrieben von Dirk/WHV
Wie schon geschrieben: Beschreibe mir doch mal, wie ich praktikabel und nachvollziehbar die Schnurspannung feststellen soll., dann teil ich sie dir gerne mit ;).

Gruß
Dirk
Hallo Dirk,

die Zugspannung könnte man evtl. mit einer Zugwaage messen,
aber das mit den Telefonbüchern und dem Gewicht, was dann auf dem Faden lastet, würde mir schon reichen.

Gruß, Max
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fluefiske
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Ungelesener Beitrag von fluefiske »

Hallo Gäddsax !
Für dich bin ich über mich hinausgewachsen und habe eine ca.Fadenspannung in Gramm ermittelt.Dafür habe ich den Faden durch das untere Buch (1100g) geführt,das dünnere obendrauf (400g),dann die Lampe mit Brett (1000g).Der Faden wurde zur Schlaufe geformt und diese um die vorher genullte Digitalwaage gelegt.Das Zugergebnis (Fadenspannung) lag bei 275g.Das Gewicht des unteren Buches kannst du mit 100g annehmen,da der Faden durch die oberen Seiten läuft.Man,war das eine Geburt.Hoffentlich willst du jetzt nicht wissen,aus welcher Holzsorte das Brett ist.
Ich denke,ich habe den Zahlenfetischisten in dir zufriedengestellt.Aber nimm die Gewichte als ungefähr an.So,und jetzt fang endlich an zu binden.

Gruß Erich
watti

Ungelesener Beitrag von watti »

Richtig! Einfach mal loslegen, Du bekommst schon nach kurzer Zeit ein Gefühl dafür, ob der Faden zu stramm oder zu locker von der Spule läuft.

Viel Spass beim Rutenbau,

Gruß Dirk
Nössing Werner

Ungelesener Beitrag von Nössing Werner »

hallo Max

Leider kann ich dir keine wirklich konkrete Angabe einer Zugkraft in Newton, Lbs oder Gramm geben. Ich kann dir nur eins sagen. Ich baue seit ungefähr 15 Jahren Ruten selbst auf und hatte anfänglich sicher kein Gefühl wie stark die Fadenspannung sein muss.
In meiner Euphorie unbedingt meine erste selbst aufgebaute Rute zu fabrizieren wurde schon mal, nochmals darübergewickelt damit ja nichts durchscheint. Dementsprechend sahen die ersten Wicklungen auch aus.
Nützt nix wieder runterschneiden und nochmals probieren.
Bis es irgendwann besser und besser wurde.
Ihr werdet mich sicher auslachen, aber ich z.B. verwende keine Wickelbank o.ä. sondern dosiere die Wickelstärke in dem ich die Garnspule auf einer Holzachse (Bleistift) unter meine Füsse klemme.
Wenn die Ringe fertig gewickelt sind lassen sie sich auf alle Fälle nur mehr schwer ausrichten, daher muß das davor erfolgen. Etwas eigenartig aber bei mir klappt das am besten und sogar meine ältesten Ruten leben immer noch und noch nie ist eine nahe der Wicklung gebrochen.

Bevor ich nun Lackiere (auch Flex Coat aber noch lieber U40) reinige ich die Wicklungen, den Blank und auch die Ringe mit etwas Aceton. Damit wird alles garantiert fettfrei, frei von Fusseln und bindet daher auch sehr sauber ab.
1 Lackauftrag genügt und wenn man fleißig dreht oder drehen lässt sieht es dann auch sauber aus.

Deine Wicklungen sehen auf alle Fälle viel besser aus als damals meine ersten.
liebe Grüße Werner
Trotz
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