Fisch mit Streamer verloren...

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Toomi/Essen

Ungelesener Beitrag von Toomi/Essen »

Au Au Au,

die Leute, die mit angedrückten Angstbart fischen gehen, sollten lieber bedachter fischen und nicht jeden kleinen Ring anwerfen und sich dann über jede 25er Forelle freuen. Somit werden die kleinen geschont und man könnte auch mit Angstbart fischen,auf große.

@luigi
entweder hat man den Fisch schon weggefangen oder der Fisch löst das Problem selber.
Schlimmstenfalls holt Ihn der Fuchs.

Mfg Thomas
green drake

Ungelesener Beitrag von green drake »

Hallo, hier geht es ja wieder mal rund !

Hat jemand schon einmal ausprobiert wie schnell Haken, sofern sie nicht rostfrei sind verrosten !

Probiert es doch einmal aus , nach zwei Tagen im Wasserglas kann man von einem 12 er Haken mit dem Fingernagl die Spitze wegschnipsen !!

Dies ist auch der Grund, warum beim Hechtfischen oft Hechte mit Binkern tief im Schlund ohne weiteres Überleben, das Zeug verrostet !!( von Aalen ganz zu schweigen !)

Bin an einem See aufgewachsen, wir haben tote Hechte gefunden, diese hatten aber niemals einen Blinker oder ähnliches intus, sondern waren zu
99 % an den Verletzungen, die sie sich in den Stellnetzen der Berufsfischer zugezogen hatten, eingegangen.

An einem Haken geht kaum ein Fisch zugrunde sondern eher an der unsachgemäßen Behandlung durch den Fischer !

tight lines

Green Drake
luiginm

Angstbart

Ungelesener Beitrag von luiginm »

Danke Werner, daß Du Dich für mich einsetzt. Der Inquisition wollte ich mich wirklich nicht unbedingt aussetzten.
Ein paar Belehrungen kann ich natürlich schon verkraften.

Hatte mir bisher nie die Mühe gemacht an den Streamern den Widerhaken anzudrücken, da ich so gefangene Fische zu entnehmen gedenke und ich bisher mit Abrissen beim Streamern keine Probleme hatte (mach ich auch sehr selten).
Ich finde Fische mit einem großen Haken zu fangen, den Sie auch noch teilweise tiefer schlucken, nur um sie wieder zurückzusetzen , sowieso eine Sauerei.
Allerdings hat mich hier das o.g. Erlebnis doch eher zum Umdenken gebracht und werde die WH in Zukunft wohl andrücken.

Tatsache ist, daß ich meist in einer Strecke fische, die nicht nur eine reine Fliegenstrecke ist (leider) und ich heuer bereits mehfach verletzte Fische gefangen hab (wovon zwar keiner einen Haken drin hatte). Einer hatte die komplette Oberlippenlitze an der Seite weggerissen und das schlimmste, einer hatte einen ca. 5 cm großen runden Hautfetzen am Rücken weggerissen.
Ich bin mir sicher, daß dies nicht Fliegenfischer waren, aber mit Sicherheit waren es große Haken (mit oder ohne WH spielte da wohl keine Rolle) und der Drill muß wohl ziemlch brutal geführt worden sein. Das gibt einem zu Denken! => Trockenfliegenfischen!
Aber jetz bin ich wohl etwas vom Thema abgeschweift.

Servus

Ludwig
Matthias

Ungelesener Beitrag von Matthias »

Original geschrieben von Werner
@ Daniel,
nein, kann ich "nicht mal sagen", weil es zu der Frage, ob der Fisch den Haken los wird oder nicht, die widersprüchlichsten Aussagen und Geschichten respektive Berichte gibt. ( wie du selbst in diesem Thread lesen kannst ) Aus naheliegenden Gründen gibt es darüber auch keine vergleichenden Untersuchungen wie z.B. zur Frage der Überlebensrate bei releasten Fischen.
Was ich aber sagen kann, ist Folgendes :

1. Ich treffe für mich die "ethischen"
Entscheidungen beim Fischen, die für mich richtig sind.

2. Ich erkläre diese nicht zum "Kategorischen Imperativ" für alle.

3. Ich fürchte, wir haben aus der Geschichte, namentlich aus den fruchtlosen Diskussionen zwischen Halford und Skue nicht viel gelernt, wenn wir wieder beginnen Regeln mit Absolutheitsanspruch aufzustellen.

4. Ich sehe zwischen den "Ansprüchen" : Der Angstbart muss auf jeden Fall ab , Fische dürfen nicht als Sportobjekte benutzt werden und Angeln ist Tierquälerei und gehört verboten inhaltliche Unterschiede, aber in der Diktion und im Absolutheitsanspruch absolut gleichartige Positionen.
Und ich weiß nicht, wie ich gegen letztere noch argumentieren soll, wenn ich als Fliegenfischer selbst beginne, ideologische für alle gültige "Verbohrtheiten" aufzustellen um dann nachher den Angelgegenern genau das vorzuwerfen, was ich innerhalb der Passion selber tue.

Ich denke, dieser längere Exkurs sollte hinreichend klarmachen, dass ich mit der Aussage : Ich fische ohne Widerhaken, weil ich es aus den Gründen x und y für richtig halte, durchaus leben kann, aber nicht mit der Aussage : Fliegenfischer haben selbstverständlich auf den Widerhaken zu verzichten.

Gruß Werner
Wunderbar Werner,

ich wollte selbst schon in die Tasten hauen ... hätte es nicht besser formulieren können! Bin voll und ganz Deiner Meinung!

Viele Grüße, Matthias
Fly-TOM

Ungelesener Beitrag von Fly-TOM »

green drake 100% zustimm

verwendet ihr denn Edelstahlhaken? Wenn nicht, warum nicht.....denn diese sind doch viel haltbarer, langlebiger und optisch auch noch viel ansprechender.

Tatsache ist, die meisten gängigen Haken sind nicht aus Edelstahl sondern aus legierungen, die relativ schnell rosten. (wobei es natürlich auch Edelstahlhaken gibt)

Durch die Verwendung solcher Legierungen, wird der Fisch den Haken ziemlich schnell los. Dies wird insbesondere beim Atlantiklachsangeln extrem praktiziert. Oder habt ihr euch noch nicht gefragt, warum Lachshaken (wenn sie nicht nach der Verwendung getrocknet werden) besonders schnell rosten, denn gerade Lachsfliegen sind ja meist sehr aufwändig und teuer. Die Lachshaken werden absichtlich in derart "schlechter Qualität" hergestellt und es ist bei diesem Material nachgewiesen, dass der haken innerhalb von 2 Tagen aus dem Maul herausrostet.

Hierdurch werden die Atlankischen Lachse erheblich geschützt, da es durchaus öfters vorkommt, dass einen Lachs nicht landen kann......"auch wenn man beim Drill noch so aufpasst", denn es ist ein Unterschied einen 1kg oder 20kg Fisch zu fangen.
Das gleiche Prinzip gilt auch für den Fang von einheimischen Fischen, wie z.B. Hechte, nur dass die Haken etwas langsamer herausrosten.

Ich hoffe ich konnte dies etwas veranschaulichen

CU, Tom
mario mücke
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Ungelesener Beitrag von mario mücke »

hallo jungs,
eure diskussionen sind ja wieder einmal sehr kontrovers. spitze macht weiter so, dann wird das forum nie langweilig.
trotzdem möchte ich noch ein erlebnis zum thema beisteuern. ich streamere regelmäßig in einem tieflandbach. hin und wieder wird eine forelle gefangen und ab und zu ein hecht. mir ist es schon zwei mal passiert, dass ein hecht meine wiederhakenlose fliege abknipste und nach wenigen minuten einen anderen streamer attakierte und dann auch gelandet werden konnte. in beiden fällen hing der zuvor abgeknipste streamer nicht mehr im maul. soviel dazu, ohne eine wertung.
ich denke auf einen wiederhaken kann ich getrost verzichten, denn ich kann mich an keine situation erinnern an der ich das abkommen eines fisches im drill, ausschließlich auf den fehlenden wiederhaken zurückführen konnte. ich habe fische mit und auch ohne wiederhaken verloren. das ist ebenso. einige fische fangen wir und andere nicht. gott sei dank, sonst hätten wir wohl bald alle gewässer leer gefischt.
grüße aus berlin
mario
Thomas

Ungelesener Beitrag von Thomas »

Morgen,
muß man denn nun jeden Fisch fangen .... habe ja schon wüste Zonker gesehen, die mit mehreren Drillingen bestückt waren, damit ja auch jeder Schwanzbeißer hängen bleibt ...

Und da kann mir einer erzählen was er will ... spätestens wenn er mal eine kleine, mit Widerhaken bestückten Goldkopfnymphe im Nacken hatte ... die sitzt wie Bombe .. habe ja auch schon mal einen Muddler bei einer Spaziergängerin im Hals gesehen (weiß zwar wer das war, aber hey keine Namen ....) ... Gott sein dank war dieser widerhakenlos und die nette Frau ist damit sehr entspannt umgegangen.

Nichts desto trotz kann ich NATÜRLICH keine Aussage dazu treffen, ob ein Fisch mit Fliege im Rachen/Maul diesen schneller los wird, wenn dieser kleine Appendix am Haken entfernt wurde oder nich ... dann doch lieber ein etwas stärkeres Vorfach wählen, dieses regelmäßig kontrollieren und sauber verknoten ...

In dem Tieflandbach in dem auch mein DAV-Vorsitzender Mario Mücke fischt, gibt es jede Menge Kraut (Laichkraut, Wasserstern ...???) und in der aktuellen Maifliegenzeit flüchtet die gehakte Forelle gerne dahin .... persönlich fische ich da mit 22er Spitze, gibt aber Kollegen die genau so gut fangen (selbst Äschen) die gehen bis zur 30er hoch ...

Ach so ich fische generell widerhakenlos u.a. auch auf Meerforelle ...

Mit freundlichen Grüßen Thomas
squid77
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Ungelesener Beitrag von squid77 »

Hallo,

War letztens mit einem Freund auf Barschjagd.
Mein Kollege fischte mit einem Köfi, ich mit der Fliegenrute. Im drill verlohr er eine stattliches Exemplar, es hatte sich um einen Pfahl gewunden, welcher viele Dreikantmuscheln beherbergt, und tschüss.
Zehn minuten später fing ich eben diesen Barsch, mit Haken und Silch im Maul.

Was meint ihr dazu?

Gruss Squid
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Harald aus LEV
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Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

@Daniel,
Das mit dem Hühnerknochen ist - wie Du schon richtig bemerkt hast - nur ein Beispiel und zum Glück nicht repräsentativ. (denn sonst müßte dies ja viel öfter geschehen, gell?). Ich frage mich nur, wenn ein Fisch ein solches Monstrum im Vergleich zu seiner Körpergrösse wegsteckt wieviel kann dann ein Haken anrichten, selbst wenn er einen Widerhaken hat? Im Übrigen freue ich mich, mein Argument inhaltlich absolut richtig findest. Wie Du meine Ausdruckweise findest, ist mir allerdings absolut egal. Auch ich finde die Ausdrucksweise von anderen nicht immer ideal.
So sind wir halt.
Harry
Fliegenfischen - Der natürliche Weg
Räuber-Jan

Soll jeder selbst wissen!!!

Ungelesener Beitrag von Räuber-Jan »

@ Werner - wenn das Immanuel Kant gelesen hätte....;) Bin auch grundsätzlich deiner Meinung.

@ alle - soll doch jeder selbst entscheiden, ob er mit Widerhaken fischt oder nicht! Ich selbst verwende beim Fischen mit Nassfliegen, Nymphen und Trockenfliegen Haken, bei denen ich die Widerhaken plattdrücke. Dann kriegt man die Dinger auch in kleinen Friedfischmäulern gut gelöst.

Beim Streamerfischen (fische ich nie kleiner als Größe 6) verwende ich jedoch immer Widerhaken. Hab nämlich keine Lust den "Fisch des Lebens" eventuell zu verlieren, weil er sich geschickt aus dem Haken gedreht hat. Gerade Hechte und Schwarzbarsche, die im Drill gerne mal aus dem Wasser gehen, kann man im Sprung leicht verlieren, wenn die Leine mal nicht ganz stramm ist (was ja mal passieren kann, wenn der Fisch schnell auf einen zukommt).

Aber gerade bei Räubermäulern richtet ein Widerhaken keinen gravierenden Schaden an. Eher bei Friedfischen.

Abgerissen ist mir übrigens noch kein Fisch an der Fliegenrute, da ich beim Streamer lieber etwas stärkere Spitzen verwende - beim Barsch, Rapfen und Zanderfischen eine 0.24er oder 0.26er Fluocarbon Spitze, beim Hechtangeln ein Stahlvorfach von 8-10 kg Tragkraft.

Wenn mir mal ein Fisch abreißen sollte wäre das Schade, es kommt aber so selten vor, dass ich dieses Risiko in Kauf nehme, dass der Fisch die Fliege im Maul hat. Vielleicht sitzt sie ja vorne und sie löst sich recht schnell. Wer weiß es.......

Grüße,

JAN
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