Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?
Hallo,
ich habe mal eine Frage an die Schwarzwald-Fischer, ich wollte mal wieder an die Enz bei Calmbach oder Bad Wildbad, war jedoch schon zwei Jahre nicht mehr dort.
War jemand von euch zum Saison Anfang schon einmal dort, wie war oder ist die Fischerrei momentan?
ich befische zwar nicht die Enz, wohne aber nicht weit entfernt (ein Tal weiter) und kann Dir keine besonders guten Nachrichten über die aktuelle Lage überbringen: wie ich am vergangenen Samstag vom zuständigen Gewässerwart dieser Enz-Strecke erfahren habe, ist wohl vor ca. 3 Wochen durch eine Einleitung der Kläranlage in Calmbach ein Bachforellensterben größeren Ausmaßes aufgrund stark erhöhter Nitrat-/Nitritwerte bis hinunter nach Pforzheim eingetreten. Ich würde Dir auf jeden Fall empfehlen, vor Antritt eines Fischerurlaubs Informationen bei den kartenausgebenden Verkehrsämtern in Calmbach bzw. Bad Wildbad einzuholen.
Ich werde versuchen, weitere Details zu dem Vorfall in Erfahrung zu bringen und mich ggf. an dieser Stelle noch einmal melden.
Gruß
Jürgen
Zuletzt geändert von Jürgen Gaul am 04.05.2004, 23:05, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo Jürgen,
das hört sich ja nicht gut an, wollen wir mal Hoffen, dass der Schaden für das Gewässer nicht zuhoch ausfällt.
Aber danke fur die Antwort.
Das finde ich das Gute am Forum, das man aktuelle Informationen erhält.
So weiß ich im Vorfeld, was Sache ist. Da kann man es sich ersparen, mehrere hundert Km Autobahn abzuspulen, nur um dann festzustellen, daß gerade ein Fischsterben gewütet hat.
ich konnte noch einige Details zu dem erwähnten Fischsterben recherchieren und habe unten 2 Berichte aus der Pforzheimer Zeitung angefügt. Offensichtlich hat sich der Vorfall bereits Ende März ereignet. Ärgerlich sind derartige Schadensfälle in jedem Fall, weil sie zum einen aufgrund der heutigen Abwassertechnik nicht mehr eintreten müssten und zum andern, weil es wieder einige Jahre dauern wird, bis ein entsprechender Fischbestand mit ausgewogener Altersstruktur wieder aufgebaut ist.
TL
Jürgen
Fischsterben in der Enz - Nur unterhalb der Kläranlage Kadaver
BAD WILDBAD/HÖFEN. Großes Fischsterben in der Enz: Zwischen Calmbach und Höfen trieben Ende vergangener Woche massenweise tote Bachforellen im Fluss. Die Ursache ist bisher noch unbekannt.
Wie Hartmut Gloss vom Fischereiverein Oberes Enztal mitteilt, hat ein Vereinsmitglied die ersten toten Fische entdeckt. Der Mann sei die Enz entlang gelaufen, um die Gewässer-Putzete vorzubereiten, als er merkte: Der Gewässergrund war mit toten Bachforellen und Mühlkoppen übersät. Unterhalb des Einlaufs der Calmbacher Kläranlage ging es los, aber bald war klar, dass das Ausmaß viel größer war. Bis Höfen zog sich die Spur der Fisch-Kadaver, dort sei der gesamte Bachforellen-Bestand verendet. Mittlerweile seien auch an der Einmündung der Eyach in Neuenbürg tote Fische entdeckt worden, so Hartmut Gloss.
Nach Angaben des Fischereivereins sind mehrere 1000 Fische einer Verunreinigung des Wassers zum Opfer gefallen. Bei den betroffenen Tieren seien die Kiemen verätzt, sie sind also erstickt. Es bestehe der Verdacht, dass Einleitungen der Calmbacher Kläranlage für das Massensterben verantwortlich seien. Der Wirtschaftskontrolldienst hat verendete Fische und Wasserproben zur Untersuchung mitgenommen. Die Ergebnisse werden jedoch erst in zwei Wochen vorliegen.
Bad Wildbads Bürgermeister Walter Jocher betont, dass die Calmbacher Kläranlage einwandfrei laufe. "Die Werte sind korrekt, da funktioniert alles ordnungsgemäß." Er vermutet, dass die Schneeschmelze in Verbindung mit niedrigeren Wassertemperaturen das massenweise Sterben im Fluss ausgelöst hat. Das Wasser aus dem Hochmoor sei nicht gut für die Lebewesen, es verringere den Sauerstoffgehalt. Beim Fischereiverein bezweifelt man jedoch, dass allein die Schneeschmelze das Fischsterben ausgelöst haben könnte. Dann hätte man auch oberhalb der Kläranlage tote Fische gefunden, so Hartmut Gloss. Denn das Hochmoorwasser vom Wildsee komme über die große Enz. Die kleine Enz in Calmbach führe zur Schneeschmelze eigentlich besseres Wasser.
Ein Fischsterben ähnlichen Ausmaßes hat es in den Jahren 1996 und 1997 bereits zweimal gegeben. Auch damals war nur der Flussabschnitt unterhalb der Kläranlage betroffen, der Verursacher konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Weitere Messungen nötig: Enzwasser wird über längeren Zeitraum untersucht - Indizien sprechen für Kläranlage
BAD WILDBAD/CALW. Die ersten Untersuchungen zum Fischsterben in Calmbach liegen vor: Dabei wurde festgestellt, dass eine hohe Belastung des Wassers mit Nitrit und Ammonium die Fische getötet hat.
Allerdings: Ob die Calmbacher Kläranlage für die hohen Werte verantwortliche ist, steht noch nicht zweifelsfrei fest, wie Landrat-Stellvertreter Roland Bernhard auf PZ-Anfrage mitteilt. Weitere umfangreiche Messungen des Enzwassers sollen die Ursache genau klären. Außerdem wird die Stadt Bad Wildbad einen Gutachter hinzuziehen. Das sind nach seinen Angaben die Konsequenzen der ersten Untersuchungen.
Gestern fand ein Gespräch mit Vertretern der Stadt Bad Wildbad, des Wirtschaftskontrolldienstes und der Umweltbehörde des Kreises im Landratsamt statt, auch ein Mitarbeiter der Calmbacher Kläranlage saß am Tisch. Dabei wurde das weitere Vorgehen abgestimmt, da bisher nicht zweifelsfrei die Kläranlage als Verursacher feststehe, so Bernhard. "Das ist nur ein gewisses Indiz." Man könne nicht ausschließen, dass durch Moorwasser schon eine Vorbelastung bestanden habe. Aber die Verantwortlichen wollen den Dingen genau auf den Grund gehen, wie Bernhard betont. "Die Stadt Bad Wildbad steht zu ihrer Verantwortung und ist bereit, die notwendigen Vorsorge-Maßnahmen zu treffen."
Bisher sei das Wasser nur an bestimmten Tagen untersucht worden - und das auch nur am Auslauf der Kläranlage. Jetzt sollen die Wasser-Werte über einen längeren Zeitraum ausgewertet werden, auch die Entnahmestellen werden erweitert: Die Fachleute holen Wasserproben auch vor und nach der Kläranlage. Die neuen Ergebnisse soll dann ein Sachverständiger beurteilen.
Für Klaus Parey, Gewässerwart vom Fischereiverein oberes Enztal, ist die Ursache dagegen eindeutig. "Das bestätigt unsere Vermutung, dass die Kläranlage für das Fischsterben verantwortlich ist." Nur der Grund für die schlechten Werte der Anlage sei noch unklar: Die Konzentration von Nitrit und Ammonium sei nach seinen Informationen immer noch erhöht. Wie berichtet, sind Ende März mehrere tausend tote Bachforellen in der Enz entdeckt worden. Unterhalb des Einlaufs der Calmbacher Kläranlage ging es los, die Spur der Fisch-Kadaver zog sich bis Höfen. Mittlerweile wurden auch in Neuenbürg und Pforzheim tote Fische entdeckt.
Dritter Vorfall dieser Art
Nach Pareys Einschätzung ist eine genaue Untersuchung der Ursache absolut notwendig - schließlich sei dies bereits das dritte Fischsterben innerhalb weniger Jahre. "Das ist genug Erfahrung." Wenn es so weitergehe, sei keine ordentliche Bewirtschaftung des Gewässers mehr möglich, da immer wieder der gesamte Bestand verende.
Ein wichtiger Punkt für den Fischereiverein ist auch die Schadensregulierung. Sollte die Kläranlage eindeutig als Verursacher feststehen, müsste die Versicherung der Stadt die Kosten tragen. Und die sind für den Verein erheblich. Der Ertragsausfall und die Mittel für die neuen Fische schlagen ordentlich zu Buche. Bei den beiden Fischsterben Mitte der 90er-Jahre blieb der Verein auf den Kosten sitzen. Damals konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, welche Ursache das Fischsterben ausgelöst hatte.
Hallo,
vielen Dank für die Antworten.
Werden überhaubt noch Gastkarten ausgegeben?
Mich würde besonders interesieren wo die Kläranlage sich den befindet,
mein lieblings Stelle ist der große Stau in Calmbach, ist dieser auch von dem Fischsterben betroffen?