Gesplieeste zu teuer?

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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OWK
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Gesplieeste zu teuer?

Ungelesener Beitrag von OWK »

Meine Herrn Sie müssen die Sache mit den Gespliessten etwas nüchterner sehen. Wolle Sie eine breite Masse für diese Art von Ruten interessieren geht das nur über den Preis. Nach einer großen Umfrage ist man bereit für ein neue gespliesste Rute nicht mehr als 400 Euro auszugeben. Ist das machbar? Scheinbar ja, sehen wir uns Herrn Huelsenbeck ( größte Rutenbauwerkstatt Europas wie er immer so schön sagt) seine Ruten an, sie erhalten gute Testergebnisse und sie werden verkauft. Ist eine Mehrfach-gespliesste für den Preis zu bauen, eher nein. Also wird diese Rute wieder nur einer kleinen elitären Gemeinde zugute kommen und nicht gerade förderlich für die Verbreitung von gespliesten sein. Gerade junge Leute haben nicht das Geld für solche Ruten. Und die es sich leisten könne stellen das gute Stück in die Vitrine, es könnte ja was drankommen, und gehen mit der Kohlefaserrute fischen. Und sehen Sie bitte nicht in die USA dort werden diese Ruten als Kultobjekte in Museen gestellt. Der US Markt ist vollkommen anders einzuschätzen wie der in Deutschland. Die Devise sollte sein Wege zu finden gute Ruten billiger zu produzieren um mehr Leute für diese Art von Ruten zu begeistern und nicht noch teurer und ausgefallenere Ruten zu bauen um sein Ego zu befriedigen.
Olaf
FearNoFish

Gespliesste als Massenprodukt?

Ungelesener Beitrag von FearNoFish »

Meine Meinung hierzu:

Eine Gesplieste für 400 Euro? Klar wäre das schön, aber hast du mal überlegt vieviel Arbeit in eines solchen Rute steckt?
Ich kenne einen Gespliessten Rutenbauer und weiß das er pro Rute mehr als 40 Stunden investiert!
Teilen wir mal diene 400 Euro duch die 40Stunden so kommen wir auf einen Stundenlohn von 10 Euro. Hier ist noch kein Material oder Arbeitsgerät enthalten!! Und der Staat zapft natürlich auch noch was ab.
Wenn du also eine Rute unter 400 Euro möchtest müsste diese wohl dann als Massenprodukt aus Fernost kommen. Ich glaube nicht das da die Qualität stimmt und in der Verarbeitung wirst du viele abstriche machen müssen.

Ich finde zwar auch schade das die Gespliessten einen hohen Preis haben, nur ist dieser Preis gerechtfertigt! Schließlich ist jede Rute ein Unikat und kein Massenprodukt. Ich hoffe das das auch so bleibt!

gruß
FearNoFish :mad:
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OWK
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Unter 400Euro

Ungelesener Beitrag von OWK »

Dann muessen wir uns doch fragen warum Herr Huelsenbeck sogar Ruten unter 400Euro anbieten kann? Und die Testergebnisse im Forum sind gut.
Olaf
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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

das kann mehrere Gründe haben. Entweder bezieht er fertige blanks aus fernost und macht bloß noch den Aufbau oder er fertigt seine Ruten maschinell d.h. rohr fräsen, maschinell hobeln. Ich denke wenn er das alles mit der Hand machen würde, könnte er eine Rute nicht für diesen Preis anbieten. d.h. jetzt nicht, daß Hr. Hülsenbeck schlechte Ruten baut. Gruß Karl
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OWK
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gehobelt oder gefräst

Ungelesener Beitrag von OWK »

In denn USA wird zu 95% gefräst. Fast alle der Spitzenhersteller haben einen so genannten rough out beveler und einen tapering beveler. Die Größten des Rutenbaus wie F.E. Thomas, J. Young, Lyle Dickerson, W. Carlson, "Pinky" Gillum um nur einige zu nennen haben alle gefräst und haben einen großenTeil Ihrer Karriere mit dem Bau von solchen Fraesmaschinen verwendet. Bei jedem großen Rutenbauertreffen in den USA stellen sie immer auch ihre weiterentwickelten Fraesmaschinen vor. Der bekannte Schriftsteller John Gierach schreibt in seinem Buch Fishing Bamboo er könne den Unterschied nicht feststellen ebenso der Österreichische Rutenbauer Langer sagt in seinem Buch er hobele seine Ruten, aber auch er könne keinen Unterschied erkennen zwischen gehobelt oder gefräst.
Ich weiß, das sich die deutschen Rutenbauer da unheimlich auf die Gespliesste getreten fühlen aber es ist leider nun mal so. Günstigere Ruten lassen sich mit solchen Maschinen herstellen und sie sind genau so gut wie gehobelte. Pezon und Hardy hobeln auch nicht.

Olaf
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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

Hallo owk, den Beitrag habe ich schon mal gelesen und du hast die Frage gestellt, ob Gespließte zu teuer sind. Es ist ja auch egal wieviel Prozent der amerik. Rutenbauer fräsen oder sonstwas machen. Es geht auch nicht darum, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Vielleicht interessiert es den Amerikaner auch garnicht wie seine Gespl. hergestellt wurde, Hauptsache der Name und der Preis stimmt. Es geht ja nur darum, ob man eine komplett handgefertigte Gespl. für unter 400€ anbieten kann. Gruß Karl
maruoff

Ungelesener Beitrag von maruoff »

hallo owk,

du scheinst dich gut auszukennen. warum also dann auf den ach so guten testergebnisse der hülsenbeck-ruten rumreiten. spielt doch keine rolle. hülsenbeck-ruten sind OK fürs geld. zumindest die ganz billigen haben ihre berechtigung für einsteiger, weil es in dieser preisklasse neue ruten fast nirgends gibt.

trotzdem würde ich mir (als ehemaliger hülsenbeck-besitzer), wenns ums geld geht, ganz sicher keine neue hülsenbeck kaufen, sondern gutes gebrauchtes gerät. das bekommt man schon locker für unter 400Euro.

das problem ist, dass interessierte neueinsteiger nicht wissen was sie kaufen sollen an gebrauchten. da ist die bruchlandung vorprogrammiert. vielleicht sollten die insider hier mal eine liste guter ruten zusammenstellen, damit wir denen eine anleitung geben können, in was für ruten es sich lohnt zu investieren und in was nicht.
das würde zwar die preise auf ebay in die höhe treiben, aber was solls. ich wär immer froh gewesen mir hätte jemand geholfen.

Und ja, es gibt komplett handgefertigte neue Gespliesste in guter Qualität. Allerdings meines Wissens nicht hier in D, sondern in den USA (Mike Brooks, http://ronsrods.freeyellow.com/SalemRodCo.html und andere).
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OWK
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also es geht doch unter 500 Euro

Ungelesener Beitrag von OWK »

Warum immer Huelsenbeck? Weil ich einfach keinen anderen nennen kann der in Deutschland in einer Preisklasse unter 400 Euro anbietet. Eine gebrauchte Marken Rute ist sicherlich eine gute Lösung aber nicht die Antwort warum es in den USA möglich ist, wie man an deinem Beispiel sehen kann, gute Ruten unter 500Euro anzufertigen und in Europa nicht. Ich habe sehr lange in den USA gelebt und Kontakt zu vielen Rutenbauer gehabt und all haben mir bestätigt es ist möglich eine gute durchschnitts Rute für unter 600$ zubauen, es muss nicht immer alles aus Nickel Silber sein für einen Rollenhalter geht auch mal Alu die Wurfeigenschaft bleibt die gleiche.
Wir alle kennen die zwei großen europäischen
Hersteller von gespliessten Hardy und Pezon et Michel. Diese Ruten werden in Serie gebaut und kosten um die 2000 Euro und werden weltweit für ihre Performance gelobt. Hat sich jemand schon mal gefragt wie hoch die Gewinnspanne ist und wie viel man für den Namen zahlt? Wie hoch sind die reinen Herstellungskosten für eine gespliesste? Werden Preis vielleicht künstlich hoch gepuscht um das elitäre und besondere von gespliesste zu waren? Ich meine hier nicht den Rutenbauer der in seine Garage steht und mühsam sein Tonkin hobelt und froh ist wenn er 2 Ruten im Monat an den Man bringt. Einen niedrigeren Preis kann man nur durch ein kleinindusteriele Serienherstellung erlangen und bitte
keiner sollte sagen das es einen Unterschied zwischen eine von Hand gehobelten und maschinell hergestellten Rute gibt, da sind sich weltweit alle Rutenbauer einig. Der bekannte US Schriftsteller John Gierach schreibt in seinem Buch Fishing Bamboo er könne den Unterschied nicht feststellen ebenso der Österreichische Rutenbauer Langer sagt in seinem Buch er hobele seine Ruten, aber auch er könne bein werfen keinen Unterschied erkennen zwischen gehobelt oder gefräst. Beide Ruten haben die gleiche Performance. Für den kleine Hobby Rutenbauer ist ein Maschinenpark für seine 2 Ruten im Monat nicht lohnenswert also hobelt er und die Ruten sind teuer. Hardy und Pezon hobeln auch nicht.
Olaf
Zuletzt geändert von OWK am 26.01.2004, 18:10, insgesamt 1-mal geändert.
stefan grau

Ungelesener Beitrag von stefan grau »

Lieber Olaf

Deine Kommentare sind teils aboslut richtig, teisl aber nicht ganz fertig gedacht.
Ja, es ist möglich eine Gespliesste für Euro 400 herzustellen, die Maschinen die Du antönst eingeschlossen. Dazu muss man dann noch Rutenaufbauteile in grossen massen dazubestellen (selber machen wäre teils wieder unrentabel), Sammelbestellung, also werden die Rollenhalter etc. noch billiger.Wenn Du nun aber davon leben willst, musst Du entsprechende viele Gerten verkaufen, denn die Marge bleibt bei Euro 400 alleweil sehr klein, kommt noch ein fachhändler der die Ruten für Dich vertreibt dazwischen, kommt noch seine Marge, die liegt selten unter 25%, eher mehr.
Dann kommen die Abgaben an den Staat, die sind in der BRD noch happiger als in der CH, aber viel weniger als in den USA.
Aber auch wenn Du dann direkt ohne Zwischenhandel verkaufst, kommts nichgt billig, denn das Marketing (evtl. Prospekte, Kataloge, Flyer, Messeauftritte, Websites, Rundschreiben etc.), kostet auch etwas.

Pezon Ruten kosten nicht Euro 2000, sondern um die Euro 1036.- bis ca. 1340. Das ist realistisch und doch nicht teuer, Pezon hatte aber fast keine Investitionskosten mehr, denn Pezon ist aus der alten Pezon et Michel entstanden, der Name und das Rutenbauequipement wurde für fast keinen betrag erstanden, denn die alten" Pezon" sind seit 3 Jahren konkurs und ein "kleiner" Rutenbauer wie wir Deutschen/Schweizer baut jetzt unter diesem Namen.
Auch die grossen namen im gespliesstenbau verschwinden immer mehr, denn es lohnt sich auch für die nicht mehr, gemessen am Aufwand. Immer mehr lassen hobeln/fräsen/bauen, vervollständigen den gespliessten Blank mit Ringen, ihrem Namen etc (Es gibt heute zwei drei kleine Rutenbauer die mit diesem Outsourcing gross geworden sind, resp. werden.
Patridge & Redditch, sicher auch Dir bekannt, hat ebenfalls aufgehört mit dem Gespliesstenbau, laut ihren Angaben lag der zeitaufwand auch bei maschineller fertigung um die 30-35 Stunden für eine Gerte, rechnete sich nicht mehr, zudem sind die Grossfräsen am "aussterben" (heute haben alle "grossen" Gespliesstenfirmen Mills die teils schon älter als 50 Jahre sind und mit enormem Aufwand repariert/getunt werden), denn mit kleinen Bevelers und Mills kannst Du nie in die Grossproduktion einsteigen, die machen den Stress auf Dauer nicht mit. um wie die alten Pezon oder hardy zu bauen und monatlich um die 100 Gerten oder mehr (so wars in den guten zeiten) herauszulassen.
Wie herr Hülsenbeck seine Gerten für den Preis von 400 anbieten kann ist jedem ein Rätsel, aber seine Gerten sind wirklich nicht schlecht, sondern werden eher von anderen Rutenbauern schlecht gemacht, eher selten von Kunden. Schlussendlich ist es aber jedem Rutenbauer selbst überlassen, für wieviel er seine Stecken verkaufen will und wie er rechnet - es ist seine eigene Rechnung.
Dass die hieisigen Rutenbauer über die mangelnde Akzeptanz und Verbreitung von Gespliessten klagen hat weniger mit dem fairen und betriebswirtschaftlich ehrlicheren erechneten Preis als die Amis zu tun, als mit dem schlechten Marketing und der "internen" Zerstrittenheit, besonders in der BRD. Gemeinsame Auftritte und Werbung ist hier eher ein Fremdwort (ausser der Auftritt Herrn Langers in A mit Kollegen, und auch in der CH gibt es seit 3 Jahren regelmässig solche Auftritte).
meine rein persönliche Ansicht ist zudem, dass Gespliesste gar nicht billig sein sollen und das auch etwas exclusives bestehen darf - auch ich und Du können uns nicht alles leisten. Wo die besonders in der BRD gassierende Lebensweise "Geiz ist geil" führt, ist schon jetzt abzusehen - in den Tod der vielen kleinen Einzelfachgeschäfte und Handwerker, nur noch Baumärkte und Aldis überleben (und auch dort wird der Preis soweit gedrückt bis einer der Grossen aufgibt). Der Konsument findets zu anfang eben geil und er profitiert ja kurzfristig, langfristig aber nicht mehr, denn die Landschaft wird immer öder und die Kulturen immer gleicher. Geh mal nach Köln oder Zürich scoppen, in den hauptgassen ginbts nur noch Benetton, Mc Bushalds. H&M etc. - es ist überall gleich langweilig geworden!

Gruss

Stefan
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OWK
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Hallo Stefan,

Ungelesener Beitrag von OWK »

danke für einen der besten Kommentare die ich bis jetzt hier in Forum gelesen habe. Ich habe lange in den USA gelebt und wenn wir hier so weiter machen werden wir so enden wie die. Kauft man in den USA z.B.Käse hat man natürlich eine riesen Auswahl nur das Problem jeder Käse schmeckt gleich, weil alles nur noch von ein und dem selben Hersteller kommt. Aber das nur neben bei von wegen Einheitsbrei. Was mir auch aufgefallen ist das sehr wenig miteinander bei den hiesigen Rutenbauer gibt, hier ist jeder mehr ein Einzelkämpfer, was aber vielleicht typisch Deutsch ist. In den drei großen US Foren und auf den großen Treffen geht man sehr fiel offener miteinander um. Nun gut neues Thema um den Ball am laufen zuhalten. Gespliessten Bauer als Beruf ? Geht so was? Kann man davon leben?
Olaf
stefan grau

Ungelesener Beitrag von stefan grau »

......nun ja, es gibt mehrere Beispiele von Rutenbauern die versuchten gespliesste Gerten zu günstigen Preisen anzubieten;

z.B. in den USA gab es(gibts natürlich immer noch) vor rund 3 Jahren einen Herrn G., der fand, es sei möglich Gespliesste für USD 300 anzubieten und er wolle soche bauen. Diese Ankündigung sorgte für einigen Wirbel bei den US-Rutenbauern, alle fanden (und tun es noch), dies sei nicht möglich, selbst für die Amerikaner die weniger Abgaben an Staat/Versicherung/Lebenshaltungskosten zu leisten haben als "wir".
Gut, gesagt getan, Herr G. liess einige Rutenbauerkollegen antraben um ihm beim Entstehen des Business zu helfen und einen Maschinen/Verarbeitungspark einzurichten. Die Kosten stiegen ziemlich über das (unrealistische) Büdget, ein Beveler musste her, einer der Massenfertigung aushält und robust ist, Rollenhalter, Leime, Lacke, Bambus etc., alles möglichst günstig eingekauft. Herr G. kündigte seine Günstig-Gerten auch via Web an, man konnte vorbestellen. Es gieng nicht lange und der regelmässige Besucher der Website merkte, dass der Preis dann langsam stieg & stieg und seine Ruten hatten nach einem Jahr noch keinen Käufer gefunden, resp. er konnte noch immer nicht liefern.
Eines tages gieng es, aber die Gerten waren um die 600 USD, also das doppelte, und dies nur für das billigste Produkt ohne Schnicknack und zweiteilig, Rollenhalter etc. Standartprodukt (musste es ja um günstig zu sein). Herr G. machte finanziell Verlust, er konnte seine Einlagen nicht amortisieren mit USD 300 für eine Gespliesste. also bot er sie den Fachhändler an. Dies schlugen nun logischerweise eine Marge drauf und die Gerten kamen ab USD 800 bis für das doppelte für seine Luxus-Serie (geflämmt, 3-teilig). Huete hat er die Preise wieder gesenkt und fordert die Kunden via seine Website auf, bei ihm zu kaufen, das käme günstiger, wo er auch recht hat, weil er so den Zwischenhandel wieder ausschaltet.
Bei den Kunden sind die Gerten weder schlecht noch recht angekommen, es gibt zu viele die in den US Gespliesste bauen, als der dass er mit den seinigen den erhofften grossen Durchburch erzielte. Er baut die Gerten heute noch, resp. verkauft ab ab Lager, unterdessen hat er Konkurrenz aus China.
Dort bietet ein Rutenbauer Gespliesste auch ab USD 195.- an/(ich bekomme fast wöchentlich Mails, er merkt nicht dass ich selber baue, kann ja kein englisch der Mann). Seine Ruten sind schein nicht so das Wahre, ich selber habe keine gesehen und geworfen. Wie dem auch sei, ich erlaubte dem Mann Fragen zu stellen (in englisch, denn jemand hat seine Website ja auch übersetzt und kann sicher zurück ins Chinesische übersetzen), wie die Verarbeitung geschehe, unter welchen Richtlinein, was mit den Klebstoff und Lackresten geschehe, ob sie entsorgt würden (Umweltschutz) und ob Kinder in seinem Bertrieb arbeiten (die Bilder auf der Website lassen soche Vermutungen zu), er solle mir auch ein Warenmuster senden, damit ich mich von der Qualität überzeugen könne. Nichts, der Mann wollte einfach verkaufen, nur gegen Vorkasse, sonst nicht, keine Antworten auf meine Fragen - aus meiner Sicht also unerfahren, vielleicht sogar nicht ganz seriös. Nun, er hatt scheins seine Käufer gefunden, auch Fachhändler (nicht gerade gutes Beispiel der Gerten http://www.thehomepool.com/cpain/cpain101.html)
, die die Gerten nun mit einem satten Gewinn verkaufen Um USD 650.-), ob er seine Blanks auch "Rutenbauern" anbietet weiss ich nicht, seinen Mails nach möchte er dies. Die Qualität der Gerten hat sich nun schein laut US-Freunden zum besseren geändert, aber die Preise auch - jetzt sind sie um USD 320.-, für chinesische Verhältnisse und auf hiesige Preise umgerechnet also wohl so ziemlich über USD 1000 (!). Dazu kommt noch UPS für die Lieferung zu uns, macht mindestens nochmals bis Euro 100. Nun gut, die Chinesen sin wie die meisten Asiaten billiger in der Arbeit und können gut kopieren. Ich nehme an für die Hülsen des Rutenbauer und für alle andere Hardware/Material, bezahlt er einen Bruchteil von hiesigen Rutenbauern. Aber auch hier, er muss wissen was er tut und was er dafür nehmen will/kann.

Allgemein muss gesagt werden dass die "Geiz ist geil-Mentalität" auch den Fischereifachhandel auf Dauer kaputt macht, wir Konsumenten tragen unseren Teil mit dem Geiz dazu.

Beispiel ein Kohlenfaser-Ruten Produzent, wurde von einer bekannte US-Firma gekauft, quasi als Billig-Linie derselben. Dann wieder verkauft, an einen anderen, grossen US-Hersteller/Anbieter, derselbe Zweck. Wohlverstanden, hinter den Rutenbaufirmen stecken heute "Investoren", die wollen gute Preise für Ihre Aktien erzielen, von Angeln und Anglern, geschweige von Europäern, versteht man da im Verwaltungsrat sehr wenig, man setzt eher auf "McFlynsy"-Berater. Für den Kunden ist es nun soweit gekommen, dass die beim ersten Besitzerwechsel angekündete "lifetime warranty" null & nichtig ist, denn der neue MCFlynsy-Berater hat darauf gesetzt, nur die Aktiven der Firma zu kaufen/lösen, die Garantie schuldet ER nun niemandem mehr, der fachhändler der sie verkaufte aber im Rahmen von 2 Jahren (Schweiz 1 Jahr) schon - das volle Risiko also abgwälzt, für die Reperaturkosten, ink. Versand in die US und retour, kommt voll der Kunde &/oder Fachhändler auf..
Nun gut, die zeit der Lifetime-Warranty ist wohl eh passé, der Konsumentenschutz ist auch schon darauf aufmerksam geworden und prüft die Haltbarkeit/Stichfestigkeit/Seriösität solcher Angebote für hiesige (Rechts-) Verhältnisse - ich bin gespannt.

Ah ja, der Fachhandel - nun gut, will der Fachhändler eine Gerte einer gewissen Linie führen, muss er eine Mindesbestellmenge einhalten, heisst pro jahr/Serie/Modell ein gewisses Kontingent einkaufen. Für den Hersteller interessant, er wird so Schlag auf Schlag eine grössere Anzahl los, logo gibts für den fachhändler kein Rückgaberecht und willer die vorgeschrieben Menge nicht kaufen, kann er die Marke nicht führen, sch...se für ihn und den Kunden. Gut, er kauft also 5 Modelle und je 10 Stück, doch der Hersteller baut das Modell nach einem Jahr nicht mehr, sonder bietet wieder eine "Neuheit" an , setzt die Preise der alten Modelle (alt = Vorjahr) um 50 runter. Der Fachhändler hat im letzten jahr etwa 30 Stück seiner Gerten verkauft, 20 hat er noch, logo die zum alten Preis eingekauft. Heute verkaufen auch immer mehr Firmen direkt via Website, der Kunde vergleicht, meckert nun aber beim Fachhändler und sicher nicht beim Lieferanten. Der Fachhändler setzt den Verkaufs-Preis nun runter, vielleicht hat er noch eine Marge von 10%, eher gar nichts mehr, ausser vielleicht noch 10 Ruten am Lager die keiner mehr will, von den runtergesetzten 20 giengen ja nochmals 10 Stück - also ein voller Abschreiber, auch Verlust. Zugleich kommt der Vertreter des Lieferanten und sagt dem Fachhändler "wenn de dieses Jahr noch immer unsere Marke führen willst, so kaufe wieder 50 Gerten der neuen Kollektion, sonst biste raus". Gleicher Verlauf der Geschichte, nächstes Jahr nochmals 10 Ruten (voll) abschreiben. Was tun - die Marke nicht mehr führen, dann tuts die Konkurrenz (die hat zugegeben die gleichen schwierigen Verhälnisse, keiner wills aber zugebenen), also einkaufen. Gut, vielleicht entlässt man einen Mitarbeiter, spart Kosten, bessere Zeiten kommen ja bestimmt einmal. Der Kunde bekommt gleichzeitig lebenslange Garantien angeboten, kann seine Gerten also in einem Jahr kaufen, für die Zeit des restlichen Lebens erhält er bei "Unfällen/Bruch" wieder eine gratis - sofern der Lieferant nicht verkauft wird und überlebt, merkt er aber erst wenn die Gerte nach 3 Jahren bricht, der Fachhändler sagt sorry, Firma &Garantie erloschen, oder istauch kulant, dann auf seine Kosten. Insgesamt ein Teufelskreis wie allgemein in der derzeitigen Marktwirtschaft - geben und nehmen - heute mehr geben und immer weniger nehmen, sich durchwursteln, heute ist heute, was morgen ist interessiert nicht, oder man wagt kaum daran zu denken.

So genug - es ist traurig, aber so.

Gruss

Stefan
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Das war ausführlich Stefan. Meine Frage war aber bauen von gespliessten als Beruf? Kann man davon leben? Wie viele Hobbyisten gibt es wohl in Deutschland, Schweiz, Österreich und weviel im Restlichen Europa? Wie viel verdienen Ihren Lebensunterhalt mit dem Bau von gespliesste im deutschsprachigen Raum und Europa?
Olaf
stefan grau

Vom Rutenbau leben...

Ungelesener Beitrag von stefan grau »

können in der Eu die wenigsten. Meistens sind es "Hobby-Rutenbauer oder solche im Nebenberuf wie ich (arbeite sonst zu 60%).
Soviel ich weiss ist Walter Brunner einer der ganz seltenen Rutenbauer die es können, hat sich aber laut dem Buch über Gebetsroither dabi in seiner Anfangszeit recht hoch verschuldet, weil er eben die Entwicklungskosten zu tragen hatte, Maschinen anzufertigen und diversen Fachhändlern auf den "Leim" gieng.
Bjarne Fries in Dänemark lebt nach eigener Aussage auch davon, die Franzosen die ich recht gut kenne auch nicht (auch nicht der neue Pezon-Eigner). Dann kenne ich noch Rutenbauer in Italien, da lebt keiner davon. In England sind es glaube ich 2-3 die davon leben, 2 davon bauen aber meist für "grosse Firmen" im Auftragsverhältnis.

Grundsätzlich kann man davon leben, aber was heisst das?

Auf jeden Fall Einschränkungen, kein Ferrari fahren, nicht jeden Abend auswärtsessen und Mädels abführen (ist das teuerste ;-) ) und schon gar keine Ferien auf den Malediven - und - auch keine Kinderchen. Einzig die Freude am Rutenbau hat mich persönlich bis jetzt psychologisch über Wasser gehalten, denn betriebswirtschaftlich ist es kein einträgliches Brot.

Gespliesste haben im deutschsprachigen Raum keine Tradition, erst ab den 60`ern mit Herrn Brunner, und auch dort meist nur auf die BRD und A beschränkt - um diese zeit ist der "niedergang" durch die Umstellung (weil billiger und schneller zu produzieren nicht weil bessere Qualität) auf Kunst-/Glasfaser aber bereits eingeläutet worden.
Anders in England und France, wo es wie Hardy und Pezon langjährige und bekannte Firmen gab (DAM erreichte nie die Qualität und internationale Bekanntheit bei Gespliessten). Pezon war inbesondere in France und hardy und England, Can und US (Pezon baute über eine Zeit sogar Blanks für Hardy & Orvis) verbreitet und noch heute kennt und spricht man von denen. Fast jeder Fliegenfischer in France z.B. weiss was eine Gespliesste und Pezon ist. Interessanterweise muss ich den Franzosen nie Vor- und Nachteile von Gespliessten erklären, es heisst einfach "aahhh, ouiiii, magnifique, tres bon, isch möschte ausch so eine).

Pour moi c`est bon et comme ca e je prefere plus les francais que les allemands, tu comprends?

Gruss

Stefan
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Das sehe ich auch so Stefan. In den USA haben es auch ein paar Leute versucht doch den meisten geht nach einem Jahr das Geld aus. Gibt es hier eigentlich große treffen wie in den USA? Und auf welchen Messen präsentieren sich Rutenbauer.
Ich weiß das Du die Tom Morgan Hand Mill hattest (unverschämt teuer), aber nicht zufrieden warst, welchen Beveler benutzt Du heute, einen Eigenbau oder ein Produkt aus den USA?
Olaf
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Re: Vom Rutenbau leben...

Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

Original geschrieben von stefan grau
Pour moi c`est bon et comme ca e je prefere plus les francais que les allemands, tu comprends?
Du meinst doch bestimmt die Ruten, oder? ;)

TL
Dirk
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