AV Ilmtal-Fliegenfischer e.V. Bad Berka, 15.01.2021, Presse/Jahresbericht: 
Ilmtal-Fliegenfischer blicken auf ein arbeitsreiches (bis ausgebremstes) Jahr 2020 zurück

Biber zerstören ganze Uferwälder an der Ilm. Wie soll das weitergehen?
BAD BERKA (MM): Seine diesjährige Jahreshauptversammlung musste der Ilmtal-Fliegenfischer e.V. Bad Berka im 28.Jahr seines Bestehens zwar Corona-bedingt auf einen späteren Termin im Mai verschieben, dennoch wurde bereits die Auswertung des zurückliegenden Jahres erstellt. Dieses war einmal mehr vielseitig und arbeitsreich, in manchen Belangen wie z.B. der Vereinskultur- und Geselligkeit jedoch auch durch Corona stark ausgebremst. 

Die 17 Mitglieder des Vereins leisteten 2020 in an den beiden Pachtgewässern des Vereins Ilm und Schwarza rund 90 Stunden ehrenamtlicher und gemeinnütziger Arbeit. Fortlaufend summiert seit Vereinsgründung 1993 ergibt dass eine stolze Zahl von insgesamt rund 8243 Stunden! Zu tun gab es auch 2020 wieder jede Menge, z.B. Fischbesatzmaßnahmen, Gewässer- und Uferpflegearbeiten und das Mitwirken bei Veranstaltungen des Thüringer Angel-Dachverbandes in Erfurt. Corona-bedingt musste der traditionelle, alljährliche und gesellige Frühjahrsputz an der Ilm gemeinsam mit der Stadt Bad Berka leider ausfallen. Wir lösten das Problem der nicht erlaubten gemeinsamen Aktion, indem wir die Kontrollgänge am Gewässer und das Müllsammeln einzeln oder zu Zweit durchführten. So kamen (leider) auch wieder einige Säcke Unrat zusammen. Außerdem beteiligte sich unser Verein im September 2020 erstmals am "World Clean Up Day". Dieser Tag wird nun auch zukünftig fest in den Jahresterminkalender integriert und wir hoffen, dass immer mehr umweltbewusste Menschen hier mitmachen werden.

Das gesellige Vereinsleben musste 2020 leider fast vollständig ausfallen, aber das praktische Fliegenfischen und das Heranführen und Begleiten von Kindern und Jugendlichen an unsere schöne Passion kam trotzdem nicht gänzlich zu kurz. Traditionell fand im Februar die große Kinder- und Jugendveranstaltung des Dachverbandes LAVT quer durch alle Angelarten im Atrium der Erfurter Stadtwerke statt. In der geräumigen Halle fanden sich neben Fliegenfischen auch die Stände der anderen Angelarten und u.a. die Gelegenheit, Werfen zu üben und beim Fliegenwerfen "Ziel" schöne Preise abzuräumen. Auch das Fliegenbinden (also das Basteln künstlicher Fliegen zum Angeln) stößt dabei regelmäßig auf großes Interesse. 

Traditionell findet im Februar die große Kinder- und Jugendveranstaltung des Dachverbandes LAVT quer durch alle Angelarten im Atrium der Erfurter Stadtwerke statt. In der geräumigen Halle finden sich neben Fliegenfischen auch die Stände der anderen Angelarten und u.a. die Gelegenheit, Werfen zu üben und beim Fliegenwerfen "Ziel" schöne Preise abzuräumen...

Auch das Fliegenbinden stößt dabei regelmäßig auf großes Interesse. Hansi zeigt interessierten Kindern hier die Feinheiten des Fliegenbindens...
Während wir draußen in der Halle wie immer den Part "Fliegenwerfen" inkl. Wettbewerb Fliege-"Ziel" und "Weit" übernehmen ...
Fliegenbinder Stefan in Aktion
Dicht gedrängt zur Siegerehrung am Nachmittag. Damals Anfang 2020 noch völlig normal, heute in "Corona-Zeiten" jedoch undenkbar...

Fliegenfischen ist viel mehr, als nur Fische fangen. Bereits bei seiner Gründung vor nun 28 Jahren hat sich der Verein den Aufbau und die Erhaltung eines für die Ilm arttypischen, heimischen Fischbestandes zur Hauptaufgabe gemacht. Hierzu gehören neben dem regelmäßigen Besatz von Ilm und Schwarza mit Bachforelleneiern und -Brut sowie mit Jung-Äschen und Kleinfischen anderer Arten auch diverse Pflege- und Aufräumarbeiten am Ufer und im Gewässer. Der Hegeauftrag kann heutzutage nur noch ansatzweise erfüllt werden, da Verschmutzung und Bauarbeiten im Gewässer, immer länger anhaltende Trockenperioden im Sommer, raubende Kormorantrupps im Winter und andere ungünstig wirkende Faktoren die Arbeit wieder zunichte machen. 
Anfang März konnten wir noch unseren tradidionellen Fliegenbindenachmittag durchführen... Hier war jemand Käfer-Freund :-)
Die Schleusengraben Baustelle nähert sich im Frühjahr nach 1 Jahr ihrem Ende ... Diese "Steinpackung" soll eine Auskolkung verhindern.

Müllsammeln in Eigenregie
Kontroll-E-Befischung unseres Aufzuchtbaches
Eine Wildkamera bringt das interessante Nachtleben am Fluss zu Tage
Die Maifliegenzeit ist kurz, aber intensiv
Diesen bunten Kollegen kann man täglich am Wasser beobachten
Durch unser Mitwirken beim World Cleanup Day konnten wieder einige Säcke mit weggeworfenem Unrat vom Gewässer entfernt werden...
So wurde die Ilm auch in strengeren Wintertagen der ersten Monate des Jahres 2020 wieder einmal von durchziehenden, hungrigen Kormoranen heimgesucht und die Fischbestände weiter geschädigt. Wenige dieser effizienten Fischjäger über einige Winterwochen auf täglicher Fischjagd im kleinen Fluss (wo sie normaler Weise nicht vorkommen sollten) reichen bereits aus, um den Fischbestand schwerwiegend zu schädigen. Gerade die inzwischen europaweit allein durch Kormorane von Aussterben bedrohte Äsche kann sich als Freiwasserfisch vor den permanenten Angriffen nicht verstecken. Wir können nur jedes Jahr erneut den Finger in die Wunde legen und dringend anmahnen, dass für dieses Problem endlich eine europaweit geregelte Lösung gefunden wird, ansonsten sehen wir im wahrsten Sinne des Wortes Schwarz für die Fischbestände. Nicht vergessen werden sollte an dieser Stelle, dass es ohne das stetige Bemühen von Vereinen wie unseren, welches viel Zeit und Geld kostet, heute wohl keine Fische mehr in unseren Flüssen und Seen gäbe!
Negative Auswirkungen hatte auch einmal mehr die sommerliche Wasserknappheit für die Ilm und ihre Bewohner: die Fische wie auch Wassersekten und Kleintiere als deren Nahrungsgrundlage. Die Trockenzeit fiel zum Glück jedoch nicht so lang und intensiv aus, wie in den beiden Vorjahren.
Die nun komplett "kanalisierte" Ilm im Stadtkern von Bad Berka bei sommerlichem Niedrigwasser. Mit Wehmut betrachtet, denn vor dem "hochwassergerechten Umbau" waren hier im Schatten des ebenfalls verschwundenen, alten Uferwaldes und Busch- und Wurzelwerkes ein paar unserer ergiebigsten Fischplätze zu finden...
Wer mit offenen Augen an der Ilm spazieren geht, vielleicht auch einmal abseits der Wege, dem sind die frischen Baumfäll-Spuren der Biber sicher nicht entgangen. Wie auch immer sich diese Tiere so rasch an so vielen Flussbereichen ausbreiten konnten, sei einmal dahin gestellt: wir haben grundsätzlich nichts gegen sie, sind sie doch eine Bereicherung der Natur intakter Flusstäler. Warnend und wiederholt (da bisher völlig ohne jegliche Reaktion) müssen wir jedoch an die zuständigen Behörden appellieren: wenn Biber weiterhin und inzwischen fast flächendeckend am Gewässer eine größere Anzahl an Bäumen fällen, die 20, 30 oder mehr Jahre zum Nachwachsen benötigen, ist der Ufer- und Hochwasserschutz ernsthaft in Gefahr. Das kann so nicht gewünscht sein, oder? Augen zu und durch ist hier keine Lösung. Sehr gerne nehmen wir Vertreter der zuständigen Behörden mit ans Gewässer und zeigen ihnen die dokumentierten Biberschäden.
Der Oktober bringt endlich wieder höhere Wasserstände
2 empfehlenswerte Ilm - Fotoreports aus 2020:

Heimat Deutschland: An der Ilm in Thüringen 
Begegnungen am Wasser: Auf Fotopirsch an der Ilm: Sommer bis Spätherbst 
Teil 2/2020 | 78 stimmungsvolle Bilder von Michael Müller

Heimat Deutschland: An der Ilm in Thüringen 
Begegnungen am Wasser: Auf Fotopirsch an der Ilm 
80 stimmungsvolle bis nachdenkliche Bilder von Michael Müller
Mitglieder des Vereins nehmen interessierte Bürger auch gerne einmal mit ans Wasser und zeigen, worauf es beim Fliegenfischen ankommt. Wer Kontakt mit dem Verein aufnehmen möchte, erreicht ihn unter 036458-31003 (Herr Müller). Einen Auszug aus der Vereinschronik und eine riesige Sammlung an aktuellen Themen und Informationen über das Fliegenfischen finden Sie im Internet unter: fliegenfischer-forum.de
Mit freundlichen Grüßen
Michael Müller, 1.Vorsitzender des IFFV


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