Reise: Italien
Fliegenfischen im Trentin
Ein Bericht von Peter Paulini von drei Reisen an die Sarca und ihre Nebenbäche
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ns Trentin wollte ich schon immer mal. Es liegt in den Alpen neben Südtirol und wenn man eh schon da ist, lohnt sich doch sicher ein Abstecher. Nachdem ich im Oktober 2021 mit meinem Bruder Klaus für einen zweitägigen Kurztrip dort war, musste ich wieder hin. Hier einige Bilder unserer Fischerei an der Sarca und ihren Nebenbächen, aus den Jahren 2021, 2023 und 2025.
Erster Trip im Oktober 2021:
Klaus und Peter Paulini an der Sarca
Schöne Rausche
Toller Pool
Unterhalb des Wasserfalls
Niedriger Wasserstand
Da kann der Guide auch nicht helfen
Pocket Water
Immerhin ein paar kleine Forellen wollten mitspielen
Leider war die Sarca im Oktober nur an wenigen Stellen befischbar. Wir hatten bei der Buchung leider nicht an die Forellenschonzeit gedacht. Unser Guide Giorgio führte uns dann an die Sarca im Val di Genova. Das wunderbare ist, dass die Karte an fast allen Bächen in der Gegend gilt. Um dorthin zu finden, ist der Guide natürlich Gold wert.
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Sarca di Genova
Leider auch vom Gletscherwasser getrübt
Schwer, die Trockenfliege im schnellen Wasser zu sehen
Giorgio fing sogar mit meiner Gespliessten...
...obwohl er sonst eher das Nymphenfischen bevorzugt
Am nächsten Tag ging es ins Val di Rabbi. Ein wirklich kleiner Bach wartete auf uns, der aufgrund des klaren Wassers recht schwer zu befischen war. Mit zu klarem Wasser haben wir es zuhause leider selten zu tun. Wir teilten uns also auf und fischen sehr vorsichtig stromauf. Das ging dann mit Trockenfliegen recht gut!
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Unser Treffpunkt im Val Rabbi
Kleiner Bach
Hier wäre eine längere Rute angebracht gewesen
Klaus und Giorgio besprechen die Strecke
Klaus kämpft sich stromauf
Tolle kleine Pools und...
...überall steht ein Fisch
Man fischt dort praktisch unter der Rutenspitze auf Bachforellen. Sehr spannend.
Auf dem Weg stromab sah ich noch einen Pool und musste es dort mal mit einem
Spider versuchen.
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Der Pool – nur wie kommt man da hin?

Allerdings musste ich da erstmal runterklettern, was dann auch gelang. Der Spider
fing dann auch!
 
 
 
 
Bachforelle oder Marmorata?? 
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Toller Fisch
Klaus mit einer schönen Bachforelle
Mein Bruder war auch erfolgreich und so konnten wir unseren ersten Ausflug ins
Trentin als sehr gelungen betrachten.
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Gerade unsere erste Fischerei mit einem Guide war sehr spannend und wir konnten
viel von ihm lernen.
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Trentin im September 2023
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m September 2023 fand sich eine kleine Gruppe bei den Heartland Flyfishers, die tatsächlich mit ins Trentin wollte. Eine tolle Unterkunft in Spiazzo wurde uns von Chefguide Paolo empfohlen und am Wasser wurden wir wieder von Giorgio geguidet.

Leider hatte das Wetter ein Wort mitzureden, auch wenn es bei der Anfahrt noch gut aussah. Uns war klar, dass es sich um eine Bachfischerei mit eher kleinen Forellen handelt. Nur im Hauptfluss Sarca hat man Möglichkeiten auch auf Äschen, Regenbogenforellen und andere Fische zu fischen.
Blick in die Alpen und...
...auf unsere Unterkunft in Spiazzo
Unser Frühstücksbüfett war super aber...
...leider passte das Wetter gar nicht
Das Frühstück haben wir genossen - aber der Blick nach draußen kündete uns viel Regen an. Entsprechend waren die Bäche auch sehr trüb. Die Sarca war völlig unbefischbar und wir versuchten es in der Sarca di Campiglio. Diese ist bei normalem Wasserstand sicherlich wunderbar zu befischen, aber an diesem Tag hatten wir auch dort keine Freude.
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Giorgio gab sich alle Mühe, uns in die Nymphen Fischerei einzuführen - aber die Wassertrübung hatte etwas dagegen. Wir zogen also weiter: an die Sarca di Nambrone.
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Auch hier war das Wasser getrübt, aber es ging etwas ...
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Immerhin konnten wir mit Nymphen und high sticking ein paar Bachforellen landen.
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Gut das wir in dem getrübten Wasser den Grund nicht sehen konnten. Bei all dem Holz, das dort im Bach liegt, hätte ich keine Nymphe geopfert.
Eigentlich ist das ein wunderschönes Tal mit einem guten Café und vielen Gästen, die dort spazieren gehen. Nicht bei unserem Wetter!
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Jens auf der Suche nach Fisch

Weiter oberhalb hatte das Hochwasser die Wiese überspült und wir hatten genügend
Platz zum Werfen und zum Fangen.
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Der schwarze Wooley Bugger funktioniert auch im Trentin


Immerhin konnten wir unter einem Dach eine halbwegs trockene Pause einlegen, aber so richtig Lust zum Weiterfischen hatte keiner mehr.

Immerhin gab es ein paar Fische zu fangen aber am Ende waren wir alle nass und bedient. 

Da half es natürlich, dass wir in Italien waren!
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Am letzten Tag war das Wetter wie ausgewechselt und die Sonne schien, als könnte sie gar nicht anders. Unser neues Ziel war die Sarca di Arnó (oder so). Die Namen
der einzelnen Zuflüsse sind nicht immer einleuchtend, aber der Guide kennt sich aus.
Schnelles und wildes Wasser...
mit kleinen Pools und hübschen...
Bachforellen
Auch hier hatten wir eine recht anspruchsvolle Fischerei auf sehr schnelle Forellen im klaren Wasser. Ob Trockenfliege, Nymphe oder Streamer, alle waren erfolgreich. So sollte es sein!
 
 
 
 Jens mit Beute 
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Zum Abschluss schien die Sonne wie verrückt, alle waren happy und es gab auch wieder...
...etwas zu essen. Viva Italia!!
Am Abreisetag warfen wir noch einen Blick von der Brücke

Die Sarca sah wieder befischbar aus. Das ist halt problematisch, wenn man ein halbes Jahr im Voraus bucht. Egal, beim nächsten Mal wird es besser!!
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Trentin im Juni 2025
Im Sommer 2025 urlaubten meine Frau und ich wieder in Südtirol. Da wir mittlerweile öfters im Urlaub umziehen, sind wir nach einer Woche am Kalterer See wieder ins Trentin gefahren. Wir haben wieder im Maso Grisun in Spiazzo übernachtet und ich hatte schon vorher geklärt, dass ich einen Tag zum Fischen frei hatte.
Auf der EWF hatte ich den Guide Paolo aus Spiazzo getroffen und wir hatten schon einen Termin gefunden. Jetzt sollte nur noch das Wetter passen!! Paolo spricht relativ gut deutsch aber am Wasser war es für beide einfacher, uns auf Englisch zu unterhalten. Er holte mich bei der Unterkunft ab und schon ging es los. Wir hatten schon vorher meine Erwartungen geklärt: Ich wollte gerne mehr oder weniger wilde Fische fangen, wobei es nicht auf die Größe ankam. Das sollte sich doch machen lassen, dachten wir. Wir fuhren an die Fiume Sarca di Campiglio in Pinzol, ein paar Kilometer nördlich von Spiazzo. Dort hatten wir es 2023 bei Hochwasser schon einmal mit Giorgio versucht. Diesmal passten das Wetter und der Wasserstand. Der Bach ist recht wild und das Wasser glasklar.
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Fiume Sarca di Campiglio
Hinter jedem Stein können sich die Forellen verstecken und die Fischerei mit der Trockenfliege war angesagt. Nach einer Stunde ohne Fisch musste mir Paolo nochmal erklären, dass ich alles richtig machte. Entweder es hatte schon jemand an diesem Tag durch den Bach gefischt oder es stimmte sonst etwas nicht.
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Bachforelle
Jeder kleine Pool, jeder vermutete Standplatz wurde mit zwei Würfen bedacht. Wenn sich nichts tat, ging es weiter. Wichtig war die gute Sichtbarkeit der Trockenfliege.
Paolo gab mir ein recht großes Modell, aber ich hatte mehr Vertrauen zu meinen eigenen Fliegen, die am Ende auch gefangen haben.
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Wildes Wasser
Erfolgreicher Guide
Kleine Wasserfälle ...
....müssen umklettert werden.
RRegelmäßiges Trockenen und Nachfetten war wichtig. So arbeiteten wir uns langsam den Bach hinauf, wobei Paolo eher wie eine Bergziege und ich wie ein müdes Schaf durch den Bach kletterten.
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Immer noch erfolgreicher Guide
Viele Köcherfliegennymphen am Grund
Paolo hatte eine schwere Nymphe und eine dicke Trockenfliege am Vorfach. Das wäre keine Fischerei für mich, aber er hatte seinen Spaß und fing auch damit.
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Da im Schatten muss eine stehen
Die Bergziege
Steinfliegen gab es auch
Das müde Schaf
Guide halt
Toll
Nach einem Umzug an die Torrente Arnó, die wir 2023 auch schon besucht hatten, gab es immer noch das gleiche Problem: Die Forellen waren unglaublich schnell und ich hatte fast immer das Nachsehen. Kaum zu glauben, wie viel Spaß das Nichtfangen machen kann.
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Birra Moretti
9ft Kl. 3
Völlig ausreichend
Das Ganze wurde dann mit einem Moretti heruntergespült und Paolo brachte mich noch nach Preore. Dort konnte man in der Nähe einer Brücke über die Sarca parken und ich konnte mich dort noch allein austoben.
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Die Sarca in Preore
Da muss doch was gehen ...
... dachte ich mir, obwohl Paolo schon abgeraten hatte.
Schönes Wasser nur leider...
...kein Fisch für mich
Leider hatte die Sarca noch eine kräftige Gletschertrübung und ich sah in der letzten Stunde keinen einzigen Fisch. Egal, ich war müde, nass geschwitzt und mir war nach einem ordentlichen Abendessen. Damit beendete ich meinen geguideten Fischtag im Trentin.
Die restliche Woche im Trentin haben wir wandernd verbracht. Dabei achtete ich immer darauf, nicht allzuweit von einem Wasser entfernt zu sein. Etwas weiter nördlich kamen wir wieder ins Val Nambrone. Dort hatten wir 2023 den ersten Erfolg und ohne Regen ist das Wasser dort ein Traum.
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Das Schild am Parkplatz
Eine großartige Landschaft
...und das Wasser ist ein Traum
Hier ist die Sarca Nambrone wieder in ihrem Bett
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...und fischen darf man auch

Einfach am Wasser zu spazieren und den (kleinen) Forellen beim Steigen zuzuschauen hat richtig Spaß gemacht. Ohne Rute in der Hand kann man den Bach auch genießen.
Wir wollten noch etwas weiter hinauf in die Berge und kamen zum Refugio Cornisello. Eine schöne und noch gut anfahrbare Hütte, von der wir uns die beiden Seen Lago die Cornisello inferiore und superiore angeschaut haben.
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Blick von der Hütte zum unteren See
Der Spaziergang ist recht einfach. Man befindet sich mitten in den Bergen und die
Aussicht nach oben und unten ist einfach traumhaft.
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Fliegenfischen erlaubt
Lago die Cornisello inferiore


Gerade der obere See superiore ist wunderschön mit seinem Bacheinlauf

Hier gibt es neben Köcherfliegen ...
...auch Steinfliegen

Einfach ein wunderschönes Revier zum Fischen, Wandern ober einfach nur Berge erleben.

Laut dem Guide Paolo Ferrazza ist die beste Reisezeit zum Fischen der Mai. Da ist der Hauptfluss Sarca noch frei von milchigen Gletschertrübungen und die Nebenbäche führen auch genügend Wasser. Idealerweise sollte man ca. drei oder vier Tage fischen, davon zumindest einen oder zwei Tage mit Guide. Er kennt die Bäche, die besten Stellen und wo es Karten gibt. Wenn man sich den Guide mit zwei
oder drei Leuten teilt, ist es dann auch nicht mehr ganz so teuer. Abgesehen davon, kosten die Tageskarten recht wenig und die Auswahl der Gewässer ist riesig. Ich kann Paolo und sein Team nur empfehlen.

Die Bäche und Flüsse im Trentin werden seit 2025 nicht mehr mit Bachforellen besetzt, da sie in diesem Teil der Alpen nicht heimisch sind. Man versucht nun, die heimische Marmorata zu besetzen. Ob dieser Versuch gelingt, ist allerdings fraglich, da sich die Marmorata und die Bachforelle kreuzen. Es wird sich über die Jahre zeigen, ob dieser Ansatz Erfolg hat.

Weitere Infos:
Hier findet man sehr viele Informationen zur Fischerei und zu den Guides: (Klick)
Hier haben wir gewohnt. Der Vermieter und seine Töchter sprechen deutsch: (Klick)
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Ein Beitrag und Fotos von Peter Paulini für www.fliegenfischer-forum.de - Januar 2026. 
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