Der aktuelle Foto-Report!
Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2023
175 stimmungsvolle Nordland-Reisebilder von Michael Müller

Die diesjährige Schwedisch Lappland Tour führte mich im August über drei Wochen einmal mehr in mir gut vertraute Gebiete, aber nicht nur: Vor 25 Jahren unternahm ich zusammen mit meinem Reisegefährten Lutz zum ersten Mal einen Sommertrip nach Schwedisch Lappland, der uns damals auf der Flucht vor Hochwasser und Dauerregen bis hinauf nach Kiruna und Abisko führte. Was lag also näher, einmal auf den alten Spuren zu wandeln und zu schauen, was aus den damals besuchten Plätzen geworden ist.
Zuerst stand jedoch ein mehrtägiger Wandertrip mit Heli-Flyout in Laponia an, der schon von zu Hause aus gründlich geplant und trotz wechselhaftem Wetter und körperlichen Blessuren wunderschön und erfolgreich war. Später erfolgte mit einigen Angelstops die Weiterreise bis Kiruna und Abisko und wieder zurück über Nikkaluokta und Arjeplog, nach Ammarnäs und später in den Kultsjöan. Auf dem Weg habe ich viele Seitenstraßen/Täler und interessante "Sackgassen" besucht und neue herrliche Wander- und Angelplätze kennen gelernt, von denen manche in den nächsten Jahren noch weiter erkundet werden sollen.
Nordschweden hatte 2023 schon in der zweiten Junihälfte und im Juli lange Hitze- und Trockenperioden. Davon zeugte zu meiner Reisezeit im August nur noch eines: die Schneefelder im Fjäll waren überall fast vollständig verschwunden (was sonst eigentlich in höheren Lagen kaum vorkommt). Das Augustwetter im Norden gestaltete sich ansonsten wechselhaft, kühl und sehr regnerisch, fast alle Flüsse in Lappland hatten hohe, einige auch viel zu hohe Wasserstände für ein vernünftiges Fliegenfischen.
Unterwegs war ich nach der TT-Line Fährüberfahrt Rostock-Trelleborg rund 6500 Kilometer mit dem Auto, kurz mit dem Heli, etliche Kilometer zu Fuß und mit verschiedenen Wasserfahrzeugen. Genächtigt wurde im Auto, im Minizelt oder in einfachen Holzhütten. Zum Fischen ging es an diverse Flüsse und Seen auf Forellen, Saiblinge und Äschen. Insgesamt war es wieder einmal eine wunderbare Reise mit vielen tollen Eindrücken und Erlebnissen, auch über die fischereilichen Erfolge kann ich mich wirklich nicht beklagen. Gerade hier konnte ich meinen Erfahrungsschatz mit einigen schönen Fliegenfischen Erlebnissen am Wasser weiter ausbauen.
Und nun: einfach zurücklehnen und genießen! Für Fragen zu den besuchten Regionen stehe ich wie immer gerne zur Verfügung (Kontakt siehe ganz unten).
Wegpunkte: Fette Regenwolken - aber schöne Abendstimmung bei der Fährüberfahrt
Wegpunkte: ein guter Rastplatz für die 2.Nacht
Wegpunkte: am berühmten Slagnäs-Forsen
Die Strecke ist nur kurz, aber bestens ausgebaut ...
... und es wird viel geangelt, in der Hoffnung auf eine große Wanderforelle
Wegpunkte: Endlose Straßen in den Norden
Wegpunkte: Der Polarkreis ist erreicht
Laponia: Zielgebiet erreicht, dieses hüllt sich in dicke Regenwolken
Mein Taxi kommt :-)
... und rein in die Bergwelt. Das Wetter könnte besser sein, aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben...
Gleich da...  Übrigens: nutzt man die regulären Linienflugpläne der Wandersleute mit ihren täglich festen Zeiten, ist so ein Heliflug gar nicht soooo teuer.
Abgesetzt in der Wildnis. Ab jetzt geht's die nächsten Tage zu Fuß weiter, mit 20kg auf dem Buckel!
Nordschwedische Wanderwege können soo aussehen ...
... oder in sumpfigen Gelände auch so. Im Grunde (oft) sehr komfortabel.
(Nur) der Wandersmann (oder die Wandersfrau :-) wird mit solchen herrlichen Eindrücken belohnt
Am ersten Zielfluss angekommen ...
... zuerst das Lager herrichten
Bunte Gesellschaft habe ich auch :-)
Was für ein Traumplatz :-)
Einfach auf die Seele wirken lassen
Neue "böse" Wolken kommen
Volltreffer am Abend. Für solche Prachtforellen bin ich hierher gekommen ... Aber das ich tatsächlich hier oben eine dieser Kapitalen erwische, ist keineswegs selbstverständlich.


Der neue Tag begrüßt mich mit einem Regenbogen
Heute ist wieder Wandertag .... in "rustikalem" Gelände
Laponia - in diese Landschaft kann man sich doch nur verlieben, oder? So erging es mir seit meiner ersten Zeit hier vor einigen Jahren - und ich muss immer wiederkommen!

Auch die Zeltplatz-Bilder haben ihren Reiz, oder? Besonders in solch großartiger Landschaft, in welcher der Himmel täglich eine wesentliche Rolle spielt ...






Das Wanderziel ist schon (fast) greifbar



Hier sind Menschen nur eine Winzigkeit. Und trotzdem wird diese wilde Region schon seit Urzeiten von den Samen genutzt
Am Abend geht es mit der kleinen Fähre zurück über den See

Hübscher Platz für die Nacht. Mit der genialsten Aussicht der Gegend :-) Heute auch unverhüllt.
Im Blaubeerwald
Wenn man schon mal in Laponia unterwegs ist, gehört ein Besuch im Naturum in Stora Sjöfallet auf jeden Fall dazu!


Dort keinesfalls die köstlichen Waffeln mit Moltebeermarmelade verpassen ;-)

Weiter geht die Fahrt in den Norden ...
Kaitum Killinge Fallet: keine springenden Lachse und für ein vernünftiges Äschenfischen viel zu hoher Wasserstand ...
... aber ein super komfortables Rasthaus, frei nutzbar für alle Fischersleut, beide Daumen hoch!
Der Kaitum ist hier schon ein mächtiger Fluss, mit großem Äschenbestand
Begegnung im Wald
Nach 25 Jahren Abwesenheit mal wieder zurück in Abisko! Blick auf den Torneträsk.
Touristenzentrale in Abisko
Hier beginnt der legendäre Kungsleden - der Königswanderweg der Schweden
Kiruna Hausberg: der Lift bringt die Mountain Bikes nebst Radler im Minutentakt hinauf - dann geht die wilde Fahrt den Berg hinunter.
Kiruna: die moderne Bergbaustadt in ständigem Wandel
Urgemütlich ist's bei den Samen, hier z.B. in einem Stamm-Lokal mit Shop in Jukkasjärvi, nur wenige Kilometer nach dem berühmten Lax-Forsen am Torneälven und am nicht minder berühmten Eishotel vorbei ...

Nikkaluokta - auch eine nordschwedische Legende: von hier aus starten und enden die Touren zum Kebnekaise, Schwedens höchstem Berg.
Hier am Ursprung des berühmten Kalix Flusses ist es wunderschön ...
Auch hübsche Übernachtungsplätze finden sich entlang des oberen Kalix. Leider ist auch hier der Wasserstand bei dem herrschenden Dauer-Regenwetter für ein vernünftiges Äschenfischen viel zu hoch.
Westlich von Jokkmokk fließen verschiedene Flüsse zusammen, um das nach Osten entwässernde Lule Älven System zu bilden. Hier gibt es unzählige schöne Fischplätze.
Und wunderschöne Sommernächte am Wasser!



Natürlich geht Jokkmokk nicht ohne (mindestens) einen Besuch im Ajite Sami-Museum!!


An samischen Messern komme ich einfach nicht vorbei. Diese Schönen hier erfordern aber schon eine ganz hübsche Investition ...
Weiter geht die Reise nach Arjeplog und Adolfström. Die ganze Gegend bietet nahezu unendliche Möglichkeiten zum Wandern und Fliegenfischen - vom Gebirgsbach- & See bis hin zu unzähligen kleinen und großen Flüssen und Seen in der Niederung.
In Adolfström ist der Laisälven-Ursprung mit interessanten Möglichkeiten. Durch den vielen Regen ging in den Bergen eine Mure zu Tal, im Ergebnis war das gesamte Gewässersystem "Milchbrühe" und nicht befischbar. Das heißt: nochmal Wiederkommen, ein anderes Mal!
In den coolen Dorfladen (für Alles!) & Cafee in Adolfström muss man mal reingeschaut haben, wenn man hier ist!
Von hier aus ist es auch eigentlich gar nicht mehr weit bis zum meiner Lieblingsecke um Ammarnäs, wie mal sieht. Aber nicht mit dem Auto, dann sind es 300 km!
Weiter gehts es in Richtung Osten. Auch in dieser Gegend gibt es viele kleine Nebentäler mit hübschen Gewässersystemen, die sich in Tageswanderungen fliegenfischerlich gut erschließen lassen.














Auch mit dem Boot sind Kollegen unterwegs
Heute habe ich doppeltes, bzw. dreifaches Glück. Ich gerate in ein massives Bibio-Schwärmen und die Fische fahren völlig darauf ab, überall durchbrechen Köpfe, Rücken und Flossen die Wasseroberfläche! Und ich habe das richtige Fliegenmuster dabei, welches ich vor Jahren schon für genau solche Fälle gebunden habe!
Nach zunächst ein paar Mittvierzigern greift sich plötzlich dieser absolute Ausnahmefisch meine trockene Bibio, was für ein Hammer :-)
Das ist Seelen-Nahrung pur!!




Szenenwechsel: Kein Lapplandtrip ohne Ammarnäs & Bärtejaure, deshalb ist dieser mein nächstes Reiseziel für ein paar Tage!
Einfach nur: Frieden.
Neben den schönen Fischen, der wunderbaren Natur und der unendlichen Ruhe hier - sind es vor allem die ständig wechselnden Wolken-, Wetter- und Lichtstimmungen, die mich hier immer wieder aufs Neue begeistern!



Auch hier sind Unmengen von Bibios unterwegs. Nur hier scheinen alle Forellen schon satt zu sein, es ist kaum eine an die Fliege zu bekommen...
Aber für die eine oder andere "Küchen-Forelle" reicht es immer!
Auch das hier ist eigentlich unbezahlbar ...
Darauf ein Prost !

Es ist schon abzusehen, dass sich hier am Himmel etwas entwickelt heute Abend...
.... die Licht-Stimmung verändert sich in kurzen Abständen und wird immer intensiver ...

.... und der ganze Himmel fängt schließlich an zu glühen!
... ganz großes Kino !!!
Was für ein wunderschönes, seltenes Schauspiel, ich bin glücklich dabei sein zu dürfen !!

Ein neuer Tag bei bestem Wetter ... einzelne Fische steigen schon.
Erstmal Frühstücken
Der wunderschöne Tag lädt zum Fischen ein ...
Erinnerungsbild: Die Forelle hat mir der See geschenkt, dafür aber später die oben zu sehende Rute/Rolle/Schnur - meine langjährige Lieblingsausrüstung für diese Fischerei - für immer in seinen dunklen Fluten behalten. Sie ging durch ein Missgeschick über Bord und war verloren...  :-(
Später geht es zu den Freunden über die Bergkuppe zum "Branchen" ... Alfred hat zum Mittagessen eingeladen!

Darauf ein Prost!

Gereifte Herrenrunde ;-)

Der letzte Abend ist da, für dieses Jahr, an diesem magischen Ort


Nach wilder Fahrt wieder zurück im Tal


Weiter geht die Reise in Richtung Südlappland ...
... um noch zwei Tage im Kultsjöan Gebiet Station zu machen
Der Lieblings-Bergsee zeigt sich bestens konditioniert für eine tolle Trockenfliegenfischerei ...
... und schenkt mir zuerst wundervolle, sehr starke Bachforellen ...

... und später eine ganze Palette prächtiger Saiblinge. Alles auf dieselbe Trockenfliege, denn auch hier ist es grundlegend entscheidend, das richtige Muster anzubinden!






Es wird wieder eine klare Nacht.
Nächster Morgen: die Sonne geht auf und die Nebel heben sich langsam vom Wasser
Ich mache mich auf die Weiterfahrt in Richtung Süden.
Zuerst über den Stekkenjokk Pass, der sich erstaunlich schneefrei präsentiert
Das Wetter wechselt später wieder zu Dauerregen, deshalb ziehe ich für die Zwischenübernachtung eine Hütte wie diese dem Zelt oder Auto vor.

Bei diesem Wetter die höchst gelegene Straße Schwedens zu befahren, war keine meiner besseren Ideen: Null Sicht hier und dazu ist der Weg eine Schlammpiste
Oben und folgende: Reise-Impressionen ...












Trelleborg Hafen am Morgen der Heimreise
Vorbei gehts wie immer an der beeindruckenden Steilküste von Möns Klint

Einfahrt in Rostock Warnemünde, wo sich die Massen dem Badespaß fröhnen
Hier liegen auch die fetten Kreuzfahrtpötte ;-)
Foto rechts: Die kuriose Geschichte :-)  Vom höchsten Norden Schwedens bis zurück nach Deutschland fahren wir wochenlang "an uns vorbei", ohne dass aus verschiedenen Gründen ein Treffen oder gar ein gemeinsames Fischen mit meinen Fliegenfischerfreunden Kathi und Peter  klappt. Erst zurück im Norden Deutschlands bekommen wir das doch noch gebacken :-(
Das war's für heute! Vielen Dank für's Zuschauen und bis zum nächsten Mal!



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- Reiseberichte und Fotoreports aus Norwegen, Schweden und Finnland
- Reiseberichte und Fotoreports aus Dänemark und Grönland
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© Ein Beitrag von Michael Müller für www.fliegenfischer-forum.de - Januar 2024. Fotos von Michael Müller.
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