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Buchbesprechung:
Fly fishing outside the box
– Emerging Heresies by Peter Hayes |
Ein ketzerisches Buch
- Rezensiert von Axel Wessolowski | Der britische Autor Peter Hayes
ist ein Ketzer! Und wenn Sie die Kapitel seines Buches durchgelesen haben,
mögen Sie vielleicht zustimmen. Hayes selbst betitelt sein Werk „Fly
Fishing outside the box – Emerging heresies“, und damit legt er auch gleich
der Marschroute fest. Denn „Fliegenfischen außerhalb der Kiste“ bedeutet
im Grunde „um die Ecke denken“, und genau das tut der Autor – er stellt
Bekanntes in Frage und kommt mit neuen provokanten Thesen daher. Dabei
legt er sich mit bekannten Größen wie z. B. Halford an, was
für manchen sicherlich wie Ketzerei vorkommen mag. Nicht ohne Grund
bedeutet der Untertitel „aufkommende Ketzereien“. In zweiundzwanzig, nicht
zwingend aufeinander aufbauenden Kapiteln, widmet sich Hayes Themen, die
ihm und dem Fliegenfischer im Allgemeinen am Herzen liegen. Und immer wieder
fordert er den Leser heraus, sich Fragen zu stellen, die er sich so wahrscheinlich
noch nie gefragt hat, oder bisher vermieden hat zu fragen. So sind wichtige
Themen u. a. die Notwendigkeit der Hechel, die Ausrichtung einer Nymphe
bzw. einer Trockenfliege auf dem Wasser. Entsprechend werden in späteren
Kapiteln auch Muster und Bindeanleitungen vorgestellt. Auch gibt es praktische
Hinweise zum Werfen, Anschlagen, Drillen und Landen. Ein Kapitel widmet
sich dem japanischen Tenkara-Stil, welcher gerade in den USA und Großbritannien
sich wachsender Beliebtheit erfreut. Hayes möchte, wie er selbst schreibt,
„dass jedes Kapitel einen ermutigt, selbst neue Herangehensweisen zu erforschen,
und eigene Untersuchungen durchzuführen.“ Sei es Forellen genauer
beim Fressen zu beobachten oder das Aufkommen von Maifliegen genauer zu
studieren. Dabei zielt der Autor auch auf Aspekte des Naturschutzes ab,
denn die Zahl der Eintagsfliegen nimmt merklich ab. Dieses Buch empfehle
ich besonders den Anfängern, da Sie als solcher sehr viel interessante
Anregungen und Tipps für sich mitnehmen können. Außerdem
haben sich ihre Ansichten noch nicht so gefestigt, dass sie starr in ihrer
Kiste verharren werden und noch offen sein werden, für neue Ideen.
Als ein bereits fortgeschrittener Fliegenfischer werden Sie sicherlich
das Ein oder Andere vielleicht wiedererkennen, dennoch werden auch Sie
sicherlich von den vielen interessanten und geschichtlichen Fakten profitieren.
Zudem werden die aufgestellten Thesen Sie mit Sicherheit nicht kalt lassen.
Das Buch ist eine gelungene Sammlung aus verschiedenen Themen und sie können
sich immer wieder ein Kapitel heraussuchen, um darin, unabhängig der
anderen Kapiteln, zu stöbern. Der Stil ist kurzweilig und unterhaltsam,
das Englisch gut verständlich. Außerdem stellt der Preis ein
gutes Preis-Leistungs-Verhältnis dar. Weitere Daten und Bezug:
Das Buch (ISBN 978-1-904784-56-2) ist als gebundene Version (272 Seiten)
im Englischen Coch-y-Bonddu Verlag erschienen und kostet 25 GBP (rund 30
Euro). Eine auf einhundert Stück limitierte Auflage ist für 95
GBP (rund 110 Euro) ebenfalls erhältlich. Bestellungen über den
Buchfachhandel oder direkt unter www.anglebooks.com
bzw. E-Mail an orders@anglebooks.com.
Über
den Autor: Peter Hayes arbeitete vor seinem „Ruhestand“ als Marktforscher
für einige große Unternehmen. Gerade seine analytischen Fähigkeiten
sind mit in das Buch eingeflossen. Wenn er nicht gerade in England, Island
oder Neuseeland fischt, unterstützt er ehrenamtlich Organisationen
wie die Environment Agency, Salmon and Trout Association, Natural England,
Wild Trout Trust oder die Wiltshire Fishery Association. Vor dem Buch hat
er bereits einige Artikel für Englische Fliegenfischen-Magazine geschrieben.
Blick ins Buch: (Klick,
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