AV Ilmtal-Fliegenfischer e.V. Bad Berka, Februar 2026, Presse/Jahresbericht: 
Ilmtal-Fliegenfischer: Rückblick auf das Jahr 2025
Wilde Baumverwerfungen an der Ilm bei Bad Berka, die nahe Eisenbahnstrecke ist nicht mehr vor Unterspülung sicher!
Hier hatte sich der Biber mit einer mächtigen Schwarzerle eine besonders anspruchsvolle "Winterbeschäftigung" ausgesucht. Die gut positionierte Wildkamera (im Bild s.links) fing seine "Tätigkeit" ein ... (mehr Bilder davon gibt's im Ilmbericht '25 siehe Link ganz unten)
Mitglieder der Ilmtal-Fliegenfischer e.V. Bad Berka beim alljährlichen Frühjahrsputz und Müllsammeln. Gute Sache, aber schade, dass es überhaupt notwendig ist!
Auch hier gibt es Arbeit! Mehrere umgestürzte Bäume haben sich querüber verkeilt und versperren dem Fluss seinen Weg...
Im Frühling zeigt sich Bad Berka von seiner schönen Seite...
BAD BERKA (MM): Wir blicken zurück auf ein lebendiges Vereinsjahr, in denen die traditionellen Vereins- und Verbandsveranstaltungen stattfinden konnten und die Vereinskultur- und Geselligkeit gelebt werden durfte. Neben unserer üblichen Jahreshauptversammlung am Anfang des Jahres konnten wir uns auch wieder beim großen Kinder- und Jugend-Event des Dachverbandes LAVT quer durch alle Angelarten im Atrium der Erfurter Stadtwerke einbringen. Auch unser Fliegenbindetag, die große Frühjahrs-Müllsammelaktion (mit mehreren Terminen) gemeinsam mit Stadt Bad Berka, unser traditionelles "1.Mai-Essen im Grünen", die Weihnachtsfeier, sowie weitere Veranstaltungen konnten nach Plan stattfinden. 
Am und im Gewässer waren zudem genug Arbeiten zu erledigen. Die 16 Mitglieder des Vereins leisteten 2025 an den beiden Pachtgewässern des Vereins Ilm und Schwarza wieder eine ordentliche Stundenzahl an ehrenamtlicher und gemeinnütziger Arbeit. Zu tun gab es dabei auch 2025 wieder Einiges, z.B. Fischbesatzmaßnahmen, Gewässer-, Uferpflege- und Aufräumarbeiten - und leider immer und immer wieder: den Müll und Abfall -sprich diverse Hinterlassenschaften- von anderen Mitbürgern einsammeln. So beteiligte sich unser Verein neben der alljährlichen Frühjahrs-Müllsammelaktion auch wieder am Catch & Clean Day im Herbst.
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Eindrücke von der wie immer gut besuchten und bestens organisierten Kinder- und Jugendveranstaltung des Dachverbandes LAVT quer durch alle Angelarten im Atrium der Erfurter Stadtwerke im Februar. Fliegenwerfen will geübt sein, hier helfen Frank, Olaf und weitere IFFV Mitglieder gerne weiter. Auch den alljährlichen Wurfwettbewerb gab es wieder, bei dem die Kinder auch schöne Preise gewinnen konnten.
Mit Stefan macht das Fliegenbinden immer Spaß :-)  ...

In die Ausgestaltung der Erfurter Messe "Reiten-Jagen-Fischen" im März haben die Verbände und viele Vereinskollegen wieder viel liebevolle Mühe gesteckt....





Fliegenfischen ist bekanntlich viel mehr, als "nur" Fische fangen. Bereits bei seiner Gründung vor nun 31 Jahren hat sich der Verein den Aufbau und die Erhaltung eines für die Ilm arttypischen, heimischen Fischbestandes zur Hauptaufgabe gemacht. Hierzu gehören neben dem regelmäßigen Besatz von Ilm und Schwarza mit Bachforelleneiern und -Brut sowie mit Jung-Äschen und Kleinfischen anderer Arten auch diverse Pflege- und Aufräumarbeiten am Ufer und im Gewässer. Der Hegeauftrag kann heutzutage nur noch ansatzweise erfüllt werden, da Verschmutzung und Bauarbeiten im Gewässer, immer länger anhaltende Trockenperioden im Sommer, raubende Kormorantrupps im Winter und andere ungünstig wirkende Faktoren (die ständig zunehmen!) die Arbeit wieder zunichte machen.
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Einsatzbesprechung zum Müllsammeleinsatz, von denen es 2025 mehrere gab, um wie jedes Jahr wieder die Hinterlassenschaften anderer Mitbürger wegzuräumen :-(

Wonnemonat Mai an der Ilm
Traditionell begehen wir den 1.Mai gemeinsam mit unseren Lieben beim "Essen im Grünen", mit Angrillen direkt am Ilmufer, bei herrlichem Wetter...


Nach einem eigentlich nicht als solchen zu bezeichnenden "Winter 24/25" (bei uns nahezu ohne Schnee und längeren Frostperioden) blieb es auch im Frühjahr trocken und niederschlagsarm, sodass wir an unseren Flüssen bereits im April langanhaltende, historische Niedrigwasserstände hatten, wie sie gewöhnlich erst im Spätsommer auftreten. Die Maifliegenzeit an der Ilm begann in der letzten Maiwoche mit recht spärlichem Schlupfgeschehen, dennoch fuhren die Bachforellen voll darauf ab und so konnte mit der Trockenfliege auch so manche Große tagsüber überlistet werden. Die anschließenden Sommer-Monate waren bis in den Herbst hinein durch eine ausgeprägte Niedrigwasser-Situation geprägt, sodass die Sommerfischerei allein schon aus Vernunftgründen weitgehend zum Erliegen kam. Mit dem Laubfall im Oktober pegelte sich der Wasserstand dann wieder auf Normal ein, so dass noch der eine oder andere schöne Fischertag im Herbst und Spätherbst möglich war. Dennoch war die Saison dann viel zu schnell zu Ende ...
 


In der letzten Maiwoche erscheinen die Maifliegen an der Ilm ... und jetzt steigen die kleinen wie auch die großen Forellen ...



In der Winterzeit raubende Kormorane, deren Intensität am Fließwasser durch die Vereisung der umliegenden Seen gesteuert wird, sind nach wie vor eine immense Beeinträchtigung bzw. Bedrohung des Fischbestandes. Wenige dieser effizienten Fischjäger über einige Winterwochen auf täglicher Fischjagd im kleinen Fluss (wo sie normaler Weise nicht vorkommen sollten) reichen bereits aus, um den Fischbestand so schwerwiegend zu schädigen, dass eine natürliche Reproduktion kaum noch stattfinden kann. Gerade die inzwischen europaweit allein durch Kormorane von Aussterben bedrohte Äsche kann sich als Freiwasserfisch vor den permanenten Angriffen nicht verstecken und wird so eine leichte Beute. Wir können nur jedes Jahr erneut den Finger in die Wunde legen und dringend anmahnen, dass für dieses Problem endlich eine europaweit geregelte Lösung gefunden wird, ansonsten sehen wir im wahrsten Sinne des Wortes Schwarz für die Fischbestände. Nicht vergessen werden sollte an dieser Stelle, dass es ohne das stetige Bemühen von Vereinen wie unseren, welches viel Zeit und Geld kostet, heute wohl keine nennenswerten Fischbestände mehr in unseren Flüssen und Seen gäbe, auch nicht die "bedrohten bzw. gefährdeten Arten"!
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Sommer: Noch fließt das kühle Nass in der Ilm. Aber es wird täglich weniger. Wir brauchen Regen!
Wertvoll für Fischnährtiere, Beschattung, Wasserreinigung, Sauerstoff und Fischstandplätze ...
Ein weiterer effektiver Fischjäger fühlt sich ebenfalls wieder pudelwohl am Fluss: unsere Wildkamera-Auswertungen belegen das Vorkommen von Fischottern am Fluss (neben Mink und Nerz!). Auch diese Tiere waren jahrhundertelang aus thüringischen Gewässern verschwunden und tauchen nun (ebenso wie die Biber) überall an unseren Flüssen auf. Im Gegensatz zum Kormoran fischt dieser Beutegreifer ganzjährig im Flüsschen und schafft es mit seinem großen Geschick, auch noch die letze dicke Standforelle aus dem Kolk zu holen ...
Ob uns das gefällt oder nicht: beide Arten sind streng geschützt und wir müssen uns mit der neuen Situation abfinden und die Hegemaßnahmen bzw. unser generelles zukünftiges Bewirtschaftungskonzept entsprechend anpassen. Das bedeutet aber auch einen weiteren stetigen und erheblichen Fischbestandsrückgang durch Otter, denn die geschickten Jäger bekommen jeden Fisch den sie wollen und wir werden die Tiere nicht mit zusätzlichen Besatzmaßnahmen am Platz halten! 
Und ob den Tierfreunden das gefällt oder nicht: beide Arten sind Schädlinge an unseren Gewässern: jeder gefällte Uferbaum ist ein Verlust und jeder gefressene Fisch (auch solche die auf der "Roten Liste" stehen) wie auch jede leer gefressene Gewässerstrecke ist ein Rückschlag im Artenschutz und für Gewässerbewirtschafter wie uns, die sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich um den Aufbau und Erhalt eines stabilen Fischbestandes bemühen
Im Übrigen haben unsere Untersuchungen an den Tümpeln, Gräben und Seitenarmen im Umfeld der Ilmufer ergeben, dass dort keinerlei Frösche und Kröten sowie deren Laichprodukte und Nachwuchs mehr vorhanden sind. Noch 2021 herrschte dort im Frühling Hochbetrieb! Bekanntlich fressen Otter auch sehr gerne Amphibien!
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Spätsommer am Ilm-Schleusengraben mitten in Bad Berka
Und wieder zieht der Herbst ins Land
Ein Barsch geht immer ;-)
In den vergangenen Jahren hatte die sommerliche Wasserknappheit für die Ilm und ihre Bewohner oftmals negative Auswirkungen für die Fische wie auch Wassersekten und Kleintiere als deren Nahrungsgrundlage. Nachdem es das Ilmtal 2022 erneut hart getroffen hatte und die Trockenzeit mit 4 Monaten so lang und intensiv war, wie kaum jemals erlebt, kamen wir 2023 und 2024 ohne lange Trockenperiode über den Sommer und hatten im Jahresverlauf meist gute Wasserstände. Aber im Sommer 2025 erreichte der Wassermangel wieder ein kritisches Niveau über mehrere Monate...
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Ilmbrücke in Bad Berka im Herbst
Wer mit offenen Augen an der Ilm spazieren geht, vielleicht auch einmal abseits der Wege, dem sind die frischen und sehr häufig zu entdeckenden Baumfäll-Spuren der Biber sicher nicht entgangen. Wie auch immer sich diese Tiere so rasch an so vielen Flussbereichen ausbreiten konnten, sei einmal dahin gestellt: wir haben grundsätzlich nichts gegen sie, sind sie doch eine Bereicherung der Natur intakter Flusstäler. Warnend und wiederholt (da bisher völlig ohne jegliche Reaktion) müssen wir jedoch an die zuständigen Behörden appellieren: wenn Biber weiterhin und inzwischen fast flächendeckend am Gewässer eine größere Anzahl an Bäumen schädigen und fällen, die 20, 30, 50 oder mehr Jahre zum Nachwachsen benötigen, ist (nicht nur) der Ufer- und Hochwasserschutz ernsthaft in Gefahr. Das kann so nicht gewünscht sein, oder? Augen zu und durch ist hier keine Lösung. Sehr gerne nehmen wir Vertreter der zuständigen Behörden mit ans Gewässer und zeigen ihnen die dokumentierten Biberschäden. Auch s.g. Baumschützer dürfen sich sehr gerne bei uns melden, denn nicht nur in Städten gibt es schutzbedürftige Bäume!
Leider bekommen die alten Uferbäume an der Ilm auch vermehrt weitere Probleme: durch die zunehmenden sommerlichen, ausgedehnten Trockenperioden leiden sie sowieso schon erheblich unter der Hitze. Dazu kommt die fehlende Wasserversorgung und austrocknende Uferkanten & Wurzeln. Also verlieren die Bäume, zusätzlich geschädigt von Pilzbefall ihren Halt, sie sterben ab und stürzen in den Fluss.


Ein paar Äschen hat es noch in der Ilm, aber nicht mehr viele ...



Eine schöne Sache zum Jahresabschluss war auch wieder unser gesellige Vereins-Adventsfeier in unserem Stammlokal in Großlohma


Mitglieder des Vereins nehmen interessierte Mitbürger auch gerne einmal mit ans Wasser und zeigen, worauf es beim Fliegenfischen ankommt. Wer Kontakt mit dem Verein aufnehmen möchte, erreicht ihn unter 036458-31003 (Herr Müller). 

Einen Auszug aus der Vereinschronik (1993 bis 2025) und eine riesige Sammlung an aktuellen Themen und Informationen über das Fliegenfischen finden Sie im Internet unter: fliegenfischer-forum.de

Allzeit Petri Heil wünscht Euch
Michael Müller, 1.Vorsitzender des IFFV
 
 

Wir waren dabei!=> 


Tipp: Ein empfehlenswerter Ilm-Fotoreport aus 2025:
Heimat Deutschland: 
An Ilm & Saale in Thüringen - Das Angeljahr 2025 im Ilmtal
90 stimmungsvolle Bilder von Michael Müller



Ein Beitrag von Michael Müller für www.fliegenfischer-forum.de - © Januar/Februar 2026. Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

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