Zu den Test von Trident und anderen ( etwas OT):
Ich finde es immer lustig/traurig, wenn dort behauptet wird, das eine Schnur - zB. die MPX gut passt, aber eine Rio Gold nicht, weil letztere zu übergewichtig sei.
Natürlich passt auch eine Rio Gold auf jede Rute, man muss halt nur ein wenig mit der Schnurklasse spielen.
Wenn auf eine "5er" Rute eine 5er Gold nicht passt, da zu schwer sein soll, dann passt eben die 4er Gold.
Was die Entwicklung der (Kohlefaser)Ruten angeht, hat sich bezüglich Swingweight und Gesamtgewicht einiges getan.
Aber wieviel ist davon Materialbedingt und wieviel hängt vom Taper der Mandrell und dem Zuschnitt der Matte ab?
Ich habe gerade einige alte - Orvis HLS - bez. sehr alte - Fenwick HMG - Blanks getunt und aufgebaut.
Durch das Tuning wurde die Aktion deutlich schneller, moderner.
Die HMG ist die überhaupt allererste Kohlerute ( zeitgleich mit Shakespeare) auf dem Markt gewesen, ca. 1973.
Die damaligen Vorstellungen, was für eine Aktion die Ruten haben sollen, waren vielleicht andere als heute?
Damals sollten die Ruten nicht in 1. Linie Weitwurfruten sein, sondern auch gut fischbar = Dämpfung beim Drill.
Entsprechend wurden die Taper ausgelegt.
Wenn man aber den blank entsprechend tunt, bekommt man eine Rute, die genauso schnell sein kann, wie moderen schnelle Ruten.
( Eine Igniter kann ich aber nicht draus zaubern).
Mit den ersten Kohlefasermatten konnte man vielleicht noch keine sooo leichten blanks bauen, aber schnelle Ruten hätte man damit auch bauen können, ohne dass sie zu schwer werden würden.
Wer mal Gelegenheit hat, eine DAM Kohlefaserrute der 1. Generation von ca. 1979/80 ( Fuji Einlage Ringe, später Schlangenringe) zu werfen, hat eine superschnelle Rute mit "Solitip" Aktion, die Rute hat eine eingesetzte Hohlspitze, die deutlich biegsamer ist.
Die 2. Generation wurde dann völlig überarbeitet und man bekam mit der gleichen Seriennummer plötzlich eine deutlich langsamere Rute.
Die schnelle 1. Serie entsprach wohl nicht dem Geschmack der Käufer.
Früher waren die Firmen vielleicht auch eher darauf aus, robuste Ruten mit dicker Wandstärke zu bauen - Paradebeispiel sind die Orvis Graphite und die HLS. Die sind eigentlich unkapputbar. Dadurch bekommt man natürlich keine superleichten Spitzen - geringes Swingweight.
Ob das geringe Gesamtgewicht der Ruten wirklich blankbedingt ist, bezweifel ich ein wenig, denn bei einem 6er blank - früher ca. 40 - 43 gr. - heute ca. ? kann man keine 20 gr rausholen, nicht mal 10, meiner Meinung nach.
Bestes Beispiel die Sage One, bei deren blank ja auch 25% Gewicht eingespart worden sein soll ( Stand glaube ich so in der Sage Werbung).
Wenn man dann die blankgewichte der One mit denen früherer Sage Serien vergleicht, kann man aber sehen, dass die genauso schwer waren.
Die Gewichtsersparnis beruhte nur auf eingespartem Griff- und RH Material!
Ich mag auch Ruten mit geringem Swingweight, dass ist gerade bei den langen Ruten ein Fortschritt.
Aber von den Aktionen gab es auch früher eigentlich schon alles.
Von der ach so tollen R8 habe ich die 9´4er geworfen. Die fand ich sehr durchschnittlich und vom geringeren Swingweight vielleicht abgesehen, keine Deut besser als meine alte LL, VXP oder andere.
Und auch die Hardy Marksman - um den Bogen zum Thema zu finden

, scheint eine eher durchschnittliche Aktion zu haben, mittelschnell - irgendwas Neues??
LG
Reinhard