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Das darf nicht passieren !

Verfasst: 22.08.2015, 07:35
von Thomas E.
Gerade ist die Schnur eines gr. amerikanischen Herstellers eingetroffen...
ich verbinde das "Ende" der Schnur, markiert durch den kleinen Aufkleber "ATTACH THIS END TO BACKING" mit meinem Backing.

Huch, wieso nimmt der Durchmesser der Schnur schon zu...ist es doch eine WF. :?

Schnell die ganze Schnur von der Spule genommen, wird sichtbar, die WF ist vom Hersteller verkehrt herum aufgespult und markiert worden. =D>
(Das vermeintliche "Ende" mit der Markierung war also die Schnurspitze.)

Fatal für jeden Beginner !

Bei den Hunderten von Schnüren, die ich schon aufgespult habe...das habe ich bisher nicht gesehen.

Nun erinnere ich einen Jungen vor ein paar Jahren hier an der Alster, der sich sichtbar abmühte...mein erster Versuch mit seinem Gerät war auch beschwerlich. :lol:
Erst dachte ich, etwa eine 1er Schnur auf der 5er Rute :roll: ...nein, die WF war fasch herum aufgespult. :p
Die Schnur schnell umgedreht, war der Kleine aber glücklich, und warf gleich schon besser.

Wer hatte wohl hier einen Fehler gemacht ?

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 23.08.2015, 14:12
von Harald aus LEV
Hallo Thomas, wenns werkseitig passiert ist das für einen Einsteiger schon ärgerlich. Ein erfahrener Fischer weiß sich schnell zu helfen, für einen Einsteiger dürfte es nicht so einfach sein.
Das erinnert mich an einen Vorfall. Vor Jahren habe ich einem Teilnehmer einen Schusskopf zurecht geschnitten und die Schlaufen mit zwei unterschiedlichen Farben markiert. Wir gingem gemainsam ans Wasser und er konnte sehr gut damit werfen. ein paar Monate später ruft er mich an mit der Aussage, dass sein SK nicht vernünftig fliegt. Er hatte zwischenzeitlich Versuche mit einer WF-Schnur unternommen und danach den SK wieder montiert.
Meine erste Frage war, welche Farbe er zum Vorfach zeigend verwendet. Als ich ihm sagte, er solle den SK umdrehen, klappte es auf Anhieb wieder. :)

Gruß
Harald

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 24.08.2015, 10:10
von Thomas E.
Hallo Harald,

ja, obwohl auch beim SK die Unterscheidung normalerweise einfach ist...die Frontverjüngung ist vorn.
Das Ende ohne, oder mit der kürzeren Verjüngung ist hinten und kommt an die Running line.

Das weiß der Anfänger aber oft noch nicht !

Bei Skagit- SK aber sind die Spitzen sehr dick/massig, gerade um die schweren Level- Tips zu transportieren.
(Bei den meisten SK mittlerweile werksseitig gekennzeichnet.)

Ein bekannter und schon viel gereister FF hatte bei einer Demo an seinem Gerät mal einen Rio Skagit- SK falsch herum montiert, er wollte es mir erst nicht glauben. :badgrin:
Umgedreht flog der SK gleich viel besser, mußte er dann bestätigten. :biggrin:

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 25.08.2015, 00:23
von gespliesste
Hallo,

ich hab meine DT letztens auch falschrum montiert. Hab mich schon gewundert warum ich nix gefangen hab Bild

Ich muss jetzt mal eine Lanze (bzw. Keule) für die DT brechen:
Ich fische auf Forelle und Äsche, also wo es in erster Linie auf die saubere Präsentation der Fliege ankommt - keine Keulenschnüre mehr. Das sind Spezialisten für ihre jeweilige standard Wurfdistanz Keule +/- X.
Für Anfänger ist das ohne Frage hilfreich, aber wehe du verlässt den Bereich der jeweiligen Keule zu weit.

Wenn man im Werfen geübt ist, braucht man die Hilfe im Bereich der Keule nicht und dazu setzen DT in allen Wurfdistanzen sanfter auf. Beim Mending und Rollwurf auf Distanz sehe ich die DT auch im Vorteil.
Wenn es unter Realbedingungen mal deutlich über die Keule hinausgeht hast du bei einer WF nur noch Nachteile gegenüber einer DT.

Fliegen werfen und Fliegen präsentieren sind immer noch zwei Paar Schuhe. Vor allem am Fluss.

Wenn du auf 20m noch eine saubere Drift hinbekommen willst, reicht es nicht das Zeug da irgendwie hinzuschmeißen. Wenn du Seitenwind hast, kannst du die Schnur auf Entfernung auch nicht mehr weit schießen lassen. (Bauernregel: mehr als die Hälfte aller Fischertage sind windig)
Auf kurze Distanzen schätze ich die sanfte Präsentation und auf lange Distanzen die überlegene Schnurkontrolle einer DT.

Und das beste ist natürlich: man kann sie nicht falschrum montieren! :shock:

Bei Skagit wird das Thema Präsentation der Fliege dann ad absurdum geführt. Das hat schon was von Gewichten werfen. Für manche Angelarten bestimmt von Vorteil, aber von "Präsentation" der Fliege würde ich da nicht mehr sprechen. Fliegen auf Distanz ausbringen kann ein Sbirolino deutlich einfacher.

Wenn dazu viele Angler nicht mal merken, dass sie die Schnüre falsch rum montiert haben, dann weiss ich auch nicht. Ich glaube da wird viel zu viel blind auf Marketingversprechen gesetzt.

P.S.: Muss der Fairness halber zu meinem Post sagen, dass ich auch oft an recht großen Flüssen unterwegs bin, wo man die Wurfdistanzen gebrauchen kann.

Just my two cents ...

LG,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 25.08.2015, 07:48
von Heußerer
Hallo Olaf,

ich bin teilweise etwas anderer Meinung.

Warum sollte eine DT die Fliege sauberer/feiner präsentieren als eine WF?
Das hängt doch einzig und allein vom Front-Taper ab. Wie dieses gestaltet ist hat absolut nichts damit zu tun ob es eine DT oder WF ist.

Beim Menden bin ich vollkommen deiner Meinung!

Gerade bei Wind bin ich doch froh wenn ich eine Schnur schießen lassen kann und dadurch nicht noch mehr Schnur in der Luft halten muss um eine gewisse Distanz zu erreichen.

LG, Wolfgang

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 25.08.2015, 08:49
von CPE
Thomas E. hat geschrieben:Beim Skagit- SK aber ist es überwiegend umgekehrt, das dicke Ende ist die Spitze.
Hallo Thomas,

Was heißt für Dich "überwiegend"?

http://www.rioproducts.com/skin/summit/ ... it_Max.jpg
http://www.rioproducts.com/skin/summit/ ... rt_900.jpg
http://www.rioproducts.com/skin/summit/ ... rsiTip.jpg
http://www.rioproducts.com/skin/summit/ ... ax_900.jpg

Gruß, Norbert

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 25.08.2015, 10:09
von Thomas E.
Hallo Norbert,

ich habe einge (Vorgängermodelle) vom Rio Skagit Flight in Pale Orange, bei denen ist das Ende deutlich feiner und länger auslaufend.
Für mich immer noch der beste Skagit- SK für das Werfen sehr großer "Fliegen" und für schwere Tips !

Rio hat das nun z.B. mit dem Modell "Max" geändert, das hat aber auch Nachteile.
Ich habe den in versch. Gewichten geworfen, ich finde ihn für den speziellen Einsatz deutlich schlechter.

Ja, man muß schon aufpassen, zum Glück sind Spitze und Ende gekennzeichnet. :lol:


Hallo Olaf,

für "Deine" Art der Fischerei wähle ich dann lieber eine Langkeulenschnur mit 13- 15m Keulenlänge.
Die verhält sich bis zum Keulenende wie eine DT und man kann die Fliege auch auf 20m ohne Schießenlassen kontrolliert ablegen.

Die Rio Tournament WF hat eine Keule von 22,5m, auch das kann man außerhalb der Rute "halten" und ablegen, dann liegt man noch deutlich darüber. :biggrin:
Aber dafür habe ich diese Schnur ja nicht, auch fische ich am Bach/ Fluß in Kl.4-5 meist auf 5- 15 m.

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 25.08.2015, 19:26
von gespliesste
Hallo Wolfgang, hallo Thomas,
gespliesste hat geschrieben:Warum sollte eine DT die Fliege sauberer/feiner präsentieren als eine WF?Das hängt doch einzig und allein vom Front-Taper ab. Wie dieses gestaltet ist hat absolut nichts damit zu tun ob es eine DT oder WF ist.
Du setzt ja nicht nur das Front-Taper (meist 2-3m), sondern auch die Keule auf, dass heißt nach dem Front-Taper ist die Schnur deutlich dicker als eine DT. Je nach Ausprägung ist das mehr oder weniger Nachteilig.
Präsentiere mal in ruhigem Wasser eine Trockenfliege mit einer DT und einer WF, du wirst den Unterschied merken. Zumindest war es bei uns so im direkten Vergleich.
Gerade in ruhigen Bereichen fische ich fast ausschließlich stromauf oder schräg stromauf. Wenn du dann entsprechend vorhälst, setzt gerade das dicke Ende nahe bei den Fischen auf.

Das ist ein Unterschied ob auf den ersten 5-6m eine dicke Keule aufschlägt, oder ein Level Taper. Auf 9,13m sollte es sich ja eigentlich von dem Gewicht der Schnur wieder ausgleichen. (tut es heute meist nicht mehr).
CPE hat geschrieben:für "Deine" Art der Fischerei wähle ich dann lieber eine Langkeulenschnur mit 13- 15m Keulenlänge.Die verhält sich bis zum Keulenende wie eine DT und man kann die Fliege auch auf 20m ohne Schießenlassen kontrolliert ablegen. Die Rio Tournament WF hat eine Keule von 22,5m, auch das kann man außerhalb der Rute "halten" und ablegen, dann liegt man noch deutlich darüber. Aber dafür habe ich diese Schnur ja nicht, auch fische ich am Bach/ Fluß in Kl.4-5 meist auf 5- 15 m.
die Langkeulenschnüre kommen wie du schon sagst einer DT in der Praxis sehr nahe, aber wenn du dir das Tapering anschaust hat auch die RIO Tournament eine gewisse "Keule" die nach 10m nochmal verjüngt. Für Tournaments auf der Wiese ist das von Vorteil fürs Fischen hab ich da Zweifel.
Die weit entfernten Stellen liegen i.d.R. am gegenüberliegenden Ufer, da hast du die schnelle Strömung vor dir und dann mendest du genau mit dem verjüngten rear-body. Dicke Schnur mit dünner Schnur meden funktioniert nicht gut, das ist halt Physik.

Ich fische auch mit #4/#5 überwiegend auf 5-15m, auch an großen Flüssen. Da sehe ich die DT, wenn du im Werfen geübt bist, gerade in Bezug auf die sanfte Präsentation nicht im Nachteil. Dazu gibt es immer wieder Situationen in denen du den jeweiligen Arbeitsbereich einer WF verlässt und da ist eine DT ist nach meiner Erfahrung am Wasser einfach flexibler ... Dazu fische ich die DT immer eine Klasse tiefer als die jeweilige Rutenklasse, damit hat man auch bei Wind und viel Schnur in der Luft noch Aktionsreserven. Die Klassifizierungen von Rute und Schnur beziehen sich ja immer nur auf recht eng eingegrenzte Arbeitsbereiche.
Auf kurze Distanzen hast du natürlich eine zu "leichte" Schnur, aber wenn der Bewegungsablauf beim Wurf stimmt kann man (etwas übertrieben dargestellt) auch Spinnweben mit Besenstielen werfen. Andersrum geht nicht, egal wie gut du werfen kannst.

LG,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 27.08.2015, 12:23
von Heußerer
gespliesste hat geschrieben:Hallo Wolfgang, hallo Thomas,
gespliesste hat geschrieben:Warum sollte eine DT die Fliege sauberer/feiner präsentieren als eine WF?Das hängt doch einzig und allein vom Front-Taper ab. Wie dieses gestaltet ist hat absolut nichts damit zu tun ob es eine DT oder WF ist.
Du setzt ja nicht nur das Front-Taper (meist 2-3m), sondern auch die Keule auf, dass heißt nach dem Front-Taper ist die Schnur deutlich dicker als eine DT. Je nach Ausprägung ist das mehr oder weniger Nachteilig.
Präsentiere mal in ruhigem Wasser eine Trockenfliege mit einer DT und einer WF, du wirst den Unterschied merken. Zumindest war es bei uns so im direkten Vergleich.
Gerade in ruhigen Bereichen fische ich fast ausschließlich stromauf oder schräg stromauf. Wenn du dann entsprechend vorhälst, setzt gerade das dicke Ende nahe bei den Fischen auf.

Das ist ein Unterschied ob auf den ersten 5-6m eine dicke Keule aufschlägt, oder ein Level Taper. Auf 9,13m sollte es sich ja eigentlich von dem Gewicht der Schnur wieder ausgleichen. (tut es heute meist nicht mehr).
Annahme: eine DT und eine WF sind völlig klassenkonform und haben ein identes Front-Taper. Die Keulenlänge der WF ist 9m oder länger (unter 9m ist mMn sehr kurzkeulig, eigentlich schusskopfmäßig).
Die WF und die DT sollten dann im Prinzip gleich dick sein!!!

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 27.08.2015, 13:41
von gespliesste
Hallo,
Heußerer hat geschrieben:Annahme: eine DT und eine WF sind völlig klassenkonform und haben ein identes Front-Taper. Die Keulenlänge der WF ist 9m oder länger (unter 9m ist mMn sehr kurzkeulig, eigentlich schusskopfmäßig).Die WF und die DT sollten dann im Prinzip gleich dick sein!!!
Das kann schon sein, ist aber in der Praxis oft anders.
Viele WF Schnüre sind im vorderen Teil der Keule dicker als DT Schnüre. Manche sind hinten dicker (Extrembeispiel: Triangle Taper).

Vergleich mal das "Line Profile" der beiden Schnüre (gelber Button).

http://www.rioproducts.com/fly-lines/fr ... eam-trout/
http://www.rioproducts.com/fly-lines/fr ... -trout-dt/

DT ist DT. Unter dem Begriff WF werden heutzutage alle möglichen Variationen verkauft. Im Grunde kann man eine Schnur nur am genauen Taperverlauf bewerten.
Das sind Spezialisten, die in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich gerade für Anfänger durchaus Vorteile bieten. Aber um so mehr du den Bereich der jeweiligen "Keule" verlässt, um so mehr Probleme kommen auf.

LG,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 27.08.2015, 14:23
von Heußerer
gespliesste hat geschrieben:
Das kann schon sein, ist aber in der Praxis oft anders.
Viele WF Schnüre sind im vorderen Teil der Keule dicker als DT Schnüre. Manche sind hinten dicker (Extrembeispiel: Triangle Taper).
Da hast du auch Recht. Ich denke aber trotzdem, dass das Front-Taper für die Präsentation weitaus wichtiger ist als der Druchmesser irgendwann nach dem Front-Taper.
Mit dem Extrembeispiel Triangle Taper (so nebenbei meine absolute Lieblingsschnur fürs Trockenfliegenfischen) liegst du goldrichtig, du wiedersprichst aber damit deine eigene Aussage. Da die TT hinten "dick" ist und nach vorne lange dünn ausläuft müsste sie auch sauberer Präsentieren als eine DT, oder?

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 27.08.2015, 15:42
von Thomas E.
Heußerer hat geschrieben: Da die TT hinten "dick" ist und nach vorne lange dünn ausläuft müsste sie auch sauberer Präsentieren als eine DT, oder?
Sauberer...mmh :? , zumindest aufgrund der geringer werdenden Masse Richtung Schnurspitze landet es bei der TT nach vorn sehr "sanft" !
Es gibt aber auch die DT :P :
http://www.rioproducts.com/blog/wp-cont ... 24x142.jpg
(Das kann zum Werfen schwerer Fliegen und bei Wind wieder ein Nachteil sein.)

Mit speziellen Vorfächern kann man da aber immer viel ausgleichen. :)

Es gibt mittlerweile die unterschiedlichsten Schnurprofile bei WF- und DT Schnüren !
Auch welche, die nicht sinnvoll sind :lol: :
http://www.fliegenbindekurse.de/images/ ... 1272_1.jpg
Die ersten 9,14m aber sind nach AFFTA vom Gewicht festgelegt.

Betrachtet man die klassische DT- Form, so findet man auch WF- Schnüre mit dem Aufbau :
http://www.ardentflyfishing.com/I-Grand ... -d.net.jpg

Beschreibung :
"Lee Wulff Triangle Taper: Die richtige Leine für alle Fliegenfischer, die die Vorteile einer modernen Keulenschnur nutzen wollen, aber auf die Vorzüge traditioneller, doppelt verjüngter Leinen nicht verzichten wollen. Auf den ersten zwölf Metern ist sie wie eine doppelt verjüngte Schnur getapert und bildet somit eine exzellente Präsentations-Schnur, die auf kurze und mittlere Distanz einen seidenweichen Service ermöglicht und sich über den ganzen mittleren Entfernungsbereich durch ein sehr ausgewogenes und angenehmes Wurfverhalten und sehr gute Mending- und Rollwurf-Eigenschaften auszeichnet, wie wir es an doppelt verjüngten Schnüren so schätzen. Nach 12 Metern geht sie in eine dünne Running-Line über, was auch Würfe über größere Distanzen ermöglicht und ein gutes Schussverhalten zur Folge hat."

Übrigens waren viele WF- Schnüre beim Rollwurf im direkten Vergleich der DT in der Distanz überlegen !
Wer wirft schon über 21m mit einer 6er DT ?
Mit z.B. der Hardy WF Trout (15m Keule) kein Problem. :wink:

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 27.08.2015, 22:35
von Olaf Kurth
Thomas E. hat geschrieben: Übrigens waren viele WF- Schnüre beim Rollwurf im direkten Vergleich der DT in der Distanz überlegen !

"In der Distanz", lieber Thomas?

das würde ich gerne mit eigenen Augen sehen, bevor ich es glaube.

Thomas E. hat geschrieben: Wer wirft schon über 21m mit einer 6er DT ?
Null Problemo, lieber Thomas,
so weit ich mich erinnere, haben wir vor ca. 10 Jahren bei einem Forumstreffen in Hamm aus Jux einen Extrem-Zielscheiben-Wurf und einen Weitwurf-Wettbewerb veranstaltet. Einmal mit einem Besenstil als Rute auf kleine Zielscheiben und einmal mit einer 4er Rute und 4er DT auf Weite. Matthias Meyer warf 27,9 Meter, ich kam auf 27,6 Meter und Marc Räddisch kam auf 27,2 Meter. Wie weit wir wohl mit einer 6er DT (und entsprechender Rute) geworfen hätten?

"DT-WF-Diskussion" werden wohl ewig ein streitbares Thema bleiben. Sven Kalmar und seine Mitstreiter hatten ähnliche Diskussionen im norwegischen Flifli-Forum:
http://www.fluefiskesiden.no/forum/inde ... c/8907-dt/

Liebe Grüße,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 27.08.2015, 23:45
von Thomas E.
Olaf Kurth hat geschrieben:
Thomas E. hat geschrieben: Übrigens waren viele WF- Schnüre beim Rollwurf im direkten Vergleich der DT in der Distanz überlegen !
"In der Distanz", lieber Thomas?

das würde ich gerne mit eigenen Augen sehen, bevor ich es glaube.
Thomas E. hat geschrieben: Wer wirft schon über 21m mit einer 6er DT ?
Lieber Olaf,

ich denke, Du hast mich falsch verstanden ?!

Die "über 21m" beziehen sich auf den Rollwurf, die Weite ist mit einer DT und 275 cm Rute sehr schwer zu schaffen.
Hingegen ist es mit der richtigen WF inklusive Schnurschuß gut machbar.

Überkopf kann man eine ganze DT unter guten Bedingungen auch mal bis zum Ende "halten."


Sven K. gebraucht ganze DT's auch gern zum Training, für das Distanz- Werfen kürzt er sie dann ein !
Seine Technik wie einst Harald Mæhle oder Mathias Lilleheim.

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 28.08.2015, 01:06
von gespliesste
Hallo,
Heußerer hat geschrieben: Da hast du auch Recht. Ich denke aber trotzdem, dass das Front-Taper für die Präsentation weitaus wichtiger ist als der Druchmesser irgendwann nach dem Front-Taper.
Mit dem Extrembeispiel Triangle Taper (so nebenbei meine absolute Lieblingsschnur fürs Trockenfliegenfischen) liegst du goldrichtig, du wiedersprichst aber damit deine eigene Aussage. Da die TT hinten "dick" ist und nach vorne lange dünn ausläuft müsste sie auch sauberer Präsentieren als eine DT, oder?
Da hast du wiederum Recht. Ich mag die TT auch sehr gerne fürs Trockenfliegenfischen. In ihrem Arbeitsbereich ist sie nach meiner Erfahrung am Wasser fast unschlagbar, mag wohl auch ein Grund sein warum sie sich über 30 Jahre am Markt gehalten hat, aber wenn du den Bereich der Keule zu weit verlässt, dann verlässt es einen leider auch beim Fischen. Die TT kann man auch unglaublich gut schiessen lassen, auf der Wiese kannst du damit richtig Eindruck schinden. Aber am Wasser mit ein wenig Wind fliegt sie zwar immer noch weit, aber eine gezielte Präsentation mit einer ordentlichen Drift wird da schwer.
Thomas E. hat geschrieben: Hingegen ist es mit der richtigen WF inklusive Schnurschuß gut machbar.
[...]
Übrigens waren viele WF- Schnüre beim Rollwurf im direkten Vergleich der DT in der Distanz überlegen !
In Punkto Präsentation bleibt nach meiner Einschätzung das bereits beschriebene Problem. Du kannst mit einer WF und schiessen lassen ohne Frage mehr weite gegenüber einer DT erzielen, hast aber viel weniger Kontrolle über dein Front-Taper - Vorfach - Fliege.

Als ich vor zwei Jahren Steve Rajeff auf der EWF gesehen habe, wurde mir das noch einmal deutlicher. Rajeff ist/war lange Jahre Weltmeister sowohl im Weit- als auch im Zielwurf. (Weiss nicht, wie heute der Stand ist)
Bei den Zielwürfen auf Distanz hat er die gesamte Schnur über dem Ziel mit Leerwürfen in der Luft gehalten und beim letzten Schwung einfach die Fliege über dem Ziel mit perfekt gestrecktem Vorfach fallen lassen - Null Schuss. Hoovering genannt.
Und an alle Gläubiger, dass man nur mit der Zeigefingerhaltung zielgerichtet werfen könnte: Rajeff wirft ausschliesslich mit Daumenhaltung! Hebeisen war auch vor Ort, aber ich hab sein Gesicht nicht gesehen als die Vorführung lief :wink:
Danach hat Rajeff als Showeinlage noch eine krude Kornstruktion aus Schusskopf mit Monofiler running-line auf den Balkon hinter dem Wurfpool schiessen lassen ...

Auf Weite eine Fliege mit geeigneter Drift, gezielt zu Präsentieren ist nach meiner Erfahrung eine ganz andere Herausforderung als weit zu werfen. Da bin ich ein Fan der DT. :roll:

LG,

Olaf