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Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 23.07.2014, 19:33
von Pattegrisen 89
Hi Leute,

wie ihr oben schon lesen konntet habe ich einige Fragen zu Schussköpfen.
Ich nutze aktuell einen originalen #8 Coastal Schusskopf von Guideline und bin mehr als zufrieden.
Ich fische hauptsächlich auf Meerforelle und da ich es bei der aktuellen Wetterlage sehr schwer habe meinen Schusskopf heraus zu bekommen ist das fischen eher mühsam, bis überhaupt nicht mehr möglich.
Ich habe gehört das man bei viel Wind einen kürzeren Schusskopf und sogar ein bis zwei Schnurklassen höher nehmen sollte um mehr Power in den cast zu bekommen.

Hat da jemand paar Tipps ob da was dran ist und was ich beachten sollte?
Auch für Kaufempfehlungen bin ich offen.

Ich möchte auch mal direkt in den Wind werfen können. :wink:

Gruß Tony

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 00:49
von Thomas E.
Hi Tony,

man kann einen kürzeren SK wählen, wenn man den aktuellen SK aufgrund seiner Länge bei schwierigen Bedingungen nicht mehr sauber in der Luft halten kann.

Wenn Dein #8 Coastal Schusskopf gut zu Deiner Rute und Deiner Technik passt, solltest Du den mal wiegen.
Dann kennst Du etwa das für Dich optimale Wurfgewicht Deiner Rute.

Ein kürzerer SK sollte dann etwa dasselbe Gewicht haben !
Ob Du mit dem besser direkt gegen den Wind werfen kannst, bezweifle ich.

Empfehlenswerter sind dann Schnüre mit einer höheren Dichte, also slow/fast intermediate Lines.
Auch das Schnurprofil spielt dabei eine wichtige Rolle.

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 02:38
von Bäschwatz
Hallo Tony
Habe für die Küste eine Loop Black Line #7/8 immer dabei.Coastal sowieso.
Da wir aber immer eine Sturmwoche ewischen, an der Küste bis jetzt unbenutzt.
Habe für sowas Zweihand.
Habe ich mir von ein paar älteren Dänen abgeschaut.
Die warfen locker in den Wind wo andere mit ungeeignetem Zeugs es rückwärts über die Schulter versuchten und irgentwann entnevt aufgaben.
Besonders teure Ruten hatten die Dänen die ich beobachtete eher nicht.
12-13 Fuß ,und der grellgelben Farbe nach, Ende 70iger Jahre Hohlglassruten.
Meine Ruten sind etwas länger und auch nicht aus Glasfaser sondern Carbon.
Und meine Schnüre sind aus verschiedenen SH zusammengebastelt.
Bewährt haben sich Single Spey oder mit Spirale in den Rückschwung gehen. Skagit gehr aber grad so gut.
Die dem Wind abgeneigte Seite ist Wurfhand.
Geht ganz brauchbar auch bei starkem Wind.
Abgeschnittene Coastal wird als Spitze verwendet.
Wenn die wegen zu viel Wind nicht tüddelt, nehm ich Spitzen von billigen Sinkschnüren, da diese dünner sind aber mehr Masse haben.
Beim schnellen Strippen sinken die so tief nich wirklich ein.
Teelichtwachs mit etwas Vaseline ist da auch sehr hilfreich.
Gruß
Thilo

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 06:39
von Pattegrisen 89
Vielen Dank für eure Antworten. :)

Hätte vllt. noch erwähnen sollen das mein Coastal Schusskopf schon intermediat ist.

Wo bekomme ich denn Rohmaterial für das selber Basteln her? Eine WF Schnur zerschneiden lohnt sich ja nicht wirklich. die kostet ja schon mind. 20,- € mehr als originale Schussköpfe.

Eine 2 Handrute kommt für mich eigentlich nicht in Frage. Vllt. später mal, aber mag ich die die Einhangfischerei am liebsten.

Gruß Tony

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 08:07
von Thomas E.
Hi Tony,

die Technik noch verbessern. :wink:
Wenn der Wind zu stark von vorne kommt, macht es auch keinen Spaß mehr.

Ich fische lieber seitlich bis schräg zum Wind, suche mir ggf. eine andere Stelle.

Meist fische ich den Lawson Schußkopf neutral in 9,5- 11 m Länge und 17- 19 Gramm schwer.

Eine 12- 13 Fuß Zweihandrute halte ich für überdimensioniert, allenfalls kommt man etwas weiter, weil man eine schwerere Schnur wirft.


D- Cast Würfe (Speywürfe) bringen nicht die Weite, wie der Überkopfwurf.
Ich verwende sie an der Küste nur, wenn hinter mir kaum Platz ist.

Drückt der Wind stark auf die Wurfhand, (bei mir als Rechtshänder also von rechts), kippe ich die Rute 45° nach links, werfe also "Backhand" mit DZ und fast genauso weit.

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 09:06
von Olaf Kurth
Pattegrisen 89 hat geschrieben: Wo bekomme ich denn Rohmaterial für das selber Basteln her? Eine WF Schnur zerschneiden lohnt sich ja nicht wirklich. die kostet ja schon mind. 20,- € mehr als originale Schussköpfe.
In Sachen Schussköpfe bin ich nicht mehr so ganz auf dem Laufenden, lieber Tony,

aber ich habe mir meine SK aus 8/9er DT-Schnüren des "Shakespeare Neutral Glider" gebastelt. Die waren robust, schwammen gut im Oberflächenfilm und ich konnte mich langsam an das "Wohlfühl-Gewicht" meiner jeweiligen Rute herantasten. Wenn es diese günstigen Schnüre noch gibt, würde ich sie immer wieder kaufen.

Liebe Grüße,

Olaf

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 09:09
von Olaf Kurth
Pattegrisen 89 hat geschrieben: Wo bekomme ich denn Rohmaterial für das selber Basteln her? Eine WF Schnur zerschneiden lohnt sich ja nicht wirklich. die kostet ja schon mind. 20,- € mehr als originale Schussköpfe.
In Sachen Schussköpfe bin ich nicht mehr so ganz auf dem Laufenden, lieber Tony,

aber ich habe mir meine SK aus DT-Schnüren des "Shakespeare Neutral Glider" gebastelt. Die waren robust, schwammen gut im Oberflächenfilm und ich konnte mich langsam an das "Wohlfühl-Gewicht" meiner jeweiligen Rute herantasten. Wenn es diese sehr günstigen Schnüre noch gibt, würde ich sie immer wieder kaufen.

Liebe Grüße,

Olaf

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 09:46
von Thomas E.
Hi Olaf,

die Shakespeare Glider FlyLine N gibt es leider nicht mehr.
Ich habe noch welche, sie waren am besten.

Der Nachfolger ist der Lawson SK, nicht mehr ganz so gut und teurer.

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 12:41
von Achim Stahl
Moin Tony,

zunächst einmal gibt es Situationen, da weht einfach zu viel Wind direkt von vorne. Dann macht das Fliegenfischen an diesem Spot auch nicht mehr richtig Sinn. oft werden dann auch die Wellen so hoch, dass man nicht mehr waten kann, ohne naß zu werden und auch die Fliege nicht mehr kontrolliert führen kann. In diesen Situationen hiolft nur ein Standortwechsel. Spots mit Wind von der linken Seite sind für Rechtshänder in der Regel auch bei sehr stürmischen Verhältnissen noch gut befischbar und haben auch leicht angetrübtes Wasser und oft Fische dicht unter Land.

Ansonsten hilft zum Werfen gegen den Wind ein Schußkopf mit kompaktem Fronttaper und eine sehr enge Schlaufe beim Werfen.

In Dänemark wird es inzwischen immer populärer, mit sehr schnellen kurzen Ruten (7' 6" bis 8') und kurzen kompakten Schußköpfen (ca 8 m, 18 g) gegen den Wind zu fischen. Damit lassen sich auch ohne Kraftaufwand sehr enge Schlaufen werfen, die sich gut gegen den Wind strecken.


Viele Grüße!


Achim

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 24.07.2014, 13:18
von piscator
Moin, dann will ich auch mal: Wie Achim und Thomas schon gesagt haben, direkt in den Wind geht bei 6Bft und mehr nicht. Deshalb such ich immer einen Winkel zum Wind (20° reicht da schon). Bei stark auflandiger Komponente (Wind/Wellen) muß man meist sehr schnell fischen, um überhaupt den Kontakt zur Fliege zu halten -- deshalb ist da ein sinkender Kopf die einzige Lösung -- kurz (<9m) S3 ist die Wahl der Waffe oder aufgeben und um die Ecke gehen. J.

Re: Fragen zu Schussköpfen

Verfasst: 25.07.2014, 17:00
von Pattegrisen 89
Hi,
das sind doch schon mal ein Paar gute Infos. :)

Vielen Dank Jungs.

Denke auch das ich erst an meiner Technik noch arbeiten sollte, bevor ich groß mit anderen Schussköpfen herum experimentiere. Ich denke nach erst einem Jahr Fliegenfischen habe ich da auch noch einigen Bedarf an Übungen, zu mindest bei Extrembedingungen. :doubt:

Gruß Tony