Ich weiß, dass ich nichts weiß...
Verfasst: 27.06.2014, 03:01
Hallo liebes Forum,
das ist mein erster Beitrag und ich weiss, dass meine Kernfrage schon oft gestellt wurde.
Trotzdem möchte ich hier auf meine Art eine klassische Anfängerfrage stellen und noch an paar Gedanken dazu äußern. Und ich würde mich sehr freuen, wenn einige Forenmitglieder und vielleicht auch gerade die, welche ich hier beim Quer-Lesen ob ihres Sachverstandes und ihrer Übersicht schätzen gelernt habe (um nur einige zu nennen: Royal Coachman, laverda, Frank., Martin 1960, Hans., Thomas E., ...), ihre Meinung äußern würden.
Ich habe mittlerweile viele Stunden in Büchern und auch im Forum gelesen und den Eindruck bekommen, dass ich jetzt sicher weiss, ich weiss wirklich nichts.
Beim Durchforsten der Foren und Online-Versender, sowie dem Lesen etlicher sogenannter "Tests" im Netz und auch hier im Fliegerfischer-Forum über Ruten, Schnüre usw. hat sich meine Anfangsvermutung jedoch schnell erhärtet.
Überspitzt: Alle Ruten sind mindestens toll oder toller, teurer ist wohl immer besser und jeder Händler hat den Preis-Leistungsknaller. Auch die Tests von Herrn Müller haben bei mir nach und nach zu Stirnfalten geführt – und ich habe sehr viele dieser Tests gelesen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, aber eine unabhängige Hilfe zur Kaufentscheidung ist das für mich persönlich nicht. Und eine grobe Ruten-Kategorisierung nach "Anwendung", Qualität und Preis oder eine best-of-list habe ich vermisst. Klar, auch solche LIsten sind mit Verstand und Vorsicht zu lesen und das wiederum ist sicher Jammern auf hohem Niveau, da hier mit diesen Tests ja wohl direkt oder indirekt kein Geld verdient wird und es ein kostenlos zu nutzender Service ist. Oder bin ich naiv..?
Und mir ist schon klar, dass Angelruten keine Computer oder Ferngläser sind, die "Fischigkeit" schlechter bis gar nicht objektiv messbar ist und somit eine stark persönliche Wertung beinhaltet. Und genau da ist es der Praxis-, Material- und Markenkenner ein Segen für den Ahnungslosen – vor allem wenn er nichts verkaufen will oder was davon hat. Sei's wie's will...
Konkret zum Anliegen und meiner Bitte:
Ich will keine Unsummen in die Erstausrüstung stecken, aber auf der anderen Seite doch genug um auch an der ersten Rute lange Freude zu haben.
Ein öfters zu lesender Rat:
Man möge beim Händler vor Ort doch die Ruten ausprobieren und dann die passende finden. Okay – nun hab ich vor langer Zeit zwar die Spinnrute passabel geführt, aber das war's dann schon… Wie soll ich für etwas, dass ich noch nicht annähernd beherrsche das passende Gerät finden?
Als ich mit dem Gitarre spielen begonnen habe, habe ich mich auf meinen Lehrer verlassen und der hat mir eine Gitarre besorgt, die von der Spielbarkeit, dem Material und Preis schwerlich zu topen war – das weiss ich heute... ein Glücksfall. Und ich bin meinem Lehrer dankbar.
Jetzt solch ich Ahnungsloser eine gute, "den-Preis-werte" (Einsteiger-)Rute finden und darauf hoffen, dass mich der Händler nach seinem bestem Wissen und Gewissen berät. Da ich weder sein Wissen und seine Marken beurteilen, noch in sein Innerstes blicken kann, frage ich mich was dabei wohl herauskommen könnte? (muss ja nicht...)
Ich habe kein Problem damit, dass jemand aufrichtig Geld verdient, aber ihr versteht vielleicht meine Bedenken.
Umso mehr wünsche ich mir jemanden, der mich mit Sachverstand, Erfahrung und Wahrheitsliebe zu einer wirklich guten Einsteiger-Rute führt, die ich auch noch ohne Schamesröte und mit Preisschild daheim zeigen kann und gerne noch Jahre fische.… (bis etwa 350 Euro).
Als Rolle habe ich eine Vosseler DC2 (5/6) mit Ersatzspule direkt bei Herrn Vosseler erstanden. Schnüre und vieles mehr will ich hier jetzt nicht auch noch ansprechen.
Ich lebe im Raum Tübingen/Stuttgart und hoffe bald an der Nagold, dem oberen Neckar, der Donau bei Sigmaringen und manchem kleineren Fluss mit Trockenfliege und auch mal Nymphe fischen zu können und zu dürfen (somit v.a. Bach- und Regenbogenforellen, Äschen...).
Falls das eine Rolle spielt – ich bin 186 cm groß, tendiere dazu bei allem zu viel Kraft einzusetzen und habe sehr große Hände (Handschuhgröße 11).
Die typischen Zigarrengriffe wirken auf mich eher zu kurz (oft nur 16 cm) und auch recht schlank/dünn. Mir wären 19 cm und eine dicke Zigarre lieber...
Aber anscheinend werfen wohl alle, ob David oder Goliath, mit denselben Griff-Stärken?
Oder soll ich mir eine Rute bauen zu lassen? In der Nähe von Ulm a.d. Donau gibt es die Firma RST.
Und da fällt mir noch was ein: Es soll ja Ruten geben, die für Anfänger leichter zu werfen sind. Die Fehler eher verzeihen. Also ich mach Fehler und die Rute ist nachsichtig mit mir. Danke! Werde ich so schneller zu einer besseren Technik finden und meine Fehler schneller zu korrigieren versuchen? Warum verkaufen wir dann jemandem nicht auch ein Musikinstrument, dass weniger falsch klingt, wenn er einen halben Ton tiefer oder höher greift? Ich kann der Logik nicht ganz folgen...
Und habe ich eine Rute, was dann? Wo und von wem lerne ich das "Fliegenwerfen" von Anfang an "richtig"? War vielleicht ne doofe Idee gleich mehrere ganz Große zu lesen (Charles Ritz, Hans Gebetsroither, Mel Krieger und Hans-Ruedi Hebeisen)...
Der mit dem V- oder auch HRH-Griff sagt mir ja "theoretisch" zu... Aber ich hab da (in ganz anderen Bereichen) so meine Erfahrungen mit den Schulen der Großen und bin somit voreingenommen. Die Großen mit den großen Schulen und den vielen Schülern... hmm? Lehrer, wo bist Du?
Auf euren Rat freue ich mich und bedanke mich dafür im Voraus.
Gruß, Mike
das ist mein erster Beitrag und ich weiss, dass meine Kernfrage schon oft gestellt wurde.
Trotzdem möchte ich hier auf meine Art eine klassische Anfängerfrage stellen und noch an paar Gedanken dazu äußern. Und ich würde mich sehr freuen, wenn einige Forenmitglieder und vielleicht auch gerade die, welche ich hier beim Quer-Lesen ob ihres Sachverstandes und ihrer Übersicht schätzen gelernt habe (um nur einige zu nennen: Royal Coachman, laverda, Frank., Martin 1960, Hans., Thomas E., ...), ihre Meinung äußern würden.
Ich habe mittlerweile viele Stunden in Büchern und auch im Forum gelesen und den Eindruck bekommen, dass ich jetzt sicher weiss, ich weiss wirklich nichts.
Beim Durchforsten der Foren und Online-Versender, sowie dem Lesen etlicher sogenannter "Tests" im Netz und auch hier im Fliegerfischer-Forum über Ruten, Schnüre usw. hat sich meine Anfangsvermutung jedoch schnell erhärtet.
Überspitzt: Alle Ruten sind mindestens toll oder toller, teurer ist wohl immer besser und jeder Händler hat den Preis-Leistungsknaller. Auch die Tests von Herrn Müller haben bei mir nach und nach zu Stirnfalten geführt – und ich habe sehr viele dieser Tests gelesen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, aber eine unabhängige Hilfe zur Kaufentscheidung ist das für mich persönlich nicht. Und eine grobe Ruten-Kategorisierung nach "Anwendung", Qualität und Preis oder eine best-of-list habe ich vermisst. Klar, auch solche LIsten sind mit Verstand und Vorsicht zu lesen und das wiederum ist sicher Jammern auf hohem Niveau, da hier mit diesen Tests ja wohl direkt oder indirekt kein Geld verdient wird und es ein kostenlos zu nutzender Service ist. Oder bin ich naiv..?
Und mir ist schon klar, dass Angelruten keine Computer oder Ferngläser sind, die "Fischigkeit" schlechter bis gar nicht objektiv messbar ist und somit eine stark persönliche Wertung beinhaltet. Und genau da ist es der Praxis-, Material- und Markenkenner ein Segen für den Ahnungslosen – vor allem wenn er nichts verkaufen will oder was davon hat. Sei's wie's will...
Konkret zum Anliegen und meiner Bitte:
Ich will keine Unsummen in die Erstausrüstung stecken, aber auf der anderen Seite doch genug um auch an der ersten Rute lange Freude zu haben.
Ein öfters zu lesender Rat:
Man möge beim Händler vor Ort doch die Ruten ausprobieren und dann die passende finden. Okay – nun hab ich vor langer Zeit zwar die Spinnrute passabel geführt, aber das war's dann schon… Wie soll ich für etwas, dass ich noch nicht annähernd beherrsche das passende Gerät finden?
Als ich mit dem Gitarre spielen begonnen habe, habe ich mich auf meinen Lehrer verlassen und der hat mir eine Gitarre besorgt, die von der Spielbarkeit, dem Material und Preis schwerlich zu topen war – das weiss ich heute... ein Glücksfall. Und ich bin meinem Lehrer dankbar.
Jetzt solch ich Ahnungsloser eine gute, "den-Preis-werte" (Einsteiger-)Rute finden und darauf hoffen, dass mich der Händler nach seinem bestem Wissen und Gewissen berät. Da ich weder sein Wissen und seine Marken beurteilen, noch in sein Innerstes blicken kann, frage ich mich was dabei wohl herauskommen könnte? (muss ja nicht...)
Ich habe kein Problem damit, dass jemand aufrichtig Geld verdient, aber ihr versteht vielleicht meine Bedenken.
Umso mehr wünsche ich mir jemanden, der mich mit Sachverstand, Erfahrung und Wahrheitsliebe zu einer wirklich guten Einsteiger-Rute führt, die ich auch noch ohne Schamesröte und mit Preisschild daheim zeigen kann und gerne noch Jahre fische.… (bis etwa 350 Euro).
Als Rolle habe ich eine Vosseler DC2 (5/6) mit Ersatzspule direkt bei Herrn Vosseler erstanden. Schnüre und vieles mehr will ich hier jetzt nicht auch noch ansprechen.
Ich lebe im Raum Tübingen/Stuttgart und hoffe bald an der Nagold, dem oberen Neckar, der Donau bei Sigmaringen und manchem kleineren Fluss mit Trockenfliege und auch mal Nymphe fischen zu können und zu dürfen (somit v.a. Bach- und Regenbogenforellen, Äschen...).
Falls das eine Rolle spielt – ich bin 186 cm groß, tendiere dazu bei allem zu viel Kraft einzusetzen und habe sehr große Hände (Handschuhgröße 11).
Die typischen Zigarrengriffe wirken auf mich eher zu kurz (oft nur 16 cm) und auch recht schlank/dünn. Mir wären 19 cm und eine dicke Zigarre lieber...
Aber anscheinend werfen wohl alle, ob David oder Goliath, mit denselben Griff-Stärken?
Oder soll ich mir eine Rute bauen zu lassen? In der Nähe von Ulm a.d. Donau gibt es die Firma RST.
Und da fällt mir noch was ein: Es soll ja Ruten geben, die für Anfänger leichter zu werfen sind. Die Fehler eher verzeihen. Also ich mach Fehler und die Rute ist nachsichtig mit mir. Danke! Werde ich so schneller zu einer besseren Technik finden und meine Fehler schneller zu korrigieren versuchen? Warum verkaufen wir dann jemandem nicht auch ein Musikinstrument, dass weniger falsch klingt, wenn er einen halben Ton tiefer oder höher greift? Ich kann der Logik nicht ganz folgen...
Und habe ich eine Rute, was dann? Wo und von wem lerne ich das "Fliegenwerfen" von Anfang an "richtig"? War vielleicht ne doofe Idee gleich mehrere ganz Große zu lesen (Charles Ritz, Hans Gebetsroither, Mel Krieger und Hans-Ruedi Hebeisen)...
Der mit dem V- oder auch HRH-Griff sagt mir ja "theoretisch" zu... Aber ich hab da (in ganz anderen Bereichen) so meine Erfahrungen mit den Schulen der Großen und bin somit voreingenommen. Die Großen mit den großen Schulen und den vielen Schülern... hmm? Lehrer, wo bist Du?
Auf euren Rat freue ich mich und bedanke mich dafür im Voraus.
Gruß, Mike