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Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 29.04.2013, 22:06
von Timonator
Hallo liebe Fliegenfischer,
ich habe eine Orvis Clearwater I Klasse 8 in 2,70 m. Nun brauche ich dringend ne passende Schnur. Ich bin ja noch nicht so der Experte, aber mir scheint auch das Fischen mit Schussköpfen ne passende Alternative zu sein.
Hauptsächlich kommt die Schnur in Holland an Poldern und Kanälen zum Einsatz. Die Wurfweite beträgt meist 10-12 m, ab und an aber auch mal weiter. Die Streamer sollen hauptsächlich 30-50 cm tief geführt werden.
Allerdings bin ich auch mal an Gewässern, die etwas tiefer sind, da darf der Streamer dann auch mal 2 m runter.
Als Student muss ich natürlich auch finanziell etwas beschränkt. Mit Schusskopfen könnte ich ja nun gut die Tiefen abddecken und würde das Problem lösen, dass ich meist nicht viel Platz für einen Rückschwung habe.
Hat vielleicht schon jemand Erfahrungen mit diesem Set gemacht? Ist ja ne ganz günstige Geschichte:
http://www.baker-flyfishing.com/shop/de ... php&v=n301
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und Hilfe,
Gruß Timo
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 07:33
von Martin 1960
Hallo Timo.
Für die, von Dir beschrieben, Verhältnisse würde ich keine Schußköpfe verwenden,
denn man sollte bedenken, dass Schußköpfe mit Schlaufe zu Schlaufe verbunden werden.
Timonator hat geschrieben:Hauptsächlich kommt die Schnur in Holland an Poldern und Kanälen zum Einsatz.
Die Wurfweite beträgt meist 10-12 m, ab und an aber auch mal weiter.
Die Streamer sollen hauptsächlich 30-50 cm tief geführt werden.
Allerdings bin ich auch mal an Gewässern, die etwas tiefer sind, da darf der Streamer dann auch mal 2 m runter.
Ein einstrippen "bis vor die Füße", auch und gerade beim Drill/Landen, verhaken sich die Loops immer in den Rutenringen.
Egal wie klein die Loops auch sind, die gleiten nie problemlos durch die Ringe,
das kann einem den Fischtag echt verleiden.
Gerade an Kanälen und Gräben sollte man aber sehr weit einstrippen,
da das Ufer meist recht schnell abfällt und man nur so "nachlaufende" Fische erkennen kann.
Ich würde Dir zu einer schwimmenden Vollschnur raten, etwaig mit einem weighted Belly so zwischen 6 m und 7 m,
oder es auch mal
mit Polyleadern versuchen.
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 10:34
von Timonator
Hallo Martin,
vielen Dank für deine sehr hilfreiche Antwort!
Würde sich eine solche Schnur den mit genauso wenig Rückschwung werfen lassen wie ein Schusskopf? Ich hatte mal an diese Schnur in Klasse 8 gedacht:
http://www.adh-fishing.de/schnur/standa ... taper.html
Bin halt etwas beeindruckt von diesem Video:
http://www.youtube.com/watch?v=niL8mOJQv4E zwischen Sekunde 30 und 40 ist ein Wurf mit nur einem Rückschwung zu beobachten
Könnte ich mit Polyleadern noch so stark das Sinkverhalten steuern, oder wieso der Tipp mit den Polyleadern?
Das Argument mit der Loop Verbindung zieht aber auf jeden Fall. Bin ansonsten in Holland immer mit der Baitcaster unterwegs gewesen, da kamen die Bisse auch oft direkt vor den Füßen.
Gruß,
Timo
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 11:18
von Peter Pan
Hallo Timo,
ich würde Martin auch recht geben. Wenn Du eine kurze und kräftige Keule suchst, die Du mit einer Sinkspitze versehen kannst, wäre die Wulff Ambush die richtige Schnur für Dich. Im Rollwurf oder zum Switchen ist sie ideal. Wobei Du wirklich die Schnur und nicht den Schusskopf nehmen solltest.
Die Schnur findest Du bei Rolf Renell:
http://www.fliegen-shop.de/Schnuere_Bac ... genschnur/
Gruß
Peter
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 11:30
von Timonator
Auch dir recht herzlichen Dank Peter!
Würdet ihr mir dann zur Schnur in der Klasse 8 raten oder soll ich lieber eine Schnur klasse höher gehen? Meinst du mit Sinkspitzen solche Polyleader? Welche Tiefen lassen sich realistisch damit denn erreichen?
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 12:05
von Martin 1960
Hallo Timo.
Also zum Thema
Vollschnur versus Schußkopf hat Achim Stahl mal einen Forumsbeitrag geschrieben, dem man nichts mehr zufügen muß.
Die Empfehlung von "Peter Pan" möchte ich bestätigen,
die Royal Wulff Schnüre haben einen Schnurbelly von ca. 6,5m,
d.h. nach nur 6,5m hast Du genug Schnurgewicht um Deine Rute "laden" zu können.
Hast Du den Thread über Polyleader gelesen?
Auszug Thread Polyleader hat geschrieben:Zuerst musst Du entscheiden welche Polyleader Du fischen willst:
1. welche Länge (Poly's gibt es in 5'ft/1,5m, 8'ft/2,4m und 10'ft/3,0m)?,
2. welche Tragkraft möchtest Du haben ("Trout" trägt so um 12lbs/5,6kg oder "Salmon" 24lbs/10,9kg)?,
3. welche Eigenschaften sollen die Poly's haben?
(hover, intermediate, slow-sinking, fast-sinking, super-fast-sinking und extra-super-fast-sinking),
den alle haben unterschiedliche Gewichte!
Unter "3." sind die handelsüblichen Sinkgeschwindikeiten aufgezählt.
Wirst Du überkopf, addiert sich das Gewicht des Polyleaders zu Deinem "von der Rolle abgezogenen" Schnurgewicht,
das Deine Rute, bei Wurf, "belastet!
Hingegen bei Unterhandwürfen, wird der Polyleader
nur gewassert, dient als Anker,
und das Gewicht des Polyleaders addiert sich
nicht zu dem "abgezogenen" Schnurgewicht,
das Deine Rute, bei Wurf, "belastet.
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 12:27
von Timonator
Hallo Martin,
Danke für den Link zu Achims Beitrag. Dieser ist wirklich sehr aufschlussreich. Den einzigen Nachteil, den ich bei einer Vollschnur mit kurzer Keule nun sehe, ist dass man nicht so schnell wechseln kann. Und da liegt nun mein Problem. Ich habe nochmal überlegt und es kommt nun doch häufig vor, dass der Streamer auch mal 2 m runter muss. Das stelle ich mir dann mit einer floating Schnur sehr schwierig vor, auch wenn man ein schnell sinkendes Polyleader nimmt, mal abgesehen davon, dass sich das auch wieder negativ auf die Wurfeigenschaften auswirken könnte.
Man, diese Materie ist wirklich nicht leicht für Einsteiger, aber vielen Dank, dass ihr mir helft
Gruß,
Timo
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 13:17
von Peter Pan
Hallo Timo,
wenn Du in Poldern fischst dann hast Du da starke Strömungen? Wenn nein, dann lass doch den Streamer einfach sinken. Er hat ja Zeit. Wenn Du einen langen Polyleader nimmst der eher schnell sinkt, sollte das doch ausreichen. Mit der schwimmenden Keule und sinkendem "Vorfach" wirft es sich auf jeden Fall einfacher als mit einem sinkenden Schusskopf. Da die Ambush sowieso schon recht schwer ist, würde ich nicht höher gehen, mit dem Gewicht. Die Schnüre werfen sich sowieso nicht sehr "elegant".
Gruß
Peter
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 13:42
von Timonator
Danke Peter,
Strömung hab ich in den Poldern nicht. Im Fluss wird die Schnur auch nur gaaaanz selten mal zum Einsatz kommen. Aber ich möchte natürlich nicht ne Minute warten bis der Streamer tief genug ist
Ich werde mir dann wohl die Ambush gönnen. Dazu dann mal nen sinkenden Polyleader und ansonsten kommt für flache Bereiche 45er Fluo mit Titanspitze zum Einsatz. Sollte klappen oder?
By the way: Wie hoch ist eigentlich die Tragkraft einer 8er Schnur? Nicht, dass diese bei nem Hänger plötzlich reißt, denn so 45er Fluo hält ja auch wohl was aus
Gruß,
Timo
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 13:44
von Frank.
Timonator hat geschrieben:Aber ich möchte natürlich nicht ne Minute warten bis der Streamer tief genug ist
Lieber Timo,
bedenke dabei aber, dass gerade der ganz langsam sinkende Streamer oftmals Bisse provoziert!
Dein Frank
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 13:56
von Timonator
Hallo Frank,
das glaube ich sofort! Jedoch geht es bei der Polderfischerei auch oft darum Strecke zu machen. Die Holländer sagen: "snoeken is zoeken", was so viel bedeutet wie Hechtangeln heißt Hechte finden.
Gruß,
Timoo
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 16:08
von Martin 1960
Hallo Timo.
Tja, eine weitere Möglichkeit, ist die,
eine
"sink-Tip-Schnur" und eine Ersatzspule für Deine Rolle zu kaufen
und alles fix unf fertig (schon mit Vorfach) auf den Fischzug mitzunehmen.
Es gibt eine Menge an
Testberichten hier im Forum.
Das mache ich im übrigen auch,
haben eingentlich immer eine Zweite Schnur (auf einer Ersatzspule) dabei.
Aber Du schriebest ja, das Du Student bist und Deine Mittel eher begrenzt sind,
da ist ein Hecht-Polyleader für unter 10,-€ schon preiswerter.
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 16:45
von Timonator
Danke Martin für den weiteren Tipp! Praktischerweise habe ich 2 Spulen bei meiner Vision Koma.
Wäre also eine ernstzunehmende Möglichkeit.
Vermutlich werde ich nun Folgendes nehmen:
Lee Wulff Ambush #8 + Backing
Für flache Polder werde ich 2 m 45er Fluo + Titanspitze anknüpfen. Passt das? Ist die Tragkraft dann niedriger als die der Fliegenschnur?
Für tiefere Bereiche hole ich mir dann noch 2 Polyleader.
Könnt ihr mir da bestimmte Modelle empfehlen?
Gruß,
Timo
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 20:21
von Martin 1960
Hallo Timo.
Timonator hat geschrieben:Für tiefere Bereiche hole ich mir dann noch 2 Polyleader.
Könnt ihr mir da bestimmte Modelle empfehlen?
Ich selber verwende Polyleader von Airflo.
Für Deine Zwecke könnten folgende Polyleader interessant sein.
Saltwater "Slow Sinking" (Länge 10'ft / ca. 2,00 g Eigengewicht)
Saltwater "fast Sinking" (Länge 10'ft / ca. 3,40 g Eigengewicht),
Saltwater "super fast Sinking" (Länge 10'ft / ca. 3,70 g Eigengewicht),
alle tragen laut Hersteller 24lb.
Aber mal eben 3,5g mehr auf Deine Rute zu packen,
benötigt einen ruhigen, besonnenen [überkopf] Wurfstil,
oder dann eben unterhand werfen.
Am besten erst einmal einen kaufen und es ausprobieren.
Re: Schnur / Schusskopf für Orvis Clearwater
Verfasst: 30.04.2013, 20:54
von Florian1974
Hallo,
da ich beim Hechtangeln den absoluten Großteil meiner Bisse im direkten Nahbereich bekomme, würden mich die Schußkopfschlaufen auch sehr stören.
(Es geht beim Hechtangeln ja nicht um Monsterweitwürfe wo ich ne dünne runningline bräuchte)
Den großen Vorteil in Schußköpfen sehe ich eher beim Finanziellen, da man mit einer Spule alles abdecken kann.
Jeweils ne Zusatzspule intermediate und sink sind bei meiner Nautilus mal eben 300 Euro.
Den "schnell mal wechseln" Zeitfaktor finde ich nun nicht so wahnsinnig interessant. Ob ich nun den Schußkopf ausschlaufe oder zusätzlich noch eben die Schnur durch die Ringe ziehe ist nun nicht wirklich der Unterschied. Und ich gehe ja auch nicht das Ufer ab und wechsel alle 10 Meter, je nach Gumpentiefe den Kopf aus. Da wär ich ja mehr am tüddeln, als am angeln.
Hat alles ein für und wider. Geh los teste und dann wirst selber merken, was Dir besser gefällt. Wie fast alles beim Flifi, eigene Gefühlssache.
Fischen tue ich die Ambush TT #8. An meiner #9er TFO Proffessional.
Bitte schau vor dem Kauf nochmal unbedingt, ob die 8er wirklich für Deine Rute passt. Auch wenn 8 draufsteht, ist die Schnur sehr Übergewichtet.
Dazu liest Dir am besten mal den Test durch.
http://www.fliegenfischer-forum.de/rwambush.html
Also meine 9er ist mit der 8er Schnur sehr gut bedient.
Aber die Schnur ist wirklich GEIl! Reisst Dir die Schnur förmlich aus der Hand und selbst mit Riesenfliegen gelingen noch gute Rollwürfe.
Die Schnur gibts ja auch mit sinkender Spitze. Mit der floating kommst auch auf Grund der Vorfachlänge nicht zu weit runter. Viel länger als 1,5 Meter ist piercinggefahr und lässt sich auch nicht mehr so toll werfen. (Bei meinem Wurf zumindest

) Für mein Gewässer ist das auch nicht nötig.
Soviel zu meiner Erfahrung bisher

Gruß
Florian
Gruß
Florian