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Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 08:23
von Steffen_1970
Hallo zusammen,
ich konnte in diesem Jahr, als Fliegenfischer-Anfänger, mehrere wunderschöne Bachforellen per Trockenfliege bzw. Nymphe überlisten. Mein Hausgewässer ist die Ilm.
Im Fluß hab ich jetzt immer wieder kleine Brutfische gesehen, die ich gern per Streamer imitieren würde.
Nun hab ich aber gelesen, dass man Streamer mit Sinkschnur und kurzem Vorfach fischt.
Für meine Trockenfliegen und Nymphen nutze ich eine schwimmende Schnur der Klasse 5. Gibt es eine Möglichkeit die Streamer auch mit dieser, zum Test, vernünftig zu präsentieren? Ich möchte mir keine weitere Schnur und Rolle so kurz vor Saisonende kaufen.
Vielen Dank.
Gruß von der Ilm!
Steffen

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 08:35
von greypanther
Hi Steffen,

ich würde Dir raten, Dir ein Sinkvorfach zuzulegen. Das wäre imho die eleganteste Lösung.
Provisorisch zum Testen könntest Du auch ein kleines Bleischrot auf dem Vorfach ca. 10 cm vor dem Streamer anbringen. Diese Montage wirft sich allerdings nicht besonders elegant.

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 10:15
von dreampike
Hallo Steffen,

ob du beim Streamern mit Schwimm- oder Sinkschnur fischt, hängt in 1. Linie vom Gewässer ab. In größeren Flüssen mit tiefen Zügen und/oder stärkerer Strömung oder im (tiefen) Stillwasser wäre in der Tat eine Sinkschnur angebracht. In kleineren, flacheren oder langsam fliessenden Gewässern kannst Du ohne Weiteres auch mit einer Schwimmschnur streamern. Vielleicht nimmst Du noch einen beschwerten Streamer, dann geht es auch ein wenig tiefer runter. Meine Erfahrungen mit einem beschwerten Vorfach sind eher bescheiden, das Wurfverhalten dieser Extrakeulen war katastrophal. Und so billig sind sie auch wieder nicht...
Viel Erfolg!
Wolfgang aus Ismaning

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 10:27
von Frank.
Lieber Steffen,

das sehe ich genau so wie Wolfgang! Die Ilm ist ja nun wirklich kein Gewässer, an dem du sonderlich große Distanzen überbrücken musst; da solltest du durchaus mit einem (leicht!) beschwerten Streamer an deinem normalen Vorfach klarkommen.
Ein Schrot am feinen Vorfach kann leicht eine Sollbruchstelle bedeuten. Da würde ich dann viel eher eine knetbare Beschwerung wie Loon Deep Soft Weight verwenden - das Zeug kann man immer mal brauchen.
Meist reicht es aber bei einem leichten Streamer aus, ihn mit einem kurzen Ruck unter Wasser zu ziehen, jedenfalls dann, wenn du nicht in einem ganz tiefen Gumpen ganz weit herunter willst. Wenn ich in eben solch einer Situation bin, dann knete ich eine kleine Portion Deep Soft Weight direkt vor den Kopf des Streamers.

Dein Frank

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 11:22
von Steffen_1970
Hallo, und vielen Dank für die hilfreichen Tipps!
Ich würde es also mit meiner Schwimmschnur versuchen.
Wäre ein Vorfach von 1m 025'er Mono passend?
Oder sollte das auch etwas verjüngtes sein?
Danke.
Gruß.
steffen

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 11:48
von Frank.
Lieber Steffen, probiere es ruhig mit dem 25er Mono aus (ich persönlich würde allerdings eher ein 20er nehmen). Beim Streamern mit so einem kurzen Vorfach spielt die Verjüngung in der Praxis keine Rolle. Wenn es in deiner Strecke auch um tiefe Gumpen geht, könnte ein Meter freilich recht kurz sein.
Achtung: Damit Streamer vernünftig im Wasser spielen, ist es (oft) wichtig, den richtigen Knoten zu machen (siehe etwa hier).

Dein Frank

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 14:24
von hares ear
Hallo,
dann auch mal meine 5 pfennig aus eigener Erfahrung dazu.
Ich fische einen Mittelgebirgsfluss, der durchaus Stellen hat, die zu tief zum waten sind, das meiste Wasser ist aber knie- bis hüfttief.
Ich habe eine ordentliche 5er in 9 Füssen, die als Brot und Butter Rute mit einer Schwimmschnur Verwendung findet. 8er Streamer mit ein bisschen Gewicht wirft sie anstandslos und ich habe die auch mit der Rute gefischt. Bisse jede Menge, allerdings war die Ausbeute beim Haken eher bescheiden, was besonders ärgerlich ist, wenn man die Flanke eines guten Fischs sieht, der den Streamer verfehlt.
Bei den letzten beiden Ausflügen habe ich, wie früher eher Praxis bei mir, mit einer 6er und einer Sinktip gefischt. Ich hatte den Eindruck als ob die Ausbeute besser geworden wäre.
Vorfachspitze für mich eher 0.25, ein paar von den Bachies im Fluss sind deutlich jenseits der 50 cm.
Tight lines und dry socks
Florian

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 16:31
von MuddlerMinow
In einem Fluss wie der Ilm muss man ja nur in Ausnahmefällen tief runter. Allein die Tatsache, dass ich mir im Fall eines Schlupfes eine Trockene anknüpfen können will, spricht doch gegen die Sink line.
Oder Du schleppst zwei Stöcke mit, aber dazu gibts ja einen anderen Thread..

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 17:13
von Hawk
Ich würd schon ein ganz normales verjüngtes 3m Vorfach nehmen, bei klarem Wasser, wenn man tief runter will und genug Platz zum werfen ist ggf. auch 4m.
Bei nem 1m Vorfach ist durch die Schwimmschnur imo schon eine Scheuchwirkung vorhanden und der Streamer läuft außerdem sehr flach.

Was ich noch empfehlen kann ist den einen oder anderen Wooly Bugger mit 5mm Tungstenperle dabeizuhaben, auch an kleinen Gewässern ist der manchmal recht hilfreich, nähmlich wenn man kleine aber tiefe Löcher befischt. Habe in meinem Vereinsgewässer einige Stellen wo z.B. hinter einer Rausche oder bei einer Bacheinmündung Löcher von bis zu 1,5m entstehen, die aber meist nur 2 oder 3m lang sind. Hier stehen fast immer fische, wenn sie in Fresslaune sind kommen sie auch gerne hoch um sich einen flach laufenden Streamer zu schnappen,die meiste Zeit ist das aber nicht der Fall und dann muss man ganz zum Boden runter und den Köder dort verführerisch tanzen lassen, das geht nur mit entsprechendem Gewicht.
Man mag davon halten was man will, aber hier ist das an vielen Tagen die einzige Hoffnung um mal einen Fisch >30cm ans Band zu bekommen.

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 17.09.2012, 23:23
von hares ear
@ Muddler: Nein, eine Rute zur Zeit, morgens vor dem Frühstück eine Runde Streamern mit der Sinktip, Frühstücken und dann Nymphe oder Trocken mit der 5er. Klappt ganz gut, solange auf dem Weg zurück zum Camp ein Bäcker ist :D.
Wenn es gar nicht anders geht, Vorfachspitze an der 5er auf .20 mm und dann den Streamer dran.
TL Florian

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 18.09.2012, 10:07
von Bachneunauge
Hallo Steffen,
ich fische in der Agger, einem Mittelgebirgsfluss im Bergischen Land sehr viel mit dem Streamer und wegen der vielen dicken Steine am Grund eigentlich nicht mehr mit der Sinktipp (da kann es passieren, dass die Schur selbst unter die Steine gezogen wird und festhängt) sondern ausschließlich mit der Schwimmschnur. Ich habe guten Erfolg mit den geflochtenen Vorfächern von Roman Moser und verwende das Nymph 2 mit ca. 1,5 m 18er oder 20er Vorfach (je nach Sichtigkeit). M.E. reicht 18er aber eigentlich immmer aus. Streamer sind ein Wooly Bugger auf einen 6er Gammakatsu F 11 mit Messing- oder Tungstenperle in Fluo Rot oder Gelb bei angestaubtem Wasser und ein brauner Kettenaugenstreamer (Marabouschwanz, Kaktus-Chenile, Rotbraune Hahnenhechel gepalmert) auf Gammakatsu F 15 in 8. Rute ist eine 5er in 8,4 oder 9 Fuß. Diese Ausrüstung reicht grds. für 90% des Streamerfischens aus. Die Fische kommen hoch und ich fange grds. sehr gut. Es ist ja auch viel spannender, wenn sich hinter der Fliege eine Bugwellen aufbaut und dann einige Augenblicke später der Biss kommt. Einzig bei langen Schönwetter- und Wärmeperioden mit satten Fischen wie in den letzten Wochen muss man bei uns tiefer oder ganz anders fischen.

Klar, wenn dann die Fische steigen, muss man fürs Trockenfischen auf ein anderes Vorfach umsteigen (Ich nehme auch hier ein Geflochtenes). Das dauer aber nicht lange und man kan beim Wechseln die steigenden Fische und die dazugehörigen Insekten auch noch ein wenig beobachten bevor man zur Tat schreitet.

Beste Grüße Dirk

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 06.10.2012, 11:47
von gezz
Hallo Steffen,

auch ich würde auf eine Schwimmschnur zurück greifen. Sinkende Polyleader habe ich anfangs auch einmal ausprobiert, war aber nicht sonderlich begeistert. Als Vorfach fische ich meist ein älteres (normal verjüngtes) Vorfach aus Monofil. Eins, dass für die Fischere auf Forellen zu kurz geworden ist - wegschmeißen würde ich die daher nicht. Daran knote ich abschließend eine 0,22mm Spitze aus Monofil. Dünner würde ich persönlich an den meisten Gewässern mit größeren Forellen nicht gehen. Insgesamt komme ich mit dieser kostengünstigen Montage auf meine Rutenlänge von 2,70m . Mit dieser Länge bin ich bisher bestens gefahren.

Wenn ich mit dem Streamer fische, dann meist stark beschwert Muster (Wooly Bugger oder Koppenstreamer). Und wenn ich dann doch merke, dass ich nicht tief genug komme, dann verwende ich zusätzlich ein ganz normales Bleischrot.

Viele Grüße
Alex

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 08.10.2012, 01:30
von Rolf Renell
Hallo Steffen ,
Schwimmschnur reicht meist immer in Strukturen wie z.B.der Ilm , es wird immer mal tiefere kurze Gumpen oder Wehrsituatioen geben , hier checke ich kurz wie die Tiefe ist , wie hoch der Strömungsdruck an der Oberfläche ist und montiere danach meine Zusammenstellung.Polyleader halte ich grundsätzlich für eine gute Sache wenn sie sinnvoll eingesetzt werden.Werfen lässt sich eine Polyleader sicherlich etwas besser als nur eine Zusammenstellung mit vorgebleitem Vorfach,Splitshot oder Tungstenstreamer an monofilem Vorfach , vorallen wenn wir es per Rollwurf befördern müssen , nicht so einfach bezgl. der Wurftechnik.
Polyleader spielen ihre Stärke dann aus wenn eine eher gleichmässige Strömung an Oberfläche und Mittelwasser herrscht und die Geschwindigkeit eher zähfliessend ist als schnell.
Muss ich bei schnellfliessenden Wasser auch schnell auf Tiefe kommen bietet ein PL zuviel Angriffsfläche um zum gewünschten Platz zu kommen.Hier kombiniert sich ein schweres Muster evtl. vorgebleit oder mit Tungstenknete etc. versehen und entsprechendem Wurf sicherlich besser , schön zu werfen ist es aber nicht.
Einfach zusammengesetzte Vorfächer (2 - 3 Stärken) reichen aus , ein verjüngtes V. ist nicht unbedingt von Nöten,
viel entscheidender ist dann was du als Fischer damit anstellst ,
hierbei wünsch ich viel Erfolg ,
beste Grüsse,
Rolf

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 28.10.2012, 18:07
von elchvieh
Heihei,

Die Floatingline ist ganz sicher für den Streamer gut! Man unterschätzt nur oft deren Möglichkeiten. Ich fische an Stellen wie auf diesem Bild

Bild

an welcher der Wildbach sehr steil in den See stürzt (etliche Meter tief) sehr gerne mit der Schwimmschnur, da diese (wenn ich sie nicht zu trocken wedle) an sich schon leicht einsinkt, mit einem etwas schwereren Streamer noch mehr und von der Strömung nicht nur in den See hinaus, sondern auch in die Tiefe genommen wird. Lediglich das Vorfach wähle ich doch etwas länger (270-350cm) und zweiteilig (25/20) da dort sehr gerne große Brocken auf Happa Happa lauern...
Ich fische dort fast wie im Fluß, erst mit der Strömung (bis zu 20m), in der der Streamer recht umhergewirbelt wird und mach dann mit einem Leisenringlift gewissermaßen kehrt und zupf den Streamer recht zügig zu heran. Die meisten Bisse kommen tatsächlich beim Lift oder nach den ersten Zupfbewegungen, aber der Streamer wurde mir auch schon mitten aus der Ströung fast vom Tippet gerissen.
An Stellen wie diesen stehen die größten Fische nicht unbedingt am tiefsten Platz sondern am "ertragreichsten" - das ist der Strömungsrand in 2/3m Tiefe.

Nachteil vom "schweren" Streamer und dem langen Vorfach: mehr (und leider manchmal auch hoffnungslose) Hänger zwischen Steinen und Geäst

wünsche knotenlose Woche!
euer Elchvieh

Re: Streamer mit Schwimmschnur?

Verfasst: 29.10.2012, 13:42
von Maggov
Hallo Elchvieh,

wunderschönes Bild - vielen Dank!

LG

Markus

P.S.: zum eigentlichen Thema kann ich nicht viel mehr schreiben als schon oben steht... sorry