Petri Heil vom Lechfeld
Verfasst: 02.06.2012, 15:11
Servus Gemeinde!
Nach einigen Wochen stiller Mitleserei würde ich mich gern an der ein oder anderen Stelle etwas aktiver hier einbringen wollen, was allerdings auf Grund der Tatsache dass ich im Bereich Fliegenfischen ein blutiger Anfänger bin vorerst etwas limitiert sein dürfte.
Zur Fischerei kam ich, wie wohl einige von euch auch, durch das Lausbubenangeln in den glücklichen Kindertagen. Mit fortschreitendem Alter entwickelten sich die Interessen allerdings immer mehr in Richtung M&M (Maschinen und Mädchen), so dass die Angelei schließlich vorerst zum Erliegen kam.
Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts im letzten Jahrtausend legte ich dann in meiner alten Heimat die sächsische Fischerprüfung ab um ab da Karpfenangelei zu betreiben, bei der man herrlich entspannen und die Natur aus einer eher statischen Perspektive betrachten konnte. Fliegenfischerei interessierte mich damals überhaupt nicht. Rutenlängen in Fussangabe, AFTMA-Klassen, hunderttausend verschiedene Schnurformen mit kryptischen Bezeichnungen, mit Federfusseln die Fische verarschen, war alles viel zu kompliziert. Angeln musste einfach sein. Hundert Gramm am Schnurende hundert Meter weit rauspfeffern, hinsetzen und abwarten, meistens stundenlang. Das war einfach einfach. Außerdem hatte die Flugangelei einen etwas bourgeoise-elitären Charakter und historisch bedingt mochten wir keine Kapitalisten. Die gab es demzufolge auch nicht in meinem Bekanntenkreis. Und noch etwas gab es nicht: Forellen. Für unser gutes lausitzer Wasser waren die einfach zu zimperlich.
Irgendwann lief mein Fischereischein ab und nachdem es mich zwischenzeitlich beruflich bedingt ins schöne Bayern verschlagen hatte wollte ich diesen dann hier gegen ein königlich-bayrisches Fischereipatent eintauschen. Leider hatte die zuständige Gemeindesachbearbeiterin eine etwas andere Auffassung was die Vergleichbarkeit von Fischerprüfungen anderer Bundesländer betrifft als ich. Schlichtweg, die gab es einfach nicht. Zumal die gute Frau in ihrem Handeln auch noch von dem damalig regierenden Landesfürsten bestärkt wurde, welcher der Meinung war, dass "wenns überall so wäre wie in Bayern wir überhaupts keine Probleme mehr hätten". (Der ist aber dann kurz darauf Gott sei Dank in München am Hauptbahnhof in den Zug gestiegen und an Berlin vorbei direkt in fünf Minuten nach Brüssel gefahren) So gingen wir letztendlich nicht in allertiefster Zuneigung wieder auseinander.
Da ich ein eher harmoniebedürftiger und nicht sehr streitsüchtiger Mensch bin beschloss ich einige Zeit später den Weg des geringsten Widerstandes zu nehmen und erneut eine Fischerprüfung abzulegen. Dies jedoch zum letzten Male in meinem Leben da es die ultimative, sprich bayrische sein sollte. Den hierfür notwendigen Vorbereitungskursus nutzte ich fleißig um noch vorhandenes Wissen aufzufrischen und neues zu erwerben. Auch konnte ich einige nette Leute kennenlernen, u.a. die beiden Kursleiter welche leidenschaftliche Fliegenfischer sind. Dort wurde ich angefixt...
Ab da ging es dann ganz schnell. Ich bekam eine Fliegenrute in die Hand gedrückt und hatte das erste Aha-Erlebnis: Wirft sich auch nicht so schwierig trotz nur hundert Milligramm am Schnurende. Es folgte ein Rutenbaukurs bei dem ich mir meine erste Gerte zusammenpfriemeln konnte, was sich aller anfänglicher Bedenken zum Trotze als durchaus machbar darstellte. Damit ging es auf zu einem Wurfkurs um die Grundlagen der gehobenen Fliegenwedelei zu erlernen. Zweites Aha-Erlebnis: Der gemeine Fliegenfischer ist i.d.R. ein ganz normaler Mensch, Großkapitalisten scheinen eher rar zu sein. Forellen gibt es hier mehr als genug und nicht nur die stehen auf künstliche Fliegen.
Die dynamische Art und Weise, die Ästhetik dieser Fischerei hat mich so sehr fasziniert und mittlerweile vollkommen in ihren Bann gezogen. Durch sie habe ich schon einige schöne Stunden gehabt und viele Entdeckungen in Flora und Fauna machen können. Ich sehe jetzt Brennnesseln und Mücken mit ganz anderen Augen, der Blick für Kleinigkeiten wird immer schärfer. Fangerfolge stellten sich dann irgendwann ganz von selbst ein.
In diesem Sinne "teit leins" oder wie ihr hier zu sagen pflegt
Gruß Thomas
Nach einigen Wochen stiller Mitleserei würde ich mich gern an der ein oder anderen Stelle etwas aktiver hier einbringen wollen, was allerdings auf Grund der Tatsache dass ich im Bereich Fliegenfischen ein blutiger Anfänger bin vorerst etwas limitiert sein dürfte.
Zur Fischerei kam ich, wie wohl einige von euch auch, durch das Lausbubenangeln in den glücklichen Kindertagen. Mit fortschreitendem Alter entwickelten sich die Interessen allerdings immer mehr in Richtung M&M (Maschinen und Mädchen), so dass die Angelei schließlich vorerst zum Erliegen kam.
Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts im letzten Jahrtausend legte ich dann in meiner alten Heimat die sächsische Fischerprüfung ab um ab da Karpfenangelei zu betreiben, bei der man herrlich entspannen und die Natur aus einer eher statischen Perspektive betrachten konnte. Fliegenfischerei interessierte mich damals überhaupt nicht. Rutenlängen in Fussangabe, AFTMA-Klassen, hunderttausend verschiedene Schnurformen mit kryptischen Bezeichnungen, mit Federfusseln die Fische verarschen, war alles viel zu kompliziert. Angeln musste einfach sein. Hundert Gramm am Schnurende hundert Meter weit rauspfeffern, hinsetzen und abwarten, meistens stundenlang. Das war einfach einfach. Außerdem hatte die Flugangelei einen etwas bourgeoise-elitären Charakter und historisch bedingt mochten wir keine Kapitalisten. Die gab es demzufolge auch nicht in meinem Bekanntenkreis. Und noch etwas gab es nicht: Forellen. Für unser gutes lausitzer Wasser waren die einfach zu zimperlich.
Irgendwann lief mein Fischereischein ab und nachdem es mich zwischenzeitlich beruflich bedingt ins schöne Bayern verschlagen hatte wollte ich diesen dann hier gegen ein königlich-bayrisches Fischereipatent eintauschen. Leider hatte die zuständige Gemeindesachbearbeiterin eine etwas andere Auffassung was die Vergleichbarkeit von Fischerprüfungen anderer Bundesländer betrifft als ich. Schlichtweg, die gab es einfach nicht. Zumal die gute Frau in ihrem Handeln auch noch von dem damalig regierenden Landesfürsten bestärkt wurde, welcher der Meinung war, dass "wenns überall so wäre wie in Bayern wir überhaupts keine Probleme mehr hätten". (Der ist aber dann kurz darauf Gott sei Dank in München am Hauptbahnhof in den Zug gestiegen und an Berlin vorbei direkt in fünf Minuten nach Brüssel gefahren) So gingen wir letztendlich nicht in allertiefster Zuneigung wieder auseinander.
Da ich ein eher harmoniebedürftiger und nicht sehr streitsüchtiger Mensch bin beschloss ich einige Zeit später den Weg des geringsten Widerstandes zu nehmen und erneut eine Fischerprüfung abzulegen. Dies jedoch zum letzten Male in meinem Leben da es die ultimative, sprich bayrische sein sollte. Den hierfür notwendigen Vorbereitungskursus nutzte ich fleißig um noch vorhandenes Wissen aufzufrischen und neues zu erwerben. Auch konnte ich einige nette Leute kennenlernen, u.a. die beiden Kursleiter welche leidenschaftliche Fliegenfischer sind. Dort wurde ich angefixt...
Ab da ging es dann ganz schnell. Ich bekam eine Fliegenrute in die Hand gedrückt und hatte das erste Aha-Erlebnis: Wirft sich auch nicht so schwierig trotz nur hundert Milligramm am Schnurende. Es folgte ein Rutenbaukurs bei dem ich mir meine erste Gerte zusammenpfriemeln konnte, was sich aller anfänglicher Bedenken zum Trotze als durchaus machbar darstellte. Damit ging es auf zu einem Wurfkurs um die Grundlagen der gehobenen Fliegenwedelei zu erlernen. Zweites Aha-Erlebnis: Der gemeine Fliegenfischer ist i.d.R. ein ganz normaler Mensch, Großkapitalisten scheinen eher rar zu sein. Forellen gibt es hier mehr als genug und nicht nur die stehen auf künstliche Fliegen.
Die dynamische Art und Weise, die Ästhetik dieser Fischerei hat mich so sehr fasziniert und mittlerweile vollkommen in ihren Bann gezogen. Durch sie habe ich schon einige schöne Stunden gehabt und viele Entdeckungen in Flora und Fauna machen können. Ich sehe jetzt Brennnesseln und Mücken mit ganz anderen Augen, der Blick für Kleinigkeiten wird immer schärfer. Fangerfolge stellten sich dann irgendwann ganz von selbst ein.
In diesem Sinne "teit leins" oder wie ihr hier zu sagen pflegt
Gruß Thomas