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Qualitätsmerkmale bei Fliegenschnüren
Verfasst: 22.01.2011, 20:22
von MS Tripper
Hallo Freunde
Ich möchte nächsten Frühling vermehrt mit dem Streamer den Hechten auf die Pelle rücken. Ich hab eine 9er Launch, gepaart mit einer Vision Koma. Nun bräuchte ich noch eine gute Schnur (kein Schusskopf) für die Combo.
Da ich ein sehr praxisorientierter Fischer bin (gut ist, was funktioniert und Spass macht

), hab ich von technischen Dingen sagen wir mal, eine eher beschränkte Ahnung...

Was macht den Unterschied zwischen qualitativ guten und schlechten Schnüren aus. Ich bin gerne bereit für gutes Material was zu bezahlen, allerdings nicht bloss für einen guten Namen
Kann mir jemand eine gute 9er Schnur empfehlen, bei welcher das Preis-Leistungsverhältnis auch stimmt?
Vielen Dank für eure Expertentips!
Gruss Tom
Schnur für Hecht
Verfasst: 22.01.2011, 22:48
von Bäschwatz
Hi Tom
Vollsinker sind ein Greuel in der Strömung, wie auch im stehenden Wasser.
Hab meine Shooting Distance abgeschnitten und schwimmende Runningline drangetüddelt.
So war's besser.
Generell komm ich mit gekürtzter Kurzkeulenschnur mit langer schnellsinkender Spitze am besten zurecht.
Payload ist so was.
Für Überkopf.
Da das Wasser bei Euch wohl eher etwas kälter ist, würde ich das Augenmerk auf die Temperatureignung legen.
Gruß Thilo
Re: Qualitätsmerkmale bei Fliegenschnüren
Verfasst: 23.01.2011, 11:11
von Achim Stahl
Hallo Tom,
MS Tripper hat geschrieben:Ich möchte nächsten Frühling vermehrt mit dem Streamer
den Hechten auf die Pelle rücken. Ich hab eine 9er Launch, gepaart mit einer Vision Koma. Nun bräuchte ich noch eine gute Schnur (kein Schusskopf) für die Combo.
Da ich ein sehr praxisorientierter Fischer bin (gut ist, was funktioniert und Spass macht

), hab ich von technischen Dingen sagen wir mal, eine eher beschränkte Ahnung...

Was macht den Unterschied zwischen
qualitativ guten und schlechten Schnüren aus.
Ich denke, das sind zwei Fragen:
- eine qualitativ gute Schnur zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht kringelt, sehr gut durch die Ringe schießt und nicht schnell verschleißt. Dazu kommt noch, dass alle Schnüre einer Serie und Schnurklasse wirklich gleich schwer und gleich getapert sein sollten (ist oft nicht der Fall!) und dass nicht andauernd, vom Kunden unerkannt, die wirklichen Hersteller und damit Material und Qualität wechseln. Das Taper, also die Form der Schnur, ist nicht wirklich ein Qualitätsmerkmal, es hängt vielmehr vom Einsatzzweck und der verwendeten Rute ab.
- Zum Hechtfischen solltest du eine Schnur mit kurzer kompakter Keule und kurzem Fronttaper nehmen. Damit kannst du deine Rute früh aufladen und auch schwere Hechtstreamer werfen. Je nachdem, wo du fischt, reicht im Frühjahr eine Schwimmschnur; bei tieferen Gewässern eine Intermediate oder Sinking Tip.
Meine Empfehlungen sind: Lee Wulff Ambush, RIO Outbound Short (gibt es in floating, intermediate und sink 3), Teeny TST 300 (intermediate) Teeny T300 (wenn es tief runter gehen soll).
Viele Grüße!
Achim
Verfasst: 23.01.2011, 11:34
von MS Tripper
Vielen Dank für diese aufschlussreichen Ausführungen! Ich werde mich mal umsehen und euch dann hoffentlich ab Mai schöne Hechte präsentieren können
Gruss Tom
Verfasst: 23.01.2011, 16:17
von laverda
Hi Tom,
wenn´s um Qualität (Festigkeit, Haltbarkeit, chem. Resistenz, Abriebfestigkeit bei gleichzeitiger Geschmeidigkeit) in Bezug auf das Material geht, ist ein PU-Coating erheblich besser als eins aus PVC und gerade bei der Hechtfischerei würde ich auch darauf achten, dass eine möglichst dehnungsarme (geflochtene) Seele in der Schnur ist.
Meines Wissens nach gibt es nur einen Hersteller, der PU-Schnüre herstellt, dies jedoch auch für unterschiedliche (Handels)Marken/"Hersteller".
Dabei handelt es sich um Airflo. Welche der Airflo eigenen Schnüre für die Hechtfischerei besonders geeignet ist, kann ich allerdings leider nicht sagen.
Gruß vom platten Niederrhein
Verfasst: 24.01.2011, 08:41
von derflow
Moin !
Kann die Pike Series von Guideline (nein ich bekomme kein Geld von den denen!) uneingeschränkt weiterempfehlen. Nahezu null Dehnung - der Anschlag über die Schnurhand kommt perfekt durch. Bis jetzt sind noch keine Verschleisserscheinungen (2.Saison) sichtbar. Die Keule ist ein wenig länger als bei gewöhnlichen Basstaper-Schnüren aber gleichzeitig auch übergewichtet (nach AFFTA ist ne 9er glaub ich in Wirklichkeit ne 11er). Das kommt meine ich der Werferei mit Kanickeln oder beschwerten Streamern entgegen. Selbst wenn im Nahbereich die Keule nicht ganz draussen ist kann man damit aufgrund der Übergewichtung noch werfen. Bei weiten Würfen kommt einen die längere Keule zu Gute - bei anderen Schnüren mit kürzerer Keule hat man schnell das Problem, daß die Streamer anfangen zu "schlagen" und einem regelrecht um die Ohren fliegen wenn der Doppelzug nicht ganz sauber oder schon zuviel Schnur draussen ist.
Würde auch nochmal die Suchfunktion bemühen - das Thema wurde schon öfter hier angeschnitten.
Schnur für Hecht
Verfasst: 24.01.2011, 23:24
von Bäschwatz
Hi Tom
Eine Sache noch.
Bei Runningline wird in der Regel eine Zugfestigkeit angegeben.
Bei der Flugschnur in der Regel nicht.
Was zur Folge haben kann das Dein Vorfach, aus was auch immer es besteht, mehr aushält als die Verbindung oder die Flugschnur selber.
Heiko's Methode, monofile mit Knoten drin in die geflochtene einzuführen , zu kleben und abzuwickeln ist genial und sehr stabil.
Hat aber über den Innendurchmesser, der geflochtenen,Grenzen.
Auch was hinterher die Zugfestigkeit der Verbindung hergibt.
Von dem was ich ausprobierte her, kann ich noch nicht mal behaupten das teure Schnüre besser sind als günstige.
Ich würde mich für die mit der dickeren, geflochtenen Seele, entscheiden.
Gruß Thilo