Döbel
Verfasst: 26.07.2010, 18:46
Moin moin
Die letzten Tage hatte es ein paar mal kräftig geregnet, die online abgerufenen Pegelstände versprachen auch einigermaßen Wasser im Bach, welches durch die Güsse auch wieder etwas kühler sein sollte.
Also am Sonntag Nachmittag kurzerhand das Gerät ins Dieselschiff gepackt und flugs an die Eder.
Ja, auch wenn es der ein oder ander kaum glauben mag, ich wollte fischen gehen!
Doch welch ernüchternder Anblick vor Ort. Kaum Wasser und das bisschen, das noch rann, musste sich seinen Weg durch dicke grüne Algenfahnen bahnen.
*?&%Shyce©$'**#*, war mein erster Gedanke. Einfach aufgeben und den weiten Weg nach Hause wollte ich aber auch nicht so ohne weiteres antreten.
Meine Lieblingsstellen hatte ich alle schon abgehakt und für unfischbar befunden.
So fuhr ich an eine Stelle, wo ein tiefer Gumpen nach einer Rausche etwas kühleres und mit Sauerstoff angereichertes Wasser versprach.
Ohne große Hoffnung stiefelte ich durch die Wiese zum Bach. Der mir zuteil werdende Stromstoß des Weidezauns, den ich auf meinem Weg übersteigen musste, war der Besserung meiner Laune auch nicht gerade dienlich. Normalerweise hätte ich sofort und ohne Sprechen mein Equipment zerbröselt, wäre auf geradem Wege nach Hause und hätte mich mit einem meiner Single malts substituiert.
Aber irgend etwas zog mich doch gegen alle Widrigkeiten zum Wasser.
"Naja", dachte ich "wenigstens ist der Gumpen noch da!" Aus einiger Entfernung betrachtete ich das Wasser, ob irgend eine Aktivität dort auszumachen sei. Da sich nichts regte, beschloss ich, eine dicke Rehaarsedge in der Rausche im Einlauf anzubieten. Vielleicht ließ sich ja eine Bachforelle zum Nehmen verleiten.
Ich knüpfte also die Fliege ans Vorfach, ging vorsichtig ans Ufer und mit zwei drei Leerwürfen war die Sedge über der Rausche. Schnell schoss sie durch das schäumende Wasser um dann langsam im Kolk auszutrudeln.
Ich schaute wieder Richtung Rausche und wollte gerade die Fliege vom Wasser abheben, um sie dort erneut anzubieten. Ich hörte nur noch einen gewaltigen Platscher und sah aus dem Augenwinkel einen mächtigen Schwall. Die Fliege war weg. Mehr aus Schreck als gewollt hob ich die Rute, die sich augenblicklich zu einem vollendeten Halbkreis bog. In kurzer Zeit wurden mir zehn oder elf Meter Schnur von der Rolle gezogen. Dann stoppte der Zug und ich konnte etwas Leine zurück gewinnen.
Eine ganze Weile ging dieses Spielchen hin und her bis die Gegenwehr des Fisches nachließ. Im trüben Wasser hatte ich meinen Gegner bis dahin noch nicht ausmachen können und war immer noch der Meinung, es mit einer dicken Forelle zu tun zu haben.
Lange Rede, kurzer Sinn, ein dicker Döbel hing an meiner Leine, ein prächtiger Bursche von guten 60cm.
Vorsichtig wurde er über den Kescher geführt und gelandet.
Potztausend, der Tag erfuhr ja doch noch eine glückliche Wendung.
Nachdem ich den Fisch versorgt hatte, schaute ich mit der Polbrille genauer in die trüben Fluten. Fast hätte ich mich auf den Allerwertesten gesetzt: In diesem Gumpen schwammen mindestens 20-30 Dickköpfe der Ü-60 Klasse, die ich zu Anfang ohne Brille nicht ausgemacht hatte.
Jetzt war latürnich mein Jagdtrieb geweckt. Aber alle meine Bemühungen waren vergeblich. Weder die angebotenen Trockenfliegen, noch Goldkopfnymphen, Pheasant tail, Wooly bugger und dergl. mehr wurden von den Fischen genommen. Selbst nach einer halben Stunde Pause, die ich in der Deckung eines Baumes verbrachte konnte ich keinen der Dicken zum Beissen überreden.
Bis in die Dunkelheit versuchte ich mein Glück, aber nichts ging mehr.
Leicht frustriert, aber wenigstens durch den Fang des einen U-Boots entschädigt, trat ich den Heimweg an.
Aber, versprochen ihr Dickköpfe: [schwoorzenäggermodus] I'll be back! [/schwoorzenäggermodus].
Groetjes
Hardy
PS: Wer sachdienliche Hinweise zum erfolgreichen Befischen dieser sturen Viechers hat, her damit. Bedankt!
Die letzten Tage hatte es ein paar mal kräftig geregnet, die online abgerufenen Pegelstände versprachen auch einigermaßen Wasser im Bach, welches durch die Güsse auch wieder etwas kühler sein sollte.
Also am Sonntag Nachmittag kurzerhand das Gerät ins Dieselschiff gepackt und flugs an die Eder.
Ja, auch wenn es der ein oder ander kaum glauben mag, ich wollte fischen gehen!
Doch welch ernüchternder Anblick vor Ort. Kaum Wasser und das bisschen, das noch rann, musste sich seinen Weg durch dicke grüne Algenfahnen bahnen.
*?&%Shyce©$'**#*, war mein erster Gedanke. Einfach aufgeben und den weiten Weg nach Hause wollte ich aber auch nicht so ohne weiteres antreten.
Meine Lieblingsstellen hatte ich alle schon abgehakt und für unfischbar befunden.
So fuhr ich an eine Stelle, wo ein tiefer Gumpen nach einer Rausche etwas kühleres und mit Sauerstoff angereichertes Wasser versprach.
Ohne große Hoffnung stiefelte ich durch die Wiese zum Bach. Der mir zuteil werdende Stromstoß des Weidezauns, den ich auf meinem Weg übersteigen musste, war der Besserung meiner Laune auch nicht gerade dienlich. Normalerweise hätte ich sofort und ohne Sprechen mein Equipment zerbröselt, wäre auf geradem Wege nach Hause und hätte mich mit einem meiner Single malts substituiert.
Aber irgend etwas zog mich doch gegen alle Widrigkeiten zum Wasser.
"Naja", dachte ich "wenigstens ist der Gumpen noch da!" Aus einiger Entfernung betrachtete ich das Wasser, ob irgend eine Aktivität dort auszumachen sei. Da sich nichts regte, beschloss ich, eine dicke Rehaarsedge in der Rausche im Einlauf anzubieten. Vielleicht ließ sich ja eine Bachforelle zum Nehmen verleiten.
Ich knüpfte also die Fliege ans Vorfach, ging vorsichtig ans Ufer und mit zwei drei Leerwürfen war die Sedge über der Rausche. Schnell schoss sie durch das schäumende Wasser um dann langsam im Kolk auszutrudeln.
Ich schaute wieder Richtung Rausche und wollte gerade die Fliege vom Wasser abheben, um sie dort erneut anzubieten. Ich hörte nur noch einen gewaltigen Platscher und sah aus dem Augenwinkel einen mächtigen Schwall. Die Fliege war weg. Mehr aus Schreck als gewollt hob ich die Rute, die sich augenblicklich zu einem vollendeten Halbkreis bog. In kurzer Zeit wurden mir zehn oder elf Meter Schnur von der Rolle gezogen. Dann stoppte der Zug und ich konnte etwas Leine zurück gewinnen.
Eine ganze Weile ging dieses Spielchen hin und her bis die Gegenwehr des Fisches nachließ. Im trüben Wasser hatte ich meinen Gegner bis dahin noch nicht ausmachen können und war immer noch der Meinung, es mit einer dicken Forelle zu tun zu haben.
Lange Rede, kurzer Sinn, ein dicker Döbel hing an meiner Leine, ein prächtiger Bursche von guten 60cm.
Vorsichtig wurde er über den Kescher geführt und gelandet.
Potztausend, der Tag erfuhr ja doch noch eine glückliche Wendung.
Nachdem ich den Fisch versorgt hatte, schaute ich mit der Polbrille genauer in die trüben Fluten. Fast hätte ich mich auf den Allerwertesten gesetzt: In diesem Gumpen schwammen mindestens 20-30 Dickköpfe der Ü-60 Klasse, die ich zu Anfang ohne Brille nicht ausgemacht hatte.
Jetzt war latürnich mein Jagdtrieb geweckt. Aber alle meine Bemühungen waren vergeblich. Weder die angebotenen Trockenfliegen, noch Goldkopfnymphen, Pheasant tail, Wooly bugger und dergl. mehr wurden von den Fischen genommen. Selbst nach einer halben Stunde Pause, die ich in der Deckung eines Baumes verbrachte konnte ich keinen der Dicken zum Beissen überreden.
Bis in die Dunkelheit versuchte ich mein Glück, aber nichts ging mehr.
Leicht frustriert, aber wenigstens durch den Fang des einen U-Boots entschädigt, trat ich den Heimweg an.
Aber, versprochen ihr Dickköpfe: [schwoorzenäggermodus] I'll be back! [/schwoorzenäggermodus].
Groetjes
Hardy
PS: Wer sachdienliche Hinweise zum erfolgreichen Befischen dieser sturen Viechers hat, her damit. Bedankt!
