Dünne Luft für den Kormoran
Verfasst: 21.01.2010, 11:59
Scheinbar hat man in Mecklenburg-Vorpommern begriffen:
http://www.ostsee-zeitung.de/nachrichte ... id=2671356
http://www.ostsee-zeitung.de/nachrichte ... id=2671356
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Pudlich hat geschrieben:Scheinbar hat man in Mecklenburg-Vorpommern begriffen:
http://www.ostsee-zeitung.de/nachrichte ... id=2671356
Alles nur viel, viel heiße Luft!Schwerin (OZ) - Umweltminister Till Backhaus (SPD) kündigt eine Großoffensive gegen den Kormoran in Mecklenburg-Vorpommern an.
Hej Gemeinde,derflow hat geschrieben:Moin Andreas !
Es geht nicht darum wer sachlich richtig argumentiert sondern wer mit seinen Aussagen (die unwissende) breite Masse auf seine Seite zieht. Kann man vielleicht noch was von lernen.
Dazu gab es dann auch postwendend eine Presseerklärung des Verbandes Hessischer Fischer:
*Dreißig Prozent weniger Kormorane*
*NABU Hessen und HGON fordern Ende der Kormoranverfolgung*
*Wetzlar/Echzell. Die Zahl überwinternder Kormorane in Hessen ist um ein
Drittel gesunken. Das ergaben aktuelle Erhebungen des NABU Hessen und der
Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Der
Brutbestand hat sich seit 2004 sogar fast halbiert. Anlässlich der
Vorstellung dieser Ergebnisse fordern der Landesvorsitzende des NABU,
Gerhard Eppler und Oliver Conz, der Vorsitzende der HGON, den sinnlosen
Abschuss der flinken Fischjäger zu stoppen.*
Nach der Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres hatte es zum Teil heftige
Kritik von Sportfischern gegeben, die einen vermehrten Abschuss des flinken
Fischjägers forderten. Als Begründung wurde die ungebremste Vermehrung des
Ruderfüßers angegeben, die angeblich zur Ausrottung seltener Fischarten
führe. „Die aktuellen Zahlen belegen, dass die Kormoran-Bestände in Hessen
nicht zu-, sondern drastisch abgenommen haben“, weist der Biologe Eppler die
Kritik zurück. Die Gefährdung seltener Fischarten lässt sich nach den Worten
Epplers auf den völlig unzureichenden ökologischen Zustand vieler Gewässer
zurückführen. „Hier wird ganz augenscheinlich der Kormoran zu Sündenbock
erklärt, um vom Versagen bei der umfassenden ökologischen Aufwertung der
Flüsse, Bäche und Seen abzulenken.“ so die Naturschützer einhellig.
Bei den aktuellen Winterzählungen von HGON und NABU wurden 2630 Kormorane an
62 Schlafplätzen ermittelt. 25 einstmals genutzte Schlafplätze waren bereits
verwaist. In 2004 überwinterten noch 3500 und in 2008 über 3690 Kormorane an
hessischen Gewässern. „Die Bestandsabnahmen der Brutpaare im Sommer sind
noch dramatischer“, so Conz, „bei den Zählungen der Staatlichen
Vogelschutzwarte und der HGON konnten wir in 2004 noch 569 Brutpaare
feststellen, im letzten Jahr dagegen nur 300. In fünf Jahren hat sich der
Brutbestand damit nahezu halbiert!“ Dabei war der Kormoran nach
jahrhundertelanger Ausrottung erst Mitte der 1980er Jahre als Brutvogel nach
Hessen zurückgekehrt. Nur wenig später haben Sportfischer-Verbände bereits
wieder den Abschuss von Kormoranen durchgesetzt. „Seither hat sich die Zahl
der von den Fischereibehörden erteilten Abschussgenehmigungen verdoppelt.
Teilweise werden sogar noch zur Brutzeit Vögel erlegt. Das muss angesichts
der jüngsten Bestandsentwicklung aufhören. Sofort!“ betont Oliver Conz.
*Hintergrundinformationen*
Jahrzehntelang war der Kormoran aus Deutschland so gut wie verschwunden –
das Ergebnis intensiver Verfolgung bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Dank verbesserter Gesetze zum Vogelschutz und angesichts großer Fischmengen
in nährstoffreichen Gewässern stieg die Anzahl der Tiere seit Anfang der
1980er Jahre wieder an. Heute leben in Hessen rund 300 Brutpaare. Sie kommen
vor allem am Rhein, an der Eder, der Nidda und der Lahn vor. „Die Rückkehr
des Kormorans ist ein Erfolg für den Vogelschutz, auf den wir stolz sein
können“, betont Gerhard Eppler.
Weil sich der Kormoran von Fischen ernährt, hat er nicht nur Freunde.
Nach wie vor versuchen Teichwirte und Angler Politiker und Behörden mit
einseitigen Argumenten wie der angeblichen Bedrohung seltener Fischarten und
der wirtschaftlichen Schädigung zu überzeugen. Ihnen ist es gelungen, eine
Ausnahmebestimmung zum gesetzlichen Schutz zu erwirken.
Die schwarz-gelbe Landesregierung hat die Entscheidung über den Abschuss der
Kormorane aus der Hand der Naturschutzbehörden genommen und auf die
Fischereibehörden übertragen. Seither ist die Zahl der Abschussgenehmigungen
sprunghaft angestiegen.
Der NABU und die HGON lehnen eine flächendeckende Verfolgung der Kormorane
grundsätzlich ab. Kormorane vernichten keine Fischbestände und gefährden
langfristig auch keine Fischarten. Allerdings können sie an Fischteichen
wirtschaftliche Schäden anrichten. Doch es gibt Möglichkeiten, dies zu
verhindern, ohne den natürlichen Bestand der Vogelart erneut zu gefährden.
„Die Auseinandersetzung um den Kormoran ist ein Prüfstein für einen
umsichtigen Artenschutz in Hessen.“, so Oliver Conz. „Sie zeige auf, ob man
bereit ist, ökologische Fakten zur Kenntnis zu nehmen oder davor die Augen
verschließt.“
Denn es gibt Alternativen. Zu den zeitgemäßen Strategien zählt vor allem,
Ruhezonen für Wasservögel an Flüssen und Seen zu schaffen. So werden sie an
Orte gelenkt, an denen sie problemlos geduldet werden können. Wenn sich
Kormorane hier ungestört ernähren können, verringert sich auch der Druck auf
Fischzuchtanlagen oder die Rückzugsräume seltener Fischarten. An
Fischzuchtanlagen gibt es Möglichkeiten, wirtschaftliche Schäden durch das
Überspannen mit weitmaschigen Drahtnetzen sowie durch optisches und
akustisches Vertreiben zu verhindern.
*Weitere Informationen:*
NABU Hessen: Gerhard Eppler, Tel.: 06257-64371
HGON: Oliver Conz, 06195-805900
Wie denkt ihr denn darüber?
Das ist die übliche Frechheit: Da wird aus einer witterungsbedingten
Ausnahmesituation gleich ein Trend gemacht -"verwaiste" Schlafplätze,
"weniger" Wintergäste, und auch der behauptete "Rückgang" der Brutpaare
stimmt nur, wenn man einen großen Teil des Geschehens ausblendet: Die
"Halbierung" der Brutpaare hat nur an einer, allerdings der bisher größten
Brutkolonie von den 6 Kolonien, die der Nabu bzw. die Vogelschutzwarte
bisher eingestehen, stattgefunden. Dass dafür mittlerweile rund ein Dutzend
neue Brutkolonien im Hinterland entstanden sind, wird schlicht ignoriert.
Und man zählt bei Nabus natürlich nur an den seit über zehn Jahren immer
gleichen 62 Schlafplätzen - wir kennen mittlerweile 168 !! Die sind
natürlich nicht immer alle besetzt, werden aber fast alle bei unserer
Zählung kontrolliert. Und von den 2010 bisher gemeldeten Zählergebnissen
sind gut ein Viertel neue Schlafplätze - das ist die überdeutliche
Bestätigung eines Phänomens, das wir in Frostperioden immer beobachten: Die
großen Schlafgesellschaften an den großen Stehgewässern in den Flussauen
lösen sich auf, und die Vögel verteilen sich auf eine große Zahl kleiner und
kleinster Schlafplätze, die sich wie Perlen an der Schnur an den noch
eisfreien größeren und kleineren Mittelgebirgsbächen aufreihen. Dort werden
die Tiere von den Nabus überhaupt nicht (man zählt ja nur die 62 uralten
Plätze) und von unseren Leuten nur unzureichend erfasst. Da ist schon mal
ein großer "verwaist", so der Schultheißweiher Offenbach, der im November
noch rund 300 Tiere hatte. Und nach dem großen Frost sind sie dann alle
wieder da, die Häupter unserer Lieben...
Die PM des Nabu zeigt die gleiche hanebüchen freche Strategie von NABU und
HGON, wie die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres. Unredlich und
unwissenschaftlich, um es gewählt auszudrücken.
Ich bin zwar noch im Krankenstand und schon halb im Urlaub; ich will aber
versuchen, da heute Nacht und morgen noch schnell was Handfestes dagegen zu
schreiben: Der Kern davon steht schon oben...
Grüße
VERBAND HESSISCHER FISCHER e. V.
Rainer Hennings