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Bonefishing in Belize

Verfasst: 20.10.2009, 11:43
von Peter E.
Ist schon ein paar Jahre her, dass ich im Süden von Belize war, genauer gesagt, auf dem Glover's Atoll (http://wcsgloversreef.org/News/tabid/96 ... fault.aspx). Eigentlich war ich primär zum Tauchen dort, aber nachdem es rund um die meisten Inseln ausgedehnte Flats gibt, hatte ich "zur Sicherheit" auch die Fliegenrute (9ft, #8) eingepackt. Und das war gut so: In den Flats bekam ich dann tatsächlich meine ersten Bones an den Haken. Ein teures Boot samt Guide brauchte ich nicht, nur ein paar Neoprenschuhe mit guten Sohlen, ein Kapperl mit großem Schirm, die Polarisationsbrille und natürlich jede Menge Sonnencreme. Dazu eine Schwimmschnur mit gut 3m Vorfach (0,35!) und viele, viele Streamer, hauptsächlich in den Gr. 2 bis 6 (gehen wegen der scharfen Korallen leicht verloren).
Die Fische erst einmal auszumachen war schwierig, sie richtig anzuwerfen erst recht. Sind nämlich nicht nur scheu sondern flitzen im bewegten, glitzernden Wasser ungeheuer schnell herum - was sich dann auch beim ersten Drill dramatisch zeigte: So gesungen hat meine Rolle selbst bei den Silvers in Alaska nicht....und die ersten zwei, drei Fische waren weg, bevor ich überhaupt wusste wie mir geschah. Wegen der Sichtigkeit des Wassers entschied ich mich vorerst für ein 25er Vorfach. Aber erst mit dem 35er konnte ich meine ersten Bones - so 3-5 Pfünder - landen. Entdeckt hab ich den ersten Schwarm übrigens direkt hinter der Riffkante bei einsetzender Flut, die offensichtlich jede Menge Fressbares mitführte. Das Wasser war so seicht, dass die Rückenflossen herausragten und aussahen wie Seegras! Dann ging es Schlag auf Schlag - gut ein Dutzend Fische innerhalb weniger Minuten - dann hatte der Schwarm offenbar geschnallt, was los war.

Viele Grüße,

Peter

Verfasst: 21.10.2009, 22:37
von bastok
Ich hoffe, ich als blutiger Anfänger, schaffe es nächstes Jahr in karibischen Wassern zu fischen und danke Dir daher für Deine Infos.
Sollte man lieber Monofile oder Fluorocarbon benutzen, oder gar Hardmono?
Ich habe auch "nur" eine #8 zur Verfügung...
Und welche Tönungsfarbe der Pol-Brillengläser ist bei greller Sonne und türkisem Wasser eigentlich am sinnvollsten?
Welche Art von Schnur hast Du benutzt?
Gibt es einen Unterschied zwischen Karibik und der gegenüberliegenden Pazifikseite Mittelamerikas?
Sorry. Fragen über Fragen! Aber das, was Du schilderst, klingt nahezu traumhaft! Für mich.
Gruß b

Bonefishing Belize

Verfasst: 22.10.2009, 11:45
von Peter E.
Servus Michael,
leider kann ich mich keineswegs als erfahrenen Bonefisher bezeichnen. Die Pol-brillen sollten jedenfalls eher dunkel sein, die Sonneneinstrahlung samt Reflexion ist ja extrem hoch. Fürs Vorfach nahm ich normales Nylon, aber es wäre vielleicht gescheiter gewesen, ein Material mit einem dem Wasser ähnlichen Brechungskoeffizienten zu verwenden. Auf jeden Fall sollte es knotenfest sein, die Bones reißen ganz ordentlich an!
Die Pazifikküste kenne ich leider (noch) nicht, glaube aber, dass dort Keys wie in der Karibik selten sind. Bones wird es wohl trotzdem geben, vermutlich v.a. im Mündungsbereich der Flüsse (Flachwasser + Mangroven!). Allerdings wird man dort ohne Boot kaum auskommen: Zu tief, vor allem während der Flut und auch die Haie und Kroks sollte man nicht unterschätzen. Mein Sohn hat mir von ein paar netten Beobachtungen in Costa Rica erzählt....
Liebe Grüße,
Peter

Nachtrag

Verfasst: 22.10.2009, 12:13
von Peter E.
Entschuldige, Du wolltest noch wissen, welche Wurfschnur ich verwendete. Also meistens eine schwimmende Keulenschnur Nr. 7 samt viel, viel Backing (geflochten), alles auf einer großen Multi-Fliegenrolle. Manchmal auch eine Keule mit Sinktip - war aber nicht wirklich notwendig weil das Wasser auch bei Flut ziemlich seicht blieb. Außerdem häuften sich dann auch die Hänger.
An der Rute hab ich unten eine einschraubbare Extension, die bei den Drills recht hilfreich war. Die Rute, wie gesagt, eine Nr.8 aber auch eine 7er würde wohl gehen. Die Länge sollte aber m.M. schon zwischen 9 und 10ft liegen. Übrigens konnte ich in Belize auch Tarpons beobachten, ein recht stattlicher "wohnte" sogar einige Zeit unter meiner Pfahlbauhütte. In ihrem Schatten hielt sich ein großer dichter Jungfischschwarm auf, aus dem sich der Tarpon immer wieder mit lautem Klatschen einen Happen holte bis schließlich buchstäblich nichts mehr übrig war. Dass er meine Köder nicht einmal ignorierte, brauch ich wohl nicht zu erwähnen...;-)
lg, Peter

Verfasst: 27.10.2009, 09:41
von bastok
Super! Danke für die ausführlichen Antworten.
Mich zieht es nächstes Jahr nach Costa Rica. Wenn es die Zeit zulässt, werde ich hoffentlich sowohl die Atlantik- als auch die Pazifikseite befischen. Ich werde dann berichten.
Allerdings nehme ich "nur" meine 8er mit. Ich hoffe, die wird nicht von einem Monster zerlegt...
Grüße b

Verfasst: 27.10.2009, 11:45
von Peter E.
Na, dann wünsche ich dir schon jetzt viel Erfolg! Die 8er ist sicherlich eine gute Wahl, aber wie gesagt: nimm auf jeden Fall eine große Rolle mit guter Bremse und viel Backing.
Viele Grüße,
Peter

Verfasst: 27.10.2009, 19:42
von gespliesste
Hallo,

bei derPolbrille würde ich die Tönung Amber wählen, hatten zumindest fast alle Guides die ich in Belize getroffen habe. Ich hatte die Polbrille in Vermillion Tönung (eine Nummer dunkler) fand ich manchaml etwas zu dunkel.

Ich war mal vor einigen Jahren auf Turneffe Flats vor Belize, wirklich sehr beeindruckend. Hemmingway und Goddard waren laut Gästebuch und Überlieferung auch schon da. Habe schon am ersten Tag mehr als 10 Bonefische gefangen und wir haben viele "Schulen" von mehreren hundert Fischen gesehen. Dazu ist es ein guter Platz für Tarpon und auch Permit. Also mit viel Können und etwas Glück kann man da eine Grand Slam landen ...

LG,

Olaf

Verfasst: 16.11.2009, 16:12
von bastok
Supi! Dann kann ich ja meine Standartbrille benutzen. Ich hatte befürchtet, Bernsteinfarben sei zu hell.
Danke für den Tipp. Belize hört sich ja auch sagenhaft an.
Gruß, b