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switch rute und werfen

Verfasst: 02.08.2009, 09:11
von marcoaero
hallo fliegenfischerkollegen

wollte mich wohl eine switchrute zulegen in die usa gibt es gute angebote (sage zaxis und redington cpx)
wir fischen hier viel auf rapfen und co in die overijsselsche vecht (vechte in d) dadurch nach 3-4 stunden werfen ein dicken arm.
habe die idee das es mit eine switchrute "einfacher geht"
wollte mit die schnurklasse 7 anfangen
ich danke im vorraus für eure tips und erfahrungen

viele grusse von die hollandische grenze

marco eshuis

Verfasst: 02.08.2009, 11:21
von Dieter W.
Hallo Marco,

du tust dich in der Tat mit der Switchrod über einen langen Zeitraum deutlich leichter, die größeren Fliegen transportierst du damit ebenso einfacher. Ich benutze selbst für die Fischerei auf Rapfen am Rhein eine Rainshadow Switchrod der Klasse 8, eine #7 würde es aber absolut auch tun.

Allerdings mußt du dich an das Werfen mit der Switchrod gewöhnen. Darüberhinaus lass dich gut beraten und kaufe nicht die Katze im Sack. Um mit den Ruten optimal zu werfen solltest du auf die absolut richtigen Leinen achten, sonst macht das Ganze nicht wirklich Spaß. Wirf die Kombi bevor du kaufst.

Wie einfach es mit der passenden Rute/Leinen-Kombination mit einer Switchrod gehen kann zeigt dieses Video

Viel Spaß und viel Erfolg

Beste Grüße nach Holland!

Dieter

Verfasst: 04.08.2009, 12:55
von Bernd Ziesche
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Verfasst: 19.08.2009, 18:55
von Dieter W.
Hallo Bernd,

sorry, das ich erst heute auf dein Posting reagiere, aber ich habe es erst heute bewußt gelesen.

Ich denke, du hast den Begriff Switchrod in den falschen Hals bekommen, denn hierbei handelt es nicht um eine Zweihandrute, um damit besser oder vornehmlich Switchcasts zu werfen.

Der Begriff Switchrod bezeichnet allgemein Rutentypen, die sowohl als Einhand, als auch als leichte Zweihandrute verwendet werden können. Damit die Ruten als auch noch ordentlich als Einhänder geworfen werden können betragen die Rutenlängen in aller Regel zwischen 10'6"ft und 11ft. in Klassen zwischen 5-8. Ausgelegt sind die Leinen meist aus der "Einhandklasse". Entsprechende Schußköpfe funktionieren aber ebenso. Ob der Anwender dabei vornehmlich Überkopfwürfe oder Switchcasts macht ist der Rute ziemlich egal. Das entscheiden die "äusseren Umstände". Habe ich wenig oder gar keinen Rückraum, dann eben Speytechniken (wir wissen ja beide, dass der Switchcast ebenso als Forward-Spey bezeichnet wird).

Wie du fürs Rapfenfischen auf eine Kopflänge von 13-14Metern kommst, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft, ich jedenfalls verwende dafür Köpfe mit 10-11Metern Länge auf der Switchrod (Rutenlänge 10'8"ft). Versuch mal einen ordentlich Streamer oder gar Popper mit einem Switchcast mit derartig langen Köpfen noch brauchbar zu werfen.

Ich habe mit der Switchrod viele Stunden getestet und gefischt, ebenso habe ich etlichen Kunden die Handhabung der Rute vermittelt. Schon nach relativ kurzer Zeit kam Jeder mit einer richtig zusammen gestellten Ruten-/Leinenkombination ganz gut klar.


Beste Grüße

Dieter

Verfasst: 19.08.2009, 21:16
von Bernd Ziesche
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Verfasst: 19.08.2009, 21:20
von Matthias B.
Guten Abend zusammen,
da würde ich mich gerne mal zwischenklinken. Ich habe ja eine Sage Z-Axis.
Das ist eine Switchrute? Welche Leine, bzw. Schusskopf würdet ihr denn für #10 empfehlen? Werfe die jetzt (weil ich keine Andere habe) mit ner #8 BassTaper von Wulff. Mit Doppelzug klappt das ganz gut, jedoch fehlt natürlich die richtige Ladung.


Gruß vom Niederrhein

Matthias

Verfasst: 19.08.2009, 23:05
von stuart
Bob Meiser (Erfinder der Switchruten) definiert eine Switchrute so:
.....Our solution to this particular application was to create a rod that would allow various two handed deliveries of the available lines as effectively as the longer spey rod, and yet be much lighter and shorter, leaving the option open for single handed deliveries if desired. ....... We are now into year 10 since our original conception of the switch rod system.
Nicht alle Switch-Ruten Bauer klassifizieren ihre Ruten nach der 1handklasse z.B Bob Meiser, Tim Rajeff (ECHO) und Beuhla haben Ihre Switchruten nach der 2handnorm klassifiziert. Um evtl. Missverständnisse aus dem Weg zu räumen möchte ich vorschlagen beim Händler nachfragen ob die Switch-Rute deine Wahl nach 1hand oder 2hand klassifiziert ist.

Des weiteren sind Switchruten definitiv nicht nur zum switchen da, aber auch Perry-Poke, Snap-C, Double-Spey, Double-Skagit, Single-Spey etc etc. Ich benutze sie als "vollständige" (allerdings etwas kürzer) 2hand-Ruten überwiegend an der Küste auf MeFo's oder Hecht wo ich je nach Konditionen (Wind/Welle/Dunkelheit!!) sie mit Spey oder ü-Kopf Würfe verwende.

Verfasst: 20.08.2009, 13:08
von Dieter W.
Hallo Bernd,

iich muß dir leider nochmals in einigen Punkten widersprechen:

Der Begriff "Switchrod" hat sich allgemein gerade für die "Zwitterrute" etabliert. Auch Sage hat mit der Z-AXIS genau so einen Rutentyp im Programm, ebenso bietet Redington mit der CPX eine Switchrod (keine Switchrute). Macht eine Bezeichnung "Switchrod" für eine Rute speziell zum Switchen überhaupt Sinn? Der Switchcast ist ein Wurf aus den ganzen Speywürfen (einfach mal geradeaus...), Also passt hier die Bezeichung "Speyrute" deutlich besser.

Wie ich schon geschrieben habe, geht das Werfen mit der richtigen Switchrod-/Leinenkombination richtig klasse von der Hand. Kein häufiges Gewedel, einmal hoch den Kopf und dann Feuer frei. Du würdest dich wundern wie mühelos das hinhaut. Den längeren Hebel merkst du dann gleich mal der Weite. lKaum "Arbeit" mit dem Wurfarm, einfach nur den Doppelzug richtig effizient eingesetzt.

Auch der Einsatz als leichte Zwiehand ist einfach klasse. Mir ist diese 10'8"ft. Rute mittlerweile mehr als nur ans Herz gewachsen.

Auch gerade in der Rapfen- und Hechtfischerei strippt sich die Leine wesentlich angenehmer als mit einer ausgewachsenen Zweihand und das Werfen der Streamer ist mir dem längeren Hebel einfacher.

Ein weiterer Einsatz dieser Rutenlänge ist gleichermaßen beim Nymphenfischen sehr vorteilhaft. Dafür eignen sich die 5er hervorragend.

Sammle mit diesen Ruten richtig Erfahrung und du erkennst den Sinn!

TL

Dieter

Verfasst: 20.08.2009, 13:56
von stuart
Auch gerade in der Rapfen- und Hechtfischerei strippt sich die Leine wesentlich angenehmer als mit einer ausgewachsenen Zweihand....
jo so ist es! Du hast die Vorteile eine 2hand (werfen) aber auch die Vorteile eine 1hand (Fliegenführung, strippen etc)

Verfasst: 22.08.2009, 00:01
von Bernd Ziesche
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Verfasst: 22.08.2009, 07:37
von stuart
The switch cast (also known as the forward spey, the live line roll and the jump roll) is one of the most wonderful casts in the spey family ....
Seite 51, §1 "Spey casting von Simon Gawesworth"

Der Switchcast ist einer der Spey-Casts ist aber nicht der Speycast ....

... leider (wie auch bei Switchruten) findet auch hier häufig ein Begriff "Verunreinigung" statt; unter "der Speycast" ist meistens der Single-Spey (Cast) gemeint.

Zu der Spey-Cast-Familie gehören viele Würfe unter anderem auch Rollwurf :shock: ,Circle-Spey, Single-Spey, Double-Spey, Snake-Roll, Snap-"x"...., Skagit-Würfe wie Perry-Poke, Wombat, Double-Skagit uvm und last but not least der u-Hand :shock:

Verfasst: 22.08.2009, 08:57
von Robert F.
Moin zusammen,
Bernd schreibt:
Welchen Vorteil hat eine "Zwitterrute" einhand gefischt gegenüber der "reinrassigen" Einhand und welche Vorteile hat sie zweihand gefischt gegenüber der "reinrassigen" Zweihand?

Ich will mir auch eine Switchrute zulegen und zwar aus folgenden Gründen: Ich befische mittlere dänische Auen auf Mefos. Dort fischen 50% der Einheimischen mit der Einhand und 50% mit der Zweihand. Das allein macht diese Rute interessant. Als Zweihand fische ich die LPX in Klasse 8/9, das macht 30 Gramm an Wurfgewicht (hätte gerne um 20Gramm). Das ist mir eindeutig zu dick. Andererseits haben die Auen viel Kraut und Fische bis 10kg, da bist du mit einer 6/7 Einhandrute, die ich zumeist fische, etwas im Nachteile. Ich hoffe eine Switchrute kann diese Lücke füllen.
Was meint ihr?
Gruß
Robert F. / Münsterland

Verfasst: 22.08.2009, 11:12
von stuart
Moin Robert - ich fische mit einer ECHO (Tim Rajeff) #6 10'10" (3m) Switcher auf MeFos und zwar, sowohl in der Au (Nordheide), als auch in der Ostsee 8). Am Bach fische ich mit einem 21g ComPact Scandi Kopf und an der Ostsee gehe ich auf 23g hoch (genaues Wurfgewicht ist eine individuelle Angelegenheit, abhängig von Vorlieben, sowie Wurfstil).

Ich habe bereits weiter oben im Thread erwähnt, worin ich persönlich die Vorteile einer Switchrute gegen über einer 1Hand und einer längeren 2Hand (eine Switchrute ist nichts anderes als eine kürzere 2Handrute) sehe, aber hier noch mal:

Wirft wie eine 2Hand (ist ja auch eine) und fischt (Fliegenführung, strippen etc) wie eine 1Hand; eine Full-Length 2hand hat Nachteile wenn die Fliege mit der Hand animiert (ge-strippt) werden muss bei z.B MeFo fischen an der Ostsee. Und jetzt speziell in meinem Fall haben die Switchruten die ich verwende eine etwas steifere Aktion und eignen sich für mich hervorragend für die Küstenfischerei auf MeFo oder Dorsch.

Viele der dänsichen Auen werden mit tief geführten Fliegen gefischt, hier wäre es eine Überlegung wert ob nicht ein kurzer Skagit-Kopf (z.B Compact Skagit) in Verbindung mit einem T14 "Vorfach" nicht von Vorteil wäre.

Für die dänischen Auen wäre auch eine leichtere 2hand (Full Length) zu überlegen - der Vorteil ist, du hast etwas mehr Länge als mit einer 1hand oder Switchrute um die Fische über die Krautbänke zu "steuern" bzw davon fern zuhalten. Als Beispiel der ECHO TR #5 von Rajeff ist 12'0" (366cm) lang und lässt sich gut mit Köpfen von ca 19g bis 24g (je nach persönlichen Vorlieben, Skill-Level und Wurfstil) werfen 8)

Schönes WE

Verfasst: 22.08.2009, 12:18
von Achim Stahl
Moin,

ich sehe es ähnlich wie Bernd. Mich konnte bisher noch keine Switchrute überzeugen. Alle, die mir unterkamen waren keine optimalen Einhandruten und keine optimalen Zweihandruten, nicht Fisch, nicht Fleisch.

Für mich ist das der Versuch einiger Fliegenfischerlabels, einen Bedarf zu schaffen, der gar nicht existiert. Die meisten Fliegenfischer haben für die Fischerei, für die ihnen eine Switchrute suggeriert wird, ohnehin bereits eine passende Einhandrute. Warum dann eine Switchrute kaufen, und nicht gleich eine kurze leichte kompromisslose Zweihand?

Die einzige vernünftige Idee einer "Switch"- Rute ist in meinen Augen das Prinzip des Conversion Kitsvon TFO. Da verändert man die Einhandrute mit zwei zusätzlichen Segmenten komplett und erhält dann tatsächlich eine vollwertige Zweihandrute.

Verfasst: 22.08.2009, 12:46
von stuart
Für mich ist das der Versuch einiger Fliegenfischerlabels, einen Bedarf zu schaffen,
Achim, wenn Mann die original Texte von Bob Meiser (gilt als Erfinder von der Switchrute) liest, handelt es sich hierbei nicht um einen "Produkt-Push" sondern ein "Kunden-Pull". Im übrigen ich habe den Eindruck dass die meisten Labels mittlerweile "Switchruten" herstellen.
..... für die Fischerei, für die ihnen eine Switchrute suggeriert wird
Was genau wird suggeriert und von wem?

...und nicht gleich eine kurze leichte kompromisslose Zweihand
und was ist dann eine Switchrute wenn nicht eine kurze leichte (kompromisslose?) 2hand?
ohnehin bereits eine passende Einhandrute
Ganz ehrlich ist es nicht effizienter (weniger Arbeit) mit eine kurze 2Hand (Switchrute?) auf Hecht zu gehen als mit 'ner #9'er oder #10'er 1Hand? Für mich persönlich schon.


Wir könnten genau so gut über den Sinn einer #12'er, #14'er, #15'er oder gar #17'er 1Hand spekulieren aber warum? Alles hat irgendwie seine Daseinsberechtigung und die Herstellung solche Ruten ist sicherlich nicht alleine darauf zurück zu führen, dass einige Fliegenfischerlabels einen Bedarf schaffen wollten. Nein ich denke der Bedarf war (ist) bereits da, die Hersteller haben lediglich diesen Bedarf bedient.