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Trocknen der Spleiße vor dem Verleimen
Verfasst: 10.02.2009, 20:21
von Breiflabb
Warum trocknet man die Spleiße vor dem Verleimen. Macht man das nur um eine intensivere Verleimung zu erreichen, oder steckt noch mehr dahinter.
Herzliche Grüße aus Berlin von Udo
Verfasst: 10.02.2009, 21:16
von Grasfischer
Abend Udo,
mit dem Verkleben hat das eigentlich nichts zu tun. Es hat gleich mehrere Gründe warum man das tut.
1. nennt man es Trocknen um dem Tonkin seine Feuchtigkeit zu entziehen, man sieht es sehr deutlich wieviel da drin ist wenn man mal mit dem Bunsenbrenner den Tonkin bearbeitet und gegen das Ende des Rohres kommt. An dieser Stelle tritt dann die Feuchtigkeit als schaumähnliche Flüssigkeit aus.
2. nennt man es auch Härten. Je nach Temperaturzugabe und "Backzeit" härtet man die Spleisse und erhöht somit das Rückstellvermögen der fertigen Rute. Man kann also auch durch richtige Einstellungen der Temp. und Zeit die spätere Aktion beeinlussen. Richtiges Härten beugt auch evtl. später auftretenden Sets vor.
3. Durch den Trocknungs- bzw. Härtungsprozess kann man auch etwas mit der Farbe des fertigen Blanks "spielen", also eher hell oder dunkel...
Gruß, Friedrich
Ach ja und härten würde ich erst wenn absehbar ist das die Spleisse auch in naher Zukunft fertig gehobelt und verklebt werden und nicht danach ein halbes Jahr in der Werkstatt verstauben.
Verfasst: 10.02.2009, 21:43
von Breiflabb
Hallo Friedrich,
danke für die schnelle Antwort.
Kann es sein, daß die fertige Rute im Laufe der Zeit auch wieder Feuchtigkeit aufnimmt.
Sicherlich kann ein Lack diesen Prozess nicht restlos unterbinden.
Ich könnte mir vorstellen, daß ein trockener Aufbewahrungsort nach dem Gebrauch ein wenig dagegensteuert.
Gruß von Udo aus Berlin.
Verfasst: 10.02.2009, 23:46
von palakona
Hallo!
Das ist richtig, die Rute nimmt trotz Lackierung wieder ein gewisses Maß an Feuchtigkeit aus der Umgebung auf. Das wirkt sich aber normalerweise nicht negativ auf die Aktion aus, da das Tempern ja die Zellbestandteile verändert hat.
Siehe dazu Dr.Wolfram Schott : "Bamboo in the laboratory", siehe in "Powerfibres",- er hat den Einfluss des Temperns systematisch in den relevanten Parametern untersucht.
Grüße Wolfhard