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TWT Saidenbach in Sachsen

Verfasst: 11.02.2008, 19:55
von Holger_65
Hallo,

da die Fliegenfischeranfänge gemacht sind... träume ich nun
von den ganz großen Fischen :D :D
Da ich ab und zu auch mal der Trinkwassertalsperre Saidenbach
einen Besuch abstatte und hier ja auch Seeforellen drin sind, wäre so ein fang ja mal ein Erlebnis.
Das Schonmaß beträgt hier 60 !!! cm.
Habe an bestimmten Stellen auch schon sehr Große in Ufernähe beobachten können.
Jetzt habe ich allerdings gelesen, dass sich größere Seeforellen fast nur ausschließlich von kleine Fischen ernähren würden (so um die 10 - 20 cm Größe) :shock:
Daher meine Frage...
Hat ein gezieltes Fischen mit der Fliege auf solche Fische dennoch Aussicht auf Erfolg - und wenn ja, mit welchen Fliegen in welcher Größe :?:

Thx...
Holger S

Verfasst: 11.02.2008, 21:42
von Forstie
Hallo Holger,

auch wenn ich über keine Fliegen-Seeforellen-Erfahrung verfüge, ergibt sich mir auf Deine Frage doch eine klare Antwort:

Warum nicht mit dem Streamer versuchen?

Du kannst ja, je nachdem in welcher Schnurklasse Du fischen willst, entweder kleinere oder auch schön große Streamer anbieten.

Ansonsten denke ich auch, daß auch eine große Seeforelle, die sich in anfischbarer Tiefe aufhält, einer dicken Nymphe sicherlich nicht abgeneigt wäre.

Wegen Aussichten auf Erfolg:

Ich würde es einfach mal versuchen. Mehr als nichts fangen kannst Du ja nicht. :wink:

Die Fliegengröße würde ich dann den bevorzugten Futterfischen der Seeforellen anpassen.
Falls ich nichts genaueres wüsste, (oder sich hier kein Seeforellen-Spezi mehr meldet) würde ich einfach mal vor Ort nachfragen, mit welchen Ködergrößen die Seeforellen-Spezi's denn am erfolgreichsten angeln.

Grüße,


Martin

Verfasst: 12.02.2008, 17:44
von Holger_65
Hallo Martin,
vor Ort habe ich noch nie einen Angler gesehen, der gezielt mit einer Fliegenrute auf die Seeforellen fischt, höchstens „Spinner“ sieht man manchmal etwas glücklos herumwedeln. :?
Vielleicht liegt es auch daran, dass es schon einige Meter bis zu den Seefos zu laufen sind. Andererseits heißt es eh, dass diese Fische „unfangbar“ sind, da sie nur fern vom Ufer sehr tief stehen würden. Das ist aber falsch, da ich diese rel. großen Forellen auch schon an bestimmten Stellen in unmittelbarerer Ufernähe gesehen habe, gerade im April und Mai. 8)
Ja mehr als nix fangen kann ich nicht – dann ist es eh wie so oft, macht aber auch nix…

Thx…
Holger

Verfasst: 12.02.2008, 17:58
von Kanne
Hallo, Holger,

die Seeforellen etwas über 60cm von deren Fängen aus der Saidenbach ich weiß wurden mit relativ kleinen Nassfliegen in braun oder schwarz gefangen. Auch von Fängen mit der Trockenfliege weiß ich. Warum also nicht probieren, wenn sogar die Möglichkeit "auf Sicht" besteht.
Das Problem ist bei Vollstau das werfen mit der Fliegenrute, weswegen einige Angler auf Wasserkugel oder Sbirolino umsteigen um auf Weite zu kommen. Wenn von Seeforellen die Rede ist, die sich ausschließlich von Fischen in den tieferen Regionen ernähren, dann geht es um größere Kaliber.
Aber Du musst Dich beeilen, das Seeforellenprojekt diente der Biomanipulation und läuft aus. Besatz gibt es keinen mehr.

Gruß, Lutz

Verfasst: 13.02.2008, 09:16
von Axel
Hallo Holger,
guck mal in die aktuelle "Fliegenfischen", da ist ein recht ausführlicher
Artikel über das Fischen auf Seeforellen.
Gerade im Frühjahr hat der Autor erfolg mit nem Streamer in seichten
Buchen (wärmereres Wasser). Es geht zwar um den Walchensee, aber
sicher ist einiges übertragbar.
grüsse Axel

Verfasst: 13.02.2008, 14:43
von archi69
Hallo Holger,

auch wenn ich über keine Fliegen-Seeforellen-Erfahrung verfüge, ergibt sich mir auf Deine Frage doch eine klare Antwort:

Warum nicht mit dem Streamer versuchen?
Wolltest mir wohl nicht glauben, was??? :wink:

Verfasst: 13.02.2008, 17:45
von Kanne
Man kann auch ruhig mal Schneider sein, ist trotzdem schön...


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Gruß, Lutz

Verfasst: 13.02.2008, 19:12
von Forstie
Schönes Bild.

@archi: War das nun auf mich oder Holger bezogen? Ich verstehe nur leider den Zusammenhang nicht.. :(

Streßfrei,


Martin

Verfasst: 13.02.2008, 19:32
von Holger_65
Hallo, vielen Dank für die vielen Feedbacks :)

archi meine mich, da ich mit Ihm schon im Vorfeld darüber sprach und den Fang der großen Seeforellen mit der Fliege angezweifelt habe. :oops:

Ich werd es auf jeden Fall probieren und dann mit Bildern berichten.

Holger

Verfasst: 13.02.2008, 20:11
von Holger_65
Hier nun auch mal 2 ältere Bilder...

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So archi69, da werd ich wohl nun doch bald meine Fliegen selbst binden...

Kennt noch jemand einen guten Parkplatz an der Talsperre (außer in Forchheim) ???

:D :D

Verfasst: 19.02.2008, 11:38
von Neuhesse
Also am besten kommst du an die Talsperre wenn von B101 kommend, kurz vor Forchheim rechts abbiegst. Dann kommst du genau am Einlauf des Saidenbaches an, dort ist auch ein kleiner Parkplatz. (in diesen Einlaufbereich wurden auch die meisten Forellen gefangen:-). Eine weitere Möglichkeit zu parken ist an der Staumauer... musst aber dann etwas laufen.

Verfasst: 19.02.2008, 12:43
von Mario Mende / Sachsen
@ Neuhesse, du meinst die Vorsperre.

Also mit den Seeforellen ist es nicht mehr so wie vor ein paar Jahren, als erstens kräftig Besatz wegen der "Biomanipulation" eingebracht wurde, begünstigt wurde die Fischerei durch Niedrigwasser.
Die Fische hielten sich direkt am Einlauf in Massen auf, da sie nicht über die Sedimentfangmauer kamen......

Bild

Heute sind die Bedingungen deutlich schlechter. Da man nicht waten darf und Bootsbenutzung (auch Bellys) verboten ist, hat man mit der Fliege kaum noch echte Chancen. Zur Maifliegenzeit ist die Aussicht sicher am erfolgreichsten............

Nachtrag

Verfasst: 19.02.2008, 13:03
von Mario Mende / Sachsen
Seeforellen mit der Fliegenrute, vom Ufer aus zu fangen sind nichts alltägliches. Böse Zungen behaupten, man muss bis nach Österreich fahren und sich dort an den Seen ein Boot mieten um überhaupt an diese „Silberbrocken“ heranzukommen. Falsch! Die Talsperre Saidenbach in Sachsen macht es möglich. Diese TWT ist der größte Stausee im Mittleren Erzgebirge. Sie wurde von 1929-33 erbaut und fasst ein Wasservolumen von 22,38 Mio. Kubikmeter, was eine Fläche von 146,41 ha ergibt. Dazu wird der Saidenbach, der Lippersdorfer Bach, der Haselbach und Hölzelbergbach angestaut.

Es ist eine echte Herausforderung für jeden Fliegenfischer mit dem leichten Gerät auf Seeforellen im Stillwasser zu fischen. Natürlich sollte man die Beschaffenheit des Untergrundes kennen, besonders der Zuflüsse. Durch die Jahre sind hier richtige Vertiefungen entstanden, wo häufig der Fisch steht. Kanten sind vom Ufer aus mit der Fliegenrute fast nicht zu erreichen. Bootsbenutzung inklusive der Belly Boote ist wie das Watfischen generell verboten!

Geheime Botschaften

Während ich spät Abends im Bindezimmer sitze und Fliegen für die nächsten Fischtage binde höre ich ein dumpfes Vibrationsgeräusch aus dem Flur. Das Handy, um diese Zeit? Es ist ein Kamerad aus dem Erzgebirge und er meint: „Die Maifliegen sind da“! Ich gebe noch in den nächsten Minuten den anderen Kumpels Bescheid. Na dann werden wir morgen mal schauen, was der zeitige Tag uns an Fischen beschert.

Gegen 05.30 Uhr treffen wir uns zentral an der Flöha, von hier werden wir mit einem Auto weiterfahren. An der Talsperre ist das Parken in der näheren Umgebung streng untersagt und kostet bei Nichtbeachtung teure Euros. Einige Meter zu Fuß sind billiger und fördern den Kreislauf für mögliche Drills.

45 Minuten später stehen wir an der TWT Saidenbach. Der Wasserstand ist ziemlich weit gefallen- nach dem Hochwasser nun viel zu trockenes Wetter. Wir stehen 5 Minuten an der Waldgrenze und blicken auf das spiegelglatte Wasser. Hier ein Ring- da ein Schwall, alles in Wurfweite!

Meine Kollegen wandern links entlang bis zum Felsen, während ich den Einlauf einmal genauer anschauen möchte. Was jetzt folgt ist der blanke Wahnsinn!

Mein Kollege Udo fischt mit dem Blech, Andreas mit einem Wobbler und uns gegenüber sitzen 3 Kollegen, die es mit Wurm versuchen. Ich fische mit einer 4 er Fliegenrute, 5 er Schnur sowie einer Vorfachspitze von 0,18mm. Köder ist eine Maifliegenimitation in gelb. Ich schaue gezielt nach wiederholt an einer Stelle steigenden Ringen um die Kante zu finden. Unweit von hier nistet ein Haubentaucher und ich beobachte fasziniert wie er Ausbesserungsarbeiten auf seinem Wassergrundstück vornimmt. Es ist herrlich ruhig in dieser tollen Natur am frühen Morgen. Nur aus der Ferne hört man Hundegebell und ein lautes platschen links von mir. Udo drillt den ersten Fisch, eine kämpferische Seeforelle von 58 cm. Behutsam löst er den Fisch vom Einzelhaken seines Blinkers. Generelles Schonmaß 60 (!!) cm für alle Salmoniden! Ich kann mit der Trockenfliege keinen Fisch ansprechen und baue auf eine Nymphe um. Es passiert nichts. Nach einigen Versuchen greife ich zu einer kleinen 14 er Trockenfliege in Schwarz, mit silbernem Körper und kurzen Schwanz. Der erste Versuch bringt nichts, beim zweiten greife ich in die Trickkiste und strippe die Fliege ganz leicht an, damit sie unter die Oberfläche sinkt. (ich fische die Trockenfliege praktisch als Emerger) Ein Schwall in Richtung Köder und der erste Fisch klinkt sich ein. Seeforelle! Nach einigen Minuten habe ich den Dreh raus und die Kante vom Einlauf gefunden. Selbst meine Begleiter sind von den Seeforellen fasziniert. Wir machen eine Pause und legen uns an der Waldkante in die Sonne. Der Abendsprung wird sicherlich gut werden.

Gegen 17.30 Uhr bereits ist wieder ein Massenschlupf. Das Wasser kocht. Selbst im Uferbereich steigen die Fische. Der gesamte „Spuk“ dauert bis zum einsetzen der Dunkelheit. Keiner von uns konnte eine Forelle von 60+ fangen. Schade, das wäre die Krönung des Tages gewesen.

Der nächste Morgen
Natürlich sind wir am nächsten Morgen wieder gegen 06.00 Uhr am Wasser. Heute muss es einfach klappen mit einer 60+. Bleche werden fast gänzlich verwehrt, der erste Fressrausch ist vorbei. Der Fisch wird schon sichtbar selektiver und möchte nur die „Sahnestücke“. Während meine Kameraden mit Sbirulino und kleinen schwarzen Fliegen fischen, bleibe ich bei meiner Fliegenrute und der guten Stelle vom Vortag.

Der erste Wurf an der Kante vom Einlauf bringt mir sofort Kontakt und ich bin für einen kurzen Moment erstaunt. Konstant und ruhig zieht er mir etwa 60 m von der kreischenden Rolle. Dann steht er. Habe ich hier etwas fehlgehakt? Einen Karpfen vielleicht? Abwarten und Adrenalin fördern. Ich erhöhe den Druck. Langsam kommt wieder Bewegung in die Schnur. Ich kann fast das gesamte Backing auf die Rolle bringen. Dann folgen der Schwall und ein Sprung. Mein Herz schlägt in der Schädeldecke und der Fisch will es wissen. Ein erneuter Sprung etwa 40 m von mir entfernt und im Hintergrund die Morgensonne über den Baumgipfeln. Leider habe ich zum knipsen keine Hand frei- schade eigentlich! Wassertropfen funkeln wie Diamanten, die vom Himmel fallen. Sofort wird mir klar, dieser Fisch ist besser als seine Vorgänger. Ruhig bleiben, auf keinen Fall leichtsinnig werden und zu stark drillen. Auf Höhe des Haubentauchernestes schraubt sich die hartnäckige "Silberdistel" erneut weit aus dem Wasser und klatscht laut zurück in das sichere Nass. Natürlich wird jeder Sprung vom Geschrei der anwesenden Angelfreunde kommentiert. „Ooohhh“ steht an der Spitze der häufigsten Wiederholungen. Nach etwa 10 Minuten Gesamtdrillzeit habe ich den „Kämpfer“ halb im Kescher. Ganz passt er leider nicht hinein. 62 cm und schön rund! Der Angeltag ist für heute beendet, morgens halb sieben (in Deutschland) ist das Fanglimit ausgeschöpft. Genüsslich rauche ich ein paar Beruhigungszigaretten, sitze ich im Gras und schaue meinen Freunden beim Fischen zu. Völlig glücklich über die Maifliegen und die herrliche sächsische Natur lasse ich den Drill noch mehrfach an mir vorüberziehen. Die folgende Woche bringt noch gute Drills und eine zweite Seeforelle über 60 cm. Wenige Tage später am Fluss habe ich den Bauch voller Sehnsucht nach den herrlichen Maifliegentagen und den kampfstarken Seeforellen. Und ganz tief in mir schlummert der Hunger nach einer zweistelligen an der Fliegenrute.

Ausrüstung:

Fliegenruten # 5-8 in 9-10 ft. Unbedingt viel Backing (100m) aufspulen. Die Talsperre ist sehr groß und die Fische ziehen sofort in das „rettende“ tiefe Wasser. Fliegen je nach Witterung und Sonneneinstrahlung. Am ersten Tag gehen fast alle gängigen Maifliegenmuster. Danach werden die Fische sehr wählerisch. Fischen mit Schonhaken ist anzuraten.

Wissenswertes rund um die Fischerei an der TWT Saidenbach
Status: Allgemeines Angelgewässer des AV Südsachsen/Mulde/Elster e.V. Gewässerkennnummer: C 02-102 (Mittlerer Erzgebirgskreis)

Auflagen beim Fischen:

Nachweis über TWT- Belehrung, Nacht- und Eisangeln verboten! Vom 01.05.-31.08. ist die Entnahme von 1 Salmoniden/Angeltag möglich. Alle Salmonidenarten haben ein Schonmaß von 60 cm! Parken nur auf ausgewiesenen Flächen. Parkverbote unbedingt beachten! (Trinkwasserschutzgebiet)

Gastkarten: nur Wochenkarten . Preis für DAV-Mitglieder 14,00 €. Gäste mit gültigem Fischereischein ohne DAV-Mitgliedschaft 28,00 €

Gastkartenausgabe: Angelspezi Udo Kunz, Obere Hauptstraße 65, 09235 Burkhardtsdorf, Tel./Fax: 03721/32303, e-mail: angelspezi@gmx.com

Unterkunft: Ferienwohnungen und Pensionen sowie Hotels sind reichlich in der näheren Umgebung zu buchen.

Anfahrt zur Talsperre:

Von Chemnitz die B 174 über Zschopau, dann Richtung Pockau auf die B 101.

Nach der Ortschaft Forchheim links abbiegen und dem Straßenverlauf folgen. In der Senke befindet sich die Talsperre.

Verfasst: 19.02.2008, 13:38
von Neuhesse
Das mit der deutlich gesunkenen Fangzahlen kann ich nur bestätigen!
bei den Probebefischungen der Uni Dresden wurden letzten Herbst gar keine Forellen mehr gefangen obwohl im Winter 2006/2007 noch einmal kräftig besetzt wurde.

Verfasst: 19.02.2008, 14:08
von Mario Mende / Sachsen
Außer zur Maifliegenzeit ist es wirklich fast unmöglich, mit der Fliegenrute an die Seefos zu kommen.